umgekehrte Boot die Rettungsarbeiten. Es mußte, um dasselbe weiter in das Wasser htnauszuschicden, ein anderes Boot von der Kette gelöst werden, was in der Aufregung so langsam von Statten ging, daß allgemein geglaubt wurde, die unter dem Boot liegende Frau müsse längst lobt sein. Als das umgestürzte Boot endlich in den Strom hinausgeschoben werden konnte, kam die Frau zum Vorschein und war derart bei Kräften, daß sie mit Unterstützung des Steuermannes, der sie aus dem Wasser geholt hatte, selbst durch den Garten in das Gebäude laufen konnte. Ihn ersten Worte nach der Rettung waren: „Ist mein Mann gerettet?" Nachdem sie hierüber beruhigt morden, erklärte sie ihre fall wunderbare Rettung damit, daß sie genau unter das gekenterte Boot zu liegen gekommen sei, sich in der Todesangst an die Sitz- brerter angeklammert und dabei den Kopf in die Ausbauchung des Bootes gebracht habe, die wegen der darin befindlichen Luft vom Wasser frei blieb, so daß sie athmcn konnte.
— ^Verwüstung der Alpenflora und Asyle für Alpenpflanzen.) Aus Bern wird der „K. Z." geschrieben: Die vierfüßigen Raubthiere sind bet uns theils verschwunden, theils auf den Aussterbe-Etat gesetzt. Einzelne Bären sind vor einigen Jahren noch im Canton Graubünden gesehen worden, jetzt findet man sie nur noch im Bärenzwinger zu Bern. Ter Luchs ist verschwunden. Wölfe kommen vereinzelt hier und da im Juragebiet vor, aber es sind Einwanderer. Nur Fuchs, Marder und Iltis schlagen sich noch kümmerlich durch. Das zweifüßige Raubthier duldet keinen Nebenbuhler. Es hat aber auch den Steinbock vernichtet und wird trotz aller nachträgliche» Schongesetze mit der Gemse auch bald fertig geworden sein; es hat unsere Flüsse und Seen von Fischen geleert und es vertilgt unsere Vögel schaarenweise, sobald sie über dle Grenze kommen, Singvögel und andere, wenn sie nur gut schmecken. Dagegen ist nichts zu machen, Gesetze, Vorschriften und Verbote werden nicht beachtet. Aber damit ist das zweifüßige Raubthier, Mensch genannt, nicht zufrieden. Mit der
Fauna ist er so ziemlich fertig geworden, jetzt macht es sich über die Flora her wa immer fte in werthvollen, characteristischen Gestalten auftritt. Seit Jahren wird 'dem Edelweiß nut fchonungsloser Hast nachgestellt, und bald wird es überall da ausgerottet
HJ0 "ne menschliche Hand es erreichen kann; an den Bahnhöfen wird es in Buscheln, häufig sammt den Wurzeln, feilgeboten, damit ja jeder Lasse sich den wolliaen Stern auf den Hut stecken kann. Die Alpenrose hat, vermöge ihrer größeren Verbreitung und kräftigeren Natur, besser widerstanden, aber auch sie verschwindet schon von den leicht erreichbaren Stellen. Dem sicheren Untergange geweiht sind alle seltenen Pflanzen. Das Wallis z. B. (wo, nebenbei bemerkt, der Spargel an verschiedenen Stellen w,ld wachst) war für den Botanisten und beobachtenden Alpenisten ein wabrer Wundergarten, wo die seltensten Alpenpflanzen der verschiedenen Regionen und viele Unica vorkamen. Heute sind die Fundorte, die der Naturforscher mit einer gewissen Scheu betrat, von Gartnern, Pflanzenhändlern und anderen Leuten zu Gewinnzwecken aus- gebeutet. Verschiedene Arten sind vollständig verschwunden, denn was einmal Gegen- stand der gewinnsüchtigen Menschen geworden, das rettet kein Berggeist. An Auf- rufen, öffentlichen Bitten, Warnungen hat es nicht gefehlt, aber der Vandalismus schreitet vorwärts. Da ist man nun auf den Gedanken gekommen, in geeigneten Lagen botanische Schongarten anzulegen, so auf dem großen St. Bernhard, auf dem Simplon ^^brmott. Die Station auf Tete de Mouton bei Vissoye im Einsichthal lWallis) 230» Meteor zahlt bereits außer verschiedenen geretteten heimischen Arten kleine Eolo- nren von Pflanzen aus den Pyrenäen, dem Himalaja, dem Kaukasus. Auf diesen botanischen Stationen werden die Pflanzensamen gesammelt zur Wiederaufzucht an geeigneten Stellen, deren Lage so wenig wie möglich bekannt gemacht wird. Ob dlefe Anstregungen, durch welche sich die Regierung von Wallis und die Scction von I Monterosa des Schweizer Alpenclubs ein. großes Verdienst erwerben, den gewünschten ' Erfolg haben, der menschlichen Raub- und Zerstörungssucht zum Trotzt '
Allgemeiner
Anzeiger.
Obtrhksßsche Ejskubahaeu.
Vom 1. Mai c. ab tritt direkte Personen- und Gepäckabfertigung zwischen Bleichenbach und Frankfurt a/M., Westbahnhof, und Sachsenhausen in Kraft.
Gießen, den 19. April 1887.
3203_________Großherzogliche Direction.
Akrhesßschk WMHrien.
Nächsten Dienstag den 26. d. M., präcis 2 Uhr Nachmittags, werden an dem Bahnkörper im unteren Niegelpfad ca. 1000 alte Schwellen öffentlich meistbietend in einzelnen Abtheilungen versteigert.
Die Bedingungen werden im Termine bekannt gegeben.
Zusammenkunft an dem Viaduct in der Ludwigstraße. 3207
Gießen, den 22. April 1887.
Die Großh. Magazinsverwaltung. Bekanntmachung. Die für das Rechnungsjahr 1386/87 rückständigen Kapitalzinsen, sowie die für ersteigerte Früchte des landwirth- schastlichen Versuchsfeldes noch nicht berichtigten Beträge sind innerhalb der nächsten 14 Tage zur Universitätskasse zu bezahlen.
Gießen, den 21. April 1887. Großherzogliches Universitäts-Rentamt ___Schmitt.______3209
Bekanntmachung.
Die Lieferung von 40 Raummeter Brrchen-Scheitholz soll im Submissionswege vergeben werden und sind desfallsige Offerten bis zum 25. d. Mts. bei Herrn Armenkasserechner Laub er verschlossen abzugeben.
Gießen, am 22. April 1887.
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.
A. Bramm.________
Iagtzverpachlung.
Donnerstag den 28. April,
Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus die Gemeindejagd in 2—3 Abtheilungen, auf Liebhaber auch im Ganzen, auf sechs Jahre verpachtet werden.
Ettingshausen, am 21. April 1887. Gr. Bürgermeisterei Ettingshausen.
Launspach. 3208
Aeilgeöotenes.
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30. April 1887, Vormittags 11 Uhr, schriftlich versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bei uns einzu- reichen, zu welcher Zeit die Eröffnung der eingegangenen Offerten stattfindet Diesem Eroffnungstermin können die betreffenden Kaufliebhaber amvobnen. Braunfels, am 20. April 1887.
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