Ausgabe 
24.2.1887
 
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Berlin, 22. Februar. Gewählt: Saarburg: Haancn (Eentr.). Gumbinnen: Die Wahl Suro's (K.) sicher. Oschatz: Günther (K.). Bergheim: Rudolphi (($,.). Namslau: Die Wahl Heydebrandt's (jt.) gesichert. Militsch: Die Wahl des Fürsten Hatzfeldt (K.) gesickert. Alsfeld: Kalle (Nl.). Siegen: Die Wiederwahl Stöcker's (K.) ist gesichert. Bonn: Virnich (C-). Straubing: Preusing (E-). Landsberg: Bayer (K.). Bromberg: Stichwahl zwischen Hahn (K.) und Komierowski (Pole). Gera: Die Wahl Ambach's (K.) gesichert. Jena: Die Wahl Meyer's (Nl.) gesichert. Iserlohn: Nein­hold (Nl.). Eisenach: Getbel (Nl.). Neustettin: Busse (K.). Buetow: Massow (K.). Hameln: v. Reden (Nl.). Neuhaus: Gebhardt (Nl.). Fraustadt: Stichwahl zwischen Reinbaben (K.) und Radziwill (Pole).

Hoyerswerda: Arnim (K.). Beuthen: Szmula (C.). Flatow: Dr. Scheffer (Nl.) gesichert. Osterode: Jahns (Nl.). Dessau: Ziegler (Nl.). Bernburg: Oechel- häuser (Nl.). Ratibor: Gliczinski (C.). Wiesbaden: Schenck (Dtsch.-Freis.). Hom­burg: Stichwahl zwischen Hesse (Nl.) und Wolf (C.). Lüneburg: Friedrichs (Nl.) gewählt. Blaubeuren: Goebcr (G.) gewählt. Regensburg: Gruben (C.) gewählt. Ingolstadt: Aretin (C.) gewählt. Kronach: Stichwahl zwischen Swaine (Nl.) und Gagern ((£.). Bayreuth: Feustel (Nl.) gesichert. Dinkelsbühl: Schreiner (Nl.) ge­wählt. Belgard: KleisstSchmensin (K.) gewählt. Löwenberg: Born (Nl.) gewählt. Weißenfels: Günther (Nl.) gewählt. Lauenburg: Stichwahl zwischen Wenlorp (Nl.) und Berling (Fr.). Elbing: Puttkamer (K.) gewählt. Neunburg: Witzelsberger (E.) gewählt. Neustadt: Lehner (C.) gewählt. Creutzburg: Erbprinz Hohenlohe (K.) ge­wählt. Wetzlar: Prinz Solms (K.) gewählt. Stade: Bennigsen (Nl.) gesichert.

Erfurt: Nobbe (K.). Heiligenbeil: Tcttau (K.). Ragnit: Sperber (K.) Samter: Kwileski (P.). Krotoschin: Jazdzewski (P.) Schrimm: Graeoe (P.) Stralsund: Delbrück (Reichsp.). Greifswald: Behrenhoff (K.). Emden: Huelst (Nl.) Aurich: Kruse's (Nl.) Wiederwahl gesichert. Flensburg: Gottbursen (Nl.). Glogau: Maager (F.). Oletzko: Maubach (K.). Sensburg: Mirbach (K.). Angerburg: Staudy (K.). Stallupönen: Bergmann (K.). Heiligenstadt: Strombeck (C.). War­burg: Wendt (E.). Rastenburg: Stolberg)(K.). Wartenberg: Kardorsf (K.) Reichen­bach: Stichwahl zwischen Carolath (K.) und Porsch (C.). Passau: Diendorfers (E., für Septennat) Wahl gesichert. Pfarrkirchen: Heberland ((£.). Altenburg: Baumbach (Reichsp.) Schleiden-Malmedy Montjote: Fritze (E.) Düren-Jülich: Hopesch (C.) Geilenkirchen-Heinsberg: Hitze (C.). Sagan: Schmidt (Reichsp.), Forckenbeck ist unterlegen. Belzig-Jüterbogkk Rademacher (F.). Striegau-Schweidnitz: Kulmiz (K.). Falkenberg-Grottkau: Praschma (C.). Gleiwitz: Metzner (C.). Kattowitz: Letocha (C.). Schwerin-Wismar: Stichwahl zwischen Haupt (WL) und Schmidt (K.). Sonneberg- Saalfeld: Stichwahl zwischen Trinks (Nl.) und Witte (Fr.). Schwetz: Holtz (Reichsp.) gesichert. ________________

Berlin, 23. Februar, 12 Uhr Mittags. (Privatdepesche.) Bisher sind 321 Wahlresultate bekannt, davon: 62 konservative, 20 Reichspartei, 61 Cenrrum, 84 Rationalliberale, 10 Deutsch- Freisinnige, 6 Socialisten, 15 Elsässer, 12 Polen, 2 Welfen; ferner 48 Stichwahlen. Nach Vorstehendem sind bis jetzt 170 Sep- tennatisten und 103 Antiseptennatisten in den Reichstag gewählt.

Fürstin J'enbu'g-Büdb.'.gen mit lotter, sowie mehrere Mitglieder der Gräslick , euigeu offen. Ungesayr 2u0 Einladungen waren ergangen n- - der Theilnebmer erschienen in Eostüm, so der Großherzog selber in der

I ??|d,t,rCS c6' J°hrhundcrls^ b-r Erdgroßherzog in spanischem ßoftüm, ebenfo Prinzeistnjrene. -Prinz Heinrich trug die Uniform, mit sie das 1 Enfant»? Siegtmcnt zu Beginn dieses Iabrhunderls hatte, Prinz Ludwig Battenberg erscki», ^ einem Anzug k la Marcel u. f. ro. Den Glanzpunkt des Festes bildeten zwei i» Costumen getanzte Quadrillen, eine deutsche und eine spanische, woran sich bet Lh großherzog, Prinzessin Irene und Gräfin Erbach Schönberg beihestigten. Die Ana suhrung btefer Quadrillen gefiel so gut, da« sic nach der groben Pause, in welcher . ' mehreren Bustcts Erfrischungen gcieicht wurden, wiederholt wurden- Das allgemein als sehr gelungen und glanzend bezeichnete Fest, welches mit einer vor den Allerhöchst " »"Äs' dcfilirenden Polonaise eröffnet und geschlossen wurde, währte von 8 Uhr Abends bis gegen 2 Uhr Morgens. u*>r

Offenbach, 20. Februar. sUnglückssall.s Gestern Abend gegen 7 Uhr fturn, tn der Glockengasse eine Wittwe beim Sandstreuen die Treppe herunter und brach sw! Genick, was selbstverständlich den so,artigen Tod zur Folge halte Mefesbe hintnUk mehrere Kinder, wovon ems gegenwärtig krank darniederlicgt. °

A Mainz, 22 Februar. sReichstagswahl im Wahlkreis Mainz-Oppenheim! ?A8c0e»jVut/*m ®eni,n 20 662 Stimmen, davon fielen auf Racks (Centrum

Kuehier (Nationalliberal) 7020 und Jöst (Socialdemokrai) 5526. Racks uni Sud)ler toinmen mithin in Stichwahl, doch ist der Vorsprung, den Rack« vor Küchl- » a n ,qq!° 8ro^ 5.ro?«1mtan nn>itn8li5 geglaubt. Im Bergleich mit der Wahl im 3abre 1884 zeigt das Resultat eine bedeutende Zunahme der nationattiberaleu unb ultramonlanen Slnnmen und einen wesentlichen Rückgang der Stimmen der Social- bemotraten. Im Jahre 1884 eibielt ber nationalliberale Canbidat im ersten Wabl- 0anjL2.Gt6l ultramontane 4628 und bet Socialbemokral 6496 Stimmen Un- geartet des für die Letzteren bei der gestrigen Wahl ungünstigen Resultates verlief hier Alles in der größten Ruhe und haben sich die von beit Behörden getroffenen Vor­kehrungen als überflüssig gezeigt. u " " b

Mainz, 22. Februar. Nachdem gestern hier in Folge der Reichslagswahl so £Ut kÄ5 ?°n 6ar.nCDal «u bemerken war unb sich erst am Abend in und um ber Stablhalle herum einiges Leben unb Treiben entwickelte, zeigte sich heute wieder das alte gewohnte Carneoalleben in den Straßett unb zog besonders dieKappenfahrt- am Nachmittag die Bewohner ber umliegcnben Qrlschaften hierher. Am Abenb hatte sich der große Maskenball tn berStabthalle", wie auch die großen Rheinholels sehr zahlreichen Zuspruchs zu erfreuen. Der Anklang, den die carneoalistischen Ver- aiistaliungen in Darmstadt und Wiesbaden gefunden, läßt es hier jetzt allgemein leutt'sühlen" es^schmerzttchueoalstadt dieses Jahr zurückgeblieben, besonders die Geschäfts- .. .. - Unangenehme Nachklänge zu ber Reichstagswahl sind bie von einigen Ort- schasttnhierhergelangten Nachrichten von Ausschreilungeii, bie einzelne rohe Burschen ^,n ®raitunb *!! Seihen stnb solche halbwüchsige Burschen mit Stöcken bewastnet bie Straßen hm- unb hergezogm wtb haben die Passanten belästigt und hi.Un(LrS,» "tn(ACrltUrmmert; bi-ch einer Mittheilung besMainzer Journal- würbe b e ° in Oppenheim bamit geenbigt, daß ein junger Mann erstochen'

Deutschland.

Darmstadt, 21. Februar. (Zweite Kammer der Stände.) Der Zweite Ausschuß der Zweiten Kammer hält am Montag, 28. Febr., Vormittags 9 Uhr, eine Sitzung ad. Gegenstände der Berathung sind: 1) Gesetzentwurf, die Feld- bereinigung brtr.; 2) Gesetzentwurf, bett, die Bäche und nicht ständig fließenden Gewässer; 3) Gesetzentwurf, belr. die Landeskultur Genossenschaften.

Berlin, 22. Februar. Der Kaiser nahm Vormittags militärische Mel­dungen entgegen und empfing alsdann den Polizeipräfidenten o. Richlhofen, den General Albedyll, sowie den Kriegsminister zu Vorträgen. Nachmittags um 2'/z Uhr erscheint der Minister Puttkamer zum Vortrags.

Italien.

Rom, 22. Febr. Eine Meldung derAgence St-fani" au, Massauah besagt: Salimbeni traf hier am 16. Februar ein und kehrte am 21. Februar nach Asmara zurück. Er überbrachte ein Schreiben Ras Alula's, worin den Italienern Freundschaft und Frieden angeboten wird. Der Bruch wäre durch die Befestigung Wuas und Saatir und durch Ungetreue, welche sich unter den Italienern befänden, herbeigeiührt worden. Weiter heißt es: Laßt uns wieder Freunde sein, indem Jeder auf seinem Territorium verbleibt.

England.

London, 22. Februar. Im Unterhaus erklärte Ferguffon die Regie­rung habe keine Bestätigung der Nachricht erhalten, daß die sranzösische Regie- rung im Begriffe stehe, auf den neuen Hebriden neue Forts onzulegen, neue Kasernen zu bauen und die dortigen Truppen zu vecmebren; die französische Garnison sei im Gegentheil beöeufenb reducirt worben und es seien Verband- lungen mit Frankreich eingeleitet wegen der gänzlichen Zurückziehung der sran- »öfischen Posten. Weiter iheille Ferguffon mit, es würden Arrangements ge­troffen, wodurch die egyptische Regierung in den Stand gesetzt werden solle von der Frohnarbeil dieses Jahres abzusehen.

Afrika.

Zanzibar, 22. Februar. Stanley ist heute hier eingetroffen.

Lokale«.

2 2b- Februar. Ein hiesiger sehr geachteter Bürger ist gestern das Opfer

eine, unglücklichen Zufalls geworben. Er wollte eine Jagbfllnte putzen wie bas aus- gelegte Putzgeschirr beweist und bei dieser Gelegenheit ging ein Schuß offenbar von bte^olge011 eingelegten Patrone durch seine Brust. Augenblicklicher Tod luar

Universität» - Chronik.

SSv:i:

... Die konigl. Akabemie der Wissenschaften in Berlin hat in ihrer

S,

corresponbirenben Mitglieb ihrer philosophisch-historischen Klasse erwählt? iURt

»-«Mischt« ».

Palais^am LoMsenplatz ein an ^wel^ern rbie67efaVmV^rorfiß2I6en^^.i1n,

Familie theilnahm, mit Ausnahme des Fürsten Alexander ^der befanntiiA^0(!

Rückfall des Wechselfiebers leidet. Vor? auswS waren

Ueber eine verheerende Feuersbrunst schreibt man demFr. I." aus Loth­ringen unterm 17. Februar: DagSburg, an der Grenze des Elsaß in den Vogesen gelegen, btctel einen trostlosen Anblick dar. Der Flecken, welcher ungefähr 2800 (Sins wahner zahlte, die sich zum größten Theile mit Anfertigung von Holzschuhen, Schaufeln und sonstigen Gerathschaften aus Holz beschäftigen, ist zur Hälfte eingeäschert; 87 Häuser, tn denen circa KO L»amisten wohnten, sind ein Raub der Flammen geworden, ebenso eine Anzahl Kühe und Schweine. Menschenleben sind Gott sei Dank nicht zu beklagen An eme Rettung von Möbeln, Betten ober Futtervorräthen aber tvar beiIr rafenbe« Schnelligkeit, mit der das Feuer um sich griff, nicht zu denken. Dasselbe brach in dem Hause eines L-chremers, der ein notorischer Trunkenbold ist und verhaftet wurde, aus und zwar gegen Mitternacht; innerhalb zwei Stunden war der Ort ein Feuermeer' !" !.°Sarf die Spritze verbrannt^ welche des gefrorenen Wassers wegen nicht in svnahn£eitt k osn konnte. Brennende Holzthcile wurden durch den heftigfn ^^^o^wind -50 Meter eirtfernt sortgesckleudert und entzündeten so die mit Holz- schindeln gedeckten Hauser Die Noth und das Elend ist groß, von den 87 abgebrannten ARnnnn1 ^aum versichert und beträgt der Schaden nach oberflächlicher Schätzung frinh n?n, berne Kinder zum GehorsamWie erzieht man ein

Kind ohne Ruthe und Stock frühzeitig zum Gehorsam s Das ist eine der wichtigsten

Erziehungskunst. Vor Allem hüte man sich, mit dem Kinde über den Gegenstand des Ge- und Verbotes Spaß zu treiben. Sobald man lacht, entsagt man der Herrschaft. Spiele und scherze mit deinem Kinde und zeige ihm die zärtlichste Liebe, aber alles zu seiner Zeit! Hast du aber in einem gewissen Punkte einmal ©^orfatn »erlangt, jei ernft unb fest; suche denselben nicht durch Bitten und Schmeicheln zu erlangen. Das Kind verbucht tausend Wendungen, um deinen Wider- ru ^besiegen Derar ige Versuche aber sind schon die Folge der Weichheit und Schlaffheit, womit man seinen Willen kundgegeben hat, und es steht bedenklich um deine Herrschaft, wenn du dich erst einmal hast besiegen lassen. Ein großer Rebler ist es wenn zärtliche Mütter oder Väter glauben, fte dürften" ihrem Liebttnge Ä auch einmal ein ernstes strenges Wort Horen lassen. Ist man in seinen Befehlen ober ein- ober zweimal streng con,equent geblieben, so wird man künftig nicht mehr in die Lage kommen, ernst und streng verfahren zu müffen; das elterliche Ansehen ist und bleibt gewahrt; die gegenseitige Liebe aber erleidet dadurch keine Einbuße, wie es zu geschehen pflegt, wenn und wo der Stock täglich und stündlich das Regiment führt.

rum unbedingten, freudigen Gehorsam ist wir wiederholen

die wichttgs^ Grundlage aller guten Erziehung; sie ist zugleich die beste Vor- ^j^tung Tur bie .Subordination tn ber. Schule und für das spätere Leben und fonf^fübrr17 ^brtßfc t' c EstGottes Dienerin und das Schwert nicht um-

. /Der Provinziale in Berlins Ein Provinziale, der sich zum ersten Male in seinem leben die Hcnstichkelten Berlins beschaut, verirrt sich in dem Straßeu- sucht er den Rückweg nach seinem Gasthof. Nach langem Böaern entschließt er sich, einen Passanten um Rath zu fragen. Da, o Schrecken ° - er weiß d)efm obgestiegen ist, er hat den Namen der Straße, in

c?n C?Cn ft,r üeT^len- Es bleibt ihm nichts anderes übrig, a^ das erste beste Hotel aufzusuchen und dort vorläufig Quartier zu nehmen Am ÄnÄbJ" ef" 9e?at«febanfe: feine Frau kennt ja' ben Namen b-s Gastha s unb bie Straße Er telegraphtrt nach Hause unb umgehenb trifft bie Aut- Braunes Roß, Dresdener Straße." Eine halbe Stunde DfrBraunen Roß" vor, wo ihn der Oberkellner mit vorwuiss- vollen Blicken empfangt, ^es ist nämlich imBraunen Roß" nicht Brauch nur dir Xage, nicht aber auch die Nachte im Gasthof zu verbringen. '

fiofe ?en^ftcn Tagen findet am spanischen

5 L - 2luLbenr ?tn(^-bun9cn lungertKönig Alphonso XIII. als a ^rden seine Schwestern, die kleinen Infantinnen, machen. 68 bcftc^ kurzen, ausgeschniitenen Kleidchen aus

echten allspanischen Spitzen, um den Leib ist eine Schärpe in den spanischen tianbe^ Gel^eaenbest"^um' " elen Orden, welche der König schon besitzl, wirb er bei bufer

V tneni 0ol^encn Kettchen um den Hals tragen.

Christine hatte die Absicht, den jungen Regenten baldmöglichst in Höschen zu kleiden, allein ein Versuch, den man zu dieser Gelegenheit machte, fiel so drollig aus, haß man den Plan wieder auf gab. Der König, der bereits sehr gut gehen kann, wird beftehenhahte seine Gäste empfangen und ihnei. die Tanzordnuvgen,

bestehend m Bilderbuchelchen aus Atlas, überreichen. Um den König zu dieser täglich Generalproben statt, allein die kleine Majestät behalten cnerö1^' btc niedlichen Sächelchen herzugeben und will alle selbst

^aorrcr .ln ®er^n-l Eine Anzahl Japaner lernt soeben in Bauart An einem im Rohbau fast vollendeten Gebäude des ^aii' Ml n anirb c p^ktisch gezeigt unb gelehrt, wie man in Deutschland

ju bauen pflegt. Man sucht allerdings auf dem Neubau vergeblich die Leute unter