Neubau von Kliniken.
Ausbau der Westanlage.
Wie kommt nun Herr C. mit dem Sachverständigen, Herrn Flurschutz Klingel- meier, zu einer so günstigen Beurtheiiung unserer Feldwege, speciell auch tm ^ceu- städterfelde? Denn die Feldwege sind auch die Abfuhrwege der Feldbacksternbrennerelen und der Steinbrüche am Hardtberge. , , , , . ,
Die Sache erklär! sich einfach: Wir hatten seit dem Monat Vmi kernen durchweichenden Regen, das Grundwasser sank mit jedem Monat, noch Anfangs November war der Untergrund unserer Ackerfelder in der Lahnniederung hart. Ber solchen ungewöhnlichen Witterungsverhältntssen trocknen selbst Sümpfe aus, warum nicht auch städtische und private Feldwege und sonstige Abfuhrwege.
Herr C. berücksichtigt diesen Umstand mit keinem Wort, er erklärt die Abfuhrwege auf den F eldbacksteinbrennereien bedingungslos als in gutem Zustand beftndltcy.
Daß das eine irrige Anschauung ist, konnte ich nicht zuverlässiger und treffender beweisen als durch die Begutachtungen der Wege, wie sie von städtischer Seite in zwei Fällen wenigstens geschehen ist. Genügen Herrn C. diese Beurtheilungen nicht, so 1 bin ich überzeugt, daß eine Anfrage bei einem Mtgliede des Stadtoorstandes, das
fanden begeisterte Aufnahme.
Erfreulich ist es, daß auch Meister Brahms in seinem neuen Opus 101 euren Ton angeschlagen hat, der ihm die Herzen immer weiterer Kreise der bis jetzt seiner Art noch Widerstrebenden gewinnen muß.
Prägnante Themen sowie knappe Form gestalten dieses Werk zu einem leichter verständlichen und liebenswerthen.
Der Sänger des Abends, Herr Dr. Max Friedländer, begann (in Erinnerung an den vor hundert Jahren entstandenen „Don Juan" von Mozart) mit der sogenannten Register-Arie des Leporello, sang sie in dem italienischen Urtexte sehr characteristisch und erzielte damit großen Beifall.
Bei den nun folgenden Liedern von Beethoven: „Wonne der Wehmuth", „Das Rosenband" von Schubert und den beiden Balladen: „Heinrich der Vogler" und „Prinz Eugen" errang der Sänger wahre Beifallsstürme; letztere Ballade mutzte er
Begleitung sämmtlicher Gesänge am Klavier geschah durch Herrn vr. Walther in bekannter feinsinniger Weise.
Gießen, 22. November. Im Laufe des gestrigen Tages wurden im Schlachtbause nicht weniger wie 115 Thiere geschlachtet, nämlich 82 Schweine, 10 Ochsen und Rinder, 22 Kälber und Hämmel, sowie 1 Pferd.
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Ginaesarrdt.
B Hießen, 22. November.
In Nr. 265, erstes Blatt, des „Gießener Anzeiger" finde ich einen Vortrag veröffentlicht, den der Vorsitzende des Thierschutzvereins, Herr Lehrer Eurschmann, geh-Ilm h°t.^ bk aBMtten au8 dm Sand-, Kt-S-, Lehmgruben, A Steinbrüchm am Hardtberge und den Feldbackstetnbrennereien in der Umgebung Gießens besehen, um sich zu überzeugen, in welcher Verfassung diese Abfahrten seren, ob sie Mangel hätten die für die Hugthiere Quälereien nach srch ziehen konnten.
'Als Führer und, wie besonders hervorgehoben wird, auch als Sachverstandlge hat Herr E. die Herren Flurschützen mitgenommen, „die auch bereitwilligst alle mögliche Auskunft ertheilten und großes Interesse für den Thierschutz a" den Ta^f ^ten.
Da mir die Kies-, Sand- und Lehmgruben Ziemlich unbekannt sind, rch dagegen das zweifelhafte Vergnügen habe, die Abfahrten einzelner Steinbruche und d^e einzelner Feldbacksteinbrennereien mit meinen Gespannen passiren zu muffen, so»will^tch nur den Beurtheilungen dieser Abfuhrwege durch Herrn E. und seinen Lachoerstandigen folgen. Mt mir auf, daß immer nur von Besitzern von Abfuhrwegen die
Rede iff, niemals von städtischen Abfuhrwegen, obwohl sich die Abfuhrwege zu den städtischen verhalten wie etwa 1 : 100. Herr C. spricht aber ^fellos wiederholt von Abfuhrwegen, die städtisches Eigenthum sind und von der Stadt unterhalten werden sollten. Wenn also, wie Herr E. schreibt:
„die betr. Besitzer von Abfuhrwegen von den Flurschutzen recht nndrmguch auf die Mängel aufmerksam gemacht werden sollen und sollte dadurch ihr Barmherzigkettsgefühl für die armen Thiere nicht erwachen, sollten sie sich nicht dazu verstehen, in irgend einer Weise Verbesserungen eintreten zu lasten, dann freilich würde es als geboten erscheinen, ein hochv er ehrlich es Großherzogliches Polizeiamt durch eine Bittschrift zu veranlassen, das Feldpoüzei- personal anzuweisen, eine recht strenge Aufsicht an diesen Abfahrten
eines Lichtschachtes. „ „ .
12. Den Fluthgraben in den Eichgarten betreffend.
13. Die Quellwasserleitung betreffend. . ,
Gießen, 22. November. Mit dem beDorfteI)ent)en 206^3(^6^ trete^ «jeder die Sorgen an unsere Wohlthatigketts-D-r-in- b-ran, rote der Armuth und dem Ll-nd möglichst umfangreiche Hülfe geschaffen werden kann. Einen besonderen Preis ttwirbt sich in seinem Streben, armen Kindern eine Weihnachtsfreude zu bereite^ der Verein Jugendfreund", welcher in diesem Jahre bet seiner edlen Aufgabe durch e n am Sonntag den 27. d. Mts. im Saale des Caf6 Leib ftattfindendes Eoncert bestens unterst^e^^^hbilung der Burgergesellschaft unter Leitung
Bauer wird darin zu Gunsten des oben erwähnten Zwecks wirken und^n aMrdem wei Gäste ihre Mitwirkung zugesagt, namlich Herr Luh, em bichbegabter
Frankfurt, und Herr Zack, welcher unserem Publikum genügend bekannt ist. Letzterer l t........WitffrtfirtirtA Nielodramischen Dichtung
Ramspcck, Kart II., Kausmann in Alsfeld. Sanft ein, Emrich, Metzger « Friedderg. Keller, Philipp IV., Landwirth in Melbach. Nispel, Konrad, Rentner in Gedern. , Hör eck, Wilhelm, Landwirth in Re-chelshemr. Jung, Johannes, Landwirth in GarbeiUelch. Laspeyres. Etienne Dr., Professor in Gießen. Klingelhöfer, Jacob, Bäcker tn Alsfed. Bender, Heinrich, Verwalter in Griedels Kloos, Anton, Landwirth m Kirch-GonS. .
Eiffländer, Johannes, Landwirth in Brauerschwend. Eckhard, Heinrich Konrad, Schuhmacher in Laubach. Hartmann, Heinrich, Gastwirth in Blelchenbach.
14. Keil, Friedrich, Rentner in Melbach, lö’ Ebambrö, Karl, Kaufmann in Lich. , 16 Schudt, Karl Marlin, Müller in Dorheim. 17. Ruhl, Peter Joseph, Fabrikant in Herbstein. 18. Schlunk, Tobias, Landwirth in Gambach. 19 Benner, Jacob Ludwig, Schneider in Gießen. 20. Weber, Eugen L, Kaufmann in Lauterbach. 21. Berg, Karl, Schuhmacher in Gießen.
99 Brück Christoph Theodor, Mobelhandler in Gießen.
23. Horst', Heinrich, Bürgermeister in Nieder-Bessingen.
24. ' Specht, Georg, Holzhändler in Alsfeld.
25. Wetz, Friedrich, Müller in Münzenberg.
26. Boftröm, Eugen Dr., Professor in Gießen.
27. Häberle, Ernst August, Kaufmann m Frredberg,
28. Heß, August, Fabrikant in Gießen.
29. Zimmer, Ernst, Müller in Lauter.
30. Bansa, Christian IL, Director in Gießen.
«ießem, 22. November. Tagesordnung für die Stadtverordnetm-Sitzung am DomrerStag den 24. Rove«ber 1887, Nachmittags 4 Uhr.
' Das Octroireglement. t a
Ausführung des Gesetzes über die Besteuerung des Branntweins. Klage gegen den Landarmenverband Gießen.
Den Gießener Eisoerein betreffend.
Stellung der Rechnung für das Jahr 1887/88.
8. Ausbau der Ostanlage.
9. Vermiethung des nordöstlichen Thorhauses am Wallthor.
10. Gesuch der Benjamin Körbers Wittwe um Ueberlassung
11. Gesuch'de^/S^chuhmachermeisters Karl Berg um Erlaubniß zur Anlegung
Marburg, 21. November. Zu der am Samstag früh auf hiesigem Bahnhofe
mikzw-i Maschine zählte und di- unt°rro-gs l°sg-l°st° Hälfte aus fchro-rb-ladm-n Wagen bestand. ,,,,7;7 —
so würde sich ^Drohung zum kleinsten Th-il gegm die Privatbesitzer von Abfuhr- roegen, zum größten Theil gegen die Stadtgemeinde Gießen "ästen Jch möchte das hier feststellen, da es Herr C., bewußt oder unbewußt, nicht zum Ausdruck bringt.
$ „Der ^vierte Gang brachte uns zu den Steinbrüchen am Hardtberge, wo wir längere Zeit in den 7 dort befindlichen Brüchen verweilten rc., und fahrt fort: „es ist mir angenehm berichten zu können, daß alle Abfahrten das Prädikat „im ganzen gut" verdienen."
yirrtnrrHTT nun au ivctvuv*. o____, Eine Ausstellung nur wird gemacht an dem Wege, der nach denSteinoruchen
wttd in der vom gemischten Chor zur Aufführung kommmdm melodramischen Dichtung I nach der Textor'schen Besitzung hin liegen.
Columbus" von Becker den verbindenden Text sprechen. e 6 f r r'"'c'
" Den Orchesterpart übernimmt die Capelle des Herrn Musikdirectors K r a u ß e b-reitwilligst und das Instrument, welches zur Begleitung der Lieder^dienen soll, wird Herr Wilh. Rudolph freundlichst zur Verfügung stellen. Jedenfalls steht ein^höchst | interessantes Eoncert zu erwarten und wollen wir daher nicht verfehlen, im Interest , der guten Sache schon heute auf dasselbe hinzuweisen.
△ Erstes Eoncert des Gießener Concertverein's. , .Los severa est vertun gaudimn* lautet die Inschrift des Gewandhaussaales in Leipzig, einer der ältesten Pflegestätten guter Musik in deutschen Landen. . ,
Daß der Vorstand unseres Concertvererns rm Sinne drei es Spruches seine Aufgabe erfaßt und seit langen Jahren durchzufuhren sucht, beweisen seme Eoncerlpro- gramme, so auch das erste in dem begonnenen 96. Veremsiahre- Beethoven, Schubert, Brahms und Loewe finb die Namen der Tondichter, deren Werke das gestrige Programm zierten und die von einer auserlesenen Zahl namhafter Künstl^c , denen sich ein kunftbegabter hiesiger Dilettant beigesellte, eine so ausgezeichnete Wiedergabe erfuhren, wie sie besser kaum zu wünschen ist.
Mag auch bei einem großen TheÜ der Concertbesucher anfangs eine gewisse Mißstimmung wegen der in letzter Stunde erfolgten Absage des berühmten Cellisten, Herrn Professor Hausmann aus Berlin, Platz gegriffen habm, so wird leder einigermaßen kundige Hörer, schon bei Beginn des 0-moll-Trios von Brahm s gefühlt haben, daß in Herrn Valmtin Müller ein würdiger Ersatz für Herrn Hausmann gefunden war Die Herren Professor Kwast, Bassermann und Müller, sowie auch der Concert- fänger Herr Dr. Max Friedländer sind unserm Concertpublikum bekannte, bet ihm beliebte Künstler, und so gestaltete sich denn auch sehr leicht im Laufe des Abends jenes intime Verhältniß zwischen den Ausführenden und Hörenden, wie es bet einem ächten Kunstgenuß so behaglich und ergötzlich ist-
Sowohl das Brahm'sche neueste Trio, wie die allbekannte, von Wohllaut überströmende Cellosonate in A-dur von Beethoven und das hier lange nicht gehörte schöne B-dur-Zrio von Franz Schubert kamen in vollendeter Ausführung zu Gehör und
ÄW ■»-> »"“SÄ“*-ÄZÄÄ&Äm'“ nicht dringend «mug »eranlatzt * ™ wandernden Handwerksgefellen in's
steuern und um andererteits vre tm. ^nuitu untcrftii8cn ß,ß sie keinem Hand-
Leben gerufene Eu'S™»“« «ä»“ ‘'ta
£• 7,* ÄSÄ.’Ä D-.,.b....
s. - Hoffmann beginnenden Schwurgerichtssitzungen des
Ä untekm Heutigen nachstehende Hauptgeschworene ausgeloost:
■x, MMur w r TT in vllCiTClD.
. «ieken 22. November. (Aus dem Gabelsberger Ltcnographen- ließen) Der Gabelsberger Stenographenverein zu Greßen feierte 1 iq h gms iein 26jähriges Stiftungsfest durch einen Commers tm ^°'"^L.u,^lvkal R ftauratten zum Löwen". Der Commers war von einer statt- N-U-N §^^!^»Ätg^wsfE^Mitgltedern des Vereins sowohl wie auch Gästen besucht f J’Sammb!r ferff” ®in Ausflug nach Lollar, welcher am solgenden u»d in glanz-nvet »-ei^ y ■ ( |j ' t «(e Mitglieder les Vereins bethelligten, Lte^ n-n^^würUg-ii Abschuß des schönen Festes, möge es de« Verein, welcher M.„fnniel für die Verbreitung der Stenographie gethan hat, noch sehr oft vergönnt s° oW■ «!-isewr« ui^g vieler Mitglieder zu feiern, wie er es in
Metern 3a^e tonnte Der Gabelsberger Stenographenverein hat fein langjähriges dtesem ^ayr aufaeaeben, um ein neues schönes Local in der
^Reftauration zum Löwen" zu beziehen. Dort finden auch jetzt unter Leitung Ti jtorftanbel Serrti stud. phil. Pfa ff, die Unterrichts- und Uebungsstunden mtb Donnerstags 8-10 Uhr statt. - Der Ende Oktober er- Kfinrte U n Urr it u r f u 9 in Gabelsberger'scher Stenographie hat viele Theilnehmer ?Len,^elche beinabe alle schon jetzt dem Verein als Mitglieder beigetreten sind.
,upri, uic nuu) uci x-ctiui iuju. ^°nt ^ll ein Weg i-in, der
satztiefe Löcher hat, die leicht ausgefüllt werden konnten, da brauchbares Geröll dazu massenhaft kaum zwei Schritt davon entfernt liegt
Hier kann nur der Weg zu dem Valenttn'schen Steinbruch gemeint fein. Bei der Begutachtung dieses Abfuhrweges hat als Sachverständiger gewiß der Herr Flur- schütz Klingelmeier mitgewtrkt, da ja das Neustädter Feld der Obhut desselben an^ vertraut fft.fest, daß dieser Weg städtisches Eigenthum ist. Auf meine wiederholten Beschwerden über den Zustand dieses Weges hat Ende October eure städtische Commission, in der der Herr Kreisingenieur und der Herr Stadtbaumeister als Sachverständige vertreten waren, den Weg dahin begutachtet, daß er in einem durchaus schlechten Zustande fei, daß an dem Wege überhaupt nichts zu reparirenjet, daß der Weg vollständig mit bestem Material (Basaltsteinen) umgebaut werden müsse. Die Stadtverordneten haben in diesem Sinne Beschluß gefaßt.
Von den Abfuhrwegen der Feldbacksteinbrennereien sagt Herr C.:
„Ich kann mich darüber kurz fassen, denn sie befinden sich alle m einem Jo guten Zustande, daß nur bei ganz ungewöhnlichen Ladungen Quälereien vorkommen können." , , ,
Nun ist einer der Wege, auf dem Feldbrandsteme befördert werden, auch der Leufelsroder Weg und zufällig wurde mir, wenn ich nicht irre, Anfangs October oon Weitem auf diesem Wege ein Herr gezeigt, als der Herr C., der die Wege besichtige. Das günstige Urtheil über die Wege von den Feldbacksteinbrennereien erstreckt sich zweifellos also auch auf den Leufelsroder Weg, einen städtischen Weg.
Meine erste Beschwerde bei der Stadt über den Zustand dieses Weges datttt aus dem Jahre 1876 oder 1877. Die Antwort der Bürgermeisterei lautete: „Ich habe den Weg durch den Herrn Stadtbaumeister einsehen lassen, der Weg befindet sich allerdings in einem desolaten Zustande; da jedoch die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Gießen vor der Thüre steht, so wird es rathsam sein, da der Weg dabei verlegt wird, mit der Ausbesserung zu warten".
I Die Zusammenlegung der Grundstücke und damit die Verlegung d^ Weges■ ijt I ausgeblieben und da leider die Abfuhrwege nicht wie der Wein mit jedem ^ayre bester, I sondern schlechter werden, und da außerdem an diesem Wege seit jener Zeit nichts I Nennenswerthes geschah, so läßt sich denken, in welcher Verfassung auch dieser Weg


