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Nr. 272

Dienstag den 22. November

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Vurenur Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

?lerÄ?i(ö 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn.

Durch dre Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

sich der Gestellung entzogen. SämmUit^ä^ ?efälliast°a?den§^ Rr. 116 hat

im Ergrechmgsfalle zu arretiren und an die nächste Mllitairbehörde abliefern zu lassen 9 9$ QU' benfeIben e,n wachsames Auge zu haben, ihn

Religion:^vaMlisE Mand^oder'Gewerbe^M^arrenmmher^BesWdere^KeM L"' 1 Meter 64,5 Zentimeter,

G"ßen, den 19. November 1887. Frhr. von Röder,'

---------- ------ Oberst und Bezirks-Commandeur.

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Gießen, den 19. November 1887. Frhr. von RSder,

gOberst und Bezirks-Commandeur.

Deutschland.

Darmstadt, 19. Novbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzoz empfingen heute den Generallieutenant v. Wissmann, Cornrnandeur der Großh.

dm Sekondlieutenant Hoos vom 2. Großh. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, den Sckondlieutenant v. Plönnics von demselben Regi- ment, den Kontgl. Preuß. außerordentlichen Gesandten am Großh. Bad. Hose Herrn v. Ersendecher, den Oberstltcutenant a. D. v. Derschau aus Auerbach a. d. B., den Kaiser! Telegraphen-Director Kuß von Flensburg; ,um Vortrag den Staatsminister Finger, den Geheimerath Dr. Becker.

Darmstadt, 19. November. (Militärdienst. Nachrichten.) Et wurden: ,, nterfeld I., Generallieutenant und Cornrnandeur der Garde-Kavallerie- Diviston, zum Gouverneur von Mainz ernannt; v. Wissmann, Generalmajor, beauftragt nut der Führung der Großh. Hess. (25.) Division, unter Besörde- nrng zum Generallieutenant, zum Cornrnandeur dieser Dtvtston ernannt; Mache, Ma,or vom 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, unter Besör-

Oberstlieutenant als etatsmäßiger Stabsosficier in das Jnf.-Regt. Nr. 136, Rüther, Major vom 1. Oberfchl. Jnf.-Regt. Nr. 22, als Bat.- Cornrnandeur in das 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 versetzt; Goldmann, Premierlieutenant vom 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Rr. 116, zum Hauptmann, Pampe, Sekondlieutenant von dems. Regiment, zum Premierlieutenant befördert.

Berlin, 19. Novbr. Der Kaiser empfing um 11'/, Uhr den Besuch des Prinzen Wilhelm, später den des russischen Botschafters Schuwalow und »ahm um 127a Uhr den Vortrag Albedyll's entgegen.

DieNordd. Allg. Ztg." tritt sehr entschieden der Behauptung ent- I gegen, Deutschland betrachte er behufs Erneuerung der freundschaftlichen Be- ziehungen zu Rußland al, unerläßlich, daß der Finanzminister Wtschnegradeki entfernt, sowie daß Pobedonorzew und Tolstoi aushören werden, die französischen Revanchepolitiker zu unterstützen. Die inneren Einrichtungen Rußlands können nie Gegenstand einer Abkommens mit Deutschland oder Oesterreich sein und die Schwierigkeiten aus wirtschaftlichem Gebiet befreundeten Nationen keinen Anlaß zur Verstimmung geben.

Noch gestern Abend empfing der Botschafter Schuwalow den Schwarzen Aolerorden. Bei der Tafel trank Kaiser Alexander dem Fürsten Bismarck noch besonderr sehr freundlich zu. Heute Vormittag war Prinz Wilhelm bei dem Fürsten Birmarck.

Berlin, 19. November. Kaiser? Wilhelm hat die Aufregungen des gestrigen angestrengten Tages recht gut überdauert. Er hat die Nacht gut ge­schlafen, und wenn er auch der heutigen Regenwetter« wegen die Spazierfahrt ausgesetzt hat, so ist doch sein Allgemeinbefinden zur Zeit vorzüglich. Prinz Wilhelm und Prinzesfin Wilhelm, welche seit einigen Tagen im hiesigen könig­lichen Schlosse ihren Aufenthalt genommen hallen, um während der Anwesenheit der rusfischen Kaiserfamilie in Berlin zu restdiren, find nach der gestern Abend erfolgten Abreise der rusfischen Gäste heute Mittag wieder nach dem Marmor- Palais bei Potsdam zurückgekehrt, doch wird der Prinz mit seiner gesammten Familie und seinem gesammten Hofstaate in der allernächsten Zeit von Potsdam nach Berlin überstedeln und seine Wohnung zunächst für den Winter im hiestgen Schlosse nehmen, da er für diese Zeit die Vertretung des Kaisers bei allen größer» und anstrengenden Festlichkeiten des Hofes wird zu übernehmen haben. Prinz Heinrich ist heute früh nach San Remo, der Großherzog und die Groß- ; Herzogin von Mecklenburg - Schwerin find heute Mittag nach Tanne« abgereist, , letztere werden den ganzen Winter dort zubringen. Prinz und Prinzessin Albrecht haben heute Nachmittag Berlin verlassen und sich nach Braunschweig begeben, l woselbst ihre Söhne von Camenz au» bereit« eingetroffen find. 1

DerNat/Ztg." zufolge empfing Fürst «t,marck gestern auch den Besuch bei rusfischen Großfürfteu-Throusolger«. ,

I A°rR6 ?es R-iAskanzler« Fürsten Birmarck sand heute

Nachmi..ag eine Besprechung der preußischen Staatsministeriumr statt

'n* peTh "'MMmeter-Gewehr ist, wie dar .Militär-Wochenblatt"

: ?och eben ausgeiührl hat, keineswegs zur Zett noch von einem andern einte» °der f*0 endgültig erprobten System übertroffen, vielmehr wird an ' ' bamit,b!e 0an8e Armee mit demselben versehen werden

R Rr?f er ^arbeitet. Meldungen, wonach die Herstellung de«, selben eingestellt worden sei, beruhen aus Jrrthum. Wie dieDanziger fita" Ert, haben in der Gewehrfabrik in Danzig zu diesem Zweck neuerdings be- deutende Arbeiter^Einstellungen stattgefunden.

November. Der Kaiser von Rußland nebst seiner Familie traf um 1 Uhr lo Min. auf dem Rangir-Bahnhof bei Ponarth ein und wurde von dem dänischen Consul Gädecke und dessen Gemahlin) welche der Kaiserin ein Bouquet überreichte, dem commandirenden General, dem Obervräsi. denten, dem Potizeiprästdenten, dem Stadtkommandanten und dem rusfischen Eydtkudnen^fort 1 35 Min. setzten die Majestäten die Reise nach

Königsberg, 19. November. Die Schifffahrt für Segelschiffe ist geschloffen. " '

Irankreich.

Paris, 19. November. Kammer. Floquet kündigt an, daß von der äußersien Linken eine Interpellation eingereicht worden ist, daß die Negierung die Interpellation annimmt, aber die Vertagung bis Donnerstag verlangt. Rouoier begründet die Ver- tagung durch das Interesse der Rentenkonversion und stellt die Vertrauensfrage über I - Vertagung. ©lancnceau: Die Gründe der Regierung seien hinfällig. Sie saae I r*n»e ^er ^ntentitel: Schlaft bis Mittwoch, am Donnerstag werdet ^hr

werden. Aehnliches habe man nie gehört. In ganz Frank- ttlch beschaff ge man sich nur mit Einer Sache, an das Budget denke Niemand^ Die oxbnmÄn-n rüst: Zur Sache! Clemenceau: Der Präsident wird

Ihnen keinen Dank für ^zhre Unterstützung wissen. Flouquet: Der Redner hat Reckt Grunde gegen die Vertagung aufzuzählen. Clemenceau: Der Polizeiprafekt ist ange­klagt wegen^Vergehen, deren er nicht geständig ist, und nicht angeklagt wegen Vergehen folgen SEdie Republik an und gwinat %a8 W&iWS

Der.Justtzminister demissiomrt im Augenblicke, da das ganze Land nack ^gierung ist zu schwach, um die Republik gegen ihre Ve^ IntSnSrZ , Slemenceau schließt mit dem Ausspruche eines alten Revo-

luttonars. Hütet Euch, Zeit zu verlangen, das Unglück hat keine! Lannesan besteigt ^eöIcment verbietet, daß ein zweiter Redner spricht' ^N^E«?o^Zelachter der Linken.) Floquet erklärt mit lauter, erregter Stimme, r^^Sestatte die Diskussion über die Vertagung. Lannesan spricht gegen, Duquet de la Fauconnerre unter ironischem Beifall der Linken für die Vertagung da

ÄL0 ? Uni^'0lro ci' daß ein noch schlechteres Ministerium folge. Baudry d Asion spricht gegen dre Regierung, da es gleichgiltig sei, ob sie heute oder am Donnerstag siürze. Das Resultat der Abstimmung ist: 242 für, 328 gegen die Ver­tagung. Rouvrer erklärt, das Ministerium verkenne nicht die Bedeutung dieses Votums und lege sofort sein Amt nieder. Große Bewegung. Clemenceau zieht seine Inter­pellation zurück. Die Sitzung wird aufgehoben. ssk q )

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Schluß der Sitzung der Deputirtenkammer begaben sich die Minister zum Präsidenten Grevy, um ihre Demission zu geben. Die Minorität für das Cabinet bestand aus 221 Republikanern und 7 konservativen; die Majorität umfaßt 169 Repu­blikaner und 148 Conservative. Wie es heißt, sagte Rouvter beim Verlaffen der Kammer zu Clemenceau:Sie haben mich von einer schweren Bürde befreit, ich werde Greoy den Rath geben, Sie zu berufen." Goblet erklärte in den Wandelgangen, er würde einen Auftrag zur Cabtnetsblldung nicht übernehmen.

~ ^le Situation ist sehr verworren. Die republikanischen Gruppen bemühen sich, eine allgemeine Versammlung der Republikaner zu Stande zu bringen, um mittelst derselben eine starke, unbestrittene Regierungsgewalt zu begründen.

Präsident Greoy hat die Demission der Minister angenommen und die­selben beauftragt, die laufenden Geschäfte bis auf Weiteres zu erledigen. Gleichzeitig ließ Greoy Freyctnet zu sich Litten, um sich mit ihm über die Lage zu besprechen. Auch