Ausgabe 
22.9.1887 Erstes Blatt
 
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Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.

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Summa: 5

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Vom 11. September bis 17. (incl. 1600 Mann Milttär).

Erwachsme:

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September 1887.

Sterblichkeitsziffer: 13,7 >/«.

Kinder im vom

1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr:

37. Woche.

Einwohnerzahl: 19001

Es starben an:

Lungenschwindsucht Organischer Herzkrankheit Bauchfellentzündung Leberendartung Tuberkulose des Gehirns

Weiße Seidenstoffe v. Mk.1.23 bis 18.20 v Mei'

Moire«, Foulard«,

TaÄUtwÄu ^-TrPtobM'Ä kmg-h-nk (ft' u- K- Zürich. Muster

Zusammen:

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hr h»r ln ^J1?I?lmern Sesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle

m der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießm gebrachte Kranke kommen.

Gießen, 21. September. Samstag den 24. l. M., Vormittags 11 Uhr wird die Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Rüddingshausen in öffentlicher Sitzung des Kreisausschusses hier zur Verhandlung kommen.

Gießen, 20. September. ^Schwurgerichts In der heutigen ersten Sitzung wurde der Kutscher Christian Mai von Gießen, nachdem die Geschworenen die Schuldfrage bejaht hatten, wegen des ihm zur Last gelegten Sittlichkettsverbrechcns in eine Gefangnißstrafe von 1 Jahr verurtheilt.

c ^ Gießen, 21. September. Zum Verwalter der Schlachthaus-Anlage ist von der Stadtverordneten-Versammlung gestern Nachmittag Herr Jul. Möhl. seither an der Main-Wefer-Bahn als Bureau-Beamter thätig und dn geborener Gießener. worbV8 ^crr ^ean Bruckmann, früher Locomottvführer, gewählt

« bifße«, 21 September. Die hiesige Fleischer-Innung hat auch in ihrer Weise ein Angebinde zum 50. Geburtstagsfeste unseres Landesfürften dargebracht. Da dieselbe bei der Ausstellung der Lehrlingsarbeiten s. Z. in Darmstadt sich noch nicht betheiligen konnte, so sand e die Innung eine von Metzgerlehrling Ludwig Klein, Sohn des Ober- meisters Klem in Gießm gefertigte Cervelatwurst Sr. König!. Hoheit als Geburts- tagsgeschenk, welche Gabe denn auch mittelst Cabtnetsschretben vom 29. August aller- gnädigst angenommen wurde. 1

.. _ XX Gietzen, 21. September. Di- !gerollt- Achselklappe" bildet jetzt die Signatur des Tages. Schon am verflossenen Sonntag bot sich uns aus dem Dahnhofe ein Bild der Entlassung der Reservisten. Mit dem Nachmittagszuge waren zahlreiche Vaterlandsvertheidigcr z. D. hier durchgckommen, alle in heiterster Stimmung und froh, ihre drei Jahre nunmehr abgerissen zu haben.Heut' sehen wir uns zum letzten Mal, denn morgen gchl s nach Afrika", so hieß es immer und immer wieder. Manche waren sti fragwürdigem Costüm erschienen, mit abgeschabtem Waffenrock und graugestrcistem Civilbeinkleid, aber keinem sehlte der unvermeidliche Stock mit der ÄÜbaS crfte',?aäJ'* b-r srischgebackene Reservemann kaust!

® nftefflen langst gegeben und noch immer wollte das Abschi-dnchmen, Jubeln und Singen kein Ende nehmen. Endlich machte der schrille Wagm^einzustcigen^ @cenen cin ®nbc und nöthtgte auch die Säumigsten, ftt die

S ä<ä ä s-

.. ®lem. Somätaa stattgcfundene Maturitäts - Prüfung wies die für die

betreffenden 27 Candtdatm gewiß erfreulich« Thatsache auf, daß diesi sämmtlich und zwar theilwetse mit dem Prädikatsehr gut", bestanden lummuny, uno

un,eter °l-ctrischen Centrallichtstation nimmt immer mehr greisbare Gestalt on,_ indem man gegenwärtig die Baupläne für das Maschinenbaus ur b e Haustnstallalionen nöthigen Detailaufnahmen für die zur Aeclrischen Beleuchtung angemeldcten Wohngebäude bewerkstelligt. Ebenso werden die m ^hnf Sbfr,r b »erfcn Kah-lsträng- f-stg-st-llt. Die -le-tttfch- Einrichtung im Großh. Hosth-ater ist von der deutschen Edisongesellschast in Bnlin nahezu f-rtia- geben zu^önnem imCaufe bicfeä Winters di- Anlagen der Benutzung übe?-

1RRR OTaLr?flkabt,m ®epSn}bet- Ueber die Schulbildung der im Ersatzjabre sn * b k ®ro6b' hessischen Division eingestellten hessischen Untertbanen ist Ausweisungen zu entnehmen, daß sämmtliche 2636 eingestellten Manni-baft-n den Schulunterricht in deutscher Sprache genossen batten Es itt ot^ e.i». » ? ÄHbU?® Stete Di- s°r.schr-Lnd-Schulbilduug erhellt aus folgenden Ü von Jöta

188t6 roEift baä 3°hr 187172 mit 64, d"-ni-drigstc 187^-80 unb

«TU i9t rourben 454 Urth-il- w-gen'Lfraudati°n fämmtlÄ'fc 11 wegen Ordnungswidrigkeit ergangen. Die erfanten Geldstrafen üMiSrS «a . sammen 8003, die hinterzogenen einfachen Gefälle 739 20 JL hnrnutpr summe von 691 an Hund-steu-r. - Für Bi-rausiubr ^üs b'° ?°upt- Jahr- 1886-87 27,683 M an Steuern rückvergütet b $>cf,cn ®urbc" lm

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mit den P.'schen Eheleuten gemeinschaftlich benutzten fmiiaflm- n ^cm I

m., .»m. * &SS* i»Ä5 SÄVS

8Bo6nwlfl e'Mraum-n, ohn« dab ein, solche frei ist. D«S Motiv, die EMssivnol I

Sdne Majestät der Kaiser nahm Vormittags die Vorträge Albedyll's und Caprtoi's entgegen und empfing Mittags den russischen Milttärbeoollmächtigten Kutusoff, welchem er gestern die zwdte Klasse des Kronenordens mit Stern verliehen hatte. Nachmittags 2 Uhr unternahm der Kaiser eine Spazierfahrt. Nach den bisherigen Bestimmungen beabsichtigt Seine Majestät, Sonntag Abend nach Baden - Baden ab- zureifeo.

Dre-de«, 20. September. Kalnoky ist heute Vormittag nach Wim abgereist.

SörrigSverg, 20. September. DieOstpr. Ztg." veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers an dm General o. Kleist, in welchem derselbe dem 1. Armee-Corps seine Zufriedenhdt und fdnen Dank ausspricht für die Leistungen desselben in dem letzten Manöver, über welches Se. König!. Hoheit der Prinz Albrecht berichtet habe Gleich- zeitig gibt der Kaiser nochmals dem Bebauern darüber Ausdruck, daß er bei dem Manöver nicht habe zugegen sdn können.

München, 20. September. DenN. Nachr." zufolge hatte der Botschafter in Konstantinopel, o. Radowitz, nachdem er heute Vormittag hier eingetroffen war dne längere Unterredung mit Neltdow, dem seit dnigen Tagen hier weilmden Botschafter Rußlands an der Pforte.

Petersburg, 20. September. Der türkische Botschafter Schakir Pascha hat sich zu vierzehntägigem Aufenthalte nach der Krim begeben.

Southampton, 20. September. Bet der gestrigen Probefahrt des Dampfers Elde" von der Royal Mail Companie in der hiesigen Bai, um die neuen Maschinen und Kessel zu prüfen, explodtrte ein Kessel, wobei 8 Personen.getödtet wurden, darunter der Obermaschinist.

Plymouth, 20. September. Der PostdampferGellert" der Hamburg-Ameri­kanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft traf heute früh mit zwei abgebrochenen Schrauben- ^geln hier ein; der Unfall hatte vor 4 Tagen ftattgefunden. Nachmittags Atzte der Gellert" die Fahrt nach Cherbourg fort.

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Vertreter in Giessen: Julius Wallach.

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vage ist daher nicht daS Waschfaß, sondern die Verbeiratbuna k

Sm u-brig-n wird di- behauptet-B«4«tzung b-s^j-Nnes ber m^ler ^.K»g-rs! zum B-w-ts- des Gegmthells b-stritl-n." '-»-"-nveines b-r P. fchm Töchi-r big

Frankfurt a. M., 18. September. Am ^rdtaa h,n w ff. 4 r auf Veranlassung des Vereins zur Züchtung reiner^HuMerassm fabei

kldnen Saale des Zoologischen Gartens ein Vortrag des Herrn Uhr »w

aus Rathstock über dendeutschen Vorstehhund", sowie die

Vorstehhunde und Besprechung derselben statt. Herr Major"von S^.Ä?^fchev Autorität ersten Ranges auf diesem Gebiet allgemein bekannt und cs als

hafte Behandlung dieses hochinteressanten Themas zu erwarten baß es den Jagern und Jagdliebhabern, Forstern, Forstbcamten sowie freunden sehr wrllkommm sein wird, den genannten Herrn bei dieser 3ieT= m£r ®intritt in dm Zoologischen Garten ist an diesem Abend

Gäste willkommen. cno ^et und sind

t ^Frankfurt a. M., 19. September. Die Eröffnung des Central^k. c £ den Personenverkehr ist für den 15. Mai 1888 in Aussicht genomm, für sollen alle Anstrengungen gemacht werden, um die Betriebs-Eröffmin» ^^Egftens Termin zu ermöglichen. Der Herr Eisenbahnmtnister Maybach heaEt ar ?fcfcn Octöbcr selbst hierher zu kommen, um den Fortgang der Arbeiten in A?-!' Snfan0§ nehmeck' lind einige noch schwebende Fragen zu entscheiden. ^^^enschetn zu

_ k~ .tDer Selbstmord in Preußen.l Ein trauriges Kapital uni,^ Aiatisttk, das aber für die Beurtheilung der ethischen, wie socialen unbjnTr^f^^r^^ Zustande des Volkslebens von ungemein großer Bedeutung ist, bildet der Selbstmorde. Nach derStat. Corr." wurden in Preutzen Regtstrirung qPnhr,£iRHqäaCm^rc6 ^bstmvrb gezählt, gegen 5900 lm Jahre 18M uS fim'885

Während also von 1883 zu 1884 ein- Abnahme um 271 m1? ,m (439pCt.) -ingetreten war, ist von 1884 zu 1885 die Zahl wieder um las,?,#0"' ßeftiegen. Unter den Selbstmördern des Jahres 1885 befanden to 4811 m£,56,,6lj ?21L5ara^S- Was d-n Beweggrund des Selbstmordes betrifft, u>Än7,!!nb tn 4928 Fällen, 81,75pCt. aller, ermittelt. Dabei ergab sich in 1582 Mnl J°A<ber krankheit, in 766 Kummer, in 659 Laster, in 611 Lebensüberdruß in 477 »a®eilfte3s Leiden, in 435 Reue, Scham, Gewissensbisse u. s. ro B m 477 '«-»«rlich.

L - N°°pel. In Trapani zwang eine Rotte von Weibern und Diännem ht, ber D-stnfe-tion beauftragten Soldaten, di- Ph-ntlsäur- zu trink-n. Zw k.?"' die sich w-ig-rt-n, wurden zu Boden geschlagm und mit der ätzenden FlWakeit ' gossen, einer, der dem gleichen Schicksale entgehen wollte, trank und stmbachtSmä spater unter den furchtbarsten Schmerzen. - Aus sanitären Rücksichten wu7d- b^^ Abhaltung aller religiösen Feste, mit denen Umzüge verbunden sind, verboten b "du tAus der Jnstructtonsstunde.s Unteroffizier iWeshalb soll fin .

ßtoe 6®H" nld,t Äartm fpieIen?" - S°ldat:Damit er mehr Glück

Landwirthfchaftliche Nachrichten.

sReseda für den Winter.j Die Zahl der wohlriechenden Nflun».» m. i Winter blühen und sich für di-Ztmmercultur eignen, ist nur eine sehr kleine ' Ob.n^

-in"--- wegen ihres starken Duftes, ihrer starken^^Ergiebigkeit^wd ihm l-L Zucht i>ie Reseda und aus keinem Blumenbrett sollte im Winter dieses dustenbe Floras fehlen. Um Reseda für den Winter zu haben, muß man jetzt, spätestens Ansan« Octobcr, den Samen in di- dazu bestimmten Töpfe legen die mit einer " Gartenerde zu füllen sind. Da ein Verstopfen der jungen Pflanien ble (fntm?5b( 6 Wr beeinträchtigt soll man die Samen gleich in di- für di-Pflanzen^geMH ü^Töpst Ic9en, aber,nur s-hr dünn. 2-3 Körner sind für -inen Topf von 10-15 Ctm DuL mcsser genügend. Gehen die Pflanzen trotzdem zu dicht auf, o müssen ein,elm^moli entfernt werden. So lange di- Witterung gut ist, kann man di- Pflanzen irn ffÄ N?' b°nn stellt man sie auf ein Fensterbrett und hält st- etwas trocken um S Schießen zu vermeiden. Je nach der Wärme des Zimmers werden sich die Blüth-n- knosp-n früher oder spater zeigen. Sowie das der Fall ist, werden dit Töpfe S mehr begossen, um eine reiche Bluthe zu erzielen. opre cDer

Warmhäuser rc. von Schnecken, Würmern und anderem Ungeziefer rein zu halten, benutzt man in England und Frankrdch ein Thier, das man bet uns au?s Heftigste verabscheut und verfolgt, nämlich die Kröte. Dieses hier zu Lande als Mia ^Ä^s ^^TH"r, welches diesen unangenehmen Ruf dem Umstande zuzuschreiben bat

^s^ ^bn Koth abspritzt, doch sonst ist die Kröte durchaus ungefährlich' Dadurch, daß sie sich von Schnecken, Würmern rc. nährt und zugleich ziemlich aeftäkia wird sie zu einem Bundesgenossen des Gärtners, was unsere Nachbarn stnsetts des Canals aufs beste ausnützen, indem sie, wie gesagt, in ihre Warmhäuser Kröten setzen und sie so vor den Schädlingen bewahren. v 1 n