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Aus Rheinhessen, 19. Mai. Da die von der Zweiten Kammer mit wenigen Stimmen abgelehnte Weinsteuervorlage wahrscheinlich von der Regierung der ersten Kammer vorgelegt wird, regt sich bei uns schon wieder eine erneuerte Agitation gegen die Vorlage, die sich in zahlreichen Gegenpetitionen an die erste Kammer be­merkbar macht. Damit diese Petitionen recht zahlreiche Unterschriften erhalten, haben in mehreren Gemeinden schon Versammlungen stattgefunden. Mit großem Interesse verfolgt man in den weinbautreibenden Districten die am vorletzten Montag auf der landwirthschaftlichen Conferenz in Wiesbaden zur Diskussion gestellte Frage:Wie ist es zu fördern, daß die kleineren Winzer für ihr Wachsthum Absatz und entsprechende Preise erlangen, unter besonderer Berücksichtigung des von den Winzern gestellten An­trages auf Erweiterung der Bestimmung über die Straußwirthschaften" und befürwortet man allgemein die Annahme des auf gedachter Conferenz von dem Gutsbesitzer Feudel in Lorch gestellten Antrags, den Winzern^mindestens drei Monate nach der Lese und drei Monate günstige Zeit im Sommer Schankfreiheit zu gewähren. Man verspricht sich von einer solchen Concession sehr viel zum Vortheil der kleinen Winzer, unter welchen gar Viele, denen eine so verlängerte Schankzeit oftmals zum Absatz einer ganzen Erescenz genügt.

A Vom Rhein, 19. Mai. Die der Schifffahrt bei nur Halbwegs kleinerem Wasserstand so außerordentlich hinderlichen Felsen am Moselausfluß im sogenannten Gänsefürthchen sollen jetzt beseitigt werden. Die Strombauverwaltung wird demnächst daselbst wie auch in dem etwas weiter aufwärts gelegenenWeißer-Lager" Sprengungen vornehmen lassen, wozu ihr eine beträchtliche Summe zur Verfügung gestellt wurde.

Peinliches Aufsehen erregt in Breslau folgender Fall: Gustav Josef, Doctor der Medicin und der Philosophie, Privatdocent an der Universität, angesehener Arzt, medicinischer Autor, berühmter Briefmarkensammler, angeklagt wegen Diebstahls seltener Marken, wurde nach achtstündiger Verhandlung auf von ihm gebilligten Antrag seines Verteidigers der Irrenanstalt zu Leubus zur Beobachtung überwiesen.

Eine gelungene Entlobungsanzeige findet sich in Nr. 35 desWeichselboten", sie lautet:Meine Verlobung mit Fräulein Paula, Tochter des Herrn Abdecker Karl Krafft, Fischerei Neuburg, Westpr., ist aufgehoben. Da die Verlobung im Versehen von mir geschehen ist. Weil Fräulein Paula Neigung zu einem Schneider-Lehrling zeigte und ich dieserhalb Abstand nahm. W. Weiske, Haltestellen-Vorsteheraspirant."

In Konstantinopel überfielen fünf Hörer des dortigen muhamedantschen- theologischen Seminars ihren Professor Ali-Effendi, auf den sie schlecht zu sprechen waren, in seinem Studirzimmer und erstachen ihn und seinen Diener, der seinem Gebieter zu Hilfe geeilt war. Drei davon sind zum Tode durch den Strang oerurtheilt worden, zwei kamen mit schweren Gefängnißstrafen davon.

Der Rechenschaftsbericht der Lebensoersicherungs- und Ersparnißbank in Stuttgart weist für das Jahr 1886 wieder äußerst günstige Ergebnisse auf. Die Jahreseinnahme stieg von JL 10,724,083 auf JL. 11,607,391, die Extra-Reserve von - .* 9,926,274 auf JL 11,932,632 und der Bankfonds von JL 53,937,478 auf JL 60,422 444. Als Ueberschuß ergeben sich JL 2,847,177, eine Summe, welche bis jetzt nicht erreicht wurde und die nach Plan AII der Gesellschaft einer Dividende von 44 pCt. der Prämie entspricht.

Die Ueberschüsse der letzten 5 Jahre beziffern sich auf 10,849,200 und kommen in den Jahren 188791 an die Versicherten zur Rückvergütung; deren Prämien- letstungen werden dadurch auf das möglichst niedrigste Maß vermindert.

In den neuen Versicherungsbedingungen der Bank sind alle Klauseln, welche die Versicherung in Frage stellen könnten, entfernt und wird den Versicherten die möglichste Freiheit gewährt.

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Limburg, 18. Mai. Rother Weizen «4L 16.45, weißer Weizen JL 16.10, Korn v4L 10 55, Gerste JL 8.75, Hafer JL 5.60, Kartoffeln ä 100 Pfund JL 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JC 00.00.

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Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieste»

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

Sonntag Exaudi, den 22. Mai.

m m _ Vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden e- k ». .r Mädchen, Pfarrer Dingeldey.

Die Kinderkirche fallt aus.

ilbr^^^re wr die Gymnasiasten und Stadtschüler. Vormittags Uhr m der Kleinkinderschule, Pfarrer Dr. Naumann.

... ^lechismuslehre für die Realgymnasiasten und Realschüler, Vor­mittags 11 Uhr in der Friedhofskapelle, Pfarrer Schlosser.

Mai, wird nach beiden Gottesdiensten eine Kollekte für die hessische Luther st iftung erhoben werden.

.. .A?* Pfingstmontag, 30. Mai, findet die Confirmation der Mädchen fi?" und rn Verbindung mit derselben die Feier deS heiligen Abendmahls- die Beichte am Samstag ruoor, Nachmittags 2 Uhr. Am Pfingstmontag wird nach beiden Gottesdiensten eine Kollekte für die Armen der Gemeinde erhoben werden.

$f ^D' in der Woche vom 22. bis 28. Mai besorgt

Katholische Gemeinde.

6. Sonntag nach Ostern. (Exaudi.)

Von 6 Uhr an Beichte.

Um 7 Uhr: Frühmesse und Austhetlung der hl. Communion.

V2IO Uhr: Hochamt und Predigt.

2 Uhr: Maigebet.

Am Mittwoch und Freitag um 6 Uhr Maigebet.

Am Samstag ist Vigilfasten.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 7>s Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr Samstag Abend 840 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.

Freitag Abend 710 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittags Uhr, Samstag Abend 8*0 Uhr.

AltKathotischer Gottesdienst.

Sonntag den 22. Mai wird in der hiesigen Stadtkirche, um 11 Uhr, von »errn Pfarrer Demmel aus Bonn allkatholischer Gottesdienst abgehalten werden- Zugleich wird Gelegenheit gegeben zum Empfang des heiligen Abendmahls.

Allgemeiner Anzeiger.

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Die Mitglieder der

Gewerbebank zu Gießen

eingetragene Genossenschaft

werden zu der

Samstag den 31. Mai l. I., Abends 8 Uhr, im großen Saale des Cafe Leib dahier abzuhaltenden

28. ordentlichen Generalversammlung

ergebens! eingeladen.

TageS-Ordnung^

1) Erstattung des Geschäftsberichtes pro 1886;

2) Ausschluß einiger Mitglieder;

3) Ersatzwahl der ausscheidenden Mitglieder des Auffichtsrathes;

4) Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahres-Rechnung und über die dem Vorstande und Auffichtsrathe zu ertheilende Decharge;

5) Verkeilung des Reingewinnes und

6) Veräußerung von Grundeigenthum der Bank.

Der Rechenschaftsbericht pro 1886 lag der Stadtauflage der Nummer 114 des Gießener Anzeigers bei.

Gießen, 17. Mai 1887.

Gewerbebank ?u Gießen, eingetr. Genossenschaft.

Der Vorsitzende des Auffichtsrathes:

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