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Darmstadt, 14. November. Die „Darmst. Ztg/ bringt nachstehende Mih- thetlung: Mehrere Zeitungen haben vor Kurzem die Mittbeilung gebracht, oop sammr- Uchen Sparkassen detz Deutschen Reichs gestattet worden sei, für "Ue von ihnen ausgehenden nicht sranktrten Postsendungen fidrbcr Aufschrift „Portopflichtige Dreustsach zu bedienen, wodurch den Empfängern die Zahlung des Zuschlagsportos eripanwer e- Diese Angabe ist, wie wir von zuständiger Sette erfahren, unrichtig. Dn Lrchnfr- wechsel in Sparkassen - Angelegenheiten darf nach den bestehenden Bestimmungen n r von solchen Sparkassen unter der Bezeichnung „Portopflichtige Dienstsache abgefanv werden, welche die Eigenschaft einer öffentlichen Behörde besitzen. Dieses Erforoerr v trifft aber durchaus nicht bei allen Sparkassen zu. r ,
Mainz, 17. November. Die hiesige Handelskammer hat sich in ihrer letzten Sitzung wiederholt gegen jede Erhöhung der Getreidezvlle ausgesprochen, ebenso gegen das Verlangen, bei der Ausfuhr von Getreide aller Art ohne jede Eontrole eine L r- gütung in der Höhe des Eingangzolles geleistet zu sehen. Die Handelskammer vesur wortet dagegen die Abschaffung des Identitätsnachweises, welches zum^weae^e^
„nx „„bekannt - wird in Berlin der Zug mit den russischen Gästen de. Kaiser«, van Fridericta (Jütland) kommend, -intreffen, wenn !h»n ro» in letzter Stunde die R-if-b-ftinmnmg-n eine Abänderung erleiden Kaiser Wilhelm sendet seinen Enkel, den Prinzen Wilhelm den rullb icken Lerrscha t-n zur Begrüßung bi« Wittenberge entgeg-n. Er selbst gedachtt ,um Empsange derselben aus Bahnhas Jriedrichstraße anweien zu ein doch bänat die« ganz von der Witterung ab, da trotz der errolgten glücklichen Wieder Erstellung der kaiserlichen Herrn ,-lbstv-rständlich noch Schonung und Borscht
erscheinen Mit Rücksicht aus die Krankheit de« Kronprinzen wird da« ^esivropramm anläßlich de« Lzarenbesuche« am Berliner Hose nur ein beschränkte« Kn u7d nur em Galadiner bei Hof-, sowie eine G-la-OpernoorsteUung al. her- OOna°flinCInä4ltcntC®onner.tog findet die Eröffnung de« Reich.tage« statt und in Anbetracht der nur noch kurzen Zwischenz-il bis dahin sputet sich der Bum hesratb, wenigsten« den Reichsetat brr zum Zusammentritt de» Paria mente« noch fertig zu bekommen. Zum größeren Th-il ist denn auch der Etat zur Stunde schon erledigt und kommt in denselben nun auch allmälig die noch' wendige Klarheit. Zunächst bestätigt sich die unang-nehme Thatsache. daß der neue Etat in ein Deficit von 76 SM X au.läust, welche« hauptsächlich daher kommt, daß der Ertrag der neuen Branntweinsteuer den Einzelstaaten zufließd Da« Mehr von Ueberweisungen an die Einzeistaaien beträgt in Folge deffen 116 Mill X (im Ganzen machen viermal diese Ueberweisungen 266 Millionen au«), d-m aber die wegen de« Reichrdeficil» nothwendig gewordene Erhöhung der Matricularbesträge um 40 Millionen gegenübersteht, so daß zur Vertheilung an di- Einzelstaaten nur 76 Millionen von dem ursprünglichen Mehr von 116 Millionen übrig bleiben- — Angesichtr der vor der Thür stehenden Reich.« taars-sfion mehrt sich im Bundesrath- endlich da« ges-tzg-berffch- Material und ist ihm in diesen Tagen außer dem Vogelschutz-Gesetzentwurs die in voriger Session unerledigt gebliebene Vorlage, bett, die unter »ur chluß der Oeffentlich. leit stattfindenden Gerichtsverhandlungen, in etwa» veränderter Gestalt, wieder Pigegangem^ polnischen Landertheilen scheint fich eine Bewegung gegen die Aufhebung des polnischen Sprachunterrichtes an den Volksschulen heran» bilden zu wollen. In der Stadt Posen sand am Dien.tag eine von circa 3000 Polen aller Stände besuchte Versammlung statt, welch- gegen die Aus« bebung protisiirte und eine Ergebenheitr.Adreffe an d-n Papst beschloß, m welcher die B-'heu-rung enthalten sein soll, an der polnischen Sprache sestzu« halten Leo XIII. wird bei den gegenwärtigen guten Bezi-Hungen zwischen Dem Vatikan und Berlin die beabsichtigte Hincinziehung in die polnisch« Eprachbe« wegung schwerliche sehr angenehm sein. _____
Frutjchlanv.
Berlin, 17. November. Der „Reich«.An,.' schreibt: Nu« Anlaß der iünast bekannt gewordenen betrübenden Nachrichten über die Krankheit de» Kron« prinzen hat sich im ganzen deutschen Vaterland- und ro.it über dessen »t.njen bin au« die wärmste Tbeilnahrne kundgegeben. Nicht nur da, schwere Geschick, welche» über den künsligen Thronsolger verhängt ist, sondern auch die harte «rü'ung welche dadurch über den Kaiser rote über da» ganze königliche Hau, gekommen ist. hat aller Orten tiefe« Mitgefühl h-rvorg-ruscn. Daffelbe ha in zahlreichen Eingaben, welch- nicht nur au« allen Theilen de« deut chen Reich«, sondern auch au» dem Aurlande, insbesondere au» Oesterreich, Rußland, Frank, reich, Belgien. Holland, England, Italien und Spanien bei dem Kaiser in diesen Tagen einaeaangen find, unzweideutigen Ausdruck gesunden. Dem Kaiser werden die verschiedensten Heilmittel und Heilversahren für den Kronprinzen empfohlen, eigene Lebensersahrungen bei ähnlichen Leiden mitgetheilt. sowie Rathschläge sür die fernere Behandlung des Kranken gegeben. Der Kaiser ist von dieser allge- meinen Theilnahme und Liebe für seinen Sohn tief gerührt und hat befohlen, hier zur Kenntniß aller Bethelliglen zu bringen.
c - Gutem Vernehmen nach ließ der Eultu.minister und Oberkirchenrath wegen Abhaltung einer Fürbitte in den evangelischen Kirchen für S-. Kömgl. Hoheit den Kronprinzen an die Provinzial«Confistorien eine Verfügung ergehen.
Breslau, 17. Novbr. In dem hier verhandelten Socialisten-Proceffe find durch heute pudlicirte» Urtheil 8 Angeklagte freigesprochen, 29 Angeklagte zu Gefängnißftrasen von 4 Wochen bi« zu einem Jahre verurtheilt worden und werden in Bezug auf 5 Angeklagte die erkannten Strafen durch die Unter« suchung.haft als verbüßt erachtet. Der Gericht.hos beschloß, särnrnlliche Auge« klagte bi. auf Drei der Hast zu entlaffen.
Erfahrungen und Wünsche jur deutschen Krankenversicherung.
Man schreibt der „Social-Eorrespondenz" aus Westfalen: Es dürfte ft» em5 pfeMen, wenn von Arbetterfreunden in der nächsten Reichstagssession die Retchs- regierung darüber interpellirt würde, wie weit die im Gesetz vom 15 Juni 1883 vorgesehene Gemeinde - Krankenversicherung durchgeführt ist, und webhalb, wo dies nicht ae chehen, die Einführung unterlassen ist. In Westfalen sind die Gemeinde-Kranken- kaffen wohl noch nicht oder nur ausnahmsweise in's Leben getreten, wahrend sie doch ein dringendes Bedürfniß sind. Im Regierungsbezirk Minden sind fogar die Amtmänner überhaupt noch nicht mit Weisunaen dafür versehen worden.
Die Bestimmungen des Gesetzes bedürfen auch noch der Ergänzung. Es stellt sich eine Ealamität heraus, an die die Gesetzgeber anscheinend nicht gedacht haben uuv die noch schlimmer werden wird, wenn daS Gesetz auch noch aus ländliche Arbeiter all- aemein ausgedehnt sein wird. Alle Krankenkassen nämlich dringen darauf, daß nur Gesunde, d. h. nicht allein Nichttranke, sondern auch Nichtkrankliche, aufgenommm werden, und die Folge davon ist, daß kränkliche Arbeiter (und deren gibt es doch eine große Zahl) sehr schwer Arbeit finden. Jetzt suchen solche Leute in der Landwirtschaft oder im Kleingewerbe unterzukommen und fallen häufig den Ortskrankenkaffen zur Last, weil die kleineren Betriebe diesen angehören, und das ist entschieden em Mitzstanv. Es müßte ein Zusatz gemacht werden, wonach kränkliche (schwtndsüchstge rc.), aver arbeitsfähige Arbeiter auf Grund eines ärztlichen Ältestes den Gemeinde-Krankenkaffen überwiesen werden können, auch wenn sie in Betrieben beschäftigt sind, welche eigene Krankenkassen haben. Jetzt fallen solche Arbeiter oft der Armenkasse zur Last, weilJte I keine Arbeit finden oder entlassen melden, und die Gemeinde muß sie ganz unteryauen, während sie im anderen Falle nur die Kurkosten und da« Krankengeld zum «r.yei z tragen hätte und die Kränklichen produktiv befchästigl wären, und das ist von großer Bedeutung für das moralische Wohl der unglücklichen Kränklichen. Nach anderer Richtung freilich muß das Jnoalidengesetz c5 unmöglich machen, im Betrieb traniua, Gewordene einfach ohne Entschädigung zu entlassen.
machen und später die hier anwesenden pUnzlichen und fürstlichen Herrschaften ebenfalls SÄ Um 1 Uhr findet Dejeuner in der Botschaft, um 5 Uhr ein Diner im Z ierlichen Palais statt, wozu etwa 90 bis l00 Einladungen ergangen find. An Stelle der Gala7»er welche auf Wunsch Alexander'« unterbleibt, tritt wahrscheinlich ein ^nmiHcntbee beim Kaiser ein. Die Abreise s,llte Abends 11 Uhr vom Potsdamer Bahnhose si-Ufiuden, doch sind hierin noch Aenderungen möglich. Kaiser Wilhelm sprach dm Wunsch aus, auch die jüngeren Kinder der Stallet famllie zu sehen, so daß nmlirfcheinllch ebensalls nach Beilin kommen werden.
° a 17 November. Vom Nelchegetlcht wurde auf den Revisionsanlrag.
des StaalSanwalls hin das Erkennlulß de« Samgemünder Landgerichts vom 12 August aufgchobeu, tuobnrd) drei junge Leute wegen Absingens b-r Marseillaise und auf Grund de« französischen Gesetzes wegen auiruhrerischer Ruse verurtheilt wurden. Der Staats- Anwalt batte aeltend gemacht, daß jenes Gesetz veraltet wäre.
GÜaßVu-S, 17. November. Der Bischof Andreas Naeß ist heute im 94. Lebens- jahre ^^nü«aen, 17. November. Der Ezar mit Familie, sowie die Prinzessin von Wales find deute Nachmittag um halb 3 Uhr adgereist. Der König, der Kronprinz, die Minister und die Mitglieder des diplomatischen Eorps waren bei der Ab- relse öu^cn 17. November. Der höchste Gerichtshof bestätigte die Entscheidung der ersten ^nttaiu wodurch die Stockholmer Wahlen zum Reichstage kassirt werden. Die von der Minorität gewählten und der Schutzzollpartei angehörenden Deputaten treten ^mit t ^n^Reichswg ew.^Untcrhl^unQ§ri^ter vernahm gestern den Secretär Wilson's der nur ausweichende Antworten gab. Die Untersuchung soll nunmehr geschloffen und die Akten dem Sta.tsprokurator eingelandi werden. Dem „Sournal des Debat«" »isolge dürfte der Prokurator keine Entscheidung darüber treffen, vielmehr dle e7h^ °°r die Enauete Commission bringen. - Eine „Laoas"-
Melbung laßt: Es wirb vielfach angenommen, daß gegen Gragnon, Goron, W son und dessen Secretär gerichtlich vorgegangen wird. Die Blätter KubeN/ dw heutige Kammersitzung sei entscheidend. Es wird eine Minister-, wenn nicht Präsidentschaft«- itrlsis besudlet.üerwtete h„i Individuen, welche gestanden, Geld dafür erhalten >u haben, um den Direetor des .19. Sidcle' niederzuschlagen. - Das Gerücht von der gerichtlichen Verfolgung des .Gaulols' ist bisher unbestätig.
9 Mehrere Blätter melden, der Ministerrath habe gestern Sitzung gehalten. Die Entschlüsse desselben sind unbekannt. , . . „ c .
«art», 17. November. Der Minister des Innern hatte ^n Polizerprafecten Gragnon aufgefordert, seine Demission zu geben, Gragnon ^ic Aufforderung des Ministers ab, letzterer hat darauf den Direetor im Ministerium des Innern, I Bourgeois, beauftragt, an Stelle Gragnon's die Geschäfte des Polizeipräfecten zu übernehmen.^ ^^mittag stattgehabten Ministerrathe Justizminister
I an, daß er den Kammern den Antrag auf Ermächtigung zur sertchtlichen Derfolguns I Wilsons vorlegen würde. Die Minister Rouoier, Fallidres und I^ron erschienen I heute Mittag vor der Enquetecommission, Fallidres legte die Grunde dar, dre rhn I zur Enthebung Gragnons von den Geschäften der Polizetpräfectur veranlaßt hätten. I Die Gerüchte von einem Rücktritte Grövys und des Eabinets entbehren der Be I 91 ü* Paris, 17. November. Deputirtenkammer. Der Antrag aus gerichtliche Unter- I suchung gegen Wilson wurde eingebracht. Die Rechte zog ibrcn Antrag auf^Jntn- I pellation zurück. Die Deputaten begaben sich daraus in bte Dureaus, um d e mit er I Prüfung deS Antrages auf Eröffnung der Untersuchung gegen Wilson zu beauftragende I ^ommiffion fand zwischen Rochefort und dem Redacteur des ,,Cri du peuple^,
I Marouck, ein Duell auf Degen statt, in welchem Letzterer am Unken Schenkel verwundet I roUrtl< 17. November. Der Kriegsminister hat seine Demission eingereicht.
I Ministerpräsident Brattan« übernimmt interimistisch das Kriegsministerium.
I . Kairo, 17. November. Baker Pascha ist heute am Fieber in Tel - el - Mir 1 gestorben.
Berlin, 18. November, 11 Uhr 45 Min. fPrivatdepesche.^ Tas russische I Kaiserpaar ist soeben hier eingefahren. Der Kaiser Alexander fubr mit dem Prinzm I Wilhelm, welcher in russischer Uniform erschien, in offenem vierspanmgem Wagen, ote I Kaiserin von Rußland mit der Prinzessin Wilhelm in geschlossenem Wagen.
San Remo, 18. November. (Privatdepesche). Der I Zustand des Kronprinzen bat stch verschlimmert; die Diagnose I stellte Weichkrebs fett. Nach Ansicht der Aerzte ist d»e Ge° I sahr imminent.
tzuglaud.
London, 17. Novernb-r. D-legirt- be« Londoner radikalen Elub« I hielten gestern Abend eine Versammlung, in welcher beschlossen wurde, bi« zur I legalen Entscheidung der Frage keinen weiteren Versuch ,u machen, ans dem Trasalgar-Square eine Versammlung abzuhalten, i-doch nächsten Sonntag im I Hydepark eine Kundgebung zu veranstalten, um gegen die Einsperrung O Wien« ju ptolefiinm @enera(i^rocurator st^te die gerichtliche Verfolgung be« am 11. November auf dem Trasalgar-Square verhafteten William Launder« ein.
— Eine große Anzahl Personen aller B-völk-rungSklaffen find heute zu Spezial Constablern für den Polizeidienst bestellt worden.
Telegraphische Depeschnu
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Berlin, 17. November. Die gestrige Spazierfahrt ist Sr. Majestät dem Kaiser gut bekommen.
— Der Kaiser nahm Vormittags die Vorträge Perponcher's, des Kriegsministers und Albedyll's entgegen, empfing um 1 Vs Uhr den General Werder, machte um 2 Uhr eine Spazierfahrt und empfing um 3 Uhr den Prinzen Wilhelm.
— Bei der Ankunft des russischen Kaisers werden nach den vorläufigen Bestimmungen sämmtliche Prinzen, Generale und Flügeladjulanten auf dem Bahnhofe anwesend sein; die Prinzessinnen versammeln sich in der russischen Botschaft.
Berlin, 17. November. Die Ankunft des russischen KaiserpaareS ist jetzt definitiv auf morgen Vormittag IO1/* Uhr festgesetzt. Am Bahnhofe werden sämmt- ltche pieutzische Prinzen und Prinzessinnen und andere Fürstlichkeiten, die Generale deS Ehrendienstes, die Flügeladjutanten rc. anwesend sein. Im Falle der Kaiser Wilhelm, bau dringenden Wunsche des Kaisers Alexander folgend, nicht am Bahnhofe erscheint, macht derselbe dem Kaiser Alexander in der russischen Botschaft sofort nach dessen An- tunft einen Besuch. In der Botschaft werden ferner die anwesenden nichtpreutzischen Prinzessinnen das Kaiserpaar begrüßen. Unmittelbar nach dem Besuch des Kaisers Wilhelm dürfte d»S russische Kaiserpaar im hiesigen kaiserlichen Palais einen Besuch


