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, Die neue Orgel in der Stadtkirche zu Gießen

erbaut von Herrn Orgelbaumeister Carl G. Weigle zu Stuttgart.

Nachdem die neue Orgel in unserer StadtkirLe vollendet und von den Herren -reisschultnfpector Do sch au5 Worms und Musikdirector Gel ha ar aus Frank, fttit a. M. einer eingehenden Prüfung unterzogen worden ist. ist eS gewiß von all­gemeinem Interesse, das Urthetl dieser Herren Sachverständigen über das Orgelwerk kennen zu lernen. Wir veröffentlichen darum im Folgenden aus den von beiden Herren dem evangelischen Ktrchenoorstande eingesandten schriftlichen Gutachten einen ituSzug, in dem die wesentlichsten Aeußerungen wörtlich zusammengestellt sind:

Die Orgel stellt sich als ein vorzüglich gelungenes Werk dar. Die Wirkung des vollen Werkes ist eine der Größe der Orgel, sowie den akustischen Verhältnissen dec Kirche entsprechende, kräftige und volltönende. Die einzelnen Stimmen (Register) sprechen ihrer Eigenart gemäß sehr präctse an und gestatten die schnellste Spielwetsc, in Trillern, Läufen und Akkorden. Bei den Stimmen (Registern) der drei Manuale und des Pedals ist die ihrem Charakter eigene Klangfarbe in künstlerischer Weise durch alle Oktave gewahrt und gestattet dieselbe, unterstützt durch eine künstlerisch-feinsinnige Intonation, eine dem Verhältniß deS Werkes entsprechende, äußerst reiche Mannig­faltigkeit der Klangwirkungen.

Sämmtltches Pfeisenwerk Metall, Holz und Zungenstimmen ist von gutem, dem Vortrage^entsprechendem Material gefertigt und hat dasselbe durchgängig eine grade und feste Stellung. Die Orgel hat 2154 Pfeifen.

Das Gebläse, bestehend aus einem Magazinbalg mit 6 Schöpfern, ein- und auswärts gehenden Falten, zwei Schwungrädern zum Treiben, sowie aus 5 Com- pensationsbälgen zur Ausgleichung des WtnddruckeS, liefert dem vollen Werke htn- mchenden und gleichmäßigen Wind und hat einen regelmäßigen und ruhigen Gang. Gebläse, Windmagazine und Windkanäle sind tadellos.

Das Regierwerk ist in allen Achsen mit Leder und Tuch gut auSgefüttert, und hat die ganze Orgel in Folge dessen eine sehr leichte und stille Spielart.

Die pneumatische Maschine für das erste Manual, welche, wenn gekoppelt, alle Manuale verbindet, arbeitet äußerst exakt; ebenso vortrefflich ist die Regtsterpneumatik für säinmtlrchc 36 Register verfertigt.

Bon geradezu überraschender und wunderbarer Wirkung ist das große, das ganze Orgelwerk umfassende crescendo und decrescendo, welches das allmähliche Ein­setzen der Register bewirkt. Der Zeiger, welcher die Namen der eintretenden Register aus einer Scheibe nachweist, ist eine recht praktische Erfindung des Herrn Weigle.

Ebenso wirkungsvoll ist das Echowerk für die 6 Register des dritten Manuals mit Jalousien.

Alle übrigen Bestandthetle der Orgel, besonders auch der Spieltisch nebst Manualklaviaturen und Pedal, sind von gutem und dauerhaftem Material hergestellt und ist die ganze innere Einrichtung in der zweckmäßigsten Weise angelegt.

Das Gehäuse ist schön und solid angesertigt und eine Zierde der Kirche.

Das beregte Werk, in allen Punkten dem Vorträge entsprechend, exakt und ,gewissenhaft ausgeführt, legt ein schönes Zeugniß ab von dem Kunttgeschick und der .Zuverlässigkeit seiner Erbauer und können dieselben allen Ktrchenbehörden aus's An- igelegenitichste empfohlen werden.

Das Werk, als ein vorzügliches und von großer Fülle und vielseitiger Verwend­barkeit, beweist aus's Neue, daß die von Herrn C. G. Weigle erbauten Orgelwerke Meister werke im wahren Sinne des Wortes genannt werden dürfen.

Gießen, den 17. August 1887. N.

Wärmegrade der Lahn und der Luft

nach Reaumur gemessen am 18. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr- Wasser 13Va Grad, Lust im Schatten 12 Grad.

L. Chr. Rübsamen.

Vermischte-,

die Anaeb/riaen nnn qn;u!?0U,I- ®C1 Herannahen der Herbstübungen dürften 9/ : .n Mliltärperionen darauf aufmerksam zu machen sein wie all-

Aus h' ®ef!caun0 der Manö°cr-P°Mendünscn durch unvvllstLndig-

/ruszcynslen erschwert und verzögert wird. Zum Nutzen der Absender mie der Em­pfänger wird darauf aufmerksam gemacht, daß zur genauen Aufschrift aebört' ^amilien- na'ne smoglichst auch Vorname), Dienstgrad und Trüppenthu%Änt'S

WtÄ'S ja*b"* «

au§n>äntaPa?!nfH^.r17'S<li0uftn ®in hiesigen F-stungsmanöoern theilnehmcnder ünlall belroffm^ DerSchluß der.Ucbungcn von einem bedauerlichen «Hiltei in Koblenz garnisonircnde Pionierhauximann Ullrich wollte am S -u seiner in Wiesbaden weilenden Familie fabrnto Äaftd

Bi-g-n um eine Straßenecke mit einem anderen Fuhrwerk tn's 5 d'°n0-, H°uptmann Ullrich vom Wagen sprang, um eine Carämbolaae zu und würd'- nm "h," »Pr T"?K,6nDbet Hauptmann aber in einer Radspeiche hangen / u wetterfahrcnden Wagen noch eine ziemliche Strecke fortaescbleift ^nf&Cn mehreren unbedeutenden Verletzungen einen doppelten Beinbruch Ullrick in h,n a{Jfeli,?cr baILen Bevölkerung von Kastel wurde Hauptmann Ullr ch in d^ Anker verbracht, wo ihm bet freundlicher Aufnahme der'stets bilis- anL äC Besitzer des .Anker") von Dr. AnftÄ erste"Verband Unn *' ^v^^ust. Die wegen angeblich mit der französischen Patrioten­

liga in Verbindung stehenden verhafteten elsaß-lothringischen Soldaten sind sämmtlick 7-n rooJbcn- ?ei d°r sta.tg^abten UnteAuchung h Tstch'd^

flgnje «Lache als höchst harmlos herausgestellt. 1

o. , Handel und Berkehr.

M nnmm ®r9, 27n^0U& Köther Wetzen pro Malter JL 1405, weißer Weizen «aS I°aÖo 9 9°- ®crfte* 8-20 H°'°r X 6.25, Erbsen X 00!^ Malters0?°Ä!0" Mar« kosteten: Kartoffeln per Mauer O.'X) 0.00, das Gescheid 1820 H, Eier das Hundert JL 0.000.00, das

1^0 ^ Butter lm Großen JL 00.00-00-00, im Detail das Pfund 120 2Bet§frant per Stück 2000 H, Rothkraut per Stück 2530 Koblrabt

Per Ochsenfleisch per Pfund 7000 Kuh- u. Rindfleisch'4560 A

^we'nefl-isch 65-75 X Hammelfleisch i

Traube 40-70 $funb

C&ottesöirnft^frnaraditij^eiTlidigiönäflrkÜjthaftT

S°mstag°A§en?8'uhr' ®am§t0 $otmitta0 8 Uhr, Samstag Nachmittag 4 Uhr.

Atlgemtiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf die 2Irt 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Pyiltpp Jünger IV. in Reiskirchen unterm heutigen Tage mit dem Braunkohlen-BergwerkePhilippswonne" in der Gemarkung Reiskirchen, Kreises fliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung muffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Wahrend dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Berameisterei Gießen Jedem gestattet.

Darmstadt, den 24. November 1886.

6176

Großherzogliche Obere Bergbehörde.

__________________________ Tecklenburg.

Freitag den 30. September-

Nachmiltags 2 Uhr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die 3ost Bellos Wwe. gehörigen Jm- mobihen

Nur XXXVI Nr. 3,5 319 Meter Hof- raithe unter den alten und neuen Eichgärten am Steinweg, " Hxvi Nr. 3,i 606 Meter Grab- ,s , garten daselbst.

0 m1. meistbietend versteigert werden. Meßen, den 18. August 1887.

Großh. Ortsgericht Gießen.

Lüdeking. 6182

uci 5858

Sm«ÄoRotheberSer.

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