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2^. Hz Freitag dm 18. Mürz 1887.

Gießener Anzeiger

Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-.

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UNS

Die

Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Mnrea« r Schul st raße 7.

------- Gießen, am 15. März 1887.

Setreffenb- Ausfuhruna de« KrankenverflcherungSgesetzes, hier die von den Gemeindekrankenversicherungen und den Krankenkaffen zu liefernden Uebersichlen und Rechnungsabschlüffe.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

di- Vorstände der G-w-ivd-krank-nv-rfich-rungSkaff-«, d-, Fabrik-(»-trieb«-) «ra»k-»kaff-n und der -ing-schrieb,».»

rtfnf,r AusiLreihen vom 4 Februar l. I. Anzeiger Nr. 37 machen wir Sie wiederholt darauf aufmerksam, daß die an länqstens bks Mn lApriil. I in doppelter Ausfkrtigung einzureichenden Nachweise von den V-rtr-t-rn der Kaff, zu unterz.ichn.n stnd. bis^tzt ohne Unterschriften einqelaufenen Nachweise »erden wir Ihnen zur Nachholung des Versäumten k. H. zurücksenden.

K v ' Dr. öo et mann. _____

Betreffend: Die Bestellung der Taxatoren in Wildschadensangelegenheiten. (Sieben, am 14. Marz 1887.

Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen

an die Sr-tzherz-glichen Bürgermeisterei-« des Kreises.

Nach § 15 des Ges. vom 6- August 1810 und § 3 des Reglement« vom 14. Juli 1854 über das bei Wlldfchadensklagen einzuhaltende Verfahren chaben bie DtUDO^tanbe einen Ersatzmann desselben für die Gemeinde, als den zum Wlldschadeusersatz pflichtigen^ Theil unb

2) einen weiteren Taxator nebst einem Ersatzmann deffelben sür di« Gruodbefitzer, welche einen solchen nicht selbst bestellt haben, zu ernennen .. im yaar 1874 unb 1879 gewählt worden und Verschiedene derselben gestorben oder aus sonstigen Gründen nicht mehr im

__L , M,ar»übi>n io kalten wir eine Neuwahl der Taxatoren und deren Ersatzmänner für geboten.

Stande frA lhre Ain^ ^^inderath diese Wahlen vornehmen zu lassen und die Wahlprotokolle binnen 14 Tagen einzusenden. Die

seitherigen Taxatoren und deren Ersatzmänner sind wieder wählbar. yocfmann

Bekanntmachung.

EL roirb hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Geflügelzuchtverein zu Worms beabsichtigt, im Monat April d. I. eine Geflügel- Ankstklliina abmbalten und hiermit eine Verloosung von Geflügel und der Geflügelzucht dienenden Geräthen rc. zu verbinden.

GroßberroalicheS Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur VeranstÄtung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 6000 Loose ä 30 Pfennig ausgegeben werden dürfen und mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind.

Der Vertrieb der Loose im Oroßherzogthurn ist gestattet worden.

Gießen, am 14. März 1887. Großherzoglrches Krersamt Greßen.

M Dr. So et mann....

Frankreich.

Pari-, 16. März. Die Blätter sprechen ihre Mißbilligung darüber au», daß der Kriegsminister General Boulanger einen Bries an die Militär- Commission, worin er die Aushebung der Polytechnischen Schule als Militär­schule fordert, veröffentlichte, ohne ihn vorher den übrigen Ministern mitrutheilen.

Die chinesische Regierung stimmte dem Anschluffe de» anammschen Telegraphen-Netze» an das chinesische zu. LessepS stattete gestern Grövy und .Flourens Besuche ab.

Italien.

Rom, 16. März. Der General Genö zeigte der Regierung an, daß er die in Muffauah beschlagnahmten Gewehre Rar Allulas demselben aussolgen ließ, um die Freilassung der Expedition Salimbeni's zu erwirken.Fansulla erklärt sich sür ermächtigt, mirzutheilen, daß die Regierung das Vorgehen Genö's mißbillige.

Rußland.

Petersburg, 16?März. Die sechs verhafteten Studenten waren, al» deren Verhaftung erfolgte, in drei Gruppen die Straße entlang vertheilt. Bei jeder Gruppe fand man eine Bombe. Anzeichen für eine größere Verbreitung de» Complots liegen bisher nicht vor. Der Kaiser und die Kaiserin kamen gestern Vormittag aus Gatschina nach Petersburg, nahmen an einem Rout beim Großfürsten Wladimir Theil und kehrten am Abend nach Gatschina zurück. Der unlängst aus der Krim hier eingetroffene GroMM Konstantin Nikola­jewitsch ist gestern dorthin zurückgereist. .

DerRegier.-Anzeiger" bringt folgende MittMMg: Am 13. ds. gegen 11 Uhr Vormittag- wurden auf der Newski-Perspective drei Studenten dec Petersburger Universität verhaftet, bei welchen Sr engstoffe gesunden wur­den. Die Verhafteten gestanden zu, einer geheimen ve üecherischen Verbindung anzugehöcen. Die ihnen abgenommenen Geschosse erwies cn sich bei der Prüfung der Sachverständigen als mit Dynamit und Bleikugeln. geladen, welche mit Strychnin gefüllt waren.____

Reichstag.

E. R. »erlitt, 16. März 1887.

Zur Verhandlung standen die Anträge der Abgg. Hitze (Ctr.) und Lohr en (Reichspartet), die Ergänzung der Gewerbeordnung betreffend. Die Antragsteller motiviren ihre bekannten Vorschläge bezüglich Sonntagsarbeit, Kinder- und Frauen­arbeit.

Abg. Harm (Socdem.): Die Antragsteller seien nur auf halbem Wege flehen geblieben, das Volk glaube nicht an den Ernst der Socialreform des Reichstags und der Regierungen. £ ~ _

Geh. Ober-Regierungsrath Lohmann wendet sich gegen die Behauptung des Abg Lohren, daß von der Regierung ein Gesetz über die Sonntagsruhe versprochen sei; das sei nicht der Fall; die Enquete sei lediglich zur Information des Reichskanzlers veranlaßt worden.^ (natlfb.) erkennt dankbar die den Arbeiterstand und seine Interessen fördernde Tendenz der Anträge an, erhofft aber von den Verhandlungen der Eommission die Beseitigung mannigfacher Bedenken gegen die erhobenen Forde- rungen^b Dr Raumbach (dfr.): Die Antragsteller proclamiren wohl große Princivien, überlassen es aber dem Bundesrath, sie ins Prakliscbe zu übersetzen; auch seinerseits wünsche er eine Beschränkung der Frauen- und Kinderarbeit in Fabriken, aber man dürfe diesen Arbeiterkategorien nicht jede Möglichkeit redlichen Erwerbes entziehen; die Beseitigung des Socialistengcsetzes sei vor Allem nothig.

Abg. Dr. Hartmann (cons.): Die Arbeiterschutzgesetzgebung sei des Ausbaues bedürftig, aber auch die Industrie müsse in gewisser Weise geschont werden. Em größerer Schutz sei für Kinder und Frauen in den Fabriken nöthig, dürfe dann auch nicht in der Hausindustrie übersehen werden. Die angestellte Enquete hat bewiesen, daß es mit der Sonntagsruhe nicht so schlimm bestellt sei, wie bisher angenommen werden mußte.e^elhäu^r (natlib.) erachtet die Regelung eines Maximalarbeitstages , auf gesetzgeberischem Wege wohl für möglich; den einzelnen Industrien müße das Riecht auf Ueberstunden etngeräumt werden. , ,.

Rach kurzen Schlußworten der Abg. Hitze und Lohren werden die Anträge zur Vorberathung an eine Eommission von 28 Mitgliedern überwiesen.

Nächste Sitzung Donnerstag. (Servistarife; Versicherung der Seeleute.)

TelegraPhische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenr-Bztroart.

Berlin, 16. März. DerReichsanzeiger" publicirt die von der internationalen Berner Eonferenz zwischen Deutschland. Frankreich, Italien, Oesterreich-Nngurn und der Schweiz vereinbarten einheitlichen Vorschriften über zollsichere Einrichtung der Eisen­bahnwagen im internationalen Verkehr, welche am 1. April m Kraft treten. ...

Berlin, 16. März. Seine Majestät der Kaiser nahm Vormittags nnlltanfche Meldungen und den Vortrag "Wilmowski's entgegen und empfing daraus mehrere Generäle. P^Mrinr und der Senioren-Conoent des ReiLswgs beschlosse^ b^e, die Geburtstagsglückwünsche des Reichstags dem Kaiser rn Reichs-

welche dem Kaiser am Geburtstage übersendet werden soll,Ae,a,J

tages begeben di- Geburtstagsseier dur-i-ein Festbankett. em Ka Berlin

Wien, 16. März. Kronprinz Rudolf von Oesterreich Jiaai

n i'aCi®6rün, 16. März. Der Kronprinz von O-st-rretch ist Nachmittags 3 Uhe