Ausgabe 
17.7.1887 Erstes Blatt
 
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waren

, _ ©erunglurfung in 8, Selbstmord in 6 Fällen; Masern

5? c' Scharlach m 15, Diphtherie 17, Rose 1, Croup 7, Keuchhusten 7, Unterleibs­typhus 5, Kindbettfieber 3, Lungenschwindsucht 81, acute entzündliche Krankheiten der Athmungsorgane 60, Schlagflutz 60, Darmkatarrh und Brechdurchfall 19, andere be­kannte Krankheiten 210, in 31 Fällen war die Tooesursache unbekannt.

_ A. 907(110 3, 15 Juli. DasMainzer Tageblatt" erhält aus Groß-Gerau nach­stehende sonderbare Mittheilung, die wir, ohne für deren Richtigkeit einzustehen, wörtlich wiedergeben: Dem Fuhrmann W. war ein Zettel durch das offene Fenster geworfen ba§ cin Zuberer Schrift ungefähr die Worte enthielt:Heute Abend gegen 12 Uhr fahrt der Extrazug des Kaisers hier durch, seid bei der Hand." Die Sache wurde ruchbar und es ging das Gerücht, daß gleiche Zettel oder anonyme Briefe auch an anderen Orten abgegeben worden seien, namentlich bei einem Schlosser B. Der GenSdarmerie-Wachtmeister erhob den erstgenannten Zettel, erstattet Kreisrath v. Löw Meldung und dieser benachrichtigte sofort die Behörden von Mainz, sowie die Ver- waltung der Ludwigsbahn. Depeschen flogen hin und her, auf den Bahnhöfen waren höhere Betrrebsbeamten, in Groß-Gerau Kreisralh, Amtmann, GenSdSrmerie und PoUzer zur stelle. Die ganze Strecke Mainz-Darmstadt wurde mit den Bahnmeistern, Bahnwärtern und disponiblen Nachtwächtern, mit Gensdarmerie und Polizei besetzt und ständig abpatrouilltrt. Dem Extrazug des Kaisers wurde ein Separatzug, aus Wa^n 1. und 2. Elaste bestehend, vorausgeschickt, welcher hell erleuchtet war, gerade so schnell wie der Kaiserzug fuhr und für den Fall eines beabsichtigten Verbrechens den Glauben erwecken sollte, es sei der Zug mit dem Kaiser. Beche Züge paffirten indessen ohne Anstand dre Strecke. L-oweit dasMainzer Tageblatt". Uns scheint die ganze Sache aus emen allerdings sehr schlechten Scherz zurückzuführen zu sein, den sich rrgend em müßiger Kopf mit einigen Angsthubern in Groß-Gerau erlaubt hat.

, , A Mainz, 15. Juli. Die Weinhandlung Otto Prümm hier, ein ziemlich an­gesehenes HauS, hat stch heute bei dem Amtsgericht concurS erklärt. Mainz ist bei dem Falllment nur wenig bethetligt, Frankfurter Bankhäuser verlieren 33 000 Den groBten Posten, etwa 77 000 v* verliert der frühere Firmentheilhaber Senfter von Dppenherm.

r 4C _anbei und Verkehr.

u 07(1 neone%l6, 9uItl Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfluü

pr- St. 5-6^, Enteneier St. 6-7^, Käst vr. St l-8^

80 & kühner wr j/r*n^cr ^n^en 30 H, Tauben per Paar 60 bU ver Stück 1 60 0'851-00 Hahnen pr. Stück JL 0.50-U.90, 6nten

6? ^^0^ 00, Ganse per Pfund 0000 Ochsenfleisch per Pfund 62 bii

62 ä' Kalbfleisch 40^0l 6fw' ^^w/inefleisch 54-60 Hammelfleisch 50 bll 19 iR *^050^, Kartoffeln per 100 Kilo JL 7.007.50, Milch per Liter 12-18 4, Zwiebeln per Centner JL 8.00-10.00, Kirschen per Pfund 1018 4

relegraphischer SchLff-bericht

m cn * derRed Star Line" Antwerpen.

Line" 1' 9%^li. Der PostdampferWesternland" derRed-'Stln- angekommen 2* DOn Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hin

Universttäts-Chronik.

Der praktische Arzt vr. Ludwig Riediger in Kulm (2Beftoreii6rn\ m- nte' Tlt0et^Ut wird, zum ordentlichen Professor der Chirurgie^n'^

Umversttat Krakau ernannt. Riediger, welcher eine Klinik in Kulm h>ibt

Uwn!*"i?uä,^rul'8 schwieriger Operationen einen geochttfln Namen,n 'n äJ*« -rworben hat, hat schon früher von Kra°ka7 und °n7«r Ä

~ Der außerordentliche Professor der Theologie Victor Schultze tu Oteifä- lb,Jt!fannt burd) ^cinc Arbeiten über die Katakomben, hat einen ebrenDnlün £ nai ^^n als Nachfolger des berühmten Kirchenhistorikers Dr. v. Otto erhalten

Nachdem der Straßburger Prof, de Barn eine Beruiuna nnrfil- Lofratbs Vroi £ N' in Tübingen als Nachfolger

atab* °C§ ^""iger botanischen Ganens unbbs

A Bom Rhein, 15 Juli. Die vor Aßmannshausen liegenden Felsriffe werden aus Veranlassung der Strombaubehörde zu Eoblenz eben dur ch Bohrungen und Sprengungen beseitigt, sobald dieses Verkehrshtnderntß beseitigt, wird die jtMn? §nden^lasflnGeschäft eine Landebrücke errichten und die Mehrzahl der Boote hier blm Halsleiden des deutschen Kronprinzen ist selbstverständlich auch der Genuß des Rauchens fettens des hohen Patienten verboten. Der Kronprinz raucht s^?er ? Jahres nicht mehr wiewohl ihm, der seit Jahren ein ziemlich

t ^^^ b ^ulhattsarnkeit anfänglich äußerst schwer ankam. Die kleine 2 nutzer Acttortat gesetzt. Bekanntlich ist jene Art des Rauchens

w?ri^pnnprtllsiun be)onders bevorzugt worden, wie er denn überhaupt im Kriege, auf 5 n/cHl -O^novern und rm Eisenbahnwagen stets aus seinerNtutze" zu qualmen nur ^Palais geraucht. In dieser Beziehung hat der hohe bekann.jenem deS Fürsten Reichskanzlers gleich ift: auch dieser gibt dkei^rtU ^etÄna kta muT "Ur bem Un,crtoicbc' b°ß dieselbe mindestens

Frankfurt a. M., 13. Juli. Für den Taunus wird Seitens eines deutschen nT T°9 * 1 Besetzung mit Birkwild geplant, das an verschiedenen W £etraonenart gut besetzten Orten ausgesetzt werden soll. Der ^öib' Värten .Anderem Nachstehendes mit:Einige Jagdbesi'tzer er-

Ä"en stch schon fetzt bereit, tm nächsten März im Taunus Birkwild gleichzeitia aus-

sSäE l-Äpsa.-

- <-

Stutzen an dem oberen Ende mit Stroh^ist dagegen anzuwenden doch Un0 bc/ "ch. 7^ windigem Wetter nachzusehen' ob die schüXde S^

gerieben ist und einer Erneuerung bedarf. Im Allaemeinen ballen mir »st- 1 bl!r^; Hafter, die reichtragenden Aeste mittelst'©trirfe obÄJfS

,u befestigen, wobei natürlich die Stellen, an denen die Stricke ongtteg?werden mi Leder, Lappen oder Stroh zu umwinden sind, um ein Durchreiben her Mnk. ' baten. Durch di- Befestigung mit Stricken wird mehr als durch dakLn ?'' Abschlitzen einzelner Aeste verhindert. 9 x6) 6a§ Stutzen das

- (Raupenverlilgung-s Der Schlehen sch wärm er, der sich jetzt faft nf «n. Obstbäumen cingenistct und dessen Räupchen mit schwärzlichen'aus Wän*e, 5 n Goaren sich in den G-spinnsten an den Spitz-n ber ^X Ä .ammdt, ist leicht mit einem in Petroleum getauchten, angcbranntcn Stückchm Ki?n

Düs f0 b-«-bk-. trotz aller Nachahmungen unübe»

beautachtets welck"^Ückt München (staatliF geprüft uni

Xft ÄV1 Hn bestens zu -Mpf-Hl-N ijs

^22«Uhr, Sonncnstraße 25, Gießen. 121

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts (Stegen

(Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.)

emilAartb^ßtin^ Baltz, Buchhändler zu Gießen, uii

mit wamnJSf l3 Heinrich Kleebergei, Taglöhner zu Roda

Noack Gnm5as alleb7er^.. b3. Dr. Earl Friedrich Justus Emil Lud»s

lt Johannas M^Uel AVr.h 6'. Maria Eoeline Schelleckes zu Creftl! Grebenau 28 6 ' Straßenwarler zu Altenburg, mit Maria Hofmann »c

c>,,si. Eheschlietzunge«.

««S? ÄSJÄÄ **

8 Dem ^ärUeretK^?^" Schuhmacher Christian Hergenrother eine Tochter, Johamch-t Äi q Christian Wassenseis ein Sohn, Johann F-i-d«

b-i^er Main-Weser-Bahn Konrad RauS eine^ eine Mtcr 12 T Tochter. 10. Dem Kaufmann Wilhelm M°h«

13 Dem Kations ®eor6 Reiber eine Tochier, Lin- M--'--

der M^.Weser Ra^> »rr.> Bedell eine Tochier. 13. Dem Schaff»" b-- Geschlechts. " ^tnii Franz Heilmann ein iodigeborenes Kind männlichr >

Nicolau/Raul» ^m-r^sabeihe Ra^'ll^Stunden alt, Tochter von Taglöhn'- Sie?6?aner ßhrmi? ; -.'L ^ermann Paul Schnautz, 3 Monate alt, Sohn ®ne*t»uSÄ 9- Konrad Schäfer, 44 Jahre al

des Lebrers Mäb^ ni ^n 91 fc M°hl, geb. Ritter, 89 Jahre alt, dahier, Witto Stern von Wetlbura 5Jahre alt, Tochter von Kaufmann Alexand t

11 Monate alt °' Margarethe Wilhelmine Kaiharine Johanna Veppe.

5 Jadre a t TÜcki^? »°» Maurer Johannis Lepper dahier. 11. Marie Kami

alt kbia (Snen^r h^MCof*^crclär Earl Kaus dahier. 13. Georg Kimmel, 30Jahr , Bildhauer bähte? 14 Richarb Wiiihöft von Dresben, 20 Jahre al.

Friedrich Rosenbö,,m^ ^ffuline Emilie Rosenbaum, 4 Monaie alt, Tochier von S^reinr ReaurateurKor?^/?'^ . August Karl Achenbach, 4 Monate alt, Sohn««« nan aabnmarta Ä? bahier. 15. Philipptne Neuhaus, 14 Jahre alt, Tochlr a°, Tochter vor? ^?aus von Edingen. 15. Anna Maria Fleischer, 5Jahrs

angofflteLoon Taglohner Heinrich Fleischer dahier.

zu vertilgen, ebenso die großen Nester der weit ae, aber Abends. wctr Sesräßigeren Ringelraupe, am

Jena, 6. Juli. Einen literarischen Fund von hpmnrrA r.

Rector Dr. Pressel in einem alten Pult des Heilbronne?^Knm^?s'"bb? Interesse S71 entdeckte dort nämlich zwei Briefe Luther's an Brenr Qu§ ?emachr. S

sowie fünf Briefe Melanchthon's aus den Jahren 1555 und 15"?

Reformator Lachmann. Diese bisher unbekannten Briese sind^obne gäbe der Heilbronnerreichsftädtischen Bibliothek" an ba§ ®Dmnnfhrä - fcIrvbei Ucbr unbeachtet an das letztere gekommen. 3 Gymnasium tm Jahre 18*5

fDas Kirschfeft.^ Alljährlich im Monat Juli wird Naumburg a. d. S., draußen auf der großen VogelwieseQa ein berühmtes altes Volks- und Kinderfest, das bereits 4V-Jah?buod r Ursprung bts zum 28. Juli 1432 zurück/eicht. Während des fncks t- p? ba ien so erzählt man - lag einer der gefürchtetsten Anführer derÄssiten Naumburg, das stch ihm nicht ergeben wollte, bis der Hunger es endn^^°p'°°r trieb. Nun wollte der erbitterte Feldherr aber nichts mehr von Sckonnn? 4$ ba.® wissen und wies ,ede Gesandtschaft schnöde zurück. Da verfiel in der 2k k ein erleuchteter Kopf in Gestalt eines ehrsamen Schlossermeisters ^ölften^uiüt ^a4nf^bickUnmünbißcn ^inbIc<n zu dem Barbaren hin usmd n um füÄufr Stadt Gnade von ihm zu erflehen. Unter Thränen und Jammern ^en ie L ^^?e»o?p^" ».weiße Sterbekleider an, besetzt mit schwarzen Bändern, und Ä und 321 Magdelern wanderten nun vom Marktplatze aus paarrocife nn»?^Ittn dem Lager zu. pu^u.ciie von bannen -

Drum geht zum Prokop nun hin

Der wird nicht so grausam sin, Euch zu maffacriren!"

erzählt davon ein altes Lied. Und tr war wirklich nicht so araufntn $. r grausame Prokop! - Ter überraschende Anblick der unschuldigen Kinder^» fonji vor ihm auf die Knie fiel und weinend:Gnade, Gnade!" schrie, rüÄ [' beißigen Kriegsmann dermaßen, daß er versprach, am nächsten Moraen -bärt banon zu ziehen ohne Naumburg auch nu? ein Huhn »u nebmen.6

Retter unb Friebensboien aber bewiriheie er festlich unb ließ ihnen ,®IBl Mmi(4en Mustkanien zum Tanz auffpielen unb feine roilben Krieger Schwertern bie Kirrchenzweige für sie von ben Bäumen. Bis 7 Uhr Aben?«? dies improoiftrle Kinbersest im Lager ber Hufsiten, bei welchem statt bes 8Rn,hUn,! rother Kirsch- unb Rebensaft floß" - Sv soll's am 28 Suli 1432S18 unb °us Dank unb Freube beschloß bie Stobt Naumburg, fortan alliäEw fllbe Zeit ein Kinberfest zu feiern: basKiischsest" genannt, - berSplXlfc äß°If aber erhielt für feinen guten Einfall, ber bie Stabt gerettet batte 2." bunbert Mechen'sche @ulben ausbezahlt. Unb feiert man letzt in iebm S'S* ®rmnerunB?feft, zu dem nah unb fern bie Leute kommen unb bei welchem bK? rollen die Kinder und die Kirschen spielen. ote W-

VermischteS.

Aus dem Großherzogthum Hessen. Nach den Mtttheilungen der Großh. Hess. Centrallstelle für die Landesstatistik kamen im Mai ds. Js. in den 16 größten Gemeinden des Großherzogthums 502 Sterbefälle vor. Von diesen entfallen auf:

Srsnstadi, 15. Juli. Das russische Kaiserpaar kehrte Nachmittags vom Aus­fluge nach den finnischen Skären nach Peterhof zurück.

Lokal--.

Gieße«, 16. Juli. sTurnerisches.j In der gestrigen Generalversammlung des Turnvereins wurde beschlossen, zum XVII. Kreisturnfeste eine Musterriege zu entsenden, ferner betreffs des Fechtens eine endgiltige Fechtordnung aufzustellen, womit der Vorstand beauftragt wurde.

Gießen, 16. Juli. sHanstein-Banket.^ Wir fühlen uns veranlaßt, auf das Banket, welches heute (Samstag) Abend in Stein's Garten zu Ehren unseres Han stein abgehalten wird, nochmals an dieser Stelle hinzuweisen, weil, wie wir hören, ver­schiedentlich Jrrthümer darüber umlaufen, wer zur Theilnahme zugelassen sei. Wir betonen nachdrücklichst, daß jeder Turner, einerlei ob alt oder jung, herzlich will­kommen ist.

Gießen, 16. Juli. Der hiesige Fechtverband der Generalfechtschule Lahr feiert Sonntag den 17. d. M. sein diesjähriges Sommerfest auf der schönen Aussicht. Con- cert, Theater, Schaubuden rc. werden zur Unterhaltung der Gäste beitragen. Der Ertrag wird zum Besten armer Waisen verwendet.

im

im 2. bis

Erwachsene

Zusammen

Mainz (67,900 E.)

1. Lebensjahre

15. Lebensjahre

32

24

63

119

Darmstadt (43,800 E )

16

9

45

70

Offenbach (32,700 E.)

11

23

20

54

Worms (22,800 E.)

18

25

28

71

Gießen (19,400 E.)

6

3

32

41

Bessungen (8,350 E.)

6

3

7

16

Bingen (7,250 E.)

7

2

11

20

Kastel (7000 E.)

5

6

3

14

Lampertheim (6,600 E.)

2

3

12

17

Bensheim (6150 E.)

1

4

5

Alzey (6000 E.)

2

2

13

17

Pfungstadt (5,600 E.)

3

2

7

12

Viernheim (5350 E.)

6

1

9

16

Heppenheim (4850 E.) Reu - Ysenburg (5200 G

2

2

8

12

). 3

1

3

7

Friedberg (5050 E.)

1

10

11

120

107

275

502

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