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Gottesdienst der israelitischen Rrligionsgesclischaft.

Freitag Abend 720 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 4 Uhr, Samstag Abend 915 Uhr.

Wärmegrade der Lahn und der Luft

nach Neaumur gemessen am 16. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Va Grad, Luft 21 Grad.

L. Ehr. Rübsamen.

Eingesandt.

Gießen, 16. Juni.

Allenthalben kann man heutzutage von den Rechten des steuerzahlenden Mannes und den Pflichten der Behörden gegen besagten Steuerzahler hören und lesen. Da wir Anwohner der Bleichstraße seit Jahren unsere Steuern zahlen, so dürfen wohl auch wir uns zu dieser hochgeschätzten Menschenklasse zählen und somit auf einige Beachtung bescheidener Wünsche hoffen. Im Winter genießen wir das Privileg, bet Frostwetter ohne sonderliche Mühe Arm und Bein brechen zu dürfen, bei Thau- oder Regenwetter fehlt der Kahn, der uns sicher über's rothe oder gelbe Meer führen könnte. Im Frühjahr und Sommer dürfen mir umsonst Staub schlucken, so viel wir davon vertragen. Dennoch dachten wir nicht an den Neid der Götter; aber anders halten diese beschlossen. Seit einigen Tagen erfüllen ungeahnte Düfte unsere selten geruchlose Gasse: der Schoorgraben wird ausgepumpt, und das Ergebntß der Bemühung, wie man uns sagt, durch unsere Straße der Wiefeck zugeleiiet. So leben wir denn zwischen zwei mephitischen Strömen, eingehüllt in Dünste, die dem Typhusbacillus mehr zu­sagen dürften als dem mit Geruchssinn begabten Menschen. Gin Oeffnen der Fenster selbst des dritten Stockes wird mit einer Atmosphäre bestraft, in der es sich kaum athmen läßt. Bei Tage Hilst wenigstens dem Raucher die Eigarre über manches hin­weg; am Morgen früh erwacht man aber von den vcnstilenzartigen Gerüchen, die durch das Fenster hereinströmen, sofern man es n'ckt vorzieht, bei geschlossenen Fenstern den Schlaf der Hitze zu opfern. Wir wollen ja den sonstigen Privilegien der Bleich- straße gern entsagen oder sie geduldig ertragen, auch sei es ferne von uns, wider die Lust unserer Straße, wie sie nun einmal von Natur ist, zu murren, wodurch aber haben wir steuerzahlenden Anwohner der Bleichstraße es verdient, daß uns auch noch die Rieselseider-Dünste des Schoorgrabens künstlich zugesührt werden?

Mehrere Anwohner der Bleichstraße.

-rrmrtHnhen sich befand, niedergekommen sei. Er beeilte sich, nach Hause zu gelangen, verließ die Grube. Kurze Zeit darauf erfolgte die einsetzliche Katastrophe. Bon besonderem Glücke bei all' dem Unglück ist es gewesen, daß der Unfall sich mcht bet

.retonet Bat Don 9 Ubr ab hätten dann bis zu einer Ties- von 430 Meter 9L ttef 'ieat die Unglücksstätte unter der Erde annähernd 600 Bergleute rm Bergwerke gearbeitet und wohl alle wären dann dem sicheren Verderben preisgegeben gewesen. Frankfurt a. M-, 15. Juni- Kaum sind die Tage der landwirth- t^lnicberi Ausstellung vorüber und der Fremden-Andrang, der während der-

nnn enorme Dimensionen angenommen hatte, hat sich em wenig gemindert, so ÄfVücb allenthalben in unserer schönen Mainstadt die schon seit Wochen betriebenen E ttg aber mit »rößt-m Eifer f°rtg.s°tzt-u Vorb-r-itung-n für ba§ IX. deutsch- M tlLums- und Bund-sschießeu bemerkbar. Aus dem ausgedehnten Festplatz b-rrscht ununterbrochen das regste Treiben nicht nur der. Arb-rtsl-ut- welche nut dem ^uiammensügen und Autricht-n der F-stbaut-n beschastrg sind, sondern auch eines von Tag zu Tag anwachsenden Zuschau-r-Publikums, welches sich in bk r-hlr-lch-n bereits fertia gestellten R-stauration-n und Bierhallen v-rth-rlt. Die Festhalle steht ,bn Rohbau fertig. Sie imponirt, wie di- übrigen F-stbauten, durch ehre g-walt,g-n Grötzeno-rhältniss-. Ihr- dekorative Ausstattung verspricht ,nach den Entwürfen zu scbliefi-nh großartig zu werden. Heute wurde mir bereits die zweite Nummer der von Johannes Prolß trefflich rebigirten unb Mr fern au§ßtftatteten 5Eft3ertun8

f pm Pult gelegt. Sämmiliche Ausschü - und Comiks.Md m steberhaster Tbiitiakeit Der brXtte Juli wirb di- F-ststadt gerüstet sehen, ihr- Gast- aus Nord und Süd, Oft und West würdig zu empfangen. . M. <

Derschönen Helene", dem auf bet ftrcmffurter ^anbn)trt^^d)aftIlc^)en Ausstellung so bewunderten 10 Centner schweren Riesenschwein, ist weder vergönnt Z n, ihren heimathlichen Stall wieder zu ehen noch emen ehrlichen Schwemetod ?u finden; sie ist vielmehr elendiglich verunglückt. Der Eisenbahnwagen, m den das Thier verladen worden, erlitt durch Zusammenstoß mit einem andern Wagen ne Beschädigung, wobei mehrere Holzsplitter der berühmten Schönheit in den Opeck drangen und so ihrem Dasein ein Ende bereiteten.

Kemmerich'S Fleisch'Extract macht neuerdings viel von sich reden, und nicht mit Unrecht, denn derselbe ist in der That das vorzüglichste Praparat dieser Art, wie dies iiichi nur von Männern der Wissenschaft anerkannt, Indern auch von d^n Haus­frauen voll und ganz bestätigt wird. Letztere rühmen hauptsächlich den feinen Ge­schmack und die große Ausgiebigkeit des Kemmerich'ichen Extraktes im Vergleich mit ben sonst gebräuchlichen Marken. Kemmerich's Fletsch-Extract ist zu haben in den Colonial- und Delicatessen-Geschäften, sowie bei Drogmsten und Apothekern. 4626

Bekanntmachung.

Die Lieferung von WeiHzeuH- und Bekleidungsstücken für das Großh. academische Hospital pro 1887/88 soll auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben wer­den. Bedingungen und Musterstücke liegen an den Wochentagen Nach­mittags von 36 Uhr, aus dem Ver- Tvaltungsbureau genannter Anstalt zur Einsicht offen

Offerten sind versiegelt und mit ent­sprechendem Vermerk versehen bis zum 20 3uni 188*7, Mittags 12 Uhr auf dem erwähnten Bureau abzugeben.

Gießen, den 14. Juni 1887.

Grobherzogliche Direction des akad. Hospitals.

Riegel. 4600

Heugras- Versteigerung.

Montag den 20. Juni d. I.,

Vormittags von 8 Uhr an, soll das diesjährige Heugras von den A l t e n - B u s e ck e r Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert werden.

Der Anfang ist am Großen-Busecker Weg bei der Lehmkaute.

Alten-Buseck, am 14. Juni 1887.

Gr. Bürgermeisterei Alten-Buseck.

Krämer. 4617

Freilag den 15. Inli d. I.,

Nachmittags 3 Uhr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Philipp Pfeiffer Eheleuten ge­hörigen Immobilien

Flur 1 Nr. 364 75 Meter Hofrailhe im kalten Loch,

I Nr. 3*6 38 Meter Hofraithe daselbst,

I Nr 451 44 Meter Hofrailhe in den Kühgasse, öffentlich meistbietend versteigert werden- Güßen, den 2. Juni 1887.

Großh. Ortsgericht Gießen- Lüdeking» 4239

HcuMS^ Versteigerung.

. Montag den 20. Juni 188*7, Vormittags 11 Uhr,

wird das Heugras der Jug- hard'schen Wiesen

3L68 ^Klafter in der Dberlach

an Ort u. Stelle versteigert.

Gießen, den 16. Juni 1887.

4633 Dn Gutfleisch.

Submission.

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Steinhauerarbeit (Lungsteine), Zimmerarbeit, Dachdeckerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Glaserarbeit, Weißbinderarbeit, Spenglerarbeit,

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der Wohnung

Gießen, den 16. Juni 1887. 4618

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Pläne, Kostenanschläge und Bedingungen .. ,

Unterzeichneten Gartenstraße 10 in der Zeit vom 20.23. Juni, täglich von 23 Ubr Nachmittags zur Einsicht offen, woselbst auch die Offerten bis zum 28. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, einzureichen sind.

Die zur Erbauung eines Schwesternhauses für den Allgemeinen

Verein für Armen- und Krankenpflege zu Gießen erforderlichen

Arbeiten sollen auf dem Submissionswege vergeben werden, und zwar: Maurerarbeit, veranschlagt

mit 22 goldenen Medaillen und Ehren-Diplomen prämiirten Choeoladerr und löbliche Cacaopulver, ebenso Baron Liebigs Malto Leguminosen Nähr- und Gesundheitspräparate aus der altrenommirten Fabrik von Starker & Pobuda, Königl. Hoflieferanten in Stuttgart, bringe hiermit nach ärztlichen Kundgebungen als anerkannt best­und reellste Fabrikate der Gegenwart in empfehlende Erinnerung. 3890

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Jacob Grünewald in Gießen.

Frankfurt a. M., den 15. Juni 1887.

4631 Die Direktion.

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