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♦anM «nd »erketzr.

Weisen der Kurkapelle, die tm Sommer tagtäglich einigeStundenruhörwwaren,in den zur Saison so lebhaften Straßen herrscht jetzt ländliche Stille und eine fast erschreckende Einsamkeit. Nauheimsammelt sich" und trifft bereits seine Vorkehrungen für die nächstjährige Saison; Straßen- und Hausprojekte schwirren nur so durch die ouft- die .bäuserlosen" Bewohner möchten doch auch am reichen Fremdensegen par- ticiptren und ventiliren im Geiste die prächtigsten Villenbauten. An dem neuen Badchaus und an dem Hotel zum Kaiserhof wird mit beschleunigter GeschäftsthLtigkeit gearbeitet, um diese Etablissements mit Beginn der nächstjährigen Saison in Betrreb setzen zu können. Mit dem städtischen Wasserwerk scheint es endlich Ernst werden zu wollen, schon seit Wochen wird an den verschiedensten Stellen nach dem flüssigen Ele­mente recherchirt und soll jetzt nördlich von der Stadt ein Versuchsschacht gegraben werden. Auch aus der Umgegend ist mancherlei zu berichten. In dem benachbarten Steinfurth, dem Sitze der rühmlichst bekannten Rosengärten der Gebr. Schultheiß, ist unter der Kinderwelt die Diphtherie in einem Umfange ausgebrochen, daß die Schulen geschloffen werden mußten und einige Sterbefälle zu beklagen sind. In Ober-Mörlen ist ein Müller, Namens Johs. Reuß, eines tragischen Todes gestorben. Als er ohne die Mühle einzuftellen, den Schrotaang durch den Leitriemen in Betrieb setzen wollte, wurde er von dem Kammrad erfaßt und ihm Schädel und Brust ein­gedrückt. Der Beklagenswcrthe wurde in gräßlich verstümmeltem Zustande aus seiner gefährlichen Situation befreit, gab jedoch schon nach einer Viertelstunde den Geist auf, ohne fein Bewußtsein noch einmal erlangt zu haben. - In Friedberg wurde am Sonntag der seitherige Pfarroerwalter Thobes, der auch die Seelsorge in der hiesigen Filialgcmeinde auszuüben hat, durch Domkapitular Erler von Mainz der Gemeinde als Pfarrer vorgestellt. Am Vorabend wurden dem in seiner Gemeinde sehr beliebten Seelsorger ein solennes Ständchen gebracht und ihm reiche Geschenke überreicht.

A Mainz, 13. November. Auf höhere Anordnung hin wird seit gestern in den hiesigen Kirchen aller Confessionen und in den Synagogen bei dem Gottesdienst ein Gebet für die Wiedergenesung des Kronprinzen einge chlosien.

Zwischen Weisenau und hier wurde gestern eine männliche Leiche gelandet, in welcher man die Person eines vor einiger Zeit unter sehr auffallenden Umständen verschwundenen Müllers von Ginsheim erkannt haben will. Die Leiche soll am Kopf Spuren eines heftigen Hiebes tragen, was darauf hindeutet, daß das damalige Gerücht, daß das Verschwinden des Müllers auf ein Verbrechen zuruckzufuhren sei, emen realen Untergrund hat. ___

würben diese schlimmen Perioden stet, verheimlicht und Herr Dr- Macken^e äußerte den ihn besuchenden Z-itungr-Correspondenten davon kein Wort. Nach, träglich hat man hiervon Kenntniß erhalten und daraut aus den sorldauernd bösartigen Charakter der ganzen Erkrankung geschloffen Es liegt die Ver- muthung nahe, daß auch in den srüheren schlimmen Perioden 6bemaU|e Schwel InuM de, Kehlkopfe» aufgetreten seien, und gerade die Wiederkehr dieser Oedeme ist für den erfahrenen Kliniker ein diagnostischer Zeichen für die Bösartigkeit olcher Erkrankungen, Hätte man da, bi,her beliebte Ber uschungrsystem früher aufgegeben, dann wäre sicherlich der Charakter der Erkrankung beim Kronprinzen auch um so viel früher festgestellt worden/

Berlin, 13. November. Nach heutigen Telegrammen ist da, Allge­meinbefinden de, Kronprinzen gut, die akuten Entzündung«' und Schwellungs- Erscheinungen im Halse nehmen weiter ab. Heute und in den nächsten Tagen finden hier Berathungen über bas weitere Verfahren statt. Die von Wien au» veröffentlichten Gutachten batiren, war nicht übersehen werden darf, von der ersten Untersuchung von Mittwoch; später haben sich die Aerzte geeinigt. Mackenzie, der nach wie vor da, Vertrauen der maßgebenden Personen genießt, reist am Montag von San Remo ab. (Fr- Ztg.)

Berlin, 12. November. Se. Majestät der Kaiser stand heute Vormittag um 11 Uhr auf, empfing den Prinzen Heinrich, sowie den Erbprinzen von Meiningen, spater Wbcdyll^und^ Molmke. zufolge war seine K. u. K- Hoheit der Kronprinz vom Ergebniß der Untersuchung, wonach es sich um ein krebsartiges leiden handelt, unter: richtet Se. K. u. st Hoheit zog sich alsdann für einige Zeit zuruck und entschied alsdann, daß die Operation unterbleiben solle. Professor von Lergmann sagte heute Vormittag die Vorlesung ab, da er in Folge eingegangener Nachrichten ander, weitig beschäftigt aug Remo ist leider kein Zweisel darüber mehr

möglich, daß das Leiden des Kronprinzen thatsächlich carcinomaroser Ra ur ist. Heber die ^weitere Behandlung wird eine zuverlässige Nachricht erst dann m öglich sein, nach^ dem der auf Allerhöchsten Befehl nach San Remo geschickte Dr. Moritz Schmidt hier mündlichen d^eicht^erstattet^ haben wird. Reichskanzler Fürst Bismarck

wird sich auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers beim Beginn nächster Woche in Berlin einfinden. heutigen Proceßverhandlung gegen biejam

Mitglieder des Berliner socialdemokratischen EentralcomklS s, Ferkel und Genossen, beschloß der Gerichtshof, die Verhandlung behufs Beibringung wctteren ^oe smattnals seitens der Staatsanwaltschaft zu vertagen und die Angeklagten gegen je 1000

11. November. Die ersten für Rechnung einer Stadtgemeinde in Deutschland errichteten Electricitätswerke sind wahrend der letzten Tage hlerselbst therl- weise in Betrieb gesetzt worden. Die volle Capacttat derselben betragt 10,000 Glüh- Len Das Cabelnetz, dessen Endpunkte nahezu zwei und einen halben Kilometer.von einander entfernt liegen, ist nach dem Drettetter-System angeordnet. Die Anlage ist von der Firma Siemens u. Halske in Berlin ausgefuhrt, aus Grund nnes am 15. April ds. Js. zwischen der Stadt Elberfeld und genannter tftrma abgeschlossenen Vertrages.

Hesterreich.

Wien, 12. November. DerNeuen Freien Presse" gebt auf

Wege die Inhaltsangabe der schriftlichen Gutachten zu, welche Professor Schrotter, vr?Krause und Dr. Mackenzie nach der am 9. d. M. in San Remo vor gen o mm en en Untersuchung abgaben. Dr. Schrotter hält die neue Spneßung unterhalb der Stimm­bänder entschieden für Krebs, stimmt daher für vollständige Ausschne^ung des ganzen Kehlkopfes. Eine sofortige Operation wäre zwar sehr nützlich, doch wurde er auch einer Verzögerung zustimmen, da inzwischen das Uebel auch durch Tracheotomie bekämpft werden könne. Er sei überzeugt, Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz»konnte durch gänzliche Ausschneidung des Kehlkopfes erhalten werden, ob^hl die Operation eine der gefährlichsten sei. Dieselbe biete allerdings kein sicheres Resultat, könne jedoch für die Dauer von gutem Erfolg begleitet sein, während ein bloßer Luftrohrenschri t nur eine Hinausschiebung der verhängnisvollen Momente für einige Jahre bedeuten würde Dr. Krause erklärte, die neue Sprießung verhindereihn vollständig e n bestimmtes Gutachten gleich abzugeben; allen Anzeichen nach halte auchi er d^s Leiden für ein krebsartiges. Niemals würde er jedoch einer vollständigen Ausschneidung des Kehlkopfes zustimmen, sondern er befürworte nur eine Spaltung desselben. Dr. Mackenzie erklärte auch die Sprießung allem Anscheine nach für eine krebsartige; doch ist er für Exttahirung eines Stückchens, das Professor Virchow dann analysiren solle Je nach dem Gutachten Virchow's würde sich Mackenzie über die Operation definitiv aus- sprechen. Er ist übrigens auch der Ansicht, daß mit Tracheotomie die Katastrophe nur binausaesckoben werden könnte, verspricht sich aber von deren Wirksamkeit eine kürzere Zeitdauer als Dr. Schrötter. Auch komme es vor, daß selbst nach allen Operationen wieder krebsartige Nachwüchse auftauchen.____________

Eingesandt.

Das Leiden des deutschen Kronprinzen.

Von einem Freunde unseres Blattes geht uns das Folgende zu:

Es ist über dieses Leiden schon mancherlei geschrieben worden/dennoch mochte Ihren Lesern vielleicht eine etwas genauere Darstellung des eigenthumlichen Falles, wie sie mir kürzlich von einem competenten Manne gegeben wurde, nicht unlieb sein. Wenn man die linke Hand mit der inneren Flache so vor sich halt daß Daumen, Ringfinger und kleiner Finger geschlossen, Zeigefinger^und Mittelfinger aber mit einigem Abstand ausgestreckt sind, so erhält man durch diese beide letzteren ein ungefähres, stark vergrößertes Bild der beiden Stimmbänder und der dazwischen liegenden Stimmritze. Der Mittelfinger würde dann das linke Sttmmband andeuten, welches bei dem Leiden unseres Kronprinzen zunächst in Frage kommt. Die Falle sind verhaltnißmaßig häufig, bei welchen sich auf der Oberfläche der Stimmbänder Warzen-oder fogenann e Polypen­bildungen zeigen. Stehen sie vereinzelt und sind sie weniger umfangreich als erhaben, so ist ihre Beseitigung bei dem jetzigen Stande der chirurgischen^Wissenschaft. sebr leicht. Man schnürt einen feinen Platindraht um die Erhebung auf d^ Schleimhaut, macht denfclben durch den elekrischen Strom glühend und tilgt so den Schaden fast ohne eine Empfindung auf Seiten des Leidenden. Schwieriger ist die Sache, wenn die Neu­bildung sehr flach und ausgedehnt ist. Und so ist es leider bei dem Kronprinzen. In der Ausdehnung, welche das Mittelglied des Mittelfingers bezeichnet, findet sich hier eine solche flache Warzenbildung, welche sich, um die Sache noch schlimmer zu wachen, nach unten hin um das Stimmband herum auf die Hintere Flache desselben fortsetzt. Bei diesem Befunde ist eine Operation außerordentlich schwierig und hierin gingen die Anschauungen des englischen Arztes und der deutschen Aerzte weit auseinander. Der englische Arzt hat versucht, die Neubildung allmälig abzuheben oder wenigstens zum größten Theil, so weit sie überhaupt zu erreichen war, zu beseitigen, wohl in der Hoffnung, daß bet vortreffliche Kräftezustand des hohen Patienten das Uebnge .von selbst schaffen werde. Indessen weiß Jeder auch schon von der Erfahrung einer leichten Halsaffection, wie sehr die Halsorganc durch einen langer an- dauernden unnatürlichen Reiz angestrengt werden und wie empfindlich sich dann die Schleimhäute derselben zeigen. Eine Erkrankung der Stimmbänder, deren absolute Schonung, auch wenn alles Sprechen vermieden wird, unmöglich ist, denn jeder Athemzug streift sie nicht nur, sondern auch Speise und ^rank, hat deshalb le cht weiter- Aff-ctionen des Kehlkopfs und der ticfcrliegenden zarten Organe zur Folge. Je später vorgenommm, desto schwieriger stellt sich darum augenscheinlich die Beseitigung eines solchen Leidens. Daß die Aerzte an den Gedanken einer durchgreifenden Operation von vornherein sehr schwer gegangen sind, erklärt sich daraus genügend, daß das Stimmband nur die Stärke eines starken Aktendeckelstreifens hat, es also aus­geschlossen ist, an demselben tiefe Eingriffe zu machen, ohne es möglicherweise ganz zu zerstören. ________

Lokale-.

4- Gießen, 14. November. Der neugewählte Bischof von Fulda, Prälat Weyland in Wiesbaden, hat in den Jahren 1844 bis 1847 an der hiesigen Universität studirt. Damals existirte noch hier die katholisch-theologische Facultät, die erst tm Anfang der 50er Jahre auf Betreiben des Mainzer Bischofs von Kettel er auf­gehoben wurde.

Telegraphische Depeschen.

WES telegr. Corrtspondenz Burean.

Berlin, 13. November. Seine Majestät der Kaiser zog sich gestern Abend um 8 Uhr zurück und hat die Nacht gut geschlafen.

- Se. Majestät empfing heute 127< Uhr die Prinzessin Wilhelm, den Erb- vrinz und die Erbprinzessin von Meiningen und den Prinzen Heinrich, sowie um 2 Uhr den Professor Bergmann und Dr. Schmidt (Frankfurt am Main.) Spater nahm der Kaiser die Vorträge des Grafen Bismarck und des Ministers v. Putlkamer entgeg iz. November. Ihre Majestät die Kaiserin wird, sobald der

Gesundheitszustand die Reise gestattet, nach Berlin zurückkehren. Heute treffen Ihre Kgl. Hoheitm der Großherzog und die Großherzogin von Baden in Coblenz bei Ihrer Majest<tt^eim^ November. Die Feier des 700jährigen Bestehens der hicsiaen St Jakobsktrche ist heute unter Betheiligung der Staatsbehörden, des Magistrats, der Stadtverordneten, der Geistlichkeit, der Directoren der höheren Schulen und der Gemeindevertretungen aller Kirchen feierlich begangen worden.

Paris, 13. November. General Boulanger, dessen Arrest zu Ende ist, wird Clermont noch heute Abend verlassen und nach Paris kommen, um an den Berathungen der Commission für die Classificirung der Osficiere theilzunehmen.

London, 13. November. Eine große Abthetlung Polizeimannschastm hast Trafalgar Square besetzt, wo sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt hat. Berittene Polizistm patrouilliren in den angrenzenden Straßen, um sie frei zu halten. Schließlich drang die Polizei gegen die Menge auf Trafalgar Square vor, wobei mehrere Personen verletzt wurden.

»e,Mischte-.

Bad Nauheim, 11. November. Im Laufe dieser Woche ist der letzte aus­wärtige Kurgast von hier abgereift und damit die Badesaison, die am 31. September officiell geschlossen wurde, jetzt auch thatsächlich zu Ende. Verstummt sind die munteren

Grün berg, 12. November. lFruchtpreise.l Weizens 16.90, Korn 13.60, «erste ** 13.40, Hafer JL 11.00, Erbsen 13.60, Linsen JL 22.00, Lein «M. 2400, Samen X 22.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00.00.

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

Die Vorbereitung der Beete für das nächste Jahr ist eine der wichtigsten Arbeiten, die im November im Garten zu verrichten sind. Alle Beete, die abzuräumen sind, sollen auch im Herbst umgegraben und, wo es nöthig ist, rigolt werden. Für den Boden haben diese Arbeiten, im Herbst ausgeführt, einen weit größeren Nutzen, als wenn sie tm Frühjahre vorgenommen werden. Bleiben die Beete, nachdem sie abgeerntet sind, unbearbeitet über Winter liegen, so ist der Einfluß der Lust auf die Bodenkrume ein ganz geringer. Die Luft kann nicht eindringen und ihre zersetzende Wirkung üben. Ebenso wenig kann der Frost tief eindringen. Das ist aber nöthig; wenn die Erde besser durchfrieren kann, so wird sie lockerer und mürber, also auch fruchtbarer. Darum sollte so viel als möglich die Bearbeitung der Gartenbeete im Herbst, im November, bei trockenem Wetter vorgenommen werden.

Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. W.

i Opernhaus.

Dienstag den 15. November: Jdemeneo. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 16. November: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Jungfrau von Orleans. -Außer Abonnement.

Donnerstag den 17. November: Euryanthe. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 18. November geschlossen. r.,

Samstag den 19. November: Trompeter von Sakkmgen. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 20. November: Cid. Gewöhnliche Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 15. November: Abschieds-Vorstellung des ^rrn Friedrich Haase. Zum ersten Male wiederholt: Richelieu. Bei aufgehobenem Abonnement. Erhöhte

Mittwoch dm 16. November: Czaar und Zimmermann. Große Preise.

Donnerstag den 17. November geschlossen.

Freitag den 18. November: Flaltersucht. Hierauf: Versprecheln hinterm Herd. Große Preise. ..

Samstag den 19. November: Donna Diana. Große Preise.

Sonntag den 20. November: Fedora. Große Preise.