1887.
Dienstag dm 15. März
Nr. 62
Vrrrcarr r Schul st raße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme bev Montig^
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Preis U'.eritl jährlich L Dhiif 20 Pf. mit Bringei loirn. 4 j! d) bi? Post bewgen Diccteljäbilid) 2 Mark 50 Bi.
Amtlicher Hheil.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit der § 9 des Gesetzes vom 13. Febmar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Februar 1887 veröffentlicht:
w 9 Hafer JC. 12.42, Heu JL 6.— , Stroh 5.50 pro 100 Kilogramm.
Gießen, am 11- März 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
Macht im Frieden werden hiermit
Betreffend: Sterblichkeits-Uebersichten für die Monate Januar und Februar 1887. Gießen, am 14. März 1887.
Das Großh erzo gliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen
att dr- Großherzoglichen Bürgermeistereien Ettingshausen, Geilshausen, Lumda, Rödgen, Steinheim.
Wir ersuchen um umgehende Einsendung der Sterblichkeitsnachweise für rubr. Zeitraum.
Dr. Köhler.___________________
Deutschland.
Darmstadt, 12. März. Se. König!. Hoheit der Grobherzog werden Sich mit Ihrer Großh. Hoheit der Prinzesstn Irene am 20. d. Mts. zur Feier des Geburtsfestes Sr. Moj. des Kaisers nach Berlin begeben.
— (Militärdienstnachrichten.) Er wurden: v. Sturmfever, Seconde- lieutenant vom 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Grobherzog) Nr. 116, zumPremierlieutenant befördert; Baur, bisher Studirender einer militärärztlichen Bü- oungsanstalt, zum Unterarzt ernannt und beim 1. Großh. H-ff. Drag.-Regt. (Garde-Drag-Regt.) Nr. 23 angestellt.
Berlin, 12. März. Der Kaiser conferirte Vormittags mit Albedpll und begab stch darauf mit der Kaiserin per Extrazug nach Potsdam, um der Taufe des jüngsten Sohnes des Prinzen Wilhelm beizuwohnen, von wo Aller- böchstderfelbe Nachmittags 3 Uhr hierher zurückkehrt- Morgen Früh 10 Uhr findet im kaiserlichen Palais für die Majestäten und die Mitglieder des kömz- tichen Hause, ein Gottesdienst statt, wobei der Oberhosprediger Dr. Kögel eine Predigt halten wird. r. ...
Berlin, 12. März. Der .Reichs-Anzeiger" publicirt dar Gesetz über die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres. t m ;
Potsdam, 12. März. Die Tause der züngsten Sohnes des Prinzen Wilhelm sand Mittag« im Stadtschloffs in Gegenwart der kaiserlichen Paares, sämmtlicher anwesenden Prinzen und Prinzessinnen, fremder Fürstlichkerten, der Generalität und der Minister statt. Die Taufe vollzog Herr Kögel unter Zu- arundeiegung der Textworte: .Ich will dich segnen und du sollst em Segen fein." Der Prinz, erhielt die Namen: August Wilhelm Heinrich Günther Victor.
Arankreich.
Paris, 12. März. Die Meldung der Blätter, daß der Kriegrmimster eine versuchsweise Mobiltsirvng des ganzen 11. Armee-Corv«, besten General- Commando sich in Nantes befindet, angeordnet habe, wird für unbegründet erklärt. , „ _ ,
Mentone, 12. März. Gestern Nachmittag um 3 Uhr 10 Secunden erfolgte ein heftiger Erdstoß, welcher Möbel und vielfach auch Manern umstürzte. Der Erastoß wurde von Savona bis Nizza verspürt. Unter den Fremden in Monaco herrscht panischer Schrecken.
England.
London, 12. März. Die „Morning Post" dementirt entschieden dar Gerücht, daß über die projectirte Landbill im Cabinet Differenzen entstanden seien.
— Die Königin reist am429. März über Paris nach Cannes, wo ste einige Tage verweilen wird; von da nach Atx-les-BainS und Ende April zurück nach England.
Mulgarien.
Sofia, 10. März. Der „Köln. Ztg." wird telegraphirt: In meinen Händen ist solgendes Schreiben, welcher der Ausschuß der bulgarischen Flücht- l nge vertraulich an den Präfecten von Küstendil gesandt hatte. „Indem der Ausschuß der bulgarischen Flüchtlinge in Rußland, der Türkei und Rumänien Sie »um strengsten Geheimniß verpflichtet, macht er Ihnen bekannt, daß Sie mit Ihrem Kopse dafür hasten, salls Sie diesem geheimen Befehl nicht folgen. Dar Land befindet stch gegenwärtig in der schwierigsten Lage, in welche er durch einige Landstreicher und moralisch verkommene Menschen gestürzt wurde. Diese Leute wollen entschieden ihre schlimme Sache bis ar.’s Ende durchführen und dar Land der vollsten Anarchie preisgeben. welche unbedingt blutige Folgen haben muß. Denn diese Leute haben keine Möglichkeit, einen Schritt zurück zu thun, es giebt für dieselben keinen anderen Ausgang, als einen solchen von extremer Natur; sie wollen nicht anders fallen al« mit Lärm. Indem sie aber vo aurfehen, daß die Sache so enden wird, haben die jetzigen bulgarischen Machthaber große Summen, die sie dem Schweiße der bulgarischen Volkes abge«
rungen haben, aus die Namen Natschewitsch, Stranski u. s. w. in Bukarester und Wiener Banken hinterlegt, um etwa« für schwere Zeiten zu haben. Weck diese Leute nun sich vor dem Volke über ihre verrätherischen Handlungen und über alle Mißbräuche und Gräßlichkeiten verantworten müssen und well der Ausschuß sichere Beweise hat, daß die ganze Bande gewillt ist, au« dem Vaterlande fortzulaufen, um nicht in die Hände der Volktjustiz zu fallen, so therlr Ihnen der Ausschuß mit , daß Ste als Mitschuldiger behandelt werden un» wegen Nichterfüllung Ihrer Pflichten gegen dar Vaterland Ihren Kopf riskiren, falls Ste nicht alles Mögliche thun, um die Regenten, Minister und andere große Schurken bei ihrer Flucht über Ihren Bezirk zu fangen. Die« ist Ihnen mitgetheilt worden, weil bald wichtige Ereignisse zu erwarten sind und trü duich Ihren Bezirk, der ganz an der Grenze liegt, die bösen Geister des Vabr- kande» möglicherweise flüchten werden." Diese« Schreiben beweist, wie sicher die Verschwörer diesmal ihrer Sache zu sein glaubten. Man nimmt an, daß die Minen, die an den verschiedenen Punkten sorgfältig gelegt worden waren, an einem bestimmten Tage, wahrscheinlich am Gedächtnißtage des Frieden« von San Stefano, entzündet werden sollten. Irgend ein Zufall veranlaßte dann wahrscheinlich zunächst die Verschwörer in Silistria und dann die in Rustschuk, die Lunte zu früh anzulegen und dadurch den ganzen Plan zu verpfuschen. (Die „Moskauer Zeitung", die es wissen kann, behauptet, der Ausstand sei zu früh ausgebrochen, da ein Brief abgefangen worden.)
Sofia, 12. März. Gestern wurden Karawelow, Zanow, Nikiforow und Stantschew gegen Caution aus der Hast entlassen.
Rumänien.
Bukarest, 12. März. Der „Agence Havas" wird au« Rustschuk gemeldet: Da« Kriegsgericht v-rurtheilte den Marine-Capitän Kissimow und z mi Ctvilpersonen, welche der Thellnahme an dem Ausstande beschuldigt sind, ersteren zu einjähriger Festungshaft und dis letzteren zum Tode. 300 jüngere Soldaum wurden begnadigt, 125 ältere zu ein- bis dreijährigem Gssängniß verurtheilt. Es heißt, die Letzteren hätten Goadengeiuche überreicht.
Telegraphische Depeschen.
Wolff s telegr. vorccsponden, ° Burca«.
»riedbrrg, 13. März. Nach amtlicher Feststellung wurde bei der Nachwahl zum Reichstage Direclor Brand (Jil.) mit 8603 von 15,477 abgegebenen Stimmen gewählt. Major a. D. Hintzc (dfr.) erhielt 6866 Stimmen. . ... .
Kopenhagen, 13. März. In Folge anhaltenden heftigen Schnecsturmcs ist der Postverkehr landwärts und seewärts momentan unterbrochen. .
Birkarest, 13. März. (Telegramm der „Agence Havas'.s Nach Berichten aus Rustschuk fand gestern daselbst in Gegenwart der Garnison die Degradnung der aui- ständischen Unterosficiere statt. Oberst Filow ist seinen Wunden erlegen. Die beiden gestern vom Kriegsgericht zum Tode verurlheilten Civilpersonen wurden zu Ibjahriger FestunMmst^bcgnadi^t.^ geier Jahrestages der Thronbesteigung des Kaisers Alerander findet heute ein Festgottesdienst in der hiesigen Kathedrale statt.
Athen, 13. März. Die Kammer hat den Adreßentwurf mit 86 gegen 38 Stimmm angenommen. __________
Berlin, 14. März, 11 Uhr 40 Mn. Mittags. sPrivatdevesche s Hier und in London liegen keine Nachrichten vor, welche eine Meldung des „Standard bestätige^, daß von einem Apoth-k-rg-hils-n ein angeblich ohne Erfolg auf den Kaiser von Rußland geschehener Mordversuch verübt worden sei.
Lokales.
Gießen, 14. März. lbOjähriges Realschuljubiläum.j Wie wir hören, ist es, um ein möglichst vollständiges und von Jrrthümern freies Vcrzeichmv der früheren Schüler der Realschule und des Rcalgymnasiums ausstellen zu können, rcw erwünscht, wenn solche frühere Schüler, soweit es noch nicht geschehen , im Laufe dieser Woche, »Uratb welker ienefi theilungen über sich selbst oder über freunde und Bekannte,, dumb unbbirect
namentlich über Wohnort und gegenwärtige Lebensstellung Vers . Nedaction an Herrn vr. Bindewald dahier einsenden wollten, der die endgUlrge jenes Verzeichnisses übernommen hat. öIpTp
Metzen, 13. März. Ter Gleibergverein ist seinem erstrebten Ziele,


