Ausgabe 
14.7.1887 Zweites Blatt
 
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- Zweites Blatt. Donnerstag den 14. Juli 1887.

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Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

swmn Schulstr-ß- 7.

asetreffenb: » »=. . ®ie&.n, am 9.Satt 1887.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an »,°b»-r>o,lich-n sa>,-»m«Ift«r<I->, »«» »*«<!« rtiuss 's*äw ä ää ä ä ä' ä» H®emäS ba£rU"u vernehmen, ob der Erlaß eines Polizeiregl?ments der unten angegebenen Art beantragt wirb, und uns bejahenden Falles berichlliche Mlage zu machen. Anselbäumen wenn sich Blutläuse an letzteren gezeigt haben, aufznforbern, die Vertilgung dieses schädlichen Insekte»

Einstweilen sind d,e Besitzer von Apsewaumen, i q merni(6t]nta der Blutlaus bas Netzler'sche Mittel am Besten bewährt hat. Dasselbe besteht sofort in Angriff zu nehmen- Waffer^ und zwar im Verhältniß von 50 Gramm Schmierseife, 100 Gramm Fuselöl und

aus einer Mischung pon Ster Stoffiäteit verdünnt wirb. Diese Mischung kann man sich mit Leichtigkeit selbst Herstellen

.200 Gramm Weingeist, welche Mischung nutPatzer aus 6 19 ( _ Diese Mischung hat ben Vortheil, baß sie sich beim Aufträgen auf

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m sich verdächtige wei^ Wolle zeigt, ""a b"< dre Blut^use ^"'ttli^snb eine^ kleinen weichen, in die Flüssigkeit getauchten Pinsel, bei etwas

niederen und züngeren Baumen betupft ober °rstrercht man I mit ber i[ufjtgteit unb betupft damit die befallenen Stellen.

stickten Hochstämmen tränkt man em an einer Stange f st g 4 46er bQ§ zu werden, ist natürlich, da bei der colloffal starken und

Daß es bei alten starkoerzwetgten S04ftammen 14wer ganz « Reiniauna immer eine Anzahl junger, noch nicht sichtbarer Läuse der Ver« raschen Vermehrung ber Blutläuse trotz der sorgfältigstenu in f ,^b Aus^diesem Grunde darf man es nicht bei einem einmaligen Gebrauch aichbing entgeht und durch dieselben in kuMt Zet^neue^rundet «« wm wenn ein Erfolg erzielt werden soll. Mit der

!dei Zersiorungsmiitels im Sommer bewenden lassen , sondern es mutz oas ^ersu i i diinimum rebuciren. Die nothigen Arbeiten sollten nur durch nötigen Ausdauer läßt sich auch bei alteren Hochstämmendst? ^e el A*L auSaefübrt oder wenigstens von letzteren überwacht werden. Namentlich * unb inteHigente Wo.en amS. weit sonst'die Verbreitung des Nebels nach allen

btc Elnt laufe im , sor sRnhpti tiicht oßfrnTßit ift ein bett doh ^der ^Bluttau» heimgesuchten Bäumen die Erde um die Stämme

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wenigsten« so zu beschränken, daß es keinen Schaden Eichten kann. mpi 0 befallener, der Reinigung nicht unterworfener Baum

gemeinsam und mit gleichem Eifer oorgenommen werben, wenn Ü °°n Erfolg sem soll ^enn^em nnZiM °esUmgegend zu verbreiten.

"* Äeterr^ifeebe^ren unb sich an^elegentlichst bemühen, baß hiernach verfahren wird.

Politische Ueberficht.

Gießen, 13. Juli.

Jahre dem Reichrkanzler während seines Aufenthaltes in Kisstngen einige bayerische befinden wir

uns gegenwärtig Ichon vollständig in der tobten Jahreszeit. Hinsichtlich innerer Angelegenheiten werden nur bie llebergangS'Bestimmungen im neuen Brauntwe « fteueraeiefc sowie bie Maßregeln, welche die Regierung gegen bie Geheimmitte WLL7A Bezug ans bas Branntweinsteuergesetz scheint trotz.betC oor läufigen Erhöhung ber Ausfuhrvergütung von 16 ans 48 der Zweck v UebergangS-Bestimmungen im Branntwecksteuergefetze b s ,um Ink afttreten d Gesetze» i l Dctober) die vorhandenen Vorräthe möglichst aus dem uw i ®Ä , ni4i erÄ zu werden. In Frankreich hat man zwaie aus ^rer Angst vor deutscher Einfuhr den Zoll aus 70FrcS erhöht,^ a er 'orSen. einer irgendwie erheblichen Ausfuhr deutschen Spiritus 4 ^ochSuer oon Der Umstand, daß der oorräthrge vpirituS nach Bezahlung zz^brauchssteuer 30 M. nach dem 1. October mit dem neu P«" X,muntert zum von 70 M. unterliegenden Spiritus in Eoncurrenz trete (jkr bcr n,^£ Festhalten ber Vorräthe. Der Staatskasse bringt ! b( Su6i

ejportirt wirb, eine Nachsteuer-Einnahme von 30 JL nno eripau y

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PnMrtnlcment betreffend die Vertilgung der Blutlaus.

M 9m» bl. 3i ÄS - As» - "» - -«-***ä* b» Innern vom zu Nr. M. d- I. niebere Formbäume oder veredelte und unveredelte Bäumchen in der Baum-

schule sind, sind mrpflIetz b°efÄ soba'tt sichre »luttaus m gen poSeXoerftänbigen auf ein Jahr zu ernennen, welche

Gemarkung zu begehen und unter Zuziehung der beledigten ®rubb f 6 betb®emarfung genau zu controliren, um in jedem Fall, wo sie bie Blutlaus an» bezw. Baumwärter zu verpflichten, van Fruhzahr bis Herbst die Bäume ber ©emnnung g a

treffen, sofort bem Bürgermeister Anzeige bavon zu machen. , , an einem ber letzteren Blutläuse vorhanben sinb, so wirb er wom -öurger-

§3. Wirb ein Besitzer von Aepfelbäumen zur Anzeige geb acht, batzan^ nicht entsprochen, wovon sich jebesmal bie Commission

Mister ausgesorbert, bie Bäume binnen sechs Tagen grunbüch zu g s Bäumchen in ber Baumschule eine solche von 10 Psenmg em, wo-

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Kaiser Wilhelm hat nun doch den Rathschlägen der Aerzte Folge ge- leistet und Ems bereits am 11. Juli wieder verlassen. Der Kaiftr reiste über «°blevz, wo er der Kaiserin einen Besuch abstattete nach der Insel Mainau am dem Bodensee zum Besuche der Großh. Badischen Herr 4asten. Da bekmnt l>4 die Leibärzte de« Kaisers von ber Hochgebirgslus u"\bem.®^e^ ebä bade die günstigste Einwirkung auf bie Gesundheit de» erlauchten Greise» ermatten, so dürfte bet Kaiser wahrscheinlich bereit« am 20. Juli in Bad Gastem Lintreffen. .

UebereinRimmenb mit ben Gutachten de' Dr Mackenzie hat auch Proseffot Virchow neuerdings den gutartigen Charakter des Hal^eiben» . des Kronprinzen constatirt. Professor Virchow beze chnete das Ernt9 [

W UM» im Halse bes Kronprinzen als eine Warzenbildung, nach besten nunmehr

erfolgter Befestigung eine Neubildung nicht zu befürchten wäre.

Fürst Bismarck wird in der dritten JuNwoche zur Kur in Bad M Rijfingen erwartet. Der Prinzregent Luitpolb von Bayern hat auch in 1