Wärmegrade der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 13. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15 Grad, Luft 20 Grad.
L. Chr. Rübsamen.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Corresporrderrz - Brrreair*
n-chg-l^.""' 12' 3unt D-r Kaiser hat gut g-fchlaf-n. Di- Schm-rz-n habcu und ÄÄ fij® ÄÄÄ B3erii°efmtlUea ' md*C§ tnbcffcn '"tz des zweimaligen Kugelwechf-l/r-fultattos geargie^ch m'Wen"'em7fangkm ^°"°8 ^-n Prinzen G-arg Kara-
cr ? , "$?ur<2aLbe (5t Petersburg" meldet mit Bezug auf die Opposition Frankreichs gegen die Bestimmungen der englisch-türkischen Convention, betreffend die Wiederbeietzung Egyptens, man könne annehmen, daß nicht allein Frankreich das von 200 ll.ettoffene Arrangement in dieser Weise in's Auge
genannte Blatt macht auf das Phantastische der Mehrzahl der ans 9^nmhnn naS einerÄlcken h?p -5^"' gesetzten Mittheilungen aufmerksam. Beispielsweise soll nach einer solchen die Entfernung zwischen Kacc (Kerki), das von den Russen zum Schutz der Eisenbahn besetzt gehalten wird, und Herat 4 Fansangs (gleich 110 Werttl betragen wahrend diese Entfernung sich in Wirklichkeit auf 500 Werst belaufe W tragen,
Lokale-.
? Sunt' Diebstahls-Angelegenheit betreffend, welche so berech
tigtes Aufsehen in unserer Stadt erregt, können wir heute ferner mitthpilpn hnfc »nliS m Ief?nrf^UI^mcr angegeben, ermittelt wurden. Auch sind dn
^o^i Wäschestücke :c. zugestellt worden, welche die Schuhmacher Heidt'schen Ebeleute verkauft haben Es durste sich empfehlen, daß Diejenigen, welch? von die er Famitte rgendwie Sachen gekauft haben, davon der Polizei Nachricht geben Die Unter
suchung wird damit wesentlich gefördert werden. 9 * 106 Untcr'
Szegedin, 11. Juni. Die Fluthen, welche schon gestern bis an die Dämme der Stadt Mako heranreichten, sind im Steigen begriffen. Das Wasser, welches steten Zufluß erhält, erfährt hier die erste Stauung und lehnt sich mit Gewalt gegen die Schutzbauten auf. Ein mächtiger, zuweilen orkanartiger Wind peitscht die Fluthen gegen die Dämme, an deren Befestigung mit verzweifelter Anstrengung gearbeitet wird Außer Mako ist nun auch Mezöhegyes gefährdet. Der Ringdamm um die Stadt Hodmezö-Vasarhely bewahrt sich; das zwischen demselben und dem Damm der Alföld- bahn eingekeilte Wasser steigt rapid. Die Wasserfluthen haben an der Durchbruchsstelle bei der Klein-Ttszaer Schleuse zwei Menschenleben zum Opfer gefordert; zahllose höfe des Ueberschwemmungsgebietes sind spurlos verschwunden. Doch wird von der oberen Theis und der Maros ein Fallen des Wasserstand-s gemeldet.
Arankreich.
Paris, 11. Juni. Deputirtenkammer. Berathung des Milttärgesetzes. Der Deputine Keller bekämpfte die Vorlage, welche in Wirklichkeit auf eine zweijährige Dienstzelt hinausgehe und die Qualität der Zahl opfere. Die Kammer solle nicht zur Diskussion der Artikel übergehen. Der Kriegsminister sagte, das gegenwärtige Gesetz ser vor Allem ein Gesetz der nationalen Vertheidigung. Niemand verkenne den Ruhm der alten Armeen, aber sie seien ungenügend geworden. Frankreich müsse große Anstrengungen machen. Der dreijährige Dienst dürfe übrigens nicht das intellektuelle Jhöeau t>ei Nation herabdrücken. Die Seminaristen und Sludirenden sollten so wenig
-c^osttch in ihren Studien und Bewegungen gestört werden. Das Militärgesetz mussi absolut sem; aber man könne es in der Anwendung mäßigen. Man könne bei den ^tudirenden selbst Beurlaubungen eintreten lassen unter der Bedingung daß Alle bei den großen Manöoern zur Stelle sind. Die Kammer möge das Gesetz annehmen welches zur Vertheidigung Frankreichs notwendig sei. Demahy, der Präsident der Kommlssion, verlangte die Dringlichkeitserklärung. Der Kriegsmintster erwiderte er überlasse dies der Weisheit der Kammer. Elemenceau tadelt das Ministerium dem erne eigene Ansicht in einer so wichtigen Sache fehle. Er wünsche weitere Mit- tcherlungen und namentlich darüber, ob ein stillschweigender Pakt zwischen dem Ministerium und der Rechten existire. Die äußerste Linke besteht darauf, weitere Aus- whrungen zu erhalten, welche Rouvier zu geben sich weigert; schließlich wird der D)rmglichkeitsantrag mit 359 gegen 206 Stimmen angenommen; hierauf beschloß die Kammer mit 385 gegen 125 Stimmen zur Diskussion der einzelnen Artikel überzugehen. Die Sitzung wird aufgehoben. 8
Außlaud.
Petersburg, 11. Juni. Durch das Erdbeben in Turkestan ist außer der Stadt Wernyt noch die benachbarte Ansiedelung Keskelen zerstört; auch wurden die Poststraßen in der Umgebung Wernyis und gegen 200 Werft Telegraphenleitung beschädigt. Es haben sich Erdspalten rmd Etnsenkungen von der Breite eines Arschin gebildet. Wie ver.autet, ist auch die Stadt Pischpek von dem Erdbeben heimgesucht worden.
.. , ~ ,?Erdbeben in Wernyt dauert in Zwischenräumen fort; es umfaßt einen Umkreis von 1000 Werst. Die Zahl der Verunglückten wächst tagtäglich, immer neu" Leichen werden aufgefunden. ö '
?us Omsk gemeldet wird, sind viele Häuser in der Stadt Dsharkent östlich von Wernyt n)Orben' desgleichen in den Ansiedelungen und Dörfern
Reichstag.
_ P. Berlin, 11. Juni 1887.
. (40. Sitzung.)
dampfergesetz ^a0c§orbnun0 ^ht zunächst zweite Berathung der Novelle zum Post- (Centr.): Er habe nicht gesagt, daß in der Vorlage die Auf- hebung der Mittelmeerttme ausgesprochen sei, sondern nur, daß die Tendenz der Vor- r?? diese Linie allmälig zu beseitigen, ohne die Subvention entsprechend
zu ermäßigen. Das halte er auch jetzt noch aufrecht.
r n Staatssekretär v. Bötticher: Es sei unrichtig, daß die Mittelmeerlinie roeg^ und es sei ferner unrichtig, daß, wenn diese Linie wirklich wegfiele, die I.in/ i?,vrosn,rlks®^Cno<0nt.au.Iid)t cr*)alten werden könne. Nach der neuen Abmachung leiste der Norddeutsche Lloyd nicht weniger, sondern mehr als er nach dem allen Ver- ©uböcntto/6' Cn 6atte’ ” bätte faa"a<b cbct Anspruch auf eine Erhöhung der Abg. v- Bamberger (sreis.) ist mit der Vorlage einverstanden und beantragt Norddeuiisben ^^beuder Resolution: den Reichskanzler zu ersuchen, die Direktion des »u oeranlaffen, daß sie periodische statistische Erhebungen über die L-*rEr» °n°,m sub°entlonirten Schiffe beförderten Passagiere und Waaren, u 3tn1?a™ Utlprungs der Waaren und der Nationalität der Passagiere, !u7 Kennt^k'd^st^s ^"^sta/ionen anfertige und diese statistischen Aufstellungen zur Kenntmtz des Reichstages zu bringen.
rpHiniA?taat§^crct?rrf* Bötticher spricht sich gegen diese Resolution aus. Ttfe an solchen Statistik seien getroffen; es sei aber bedenklich, diese Statistik
Rffp^tietrPeTTenstcbfclt ?Ur brl"c0In' ba ^bselbe mancherlei enthalten werde, dessen Ver- offentlichung den vaterländischen Handel schädigen würde. Die (vom Vorredner koreanische Zweiglinie sei nur um deswillen noch nicht eingerichtet weil die
^e9bn%e.^dfen nUr Schien mit geringerem Tiefgang zugLgNftikn als sie der
Abg. Or Hammacher (natlib.) erklärt sich gleichfalls gegen die Resolution Bamberger und empfiehlt eventuell die vom Abg. Gebhard beantragte Einschaltuna • ^welt berechtigte Interessen dadurch nicht gefährdet werden". Einer Vorlage wegen Errichtung emer Zweiglime nach Sansibar, die bet der ersten Lesung angeregt w^rde
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d7r Frauenarbeit ' H^tmann). Es handelt sich zunächst um di-B-schränkung g>,MSf®ic Commission schlägt folgenden S 136a der Gewerbe-Ordnung vor- Die IS :•«,«“?"= km
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Ä ,n der Nachtzeit von 8% Uhr Abends bis 5'/- Uhr Morgens
■ iäääk.s'b «Sm rwUn8 Ä?werden, dah die tägliche Arbeitszeit 14 Stundm nicht über WWZ8SWZ
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beugen Durch die Beseitigung der Frauenarbeit würden bTe arbeit« in bÄ" iafü?4 ' Sr, '“mT burchzusetzen; deshalb stimme er mit einen Freunden Dafür. So lange man sich weigere, den Unternehmergewinn zu schmälern, so lange *
werde man zu keiner Socialreform kommen. Redner wendet fiA Ä ,
[in. Kalle (natlib 1 hpantränt hrtfi - ^'bhmbar machen könntem ^Cn
B-Ichrönkung ta HMSii ba Ä.dnKV^r^rMbm 1 S’lb.Kb tf 9* (Gcntr.) befürwortet die Vorschläge der Commission Die Ardeitpr
fällig ergeben und diesmal werd- dasselbe der Fall f^n 6ättm M al5 b,n:
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Kurtz (Reichsp.) erkennt an, daß die Antragsteller von woblmollend^ "der der Gesetzgeber dürfe weniger Empfindu^aen und Gesuhlen als nüchternen Erwägungen folgen. Die Frauenarbeit sei in aewln-n R? trieben weder technisch noch wirthschastlich zu entbehren; das gelte nam7ntl ch von h^ @lnb,r±»lS^Err??9e.°.rbne,c Schmidt sage, Jndustrieen, die ohne Fmuen und Kinderarbeit nicht bestehen konnten, seien überhaupt nicht werth, zu ertstiren Mas wf ?b°r «u - armer« ®wnbm werben bie aus jene Industrien angSnn-fi^a6n,.fn^ « schwinden? Herr Schmidt würde den betreffenden Arbci «famMen schwerlich Brot geben können, wie unangenehm ihm auch die friAftt*» feln m°9c; Ma» solle Socialresorm im Sinne der kaiserlichen Botschaft tEn""°"^ nr 1 cr^alt auf Antrag des Abg. Letocha (Centr ) folaenbc Cn* m r h1^1 S890 b^" Arbeiterinnen nicht beschäftigt werden bei Bergwerkcn^Krub^
unb Brüchen. als Haspelzieherinnen, bet ben Oefen, Walzenstraßen und tnn$Uh>nn7i?al3: Hammerwerken, in Metall- unb Steinschleifereien
Ba"Ühöfm/^ auf 2Berften- foroie °ls Lastträgerinnen bei den Hochbauten und auf in FabM?ang-n°mm«d°^"9 b-s Antrags Kalle („Vom l.AprU18W ab dürfen
, r Bestimmung über Arbeiterinnen, „welche ein Hauswesen zu besoraen hnfipn« »rn ra.8 -ber Abgeordneten Hitze und Dr. Lieber wie sofgt g-M beWäW Sen"""'" Fabriken nicht länger als zehn Stunden täglich
cbiief/e roitb der ganze 8 136a angenommen.
Bet S 146 tritt Abg. Schm tdt-Elberfelb (frs.) ben Ausführunaen Kurtz' pnt- mir^TO?01 ®e,ten man bie sächsische Concurrenz nicht; man frage sich dort to b5™orZu46BVan6U®‘,*uC!tafto*an8£n ro£tbe' °rb£n,titbe Waare zu liefern und fnripr welcher die Strafbestimmungen enthält, wirb angenommen, ebenso nach m,lt ^nabnxe des Absatz 2, welcher die Bestimmungen 8er aus Arbeitgeber und Arbeiter in Werkstätten, in welchen durch elempntnrp ^ast (Dampf Wind, Wasser, Gas, heiße Luft, ElectrieE " bXtetriÄfiur* Verwendung kommen, ausdehnt. Dieser Absatz wird abgelehnt. »c^rieowerre zur
Damit ist die zweite Lesung dieses Gegenstandes erledigt.
.. c . ontag 10 Uhr: Gesetz für Elsaß-Lothringen, betreffend die Anwendung ab- Branntweinsteuer Quf landesgesetzliche Angelegenheiten, zweite Berathung der
Vermischte
, . ~ A Mainz, 12. Juni. Anläßlich der heftigen Kritik, die unsere Theaterleituna bei Schluß der verflossenen Theatersaison gefunden hat, hat sich unsere städtische V ? waltung beziehungsweise die Tbeatercommission in der lebten Zeit mit nfrfSJhinm pin^Q9en t,C^^t0t' Reorganisation der Theateroerhältnisse und Aufstellung ÄÄ neuen Theatervertrags bezwecken. Bei dieser Gelegenheit kam auch bie von einem .Ujeil der hefigen Presse lebhaft erörterte Frage einer etwaigen Uebernahme des Stadt- ^ndtische Regie zur Sprache und sprachen sich von fünf Mitgliedern des
Ausschusses zwei für einen Betrieb des Theaters für städtische Recknuna
etneä urtistischen Direktors mit einem ComitS von dessen Seite aus.' Definitive An- da7 voäiegende Mate/i^ zur !Prüfung 'un^e^***'*”*' M'Ä- »Ä'Ä&WÄ LZ dnen Spaziergmm zu machen, aus, ohne indeß zurückzukebren. Ta Preetorius oft Spuren von Schwermuth zeigte, so scheint es ziemlich sicher, daß er seinen Tod freiwillig in den Wellen gesucht hat. Die vielgeprüften Eltern des Unglücklichen verlieren in ihm einen braven hoffnungsvollen Menschen, den einzigen Sohn — In Gaualgesheim wird kommende Woche die katholische Kirche bis aus den Boden nieder Gebäude^ersetz?.' $ efcIbe ift n M längerem baufällig und wird durch ein neues ;r. e V1* 12. Juni. Der in Coblenz garnisonirende General v Los
rnkp^ o^bue Woche emem großem Mißgeschick entgangen. Bei einem Ritt kam sein Pferd zum Sturze ^.e,rr^^b am Zügel hängen und wurde so von dein aufspringenden Pferde mitgeschleift. Zum Glück eilten einige Husaren herbei und be- Rette» Hrn. v. Lo«, bevor er Schaden gelitten, aus der Lage. '


