der Direction des Herrn Otto Taubmann in Wiesbaden bestehende Freudenberg sche Conservatorium für Musik eröffnet 'am 2 Mai ^ommercursus. — Genanntes Institut bietet Interessenten durch vorzügliche r>O^^^erinstrumente die König!. Kammermusiker der Wiesbadener Dlähere auTh^m b/n ?bfte Ausbildung tn allen Fächern der Musik und ist alles ergeben § b bcr ^"trgen Nummer unseres Blattes befindlichen Inserate zu
des Johanneums in Hamburg, von der Realschule zu Remscheid und vom Real- progymnaffum in Marburg.
Schreiben von Einzelnen vor und während der festlichen Tage langten an: von den Herren Bürgermeister Bramm, von dem Univerfftätsrektor Dr. Kattenbusch von Kanzler Dr. Gareis, von Prof. Dr. Siebeck, von Prof. Dr. Thaer, von Prof' o and mann von Darmstadt, von Direktor Münch in Wimpfen, von dem Tech- mker Adolf Bergen in Höchst, Pfarrer Wissig in Rodheim v. d. H., Gymnasial- yj, ,• ®cr/£ar^) in Darmstadt u. a. m., während frühere Lehrer der Gießener Realschule: Dr. Sommerlad in Breslau, Vogel und Langstroff in Großumstadt Geiger in Großgerau, und frühere Schüler wie Thorwart und Hanstein aus Ehicago , Gg. Ferd. Gail aus New-Orleans, Fabrikdircktor Dr. Hilgenberg in Staßfurt 2c. rc. Telegramme einsandten.
Erwägt man das alles, »on dem, was bei den einzelnen Festacten mündlich ge- redet wurde, ganz abgesehen, so kann man wohl begreifen, wie das Lehrerkollegium ?on J?S;®9mnaftum und Realschule alle Ursache hat, mit hoher Befriedigung auf den Abschluß des ersten halben Jahrhunderts der Wirksamkeit beider Anstalten zurück' zusehen. Die derselben von so verschiedenartigen Seiten gezollte Anerkennung kann au' die Manner, welche ferner die hohen Aufgaben der Erziehung und des Unterrichts an derselben zu erfüllen haben, nur erhebend und zu fernerer treuer Pflichterfüllung ermunternd wirken, das Publikum aber, das seine Söhne weiterhin den beiden An- stalten Zufuhren will, in dem Vertrauen nur befestigen, welches es seither schon in reichem Maße denselben entgegen gebracht hat.
Wir erwähnen schließlich noch die Drucksachen, welche zur Verherrlichung der ^ube feier erschienen sind und, soweit der Vorrath noch reicht, von den ehemaligen Schulern, welche dieselbe zu besitzen wünschen, in dem Realschulgebäude gratis noch in Empfang genommen werden können. Es ist das: 1) die Geschichte der Real- s.chule von 1837-1887 n™ Herrn Direktor Nodnagel, 2) das Ver lichniß sämmt- Ucher Lehrer und Schuler derselben seit 50 Jahren, zusammengestellt von Proflffor Dr Buchner und Dr Bindewald, 3) eine Festrede von Dr. H. Mensch mm 90 Geburtstag unseres Kaisers, 4) em künstlerisch sehr ansprechend ausgeführtes Gedenk' blatt an die Jubiläumsfeier, 5) eine lithographirte Präsenzliste, die Namen der Theilnehmer an der geselligen Vereinigung am Abend des 25. März enthaltend 6) Festlieder, darunter auch ein Begrüßungslied von Dr. Theisen, die on dem genannten Abend gesungen wurden. 0C'
™ 12 Slpril. Der Landesoerein der deutschen freisinnigen Partei des
Großherzogthums Hessen hielt gestern seine diesjährige Hauptversammlung in Stein's °b, zu welcher aus dem ganzen Hessenlande sich Mitglieder und Freunde dieser Partei eingefunden hotten. Um 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Landesvereins Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch-Gießen die Versammlung, indem er die Erschienenen begrüßte und hierauf die Verhandlungen bezüglich der auf der Tagesordnung stehenden chl,nIeite.te* Dieselben hatten zum Gegenstand die Organisation der Partei bei den Wahlen, insbesondere auch bei der künftigen Landtagswahl, die Gründung eines blC ""^tttutzung der in Hessen bereits vorhandenen freisinnigen £rr un0crCl?cr Resolution an die Fraktionsmitglieder im Reichstage und
schließlich die Neuwahl des Landesausschusses. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Notar Wolf-Ingelheim, Rückert, Schödler und Langenbach, sämmtlich von Darmstadt deren Reden von den zahlreich Erschienenen beifällig aufgenommen wurden Die Nachmtttagsversammlung war so stark besucht, daß der große^Saal des Stei^schen Etablissements bis zum letzten Platze gefüllt war. Herr Rechtsanwalt Dr* Versammlung mit einer einleitenden Ansprache, in welcher
er mittheilte, daß verschiedene Reichstagsabgeordnete, wie Richter, Rickert ?c. ihr Er-
Zur heutigen Versammlung zugesagt, jedoch aus verschiedenen Gründen an der ?rfn ntpanIq« m^n^ert seien; sodann verkündigte er das Resultat der am Morgen S V2- ubertrug den Vorsitz dem Herrn Fabrtkanttn
erschienenen Herrn Reichstagsabgeordnelen Rechts- uuwalt M unkel aus Berlin das Wort erteilte. Derselbe, von der Versammlung auf s Wärmste begrüßt, gab m elngehender Rede ein Bild der gegenwärtigen politischen Lage uni) wurde wahrend und am Schluffe seines Vortrags mit stürmischem Beifall b^ohnt. Herr Rechtsanwalt Grünewald-Gießen dankte hierauf dem Redner worauf noch die Herren Rückert, Schödler und Wolf unter dem Beifall der Versammlung
Sm of !cnr* Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem f'od) auf
das^deutsche Vaterlgnd, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten.
Interesse und ihre herzlichen Wünsche für das fernere Blühen und Gedeihen der Realschule und des Realgymnasiums ausgesprochen und betätigt haben.
Wir wollen damit beginnen, die Geschenke aufzuzählen, welche die vereinigten Anstalten an den genannten Tagen empfingen und durch welche zugleich der Zeitraum von 1837—1887 einen epochemachenden Abschluß erhalten hat. Da ist denn zuerst der großen Munificenz zu gedenken, mit welcher der hiesige Stadtoorstand die „großen Verdienste, welche sich die Realschule um die Jugendbildung erworben" anerkannt und seiner freudigen Theilnahme an dem festlichen Tage, an welchem die Anstalt ihr hundertstes Semester abschloß, thatsächlichen Ausdruck gegeben hat. In hocherfreulicher Weise hat er ihr zu Anschaffungen für die Bibliothek und das physikalische Eabinet ein Geschenk von 600 JL. übermittelt und ebenso auf's Bereitwilligste die gleiche Summe zur Bestreitung der Kosten des Festes zur Verfügung gestellt, Gaben, für die den Vätern der Stadt der wärmste Dank gebührt.
Sodann muß der Jubiläumsgabe von Seiten früherer Schüler der Realschule in Amerika Erwähnung geschehen, durch welche das Lehrercollegium in den Tagen des Festes auf's Freudigste überrascht worden ist. Jene früheren Angehörigen haben als Zeichen ihrer Anhänglichkeit an die Schule, der sie die Grundlage ihrer Bildung für's Leben verdanken, die Summe von 1100 übersandt, der noch eine weitere nachfolgen soll, mit der Bestimmung, daß dieselbe der Anstalt als ständiges Kapital verbleibe, damit durch dessen Zinsen Zwecke der Schule gefördert werden könnten, die von „wesentlichem und bleibendem Nutzen" für dieselbe wären. Auf welche Weise diese Zinsen am besten zu verwenden seien, das überlassen die Geber vertrauensvoll dem Beschluß des Lehrercollegiums und wünschen nur, daß das Vermächtniß den Namen „Hansteinsttftung" trage, damit auf diese Weise der Name eines ihnen theueren früheren Lehrers der Realschule, des fei. Dr. Joh. Heinrich Hanstein, für die Folgezeit an derselben lebendig erhalten werde. Wir müssen aus Mangel an Raum uns leider versagen, das überaus freundliche und herzliche Schreiben, welches dieses dankenswerthe Geschenk begleitete, ganz mitzutheilen, können es aber nicht unterlassen, die Namen der freundlichen Spender anzuführen, da sie sämmtlich unserer Stadt entstammen. Es sind die Herren: Hermann Hanstein, Director der Handfertigkeitsschule und Zeichenlehrer an der Hochschule von Chicago, Sohn des genannten Pr- I- H- Haustein, Charles Trapp, Heinrich Thorwart, Julius Becker, August Beck, Kaufleute; Christian Becker, Stenograph; Otto Schultheis, Kürschner, sämmtlich in Chicago (Illinois); ferner Friedrich Ubrich, Kaufmann in Jefferson (Illinois), Eduard Homberger, Kaufmann in Mansfield (Ohio), Hermann Appel, Kaufmann in Nickerson (Kansas) und Gg. Ferd. Gail jan. in Baltimore, welcher letztere außerdem noch die Schule durch Uebersendung eines lebenden Alligators und ein Glückwunschtelegramm von den Ufern des Mississippi am -Lage des Festes erfreut hat. Sie alle dürfen fest überzeugt sein, daß sie durch ihre Stiftung nicht nur das Andenken an einen verdienten Lehrer, sondern auch die dankbare Erinnerung an sich selbst auf lange Zeiten hinaus an der Schule aufrecht erhalten, indem sie einen Beitrag zu der Jubiläumsfeier geliefert haben, der, wie sie es wünschten, „nicht zugleich mit der Festesfreude verrauscht", sondern auch bleibenden Werth hat und die „angebornen Bande" mit der alten deutschen Heimath, der sie mit ihrem Herzen noch angehören, nur noch fester knüpft.
Daran reihen wir die Erwähnung eines anderen freundlichen Geschenkes, zu dem der hiesige Verlagsbuchhändler Emil Roth, ebenfalls ein früherer Schüler der Realschule, sich veranlaßt fand, indem er 47 Werke seines Verlags, die er für die Realschulbibliothek werthvoll erachtete, darunter 4 Schriften ihres ersten Directors, des Herrn Prof. Dr. Braubach, der Anstalt gratis zur Verfügung stellte.
Mit dem Dank, für diese werthvolle Gabe mutz aber zugleich der gegen einen rinderen früheren Schuler, den hiesigen Buchbinder Häuser, verbunden werden, der in opferwilliger Welse die Einbände dieser sämmtlichen Werke als Festgabe gratis ge- Iiefert bat. Weiterhin darf eine andere Gabe nicht unerwähnt bleiben, die Herr Otto Bergen, Direktor der städtischen Gasanstalt, der sich auch sonst nm das Zu- standckommen und den befriedigenden Verlauf des Festes hoch verdient gemacht bat für die Bibliothek der Schule übermittelte und der er nach ein lithographisches Bild Äerr^. S ,r Pr' Vraubach anschloß, was ebenfalls zu ergebenstem Dank verpflichtet Me Gabe besteht in einem schön aebundenen Exemplar seiner „Steno-
Bilder für Stenographen und solche, die es werden wollen" iroefte Auflage, Leipzig bei I. I. Weber (20 Tafeln), ein Werk, das bei solchen Schulern der Realschule, welche die Stenographie betreiben, von nicht geringem Interesse fein wird. Schließlich sei denn auch noch heroorgehoben, daß Prof. Dr. K. Land - mann tn Darmstadt, früherer Kollege an der hiesigen Realschule, freundlichst 20 aÄmYare emrcr DOn ihm verfaßten Abhandlung: „Die nordische Gestalt der Nibelungensage und die neuere Nibelungendichtung" zur Vertheilung unter das Lehrerkollegium gelegentlich der Jubiläumsfeier gestiftet bat.
Wir wenden uns sodann zur Aufzählung der verschiedenen, vielfach überaus anerkennend und herzlich gehaltenen schriftlichen Glückwünsche, welche der Anstalt bei tbrem 3ubelrefte zu Theil wurden. In erster Lime muß hier das Gr. Ministerium deo Innern und der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten genannt "erden, das da seine Mitglieder persönlich an der Feier Theil zu nehmen verhindert n,“rci1r-Vnl^tJ.n^r schrsttlich seine wärmste Gratulationen abstatten, sondern auch noch mündlich durch Herrn Direktor Sold an von Mainz, den früheren Leiter der hiesigen Realschule, sem fortdauerndes Wohlwollen gegen dieselbe versichern ließ. Von hessischen Anstalten ließ ^rner sowohl die technische Hochschule in Darmstadt durch ihren Vertreter, Herrn Geh. Baurath Prof. Dr. Schmitt, als so das Gr. Gymnasium Gießen durch seinen Direktor Pros. Dr. Schiller eine kalligraphisch prächtig au^geftattete Votiotafel aus Pergament überreichen, denen von auswärtigen Anstalten eme ähnliche von der städtischen Realschule in Cassel sich anschloß
,sirbCre ®Iu^rounfW^jben [anbten: Realschule und Schullehrerseminar in 0'. die Gymnasien in Budrngen und Darmstadt, die Realschule in die erweiterte Knabenschule zu Grünberg und die höhere Mädchenschule wahrend das Realgymnasium in Darmstadt, die Realschulen in graphischem Weg'übe7mitteln ^--wünsche auf ,ele-
frfinT# nt c.. „ _ i zt-vrischfchreiben ein von der Real-
' Fahann in (Strafeburg i. E., vom Realgymnasium tn Trier, von den Realprogymnasien zu Marburg und Biedenkopf, von der Realschule zu Fürth ft ' den RealgymnasienWöhlerschule und Musterschule zu Franksurt^a/M., von den Realschulen zu Pforzheim und zu Harburg, von dem Friedrichs-Real- gymnasium zu Des au von der kgl. Realanstalt in Stuttgart, wie von dem Realgymnasium daselbst (Oberftud.-Rath v. Dillmann), von den RealgyrnnaLn zu Insterburg, zu Posen, zu Barmen, zu Eisenach, zri Cafsel zu Karls-
Lowberg, zu Osnabrück, zu Witten, ferner von der Realschule zu w S&(®öd)fen), zu Freiburg i. Br. und von der städtischen Realschule bera t‘h1DUrbenben Realgymnasien zn Königs-
ii (54 PnnA 8 Tilsit, zu Aachen, zu Hildesheim, zu Malchin (Dtecklenburg), r*' 0I- schen Realgymnasium in Berlin zugleich im Namen fämmte und Oberrealschulen der Reichshauptstadt, vom Realgymnasium
Handel und Verkehr.
Gießen, 12. April. Arif dem am 5. und 6. d. Mts. dahier abaebaltenen J676 Stück Rindaieh und 1093 Stück Schweine
q. Rlarkt Dienstag den 26. und Mittwoch den 27. d. Mts am leNkeren
Kr°SmÄnde'Ett"° U"b finbet an biefem Tag- Morgens 7 Uhr das V«,eskn de?
?. Aprib lffruchtpretse.s Weizen JC 00.00, Korn JL OOOO Ä ^nfm •* °°-00- L-in 00.00’,
Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Statt Gießen
^ßpcbe. Vom 3. April bis 9. April 1887.
Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 30,1»/«.
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im ^oom
Lungenödem
1
1
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
Organischer Herzkrankheit
2 (1)
2 (1)
—
Darmentzündung Lungenentzündung
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Verunglückung durch eine
Maschine
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1 (1)
Verbrennung durch kochendes
x \x/
—
Wasser
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Diphtherie
1 (1)
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Gehirn-Wassersucht
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— 1 (1)
Lebensfchwäche
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1 —
Summa:
11
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in der tenLb/n «Äh™1? aek>,tc” Zidern geben an, wie oiele der Todesfälle —Menenden Krankyert auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke fommcr.
Urmfeis
und
Eröffnung Sonntag den 17. April
IHner um 2 Nhr Nachmittags per Couvert 3 Mark.
Anmeldungen zum Diner (Damen nicht ausgeschlossen) bittet Unter- Mchneter -rgebenst rhm b,s spätestens Freitag Abend zugehen lassen ! wollen- ZÖUU Hochachtungsvoll
Aug. Faust.
Sellins«.
.n ~2L°o?et: z",- Won‘a3 den 18. April l. I., Morgens 10 Mr, da« 18. Semester mit 1) einem methodischen Kursus im Weißnähen, 2) im Wäsche- ™inrcn^en' im Flicken und Stopfen, 4) im
nÄ&2 • **••* *> *” ”” *» und 7) m -m,m
auätunft ertheilt und Anmeldungen nimmt entgegen
Gießen, im April 1867. D„ Vorstand.


