Ausgabe 
13.2.1887 Zweites Blatt
 
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ausgenommen werden und weitere 27 dergleichen Persrnen wurden mit Kleidungs­stücken und tx sonstiger Weise unterstützt.

Das Vermögen der Armenkasse hat sich im Etatsjahr 1885/86 auf 352 125.56 Jt, dasjenige der Plock'schen Stiftung auf 103 378.57 Ji. erhöht.

Von dem allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege wurden im Jahre 1885 160 Familien resp. einzelstehende Personen mit einem Gesammtkostenaufwand von 6522.14 JL unterstützt. In 433 Familien übernahmen die Diaconissinnen Kranken­pflege mit 491 Nachtwachen.

In der Krippe wurden durchschnittlich täglich 10 Kinder verpflegt. Leider fanden mehrfache Unterbrechungen statt. Im April und im August mußte die Krippe längere Zeit geschlossen werven, im April, weil die große Zahl schwerer Erkrankungen in der Gemeinde die Hilfe der Krippenschwestern in der Krankenpflege nothia machte, im August wegen der hier herrschenden Masernepidemie. Im Ganzen war oie Krippe an 271 Tagen geöffnet und -äblle an denselben 2652 Kinderpflegetage.

Zunächst ist zu erwähnen, daß Herr Bautechniker Jakob Altvater, welcher seither nur als provisorischer Gehülfe für das städtische Baubureau angenommen war, im Jahre 1885 desinittv in den städtischen Dienst eingetreten ist.

Baugesuche wurden eingereicht: 25 für Vorderhäuser, 45 für Nebengebäude und 33 für Veränderungen.

Auf Grund des Art. 4 der allgemeinen Bauordnung wurden neue Bauflucht­linien festgesetzt: für die Wagengasse, für die Ostscite des Marktplatzes und zum Theil für die Sonnenstraße.

Die Anzahl der Gaslaternen sowohl als der Petroleumlaternen wurde im Jahre 1885 nicht vermehrt, sie betrug zu Ende des Jahres 1885 371 Stück, davon 118 Richtungslaternen resp. 55 totücf. Die Gesammtkoften für die Straßenbeleuchtung berechnen sich für das Etatsjahr 1885/86 auf 18757.07

Die Versuche zur Erschließung neuer Quellen für die Quellwasserleitung wurden fortgesetzt und waren von Erfolg gekrönt, indem Dank der namentlich in dieser Be­ziehung rastlosen Thätigkeit des leider so früh dahingeschiedenen Stadtverordneten Herrn Ferdinand Gail in Grundstücken der Gemarkung Großen-Buseck, welche derselbe für die Stadt angekauft hatte, neue sehr ergiebige Quellen mit vorzüglichem Wasser aufgeschlossen wurden. Dieselben sind bereits mit dem Hochreservoir verbunden und beträgt nunmehr der Gcsommtzufluß 541 Ebm. in 24 Stunden.

Der Zuschuß der Stadtkasse zu den Kosten der ständigen Einquartierung für die in Dürgerquartieren untergebrachten Mannschaften des dahier garnisonirenden Regiments betrug vom 1. Avril 1885 bis dahin 1886 8255.31

Vermischte-.

Unglücksfall hat sich in Nordhausen gelegentlich einer Maskerade tm SchutzenhauSiaale ereignet. Ein hübsches Dienstmädchen war auf der- selben alsSchneekönigin", vollständig in schneeiges Gewand gehüllt, erschienen- in der Rechten trug fit einen im Lichterglanz strahlenden Weihnachtsbaum, von dem eine Kerze herabpel. In demselben Augenblick sing die Wattenumhüllung Feuer und sofort stand die Schneekönigin in Flammen. Sie stürzte auffchreiend hinaus, zwei Herren Een ihr nach und drückten sie draußen in den wirklichen Schnee nieder. Das un­glückliche Mädchen hat schwere Brandwunden erlitten. Das Haupthaar und die Kleidung sind verbrannt, das Gesicht ist mit Brandwunden bedeckt.

Literarische-.

Junkermann'- Humoristikum Sammlung heiterer Vortragsstücke von erprobter Wirksamkeit. Brosch. JL 3.-, eleg. geb. JL 4.-. Verlag von Levy L Muller in Stuttgart.

Der durch seine unübertrefflichen Reuter-Darstellungen in allen Theilen Deutsch­lands und auch im Auslande wohlbekannte erste Komiker des Stuttgarter Hoftheaters, August Junker mann, hat unter vorstehendem Titel soeben eine reiche Sammlung heiterer Vortragsstücke herausgegeben, deren Wirksamkeit er zumeist selbst schon durch ostentliche Reciiatton erprobte. Neben einer großen Anzahl neuer, seither ungedruckter Vorträge in Prosa und Poesie finden wir in Junkermanns Humoristikum auch köst­liche Solo- und Duoscenen, Scherzspiele, Pantomimen u. bergt, die zur Aufführung in größeren und kleineren geselligen Kreisen bestimmt sind und überall stürmische Heiterkeit erregen werden. Wir erwähnen nur: Die Bürgschaft, mit lebenden Bildern; der Taucherhandschuh des Ritter Toggenburg oder der Drachenkampf nach dem Eisen­hammer; das Wachsfiguren-Cabinet; Freund, du bist der Retter meines Lebens; der Kreuzfahrer u. s. w. Mehrere vorzügliche Illustrationen: August Junkermann in feinen Reuter-Eyarakteren sind dem Buche beigegeben, das viel zur Belebung und Erheiterung ganzer Gesellschaften und GeselligkeitS-Vereine beitragen wird. Aber auch für denjenigen, welchem es nicht vergönnt ist, dergleichen Veranstaltungen in privaten oder öffentlichen Vereinigungen beizuwohnen, bietet Junkcrmann's Humoristikum eine solche Fülle zwerchfellerschütternder Komik, herz- und geisterfrischenden gesunden Humors, daß wir gerade diesen außerhalb der großen Gesellschastscentren Wohnenden oder an's Zimmer Gefesselten die Lcclüre dieses erheiternden Buches angelegentlichst empfehlen möchten.

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Submission.

Mittwoch den 23. l. Mts., Vor­mittags 11 Ubr, sollen für Großh- Landes­zuchthaus nachstehende Lieferungen für die Zeit vom 1. Avril 1887 bis 31. März 1888 im Submissionswege vergeben wer­den, nämlich:

I. Victualieu.

1. circa 28u0 Kgr. Bohnen, weiße,

2. 3000 Erbsen (Victoria),

3. 30 00 Linsen,

4. 72000 Schwarzbrod,

6. 2400 Gemischtbrod, \

6. 2000 St- Weißbrod (Wecke),

7. ' 1200 Kgr. Gerstengrütze,

8. 1200 Weizengrütze,

9. 1800 Roggenmehl,

10. 1100 Weißmehl,

11. 1350 Kaffee, roher,

12. 800 Reis,

13. 1600 Gerste, geschälte,

14. 1100 1 Essig,

15. 100 Kgr. dtudeln,

16. 150 1 Mohnöl,

17. 10 Kgr. Chocolade,

18. 3 Thee,

19. Zucker,

20. 30 Pfeffer, ganzer,

21 250 Zwetschen, gedörrte

22 130 Kalbfleisch,

23. 3000 Rindfleisch,

24. 1200 Nierenfett, rohes,

25. 1350 SchwOnefleisch,

26. 2000 Schweineschmalz.

ausgelassenes deutsches, 27. 1450 Kgr. Handkäse,

28. 13(00 i Milch.

II. Schreibmaterialien.

29. It. Verzeichniß.

III. Bürstenwaaren.

30. It. Verzeichniß.

IV. Sonstiges.

31. circa 9800 1 Petroleum.

32. 1150 Kgr- Kernseife,

33. 200 Schmierseife,

34. 900 Soda,

35. 70 Dtzd. Lampencylinder, ver­

schied- Größe,

36. 145 Mtr-Lampendocht verschied.

Breite,

37. 40 St Kohlenlöffel,

38. 5 Dtzd. Eßlöffel, verzinnte,

39. 120 Päcke Zündhölzer, schwed.,

40. 9 Kgr- Stearinlichter,

41. 70 St- Filzkappen,

42. / 400 Kgr. Chlorkalk,

43. 450 Eisenvitriol,

44. n 12 St. gußeiserne Kochtöpfe,

45. v 12 . . Kohlenkroppen,

46. , 250 Mtr. Putzlumpenzeug,

47. . 300 Kgr. Macuiaturpapier-

Ordn.-Nr. 1-3, 4-6, 7-10, 11-21, 2224, 3234, 4243 und 4445 wer­den zusammen vergeben; auch sind von Ordn.-Nr. 13, 721, 29, 3234 und 47 Muster vorzulegen.

Die Lieferungsbedingungen sind vom 16. bis 18. l. M. auf dem Bureau des Großh. Oeconomen dahier einzuseben>nd Offerten, versehen mit der Aufschrift Submission" bis zu obigem Termine Vormittags 11 Uhr in dem vor unserm Bureau aufgehängten Submissionskasten verschlossen einzulegen, oder 'frankirt bei uns einzureichen. 974

Marienschloß, den 5. Februar 1887.

Großh- Landeszuchthaus-Dlrectzon.

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Mittwoch den 23. Februar L I,

Vormittags 10 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd circa 700 Hectare, von denen 200 Hectare Wald, haltend unter den vor der Verpachtung bekannt ge­macht werdenden Bedingungen auf 6 Jahre im Gasthaus zum Hessischen Hof dahier verpachtet werden.

Bemerkt wird noch, daß das Jagd­gebiet circa vier Kilometer von der Oberhesfifchen BahnstaltonMücke" entfernt ist und daß zwischen letzterer und Freienseen eine 2 malige Postver­bindung täglich besteht.

Freienfeen, den 30. Januar 1887. Großh. Bürgermeisterei Freienseen.

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Inventar-Versteigerung- Wegzugshalber wird am Diens­tag den 13. Februar, von Mor­gens 9 Uhr an, auf der Domaine Altenberg das

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