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Sonntag den 9. d. M. fand die erste Monatsversammlung des Bezirksvereins Gießen und Umgegend im Poftkeller statt, welche wiederum sehr zahlreich besucht war. Er-' freulicherweise konnte mitgetheilt werden, daß nach kaum 4wöchcntltchem Bestehen des Vereins die Mitgliederzahl sich auf 33 erhöhte. Diese Ziffer wurde durch den Bei­tritt mehrerer Werkmeister des Hüttenwerks Hirzenhain erreicht, welche sich, obgleich weit von Gießen entfernt, des guten Zweckes halber, dem hiesigen Beztrksverein ange­schlossen haben. Möchten auch die noch fehlenden hiesigen Werkmeister, in richtiger Erkenntniß ihres eigenen Interesses, dem Vereine bald als Mitglieder beitreten. P.

Am 23. Januar findet in Stein's Garten die zweite Versammlung der Mittelrhein. Verbandsvereinigung" der Generalfecbtschule Lahr statt. Die Zwecke der Fechtscüulen sind ja wohl allen Lesern bekannt und der Erfolg, welchen solche bereits erzielt haben, des Oefteren auch in diesem Blatte erwähnt worden. (Wir erinnern hierbei nur an das Reichswaisenhaus in Lahr.) Es darf darum auch erwartet werden daß die Herren, welche sich an obengenanntem Tage hier zusammenfinden werden' freundliche Aufnahmen zu erwarten haben.

Polen, 6. Januar. DasPos. Tagebl." berichtet:Die Kunde von einem dreifachen Morde und Selbstmorde versetzte heute früh die Bewohner der Thorstraße in größte Erregung. Der in genannter Straße im Hause Nr. 17 wohnende Kassen­assistent Trappehl hat in vergangener Nacht seine Frau, sowie seine beiden Kinder, einen dreieinhalbjährigen Knaben und ein halbjähriges Mädchen, und dann sich selbst erschossen. Die im 37. Lebensjahre stehende Frau und die Kinder schliefen allein in einem Zimmer, das jüngste Kind mit der Mutter in einem Bett, der Mann auf dem Sopha in der Nebenstube, woselbst er mit dem Revolver in der Hand aufgefunden wurde. Die Frau hat den Schuß in's linke Ohr, das bei ihr liegende jüngste Kind in die Stirn, das älteste Kind über dem rechten Auge in die Stirn, der Mann in die rechte Schläfe erhalten. Das Motiv der entsetzlichen Thal dürfte in langjähriger Krankheit, Mißstimmung, ja Schwermuth des Mannes zu suchen sein. Wiederholt hatte er zu seiner Frau geäußert, es würde im Falle seines Todes für sie und die Kinder gesorgt sein, sie würden daher nicht nöthig haben, von irgend Jemanden ein Stückchen Brod anzunehmen. Dies erregte die Besorgniß der Frau, die sie auch ihrer Mutter mittheilte. Trappehl, im Jahre 1851 geboren, lebte in geregelten Verhältnissen war Bureauassistent bei der Prooinzialständischen Wegebau-Commission und bezog 2350 v4L Gchalt. Früher war er Kassenassistent beim erzbischöflichen Consistorium Als die Wohnung der unglücklichen Familie heute früh auffällig lange verschlossen blieb, wurde das Dienstmädchen ängstlich und lief zu den Schwiegereltern. Der Bruder der gemordeten Frau erbrach die Thür und nun bot sich den Blicken der ein­tretenden Eltern und Verwandten der grausige Abschluß dieses so erschütternden Familiendramas dar."

Andernach, 6. Januar. Der Versuch, Hunde als zuverlässige und schnelle Boten zu verwenden, ist dem jetzigen Restaurateur auf der Krahnenburg, Herrn Marron hier, bei einem einjährigen Hühnerhunde durchaus gelungen. Den Besuchern des Aussichtspunktes auf dem Krahnenberge fällt unterwegs öfters ein im schnellsten Laufe begriffener schwarzer Jagdhund auf, der durch am Halsbande befestigte Depeschen die Bestellungen nach und von der Stadt befördert und der selbst durch einen unterwegs ihm begegnenden Spielkameraden sich in seinem Botendienste nicht beirren läßt Er­reicht wurde die Dressur dadurch, daß dem Thiere bei Ankunft auf dem Berge oder in der Stadt jedesmal unter Zufriedenheitsbezeugungen sein Lieblingsfutter ge­reicht wurde.

London, 6. Januar. Zu den Mittheilungen des amerikanischen Postamts- Superintendenten Herrn Bell über die Geschwindigkeit der zwischen Europa und den Vereinigten Staaten fahrenden Postdampfer bemerkt heute dieTimes" in einem Leit­artikel:Englische Schiffe nehmen nicht so ganz den vordersten Platz ein, wie man erwarten könnte. Der herrliche CunarderEtruria" ist allerdings an der Spitze der Liste, allein unter den 11 Schiffen, welche durchschnittlich 16 Knoten machen, befinden -sich nur 3 englische. Nicht weniger als 5 von den 11 gehören dem Norddeutschen Lloyd und 3 zur französischen Linie, deren Schiffe zwischen Havre und Newyork fahren. Dies spricht in hohem Maße für die allgemeine Wirksamkeit des Norddeutschen Lloyd. _^n der dritten Kategorie der Schiffe, welche 15 bis 16 Knoten machen, befinden sich S Schiffe, von denen nur 4 englische sind, während von den übrigen 3 dem Nord- Aeutschen Lloyd gehören und 2 französisch sind. Die Ehren bei diesem Vergleich

schwieriger nachwelsen laßt. Aehnlich liegen die Verhältnisse beim Studium der Phar- macie, der Forstwirthschaft, der Baukunde und auch im Post- und Steuerfach sind aan» gleiche Mißstände vorhanden. 6

Die Folgen dieses übermäßigen Zudranges zu allen Berufs- und Erwerbszweigen welche eine höhere Bildung erfordern, sind höchst bedenklich. Ueberall eine übergroße Anzahl von Leuten, welche unter Aufopferung der besten Jahre ihres Lebens und erheblicher Geldmittel jahrelang vergebens auf angemessenes Unterkommen warten müssen, und ihre Zahl wird noch steigen, daher wachsende Unzufriedenheit, übermäßige Verzögerung der Familiengründung, noch verschärft durch Steigung der Lebensansprüche. Eine andere Folge ist der häufige Versuch, zu einem anderen Beruf Überzugehen wo­bei der größte Theil scheitert und schließlich auf ein verfehltes Leben zurückblickt. 'Eine große Anzahl höher Gebildeter wird in Subalternstellen herabgedrückt. Drittens aber kommt die Auswanderung in Betracht, durch welche der Heimath hervorragende in­telligente Kräfte verloren gehen. Endlich aber werden die zurückbleibenden unzu­friedenen Elemente nicht nur ein bcklagenswerthes Schicksal haben, sondern auch ein gefährliches destruktives Ferment im Lande bilden, welches nur zu geneigt ist, das Heer socialdemokratischer Agitatoren zu vermehren.

Lokales.

Gießen, 12. Januar. Das neue Jahr scheint sich in Bezug auf Brandfälle recht gut anzulassen. Zum drittenmale innerhalb weniger Tage stürmte es heute Stacht 12 Uhr. In einer Hofraithe der Wallthorstraße brach Feuer aus, welches jedoch rasch gedämpft wurde. Unter ungünstigen Umständen hätte sich hier ein Schadenfeuer ent­wickeln können, dessen Folgen nicht zu bemessen sind.

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Abonnent K. Ihre Auffassung hinsichtlich des Eisvereins ist eine irrige. Die Bekanntmachung des Eisvereins vom 7. Januar bezieht sich nur auf die Eisbahn Pinter den Eichen, allo die sogenannte künstliche Eisbahn, dagegen nicht auf die k ihn r Lahn. Auf dieser hat Jedermann, mag er Vereinsmitglied sein oder uicht, das Recht hmzugehen. Es heißt in der polizeiamtlichen Bekanntmachung am Schluffe ausdrücklich: Bemerkt wird, daß durch die Bestellung des Eisoereins als ollermger Unternehmer eine ausschließliche Benutzung der Eisbahn der Lahn durch die Mitglieder des Eisvereins nicht beabsichtigt ist, daß daher eine Versagung der Benutzung der Eisbahn durch Nichtmitglieder oder Nichtzahlende unter keinen Um ständen stattfinden darf. Wenn der Eisverein auf ferner Bahn, für welche er jährlich 300 JL Pacht zahlen muß und welche herzu- rrchten und zu unterhalten vieles Geld erfordert, dort das Betreten von Zahlung ernes Geldbetrags abhängig macht, dann wird ihm dies jeder Billigdenkende nickt verübeln. Red.

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r., ~ Gesundheitspflege im Spazierengehen kann nicht blos in der nütz-

uwen Bewegung und m der Einathmung reiner Luft bestehen, sondern auck darin oatz man wabrend der Promenade eine der so vortbeilhaft bekannten Sodener Mineral-Pastillen im Munde langsam sich auflösen läßt. Das trägt in Verbindung P? fiuJc Wesentlich zur Linderung, bezw. Heilung katarrhalischer Leiden

bei, verhütet neue Erkaltungen und bringt so bei Hals- und Lungenleiden eine sehr wohlthuende Wirkung hervor. Die Sodener Pastillen, aus den besten Brunnen des berühmten Taunusbades, unter Sanitätsraths Dr. W. Stöltzing's persönlicher Con- trole durch Abdampfung gewonnen, haben sich in Lungen- und Leberleiden, bei Hämorrhoiden und katarrhalischen Zuständen mannigfaltiger Art aufs Beste als heil- kraftig erwiesen. Zu beziehen ä Schachtel zu 85 durch die Apotheken. 156

. _ _ Schiffs - Bewegung

oer Host-Dampffchiffe der Hamburg-Amertkauischen Packetsahrt-Actien-Gesellschast ^r?mbun84 10" Das Deutsche DampfschiffMarsala". Cavitän

Maaß, ist am 0. ^anuar, Nachmittags, wohlbehalten in Ncw-Uork angekommcn.

Schiffs Nachrichten.

Bremen 8. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdamvier Ä' S- Bruns, vom Norddeutschen Lloyd in welcher am

angenommen ®remen ol,0e8an8C" roax' W b-ui- wohlbehalten in Baltimore «.ff JSiÄSrVSW

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Unzahl kleinster und /ältester Crystallgebilde, ^welche^m7t8?hren Sp^en^ uniM «äs

Flocke. Der auf die Schueeflöche fallend- Lichtstrahl ka m daher kein Milliw,^ " BS ESSE

Ucötart fehlt in dem zuruckgeworsenen Lichte. Daher mufi dieses Ketne

8°karbt frschcmen wie das cinsallende Sonnen- oder Tageslicht d bw^ib^ Diesem Siefiett, 12. Januar. (Deutscher Werkmeister-Verband). Vergangenen I Vorgang^i'st"s welchertni' Schnees sehen. Im Wesentlichen derselbe 1..... ............. .....*................................... EMMMLEsM

fallen ^lich der Lampe" - woher nun eben Äf Äucb

ÄrpZnS U^\miCkCn unzähligen kleinen Lichtpunkte erscheint die Milch weiß Entsprechend auch bei den übrigen oben genannten Körpern.

Altgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

r?ie ^"dbriefträqer führen auf ihren Bestellungsgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt uoergebenen Sendungen mit Werthangabe, Ein- Ichreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnliche Pastete und Nachnahmesendungen ?U Äj°fere5. Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ab­lieferung dieser Gegenstände dienen. a

« . der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Sanb» 2 e, r^r demselben.das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes Westens des Landbriesträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vor- «ewährt werden Ue6er8eu9un8 von der stattgehabten richtigen Eintragung

Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene 'einer Sicherstellung nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird «uf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht.

Darmstadt, 6. Januar 1887.

Kaiserliche Ober-Postdirector:

Hage.mann.

Es diene hiermit )nr Nachricht, daß ich das Burea« für männliche Dienstboten nicht weiter sübre. Nur weibliche brave Dienstmädchen können bei mir gute Stellen bekommen zu jede« Zeit.

Frau Müller, Vermietherin,

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I ^38 Em Leitriemen (2spännig) am Wallthor verloren. Geqen Belohnung ab-

1 Zugeben Marburgerftraße 24.

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I abzugeben Hammstraße 27.