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Erbtheil der Königin Katharina,

etwa 300,000 vH. nebst einem von Oldenburg 2 Millionen JL wurden mit zus. 1,200,000 JL

"ach Berlin abgereist, um an den Verhandlungen des Bundesraths theil- zunehmen.

Lokales.

, 11. Januar. Gestern Abend gegen W Uhr gerieth das in der am A^bse^rweg gelegenen Felvscheuer eines hiesigen Oeconomen befindliche Stroh in ^and. Da Hilfe mcht sogleich zur Hand war, gewann das Feuer solche Ausdehnung ^^^oschungsversuche Zwecklos gewesen wären und ließ man deshalb Stroh und mnr^fintCiTn^rfn2.en' pF!! ber Brandstiftung verdächtiger Soldat der 10. Compagnie wurde in Untersuchungshaft genommen. F B

r Die verstorbene Prinzesstn Marie von Württemberg hat dem Prinzen Wilhelm von Württemberg ihr Palais sammt einer Million vH., der Prinzessin Charlotte einen sehr werthvollen Schmuck, ein ~ ' ' " ' ~~ * '

serner der Famllie des Prinzen von Weimar zwetten Schmuck und dem Herzog Alexander vermacht. Verschiedene wohlthättge Anstalten bedacht.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz - Bureau.

Qr, . Breslau, 10. Januar. DieBrest. Ztg." meldet aus Zabrze: Der gestern Abend emgetroffene Personenzug stieß mit einem Rangirzug zusammen, dessen Maschine und drei Wagen entgleisten. Der Locomotivführer und Heizer des Rangirzuges wurden schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Kein Passagier des Personenzugs wurde verletzt. 00

Paris, 10. Januar. Goblet empfing den Besuch der bulgarischen Delegirten nichtamtlich und erklärte, er habe den Ausführungen Flourens nichts hinzuzufüaen Frankreich habe Sympathie für die Freiheit der Nationen, müsse aber vor Allem seine eigenm Interessen in Rechnung ziehen, es habe kein besonderes Interesse, wodurch eine Intervention Frankreichs bei den bulgarischen Angelegenheiten erklärbar würde. Frank­reich durfte die Bande nicht außer Acht lassen, welche Bulgarien mit Mächten ver­knüpfe, zu denen Frankreich in freundschaftlichen Beziehungen stehe. Er könne nur eine .chnelle und günstige Lösung der Situation wünschen, welche gegenwärtig für ganz Europa die Ursache von Störungen und Beunruhigungen sei. Die Delegirten verweilten nur sehr kurze Zeit bei Goblet. b

Paris, 10. Januar. Die Einnahmen des Staatsschatzes betruaen im Jahre 1886 32 Millionen weniger als 1885 und blieben um 71 Millionen hinter dem Voranschlag zuruck.

, ~ "Journal des Debats" schreibt: Das bulgarische Volk gleiche nicht

einem unterdrückten Volke; es sei so unabhängig, daß es sogar formelle Verpflichtungen verletze durch Nichtlerstung des türkischen Tributes und Nichtschleifung der Donau­festungen. Es habe den Frieden im Orient stören, den Berliner Vertrag zerreißen Rumelren annektiren dürfen. Auch jetzt trotze es dem Willen Europas, indem es Philrppopel als einfachen Prooinzialhauptort behandle. Die bulgarische Regierung fei revolutionär. Die bulgarische Demokratie befinde sich in den Händen einiger Empor­kömmlinge und Ehrgeiziger. Die Bulgaren seien unfähig, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Rußland, dem sie ihre Befreiung verdankten, habe recht, eine Art Vormund! schäft auszuuben. Die Türkei, deren Vasallen sie seien, habe recht, in den bulgarischen Angelegenheiten zu interoeniren. Da Rußland und die Türkei sich im Einvernehmen befanden, so fei es unersichtlich, aus welchem Grunde sie und andere Staaten die in mrd erhattttl^sollen"^ $)ktatouu unb Störenfrieden bestehende Regierung unterstützen . m Bombay 10. Januar. Seine König!. Hoheit Prinz Friedrich Leopold ist halttnwttd C n0Ctroffen' mo er M als Gast des Maharajahs einige Zeit auf- eine Jur Alcazar von Toledo brach in der vergangenen Nacht

~ Januar. sPrtvatdepesche.^ Das hiesige Stadttheater ist heute

Nacht 12 Uhr vollständig niedergebrannt. Kein Menschenoerlust.

Kossand.

Haag, 10. Januar. Der Caffationshof bestätigte das Strafurtheil, welches die Socialisten Domela und Nieuwenhuis wegen Beleidigung de» König» zu einjähriger Haft verurtheilt.

Reichstag.

nr r w r E. R. Berlin, 10. Januar 1887.

Auf Antrag der Geschaftsordnungscommission beschloß das Haus, das Mandat des Abg. G amp durch seine Ernennung zum Geheimen Ober-Regierungsrath für nickt erloschen zu betrachten und ferner die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung des verantwortlichen Redactcurs derDarmstädter Freien Presse" wegen Beleidigung des Reichstags nicht zu ertheilen, nachdem

Abg. Dr. Meyer (Halle) ausgeführt, daß die betreffenden Artikel den Ent- rmstungsresolutionen und Entrüstungsadressen sehr nahe standen, welche auch in der Regierungspresse Eingang gefunden und daß man auch nicht entfernt daran denke, eine Bestrafung derselben für wünschenswerth zu erachten!

Darauf wurde ohne Discussion der Etat des Reichsschatzamts bewilligt, womit nach ganz kurzer Dauer der Sitzung die Tagesordnung erledigt war.

Nächste Sitzung Dienstag. Tagesordnung: Zweite Berathung der Militär- Vorlage^ ___________

Vermischtes.

10- Jaguar. Gestern wurde wieder eine goldene Hochzeit hie dritte seit Februar v. J. in hiesiger Gemeinde gefeiert. Das noch rüstige und gesunde Jubelpaar, Johannes Becker III. und Maria Margaretha 8 S House m Gegenwart der nächsten Angehörigen eingesegnet '

v f dutzbach Januar. Die vorgestern zu einer gemeinschaftlichen Sitzung

berufenen Mitglieder des Gemernderaths, des Kirchen- und Schulvorstandes beschlossen einstimmig dre Errichtung einer Realschule am hiesigen Platze zu Ostern d. <t. '

' 9* Ionuar. Eine Carnevalsveranstaltung reicht der anderen eben vorgestern die erste Sitzung derNarrhalla" stattgehabt, hat sich heute diei Garde des Prinzen Carneval zu ihrem ersten diesjährigen General-Avvell in derStadthalle versammelt. Neben derNarrhalla" trägt die Prinzen-Garde am meisten zum carnevaltstischen Leben in Mainz bei und nimmt es darum nicht Wunde7 daß heute niieber drei bis vier Tausend Menschen, darunter viele Fremde, mit ihren un.b Kindern, aus den Nachbarstädten Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt Worms, Bingen rc. zu unsererStadthalle" geströmt waren, um das tolle Treiben mit anzusehen. Wahrend in derNarrhalla" außer Liedern fast hauptsächlich Vorträge cultwirt werden, pflegt die Prinzengarde neben heiteren Concerten und Vorträgen mel?r Darstellungen und persifilirt so gewissermaßen plastisch die den Scherz und die Heiterkeit herausfordernden Vorkommnisse. In bunter Reihenfolge wurden so gelungen carikirt em internationaler Gesangswettstreit das Gastfoiel russische Nattonal-Künstler-Gesellschaft und Vieles mehr Bei^&ÄnS allgemein bekannte Anspielungen eingewoben. Zwischen diesen einzelnen

Aufführungen werden humoristische Lieder gesungen. Eins dieser Lieder, das den neuen Frankfurter Hafen, welcher beiläufig bemerkt, dem Mainzer Carneval eine reicht Sunflenwur^ * " ÖCT' Mfanb Wen Beifall, daß es dreimal

^uinz, 10. Jan. Auf Grund des Sozialistengesetzes wurde der seit Jahren hier wohnende Schuhmacher Leuther aus dem Großherzogthum Hesi'en ausaewie n L-uth-r, der ein geborener Oesterreicher ist, hat jüngst wegen k-m Verdacht de Ver­breitung sozialdemokratischer Schri ten sechs Wochen in Untersuchunasbaft aeiessen Am Samstag Nachmittag kam L. die Ordre zu mit der Weisung innerhalb 24 Stunden

Handel und Verkehr.

15» 16 k 090 Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.004.50, Milch per Liter

1218 Zwiebeln per Centner 5.000.00. v

Frankfurt. 10. Januar. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Anae- trieben waren 358 Ochsen, ca. 21 Bullen, ca. 464 Kübe und w Die Preise stellten sich: Achsen 1. Qu all 1 64-66^2. Munh

Kaioer i. uuat 2. Qual. 5560 H per 1 Pfund Schlachtgewichll

Arma Zenkrah.

Eine biographische Skizze von %*

Laß sie auf leichten Fittigen entschweben Die Töne mit der holden Zauberkraft; Wo sie erklingen, wo sie lieblich weben Da fließt ein Born, der hehre Wonnen schafft.

Mntrifa ar* Joni des Jahres 1864, als die Sonne Amerikas das liebliche

grüßte. Ihre Eltern lebten in New-York und waren fein ^s^t^^ute, dre Mutter sehr musikalisch. Als die Kleine ihr zweites Jahr zurück- wie ein Magnet auf ihr Gemüth und im wildesten ^nn ihre Mutter das Claoier öffnete und spielte oder tot no® 6r<6öpfunfl fü6?enb bC 8 ^aunt sitzen und lausch-n, weder Müdig- bte britte Jahr erreicht, so verstand sie bereits was

Tonart und Melodie anlangte, der Mutter Lieder nachzuspielen und diese fühlte sich hpTl^s veranlaßt, dem Talente die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das Gehör s war ganz erstaunlich; der erste Unterricht, den Arma von der Mutter ^hielt, durfte als vorzüglich gelten. Außerdem wurde aber der deutsche Professor ^^^^angezogen und dieser brachte das Wunderkind, als es 9 Jahre alt war, ü"ch^utschland, wo die kleine Arma in Leipzig unb Sternen halb die Aufmerksamkeit der bedeutendsten Musiker auf sich lenkte. 1

m , Wie n iaw s k i war es, der im Jahre 1876 die kleine Künstlerin mit den ganzen Geheimnissen der (Seigc vertraut machte und Vieuxternps übte später in Paris den größten Einfluß auf Arma aus. Er äußerte sein Entzücken über die musikalische Seele und fand keine liebere Beschäftigung, als mit ihr von Musik zu sprechen, ihre kindlich natuen und doch von tiefer Innerlichkeit zeugenden Antworten zu hören und endlich sich von ihr etwas Vorspielen zu lassen.

Vieuxternps unterrichtete sie täglich mindestens 2 Stunden lang und wurde gewissermaßen ihr zweiter Vater, der sie voller Bewunderung oft die Nachfolgerin der Normann-Neruda nannte. Im Jahre 1881 mußte sich der Meister von seiner Jüngerin trennen und der Abschied sollte leider ein Abschied sür's Leben werden, denn gerade an ihrem Geburtstage am 6 Juni, starb Vieuxternps. In demselben Jahre ?beL ^/ong Avma Senkrah durch Wiedergabe seines dritten Violinconcerts im Gefolge hatte welcher noch mehrere Medaillen und andere Auszeichnungen

e... ^uf war bereits über den Canal gedrungen und Mr. Manns engagirte die

Künstlerin für die Sonnabend-Concerte im Krystall-Palaste. Sie kam, sie sah und fnr^ipn^ "§ie wird den Joachim erreichen!" Enthusiasten

sprachen. ,,^»hre Violine singt wie Engelsstimmen!"

fcnrt st?uh1,»iC ^82 ^hrte die Künstlerin bescheiden nach Paris zurück und lernte Rubinstein Tennen Sem Spiel berauschte sie förmlich und Übte einen eigen- 0bwaltigen Emfluß auf ihr Talent aus. Durch Rubinstein wurde sie mit Wolff rn Berlin bekannt, welcher sie für eine Concerttournä burd) Deutschland und Skandinavien engagirte. Ueberall feierte Arma Triumphe. Sie spielte vor der Königin von Dänemark und im Jahre 1884 war es ihr beschieden, in Baden vor dem deutschen Kaiser ihre Talente zu entfalten

®en fr^af,l^r?rabrvnLpru\ ®r.°6f?abt me^' nicht bemüht gewesen wäre, Fräulein Senrray für Concerte zu gewinnen.

. Während der Sommermonate des Jahres 1885 weilte die liebenswürdiae Vtriuosin in Weimar beim Altmeister Liszt, welchen ihre seelische Auffassung macht?« anzog, so daß er mehrere großer- Werke mit ihr durchnahm und selbst mit ihr öfter die Kreutzer-Sonate von Beethoven spielte.

Die bedeutendsten Kritiker, wie Hansliik z. B. rühmen ihre beiiere Sicherbeit die ungetrübte Reinheit und Klangschönheit ihres Tones, der tadellosem sich in' Arpegaien, Laufen und Trillern zeigenden Technik. Sic ist keines von den vielen geigenden Mädchen, sondern ein weiblicher Geiger allerersten Ranges. Sic vereinigt die Virtuosität Sa rasa tc's mit dem warmen Ton der Soldat und der Anmuih, wie dem spezisischen Geigcngenie der Tua. Wir glauben sicher, daß Mrs. Arma ist ihr Künstlername) am Dienstag, 18. d. Mts., vor einem äußerst zahlreichen Publikum auch bei uiis ihren Ruhm befestigen wird.

h., zr,. ä . 3 Termins wurde von dem Polizeiam ?b6elehnt. Von lernen Gennnun-sgenoßen brs nach Hochheim begleitet und hier mit der^Sch^ieiz°^§ verabschredet, begab sich der Ausgewiesene gestern Nachmittag nach nnn gestern erfolgte Ausweisung eines Socialdemokraten

Ar wie aus dem übrigen hesirschen Staatsgebiet, welche mit Rücksicht darauf, mirbCnC cQud> ohne Belagerungszustand erfolgen konnte,

unh h 4 VI als ben Vorläufer von weiteren Maßregeln gegen die Mainzer

unb hessischen Socialdemokraten betrachtet. Wie weit dies richtig, wirb bie Zukunft Uren- Thatsache ist indeß, baß in ber letzten Zeit bie hiesigen Polizeiorgane ben t^wokraten ein scharfes Auge roibmen unb in ben von Socialisten hauptsäch- ^^ntlrten Wirthschaften häufig als nicht gern gesehene Gäste erscheinen. Auch nr!s bf^kfratCI?4 ?CE Umgegenb von Mainz wirb große Aufmerksamkeit ge- f?^tAUnb Ja*VbcrL §nde der verflossenen Woche in Mörstadt wieder mehre Haus- bmb"I^ veranlaßt, daß bei einzelnen in Frankfurt verhafteten WHVÄTr Bapiere vorgefunden wurden, bie auf einen engeren Verkehr mit Worstadter Gesinnungsgenossen hmdeuten sollen.

2*onuar- Die wegen ber unter den Kindern herrschenden Diphteritrs seither geschlossenen Volksschulen, wurden, nachdem bie Krankheit fast voll- flanorg erloschen, auf Verfügung bes Kreisgesundheitsamtes heute wieder geöffnet NpbP^^^-^p^fen, 10. Januar. In dem Kreise Alzey wird lebhaft über das bc8f,f®^,ar^>.iIi!1^9iau6roiIi,e§ aeflagt. In unmittelbarer Nähe von m!hr.r? zahlreiche Wildschweine sehen lassen und wurden deren auch schon

mehrere geichoffen. Von dem Donnersberg wird berichtet, daß sich die Wölfe aus den Ardennen und Vogesen sehr weit in's deutsche Land wagen.

ben arn-®ei ein,er ®eute ftatt0efuni>enen Kammcrrevision in

Den Scafemen erschoß sich in ber Dragonerkaserne ber Quartiermeister Peter. (F. Z.)

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