Ausgabe 
10.7.1887 Erstes Blatt
 
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300 Jt), welche die Anschaffung eines Schlauches verursacht, gescheitert. Es soll vorerst von der Begießung abgesehen werden, da man andererseits durch das Einfahren des Gießfasses Beschädigung der Bäume befürchtet. Herr Petri macht auf das Vorhanden­sein älterer Feuerwehrschläuche aufmerksam, die ganz gut zum Begießen des Nealschul- hofes benutzt werden könnten; neue Schläuche könne man ja dann der Feuerwehr über­weisen. Nachdem schließlich von mehreren Rednern auf Abstellung einiger Mißstände hingewiesen worden, die sich hinsichtlich Der Function der städtischen Gießsässer über­haupt herausgestellt, wird beschlossen, um ein rascheres Füllen der Gießfässer zu er­möglichen, Kostenvoranschlag über die Vermehrung der Wasserstationen einzufordern. Die Kosten für Pflasteraufbesserungen in der Löwengasse werden bewilligt; gleichzeitig spricht sich die Versammlung für die Nothwendigkeit der Neupflasterung dieser Straße aus. Sämmtltche Räume des Bürgermetsterelgebäudes sind nach dem vorliegenden Bericht ausbesserungsbedürftig. Die Versammlung genehmigt deren Herstellung, stimmt der Verlegung des Ortsgerichts (welchem nunmehr zwei Zimmer eingeräumt werden sollen) nach dem unteren Stockwerk zu und sieht Vorlage der betr. Kostenanschläge ent­gegen. Ein Schreiben des Herrn Directors der höheren Mädchenschule legt die Noth- wendigkeit der Anbringung von Außen-Marquisen vor den Fenstern des Mädchenschul­gebäudes dar. Seitens des Stadtbauamts ist dem Anliegen Befürwortung nicht zu Theil geworden, die Versammlung spricht sich ebenfalls dagegen aus. Herr Treff, als Hauptinteressent an der Ableitung der Abfallwasser mittelst Cementrohrs aus der Flügelsgasse nach dem Schoorgraben und des damit in Verbindung stehenden Gelände- nuslausches, ist nunmehr mit dem Tauschanerbteten der Stadt einverstanden, falls das ihm zufallende Gelände als Baugelände erklärt und ihm gestattet wird, innerhalb zwei Jahren daselbst ein Haus zu bauen. Während die Baudcputation beantragt, die Bau- erlaubniß erst nach Ertheilung der ministeriellen Genehmigung des neuen Baustatuts zu ertheilen, will die Versammlung ein allenfallsiges Gesuch nach Ablauf von 2 Jahren auch dann befürworten, wenn bis dahin die in Rede stehende Genehmigung des Bau­statuts noch nicht vorliege. Infolge Berichts über häufig vorkommende Wasser- und Schmutzansammlungen in der Wolfstraße genehmigt die Versammlung, daß die Vor­arbeiten zum Ausbau der genannten Straße angeordnet werden. Die Herren Huhn, v. Münchow und Vogt haben um die Erhöhung des Trottoirs vor ihren Häusern am Seltersweg nachgesucht und sich bereit erklärt, die Kosten zu tragen. Die Versamm­lung lehnt, dem Antrag der Baudeputation entsprechend, das Gesuch ab, da eine Er­höhung des Trottoirs im oberen Theile des Selterswegs sich nicht empfehle und es mißständig erscheine, wenn, wie hier, diese Erhöhung nicht ihre Fortsetzung finde.Für die ihrer Vervollständigung entgegen gehenden Schlachtbausanlagen sind noch erforder­lich: eine Uhr, eine Viehwaage, zwei Caldaunenabfubrwagcn. Zur Anschaffung dieser Gegenstände wird Genehmigung ertheilt, desgl. zur Einführung''der Gasleitung in die Gebäulichkeiten und zu der infolgedessen nothwendigen Legung eines größeren Haupt­leitungsrohres in der Rodheimerstraße. Das vorhandene Rohr ist zu schwach, um die zur Speisung von ca. 60 Flammen notwendige Gasmenge durchzulassen. Dem früheren Beschluß der Stadtoerordneten-Versammlung, dem Gcsellschastsverein anzu­sinnen, das vor dem Gesellschaftshause in der Sonnenstraße angebrachte Schutzdach auf 3,40 Mtr. zu erhöhen, um den ungehinderten Verkehr hoher Wagen zu ermöglichen, setzt der Vorstand des Gesellschaftsvereins das Gesuch entgegen, das qu. Schutzdach in seiner jetzigen Höhe zu belassen, da der Gesellschastsverein auf ftgliche Schadenersatz­ansprüche verzichte, wenn eine Beschädigung durch Fuhrwerke herbeigeführt werde. Unter dieser Bedingung soll fragl. Schutzdach belassen werden. Das Schäfereiwesen betr sollen vorerst die Acten unter den Mitgliedern der Stadtoerordneten-Versammlung circuliren, bevor Beschluß über die Aufhebung der Weidebefugniß, welche auf Ansuchen der Schäferei-Gesellschaft bis 1. April 1888 hinausgeschoben worden ist, gefaßt werden soll. Die von Großh. Oberrechnungskammer eingesandten Revisionsbemerkungen <2 Punkte) zur Rechnung von 1884/85 werden zur Kenntniß der Versammlung ge­bracht und durch den Herrn Vorsitzenden erläutert. Die Punkte 25, 27 und 28 der Tagesordnung wurden von der Berathung abgesetzt. e

Gießen, 9. Juli. sKunstverein für das Großherzogthum Hessen.1 Fortsetzung der Erläuterungen zur Gemäldeausstellung.

Nr. 173. Hermann Schmieden in London. 8. W. Harrington Road 24. Des Künstlers eigenes Portrait mit edeln, männlichen Zügen, in vollendeter Technik ausgeführt, an diejenige der großen alten Meister sich anschließend.

Merkwürdiger Weise bemerkten mehrere junge Damen, daß dieser Kopf auffallend an denjenigen des Lebensmüden in Emil Reide's großem Gemälde in der Berliner Jubi- läums-Ausstellung erinner, in der That, sie hatten Recht, als man die Photographie des Neide'jchen Gemäldes herbeibrachte.

Viel getheilter aber waren die Ansichten über ein zweites Gemälde von demselben Künstler. '

Nr. 172. Hermann Schmieden. Eine Abendlandschaft; derNixenteich" Die Sonne ist bereits untergegangen, nur ein schmaler tiefrother Streifen am Horizont bezeichnet noch die Stelle, wo sie verschwunden ist, unter diesem lagern schon dunkle Schatten der nahenden Nacht und nehmen gegen den Vordergrund hin allmälig ab wo sich einige lichte Stellen am abendlichen Himmel in einem Weiher spiegeln, in dessen be­wegten Wellen die Nixen baden.

Aber das ist ja Alles so flüchttg, roh und unfertig gemalt, als hätte es ein herum- zrehender Schnellmaler in 40 Minuten geschaffen", sagten zwei der betrachtenden Damen- unmöglich kann jener Meister Hermann Schmieden so etwas gemalt haben.

. ist es das Werk desselben Malers, treten Sie nur etwas weiter von

dem Gemälde zuruck, so daß Ihrem Auge die rohen und harten Farben und Pinselstriche mcht mehr störend wirken, und Sie werden erstaunen, wie schön und naturwahr Ihnen dre,e Landschaft erscheint und wie mächtig Sie die abendliche Stimmung beschleicht"" bemerkte ein herzutretender Herr,das ist eben die jetzt fast zur Mode werdende Art der Matweile.

Die aber gefällt uns gerade nicht, und noch weniger, daß man für ein solches Geschmiere 700 verlangen kann", erwiderten zwei jener Damen, die drei andern jedoch schienen sich einiger Maßen mit der Malweise auszusöhnen.

Nr. 199 R von Hagen in Venedig. Aus der Marcus-Kirche in Venedig. Sehr treu aufgefaßte und glänzend wiedergegsbene Ansicht eines Thells aus dem Innern Jener prächtigen Kirche m ruhiger, tiefer und doch klarer Farbenharmonie.

s Nr- 20. I. Duntze in Düsseldorf. Norwegische Küste bei Jeddern. In

der Ferne aufziehender Sturm, em Lieblmgs-Motiv vieler Seemaler.

r. , Nr. 39 Paul Weber in München, Ausfluß vom Hintersee. Wie ein lieber alter Freund begrüßt uns wieder ein Werk dieses berühmten vaterländischen Künstlers. Geboren 1823 m Darmstadt, lernte und entwickelte sich Paul Weber rasch unter Aug. Lucas Anleitung. Hierauf ging er in seinem 19. Jahre nach Frankfurt an das Stüdel sche Institut und von dort nach München. Auf Veranlassung des Prinzen *U*P?In 6 l846. eSe Reise m den Orient und bereiste 1848 Amerika Al? er

V roteber m Darmstadt ankam, war er ein großer Künstler geworden und

««WH 5 sicher aul em Lehrer der Großherzogin Alice. Großartigkeit der Ausfassung wid seltene gediegene Darstellungsweise zeichnen ihn aus. Leider Hatter sich schon seit immer erfreuen uns von Neuem seine trefflichen Waldlandschaften, die vorjährigen auf der Berliner Ausstellung und seine jetzige hier.

Nr. 68. Ehr. Mali in München. Ein Sommertag am Ammersee frnntg war nies Bild, nach Weise der alten Niederländer. Auf der Jubiläums-Äuvsttlluna un vorigen Jahre m Berlin fand Malis Gemälde: am Bach ebenfalls öUr^eifkJ 9 u Alb. Adamo in München. Küchenrevision. Ein aemütblicher

§etr mmmt cinem Küch-Nüsch- di- n-u-n Einkäufe für das Mchs - fest' liche Mahl mit Kennermiene chmunzelnd wahr, während hinter ihm die öm;! ? - " S?" ekt fÜt biC @UWe bearbeit-? Der L^Buar 1887

Nr. 71. W. Bader in München. Ein Duett. Ansvreckendes =

jungen Darmstädter Künstlers: Singendes Mädchen und ihr Brüderchen schön im Ausdruck des Köpfchens. Die Malweise ist aber, °bgÄ an eine fas wist alterliche erinnernd, doch zu bleich in der Farbe der Hände. Lmder ist das Bildes' scheinlich, -he es noch völlig trocken war, mit Staub Leckt .Ä Ät Firniß gezogen worden, der nur schwer zu entfernen sein wird. '

Nr. 71. C. H. Hoffmann. Zigeunerfuhrwerk im Schneesturm ron.a gestellt von der Kunsthandlung von H. Haindel in Ulm.) rm* (Aus-

Ein fein und lebensvoll ausgeführtes Bildchen.

* Gieße«, 8. Juli. lKrauße-Concertel. Das aesttia, t ments-Concert in Stein's Garten war wiederum vom ptäcbtiQf en^etter *nertaBonnCs S'X 'ÄSÄÖJB ÄS!

Accuratesse des Dirigenten wie der Capelle hervortraten und daß die Pwcen sowohl, rote die Erzeugnisse der leichtbeschwingten Muse Suppä's Strm.L'/"? Millöcker's einen thaufrischen Eindruck ausübten. Wie lieblich heimelt^ R 6 vnd Maue ©ee" an, der mit seinen recht gemütvollen Weisen das Millöcker'sche' mrouS61' Schloß" hervorzauberte. ,t9e "verwunschene

Zum Schluß wollen wir noch einige Worte der Novität von Lur welche wir am ersten Concertabend kennen lernten, und die gestern eine Wiederholung erlebt^ Em gigantischer Krönungsmarsch, würdig in jeder Beziehung, wenn auch das rick>t^?^n. ftändniß des Werkes nur von musikalisch gebildeten Zuhörern^vettangt werdm Trotzdem dürfte aber der Laie ebenfalls mit sichtlichem Interesse der Gompofition fni» * da dieselbe, abgesehen von ihrer patriotisch erfundenen Melodie, eine der origineMpn arbeitungen der Volkshymne:Heil dir im Siegerkranz" in sich birgt und mit bem L , Nun danket alle Gott" den feierlichsten Abschluß findet. Daß die Composition auck^ Sensation erregte, geht erstens aus dem Beifall, uben sie fand und zweitens Wunsche vieler Musikfreunde hervor, daß Herr Musikdirector Kr auß e dieselbe beim Abonnements Concert noch einmal wiederholen möchte. Hoffentlich kommt er h' Wunsche nach. Olelen*

Gießen, 9. Juli. Unsere Leser machen wir darauf aufmerksam bau morgen, Sonntag den 10. Juli, ein Extrazug nach Frankfurt abgelassen mi.? welcher von Cassel 4 Uhr Morgens abfährt und von Station Gießen um ?i nL geführt wird. Zu dem Extrazug werden Retourbillets zum einfachen Personem»^ T mit fünftägiger Gültigkeit ausgegeben. 'vnenzugpreise

Wsv»Lfchtes.

Wieseck, 8. Juli. Die 25jahrige Jubiläumsfeier des Turnvereins Wieseck lief in schönster Weise programmgemäß. Tas Frühconcert nahm um 10 Uhr Anfang und hielt die Theilnehmer bis gegen 1 Uhr in heiterster Stimmung beifamm Den Glanzpunkt des Vormittags bildete das Erscheinen des Gründers des sRmS Herrn Dr. Emil Hansult, z. Z. in Lehrbach, welcher mit einem hänigen (W Heil empfangen wurde. War er doch Derjenige, welcher im Jahre 1863 auf ftiS Arnsburg den ersten Preis für den Turnverein Wieseck errang und nun heute konnte derselbe einen Turner desselben Vereins, wozu er vor 25 Jahren den Grundstein aeleat begrüßen, welcher auf dem 1. Gaufeste, das in den Mauern Wiesecks gefeiert wurd!' ebenfalls den ersten Preis erkämpfte. Wahrlich, eine tiefergieifenbe Scene als bfle graubemooste Haupt einem kräftigen blühenden Jüngling die Hand zum Gruße bot ihn herzlich beglückwünschte und ermahnte zum Weiterarbeiten für die edle Turner' sache. Daß hierauf noch manches Glas geleert wurde, läßt sich wohl denken.

Mittags nach 2 Uhr erfolgte die Aufstellung des Festzugs, an der Spitze die dem Vereine heute noch angehörenden 5 Gründer, sodann in Turnercostüm bie mit Eichenkränzen geschmückten eieger des vorhergehenden Tages. Diesen schlossen sich die Festjungfrauen, Vereine mit ihren Fahnen rc. an. Unter Vorantritt der Gießener Regiments-Kapelle und des Trommler- und Pfeifer-Corps des Turnvereins Wieseck bewegte sich der gut arrangirte Festzug durch die herrlich geschmückten Straßen des Festortes nach dem Festplatze. Hier angekommen, begrüßte Herr Turnwart Bierau die Festtheilnehmer, gedachte in einer kurzen Ansprache der Bedeutung des heutiaen Tages und ernannte sodann im Sinne des Wortes:Wer ausharrt wird gefrönt" Namens des Turnvereins Wieseck die Herren vr. Emil Hansult x. 3. in Lebrbacb' Jakob Helfenbein, z. Z. in Gießen, H. Kolb, Ph. Möser und Heinrich Wagner als Gründer und Förderer des Vereins bis zum heutigen Tage durch Uebe^ reichung prachtvoll ausgeführter Urkunden zu Ehrenmitgliedern.

Hierauf ergriff Dr. Haniult das Wort und dankte vor Allem im Namen der Jubüare dem Turnvereine Wieseck für die ihnen gezollte Anerkennung, beleuchtete so­dann die Gründung des Vereins und betonte besonders den jetzigen guten Bestand des Turnvereins Wieseck machte ferner auf den Werth der Turnerei aufmerksam und schloß mit dem Wunsche, daß der Verein auch das 50jährige Jubiläum mit bem eiben Glanze feiern möge.

Das nun beginnende Schauturnen, welchem das Publikum stets mit größter Spannung folgte, wurde heute wieder trotz der drückenden Sonnengluth meisterhaft ausgefuhrt und erfreuten sich die Turner stets des reichsten Beifalles seitens der Zuschauer.

Concert und abwechselnde Vorträge der hiesigen Gesangvereine bildeten den übrigen Theil des heutigen Nachmittags. Als man gegen 7 Uhr auch der Tanz- lustigen gedachte, füllten sich rafch beide Tanzplätze und flotte Tänzer drehten sich im $ efntretender Dunkelheit fand programmgemäß die Abbrennung des Feuer­werks statt, welches allgemein befriedigte.

Sv vergingen noch die letzten Stunden des Festes in heiterster Stimmung und erst gegen Morgen trennten sich die Theilnehmer mit dem Bewußtsein, daß man daS erfte £urn|eft des Lahn-Wetter-Gaues, welches ohne jeden Mißton verlaufen, als ein in jeder Weife gelungenes bezeichnen kann. R.

Mvinz, 8. Juli. An der neuen Straßenbrücke zwischen hier und Kastcl roitir eben auf dem Jen fettigen Brückenkopf der Festungsabfchluß angebracht. Derselbe besteht, in zwei hohen Gitterthoren, welche in geringer Entfernung von einander zwischm den b-'d-n als Bruckeiige derheberstelle dienenden Pavillons ausgestellt werden. Eium gleichen Abschluß erhalt die Brücke auf dem diesseitigen Ufer. Vor der letzten Reichs­tagswahl war in den öffentlichen Blättern viel von den Brückenabschließen die Rede, indem Biele m der damaligen Einpassung der Thore ein gewichtiges Symptom von einem bevorstehenden Krieg erblickten.

_ , .V o in Nhein, 8. Juli. In Oberwesel brach gestern gegen Nachmittag Feuer au§, das in kurzer Zeit 8 Gebäude in Asche legte. Das ganze Häuserviertel zwischen Haupt- und Unterstraße ist ein Raub der Flammen geworden. Als man gegen 4 Uhr des Feuers Herr wurde, waren 12 Anwesen, meistens unversichert, zerstört.

,r(9n, l 0k1 &erhängte sich gestern in seinem Hause ein in den besten Ver­hältnissen lebender Schuhmachermeister. Schwermuth ist das Motiv zu der That.

In Folge einer Benzin-Explosion entstand gestern in einer Färberei in Bingen Feuer. Durch die rasch herbeigeeilte Hilfe beschränkten sich die Flammen auf das des Gebäudes, doch erlitten der Besitzer, sowie dessen Frau, die das Feuer ersticken wollten, erhebliche Brandwunden.

? f tir t a. M., 5. Juli. Etn komisches Intermezzo erregte am Sonntag wahrend des Festzuges in der Fahrgasse allgemeine Heiterkeit. Drei junge Damen batten auf einer gewaltigen Kiste Platz gefunden. Als der Zug herannahte unb bie Mädchen enthusiastischHoch" riefen und die Tücher schwenkten, hörte man plotz^ etnen furebtbaren ^0(6 unb die drei Damen verschwanden vor den Augen des Pub- ttkums in dem Hohlraume der Kiste, deren Deckel sich für die holde Last auf die ?j?Ucr tragfähig genug erwiesen hatte. Als der Zug vorüber war, schaute man

sich nach den verfirntenen Mädchen um und beförderte sie mit einiger Mühe an da, Tageslicht. Glucklicherwiise hatten sie keinen Schaden genommen. ,, s

in ur2 a- Nt.' 7. Juli. Ein schrecklicher Meuchelmord ist gestern Abend «egen 10 Uhr an dem Wäscher Betzold, Gelnhäusergasse Nr. 15, passirt. Letzterer, so- wie Wäscher Neumann wohnten seit längerer Zeit in demselben Hause, sielebten m. Infrieden und Neumann mußte ausziehen. Gestern nun paßte der ca. 60jährige Ju ad?L nnd des Abends schlich er sich in's Haus, stellte sich hinter die Treppe und als Betzold dieselbe herabkam, stieß er ihm das Messer tief in die Brust, so dav der etwa .Mahrige B. sofort tobt zusammenstürzte. Der Mörder, welcher ver- uchte, sich selbst zu entleiben, wurde noch rechtzeitig feftgenommen nnd nach oem Aefangnisse Iransportirt, wo er nun seinem Lohne für die schändliche That entgegen' sehen kann.

,3 u , 7. 3uli. DerN. Zür. Ztg." wird geschrieben: Das amtliche zeichn ß auf dem Stadthaus zeigte Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr elf Nam m von Umgekommenen, sechs Männer, die, wie Restaurateur Spillmann, hatten belfern wollen, auch drei kleine Kinder derselben Familie, geb. 1884-86. Aus einem Haus« ist die Zahl der Vermißten noch nicht festgestellt. Das schöne neue Regierungsgebauo« am See, auf einem Pfahlgerüste stehend, wurde bis Mitternacht geräumt. Das Ver-