Ausgabe 
10.4.1887 Drittes Blatt
 
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1887.

Nr 8^. Drittes Blatt. Sonntag den 10. April

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

... M vir.«-.,»»..«. Preis viertelsährlicb 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn.

Schul st raße 7. Erscheint täglich mu Au» L * Montags. Durcü die Von betonen üicrteijäbrlid) 2 'IRdrf 50

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- Amtlicher THeit.

Nr. 9 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 28. v. M., enthält:

(Rr. 1704.) Verordnung, betreffend die Caution des Rendanten des Reichskriegsschatzes Vom 12 März 1887 .

(Nr. 1705.) Uebereinkunst zwischen dem Deutschen Reich und der Oesterreichisch-Unganschen Monarchie wegen Zulassung der beiderseitigen Angehörigen zum Armenrecht^oVom^^Ma^n^ZK-g, ben Anthell der Reichsbank an dem Gesammtbetrage des steuerfreien ungedeckten Notenumlaufs. Vom

15. März 1887. sßr. ig des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 31. v. M., enthält:

(Nr 1707.) Gesetz, betreffend die Feststellung des Reichshaushalts-Etats für das Elatsjahr 1887/88. Vom 30. März 1887

(Nr.' 1708.) Gesetz, betreffend die Aufnahme einer Anleche für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres, der Manne und der Reichseisenbahnen, sowie zur vorläufigen Deckung der aus dem Reichsfestungsbaufonds entnommenen Vorschüsse. Vom 30. März 1887.

Nr. 11 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. v. M., enthalt: . .

(Nr. 1709.) Gesetz, betreffend einige aus die Marine bezügliche Abänderungen und Ergänzungen des Gesetzes vom 27. Ium 1871 über die Pensiomrunz und Versorgung der Militärperfonen rc. Vom 24. März 1887.

Gießen, am 7. April 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

vr. Boekman«. __________________

Bekanntmachung.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzoglich^ Ministerium des Innern und der Justiz dem Pserdemarktcomitö zu Fritzlar die Erlaubniß ertheilt hat die Loose einer von demselben am 14. Juli d, I. in Fritzlar zu veranstaltenden Verloosung von Pferden, Wagen, Fahr- und Rest-Requisiten und sonstigen Gegenständen in den Kreisen Gi-ß-u, AlSfeld und Lauterbach zu vertreiben. Rach dem von dem Konigl. Preußischen Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau genehmigten Verloosungsplane dürfen 7000 Loose i 3 4 ausgegeben und müssen 14900 M. zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden. a . ,

Gießen, den 5. April 1887. Großherzogüches Krersamt Großen.

vr. Boek mann.

Bekanntmachung.

Kaufmann Jäger, Schlitz, Jost Korell, Schwabenrod, Bürgermeister Küchel, Butzbach, Graf Oriola, Büdesheim, Amtsrichter Rabenau, Büdingen, Friedrich Graf zu Solms-Laubach, Erlaucht, Laubach.

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Gemäß Art. 85 der Kreis- und Provinzialordnung wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß von den Kreistagen der Provinz Ober- heffen zu Mitgliedern des Provinzialtags gewählt bezw. wieder gewählt worden sind:

1. Bürgermeister Bramm, Gießen,

2. Beigeordneter Braun, Nidda,

3. Hüttenbesitzer G. Buderus, Lollar,

4. Rechtsanwalt Curtman, Gießen,

5. Rechtsanwalt Dr. Dittmar, Gießen,

6. Postverwalter Freymann, Gedern,

7. Justizrath Dr. Geyger, Affenheim,

©iefcen, am 4. April 1887.^ deS Provinzialtags der Provinz Oberheffen

Dr. Boekmann.

Bekanntmachung.

Diejenigen Einwohner von Gießen, welche Tauben halten, werden hiermit aufgefordert, dieselben ohne Ausnahme vom 10. April bis 3. Mai l. Js bei Meldung der in Art. 79 des Feldstrafgesetzes vorbestimmten Strafe in den Schlägen eingesperrt zu halten.

Gießen, am 7. April 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fresenius. ___________

Lokale».

©iefcett, 9. April. Die Glocken läuten das Osterfest ein und mit ihren, Klange zieh, eine weihevolle, fromme Stimmung in unser Herz. Hat das Gedenken des Tages, an welchem der Erlöser der Welt den Tod am Kreuze erlitten, uns mit Weh erfüllt und das Bewußtsein von der Vergänglichkeit des Irdischen mit besonderer Lebhaftigkeit in uns wachgerufen, so dringt die Kunde von Ostern, von der Aus erstehung, gleich einem leuchtenden und belebenden Sttahl durch das Dunkel und ver­scheucht die Wolken trüben und traurigen Sinnens.Christ ist erstanden" gewaltig tönt das Wort, allen bangen Herzen Trost und Hoffnung spendend. Er hat die Macht des Todes überwunden und die Pforten des Grabes gesprengt, nicht für sich felbft, sondern für uns, für Alle, die an ihn glauben und ihm nachzufolgen bereit sind. Darum gießt die Feier des Osterfestes Ruhe und Vertrauen in unsere Herzen, wir empfinden, wie Faust es nennt,der Himmelsliebe Kuß" und blicken mit kindlicher Zuversicht zu dem auf, der unser Aller Vater ist. Und wie er seinen Sohn aus der stacht des Grabes erweckt hat, so legt er alljährlich von Neuem geheimnißvolle Kraft in die Natur; wenn wir das Fest von Christi Auferstehung feiern, feiert um uns her die Schöpfung ihre Befreiung von den starren Banden, in welche die Strenge des eisigen Winters sie geschlagen. Die Vögel senden ihren schmetternden Jubelgesang dem Himmel zu und in Baum und Strauch regt sich üppig quellendes Leben. Leicht ist er nicht der Kampf mit den Gewalten der Finsterniß und des Todes, aber unversiegbar sind die Quellen des Lebens, und so heftig der Winter sich wehrt,es muß doch Frühling werden." Mit den Empfindungen, die im < .denken an die Liebe des Schöpfers zu den Menschen unsere Brust erheben, steht d Wiedergeburt alles Seins um uns her in innigem Einklang. Und deshalb singen wir heute aus vollem, dank­erfülltem Herzen:O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit."

Der Christenheit ernster Tag ist da, der Gedenktag jenes, da vor 1854 Jahren Jesus Christus am Kreuze litt und starb. Wir wissen aus den Ueberlieferungen der Jünger, daß damals die Sonne auslosch und des Tempels Vorhang in Jerusalem zerriß, daß die Gräber sich öffneten und ein Orkan über die Erde fegte. Wohl hat heute der Erdbebenprophet Falb berechnet, daß jener ewig denkwürdige Frertag oeo Jahres 33 nach Christi Geburt eine Erderschütterung und zufällig mit dieser aus einen Tag treffend eine Sonnenfinsterniß brachte. Aber was ist .Zufall. Dem Gläubigen Schickung, Vorsehungswille, und haben jene Ereignisse mit überwältigender Wucht die Glorie des großen Dulders in alle Massen des Volkes gepredigt so waren sie Werkzeug des Willens, der Alles beherrscht. Heute noch aber begehen wtr

in ernsthafter, innerer Sammlung den Tag, welcher der weihevoll heftigste rst in der Stiftungsgeschichte eines Glaubens, dem sich die Culturvölker des Erdballes beugen. Die Religion der Liebe feiert ihren Märtyrertag und wer das Kreuz verehrt, entzieht sich dem frommen Schauer nicht, welchen der Rückblick auf jenes Kreuz weckt, das von Golgatha's Hügel ragte, da die Erde wankte, sich öffnete und des Himmels Licht verblich.

Vermischtes.

sNeugestaltung der Einrichtungen auf den Hamburg - Newyorker Post- Dampfern.'I Es ist nicht zu verkennen, daß alle Verbesserungen, welche der Transport- dienst zwischen Europa und Amerika in den letzten drei Decennien erfahren hat, zum allergrößten Theile den Kajütspassagieren zu Gute gekommen sind, wahrend die Kwischendecksreisenden, die Auswanderer, von der Fülle von Luxus und schöpferischen Umgestaltungen, mit denen die Technik der Neuzeit die Schiffe ausgestatlet hat, nicht viel mehr prositirt haben, als den Mitgenuß an der Erhöhung der Sicherheit und Gefahrlosigkeit der Ueberfahrt, welche die heutigen Dampfer vor denen der früheren Seit voraus haben. Die Anstrengungen der Schiffsbauer und die Kunst der Ingenieure war bisher in erster Linie darauf gerichtet gewesen, die Solidität, wie die Schnellig­keit der Schiffe aufs Aeußerste zu vermehren und dieselben unter Aufbietung alles erdenklichen Luxus zu schwimmenden Palästen zu machen, allein für eine wesentliche Erhöhung der Bequemlichkeit für die minder wohlhabenden Passagiere rm Zwischendeck baden die Gesellschaften Erhebliches nicht gethan, auch so lange kaum thun können, als sie der leidige Concurrenzkampf untereinander auf die denkbar geringsten An­nahmen aus dieser billigsten Klasse der Beförderung beschrankt hatte Daß letz cum Uebelstande, der nachgerade schon zu unwürdigen Zustanden zu fuhren begann, eui Ende bereitet worden ist, verdanken wir in nicht geringem Grade der Hamburg Amerikanischen Packetfahrl-ActiemGeftllschaft, welche wiederholt und mit Gluck su jetzt bestehende Einigung der sämmtlichen Dampferlimen rm «

kehr eingetreten ist. Wir sehen nun mit Vergnügen, daß es wwderuw d w schäft ist, welche hiernach, langer und schwerer.Beumuhigung jungen

Befestigung des Geschäfts in dankenswer her Weift dazu fcnutt

auf ihren Dampfern 8H treffen, die für die ^equemUchkett hrer^^^^^ # daß s" giere dienen sollen. Sie ist bereits dadurch vielen Wünschen ^^nder eingerichtet auch für das Zwischendeck weibliche Bedienung für die Fr m £ jetzt durch

hat. Einem anderen, noch viel dringender geäußerten ^eourimp