Ausgabe 
10.3.1887 Zweites Blatt
 
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über die Aufmerksamkeit des Capitains, der Offiziere, der Stewards und über die Pünktlichkeit, mit der ein Jeder seinem Dienst nachkommt; kurz, es hat uns Alles, sowohl auf dem Dampfer, als auch in New-Aork, wo wir von Herrn I. Fischer, Gasthaus zumBayerischen Hof", aus's Freundlichste ausgenommen, sehr gut und billig bewirthet und alles zur Weiterreise besorgt wurde, so gut gefallen, daß uns diese Reise das größte Vergnügen machte; trotz des ungünstigen Wetters waren wir schon am 5. Februar in New-Aork.

Im eigenen Interesse weiterer Auswanderer glauben wir uns verpflichtet, die Red Star Line in Antwerpen öffentlich zu empfehlen, und wer von uns die Reise nochmals macht, fährt sicher nur über Antwerpen.

Nera-Aork, 6. Februar 1887.

Christian Wacker aus Hessen, Joseph Meyer, Chicago, geb. in Hessen, Hedwig Huegler, Karolina Huegler, W. Wenzel, Eltsa Wenzel, Elisabetha Buhmann Wwe., Elisabetha Buhmann, Georg Buhmann, Peter Buhmann, Jakob Schwarz, Johannes W. Maur, Georg Schneider, Christoph Plötz, Josef Jrrgang, Michel Schmatz, Anna Bauer, Aloys Riedel, Lorenz Klag, Aloys Göstl, Katharina Andres. 1748

VerzeichnLß

der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gieherr vom Monat Februar 1887

Franz Gärtner, im Darinstädter Haus.

Das Technikum Mittweida (Königreich Sacksen) wird diese Ostern das zweite Jahrzehnt feines Bestehens abschließen. Mit hoher Befriedigung darf die Anstalt auf die letzten 20 Jahre zurücksehen, ist doch die Schülerzahl eine stetig wachsende und beträgt im gegenwärtigen Wintersemester allein 562, wovon 409 die Abteilung für Maschinen-Jngenieure und Electrotechntker, ferner 138 die für Werk­meister und 15 Schüler verschiedene Fächer besuchen. Unter den Geburtsländern bemerken wir: Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Rußland, Schweiz, Großbritannien, Dänemark, Holland, Spanten rc., aus Asien besonders Java, aus Afrika Kapland und Goldküste, ferner Nord- und Süd-Amerika und Australien. Die Eltern der SchülL gehören besonders dem Stande der Fabrikanten und Gewerbtreibenden an, ein Beweis für das Vertrauen, welches das Technikum in den maßgebenden Fachkreisen genießt. Programm und Jahresbericht erhält man untmtgeltlich von der Direction des Technikum Mittweida (Sachsen). i

Literarisches.

Aus verschiedenen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes ist bereits die Rückkunft des Staares, des ersten Frühlingsboten unter den gefiederten Sängern in Waid und Feld, gemeldet worden und cs ift'nun hohe Zeit, für unsere heimkehrenden Lieblinge Nistkästen vorzurichten und aufzuhängen. Daß diese Wohnungen aber auch ihrem Zwecke voll und ganz entsprechen, dafür gibt ein uns eingesandtes Schriftchen von Hofrath Professor Dr. Th. Liebe, das soeben in zweiter Auflage erschienen ist, bewährte Fingerzeige. Dasselbe führt den Titel »Winke, betreffend daS Aushängen der Nistkästen für Vögel" und kann von der Verlagsbuchhandlung Theodor Hofmann in Gera (Reutz) zu folgenden Preisen bezogen werden: 100 Exemplare 4,50 X, 50 Exemplare 3,50 X, 25 Exemplare 2,50 X, 10 Exemplare 1,50 X und 1 Exemplar 0,20 X Bei Einsendung des Betrages per Postanweisung oder in Brief- marfcn erfolgt portofreie Zusendung dieser empfehlenswerthen Broschüre. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß vom Thierschutzoerein zu Darmstadt sehr preiswerthe und gute Nistkästen geliefert werden.

Sturz, 6 durch Ertrinken, 4 durch Ueberfahren, 1 durch Erschießen, 2 durch unbekannte Ursache. Mord kam einmal, tödtliche Verletzung zweimal vor.

Was die Sterblichkeitsoerhältnisfe speciell der Stadt Gießen anlangt, so starben im Ganzen 419 Personen, was bei einer Seelenzahl von 19001 auf je Tausend Lebende 22 Todesfälle ausmacht, mithin für eine Stadt als keine ungünstige Slcrblichkeitsziffer anzufehen ist.

Gegen das Vorjahr starben weniger 6 Kinder und 29 Erwachsene, im Ganzen 35 Personen. Auf Jnfectionskrankheiten kommen nur 25 Todesfälle gegen 48 des Vorjahres, eine Besserung der Gesundheitsverhältnisse, die dem Verschwinden der Masern und des Kindbettfiebers zu verdanken ist.

Dagegen erreichte die Sterblichkeit an akuten Magen- und Darmkraukheiten mit 26 Todesfällen die doppelte Höhe derjenigen des Jahres 1885 und umfaßt mehr als die Hälfte der im ganzen Kreise an dieser Krankheitsklasse Gestorbenen.

An Lungenschwindsucht starben 84, gegen 80 Personen im Jahre 1885. Es- kommt daher in beiden Jahren bei dieser Krankheit mehr als ein Dritttheil der Sterb­lichkeit des Kreises auf die Stadt ^Gießen. Doch darf nicht übersehen werden, daß, wie auch schon im vorigen Berichte bemerkt wurde, diese Zahlen für die Sterblichkeit Gießens nicht streng beweisend sind, da in denselben gar mancher von Auswärts in die Kliniken gebrachte Kranke enthalten ist. lieber dieses Verhältnitz genauere Zahlen­angaben zu liefern, soll eine der Aufgaben unseres nächsten Berichtes sein.

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Gesundheitszustand und Zterdlichkeitsverhältnisse des Kreises Gießen im Jahre 1886.

Die Sterblichkeitsoerhältnisfe des Kreises Gießen waren im Jahre 1886 ver- hältnißmäßig recht günstige. Die Zahl der Gestorbenen betrug im Ganzen 1499, die Beoölkerungszahl des Kreises nach der Volkszählung des Jahres 1885 71 962 oder rund 72 000 Seelen. Es kommen demnach 20,1 Todesfälle auf je Tausend Lebende, eine Stervlichkeitsziffer, die niedriger als das normale Mittel ist.

.Dem Alter nach vertheilen sich diese Todesfälle auf 310 Kinder des ersten Lebensjahres, 260 solche von 215 Jahren, zusammen also auf 570 Kinder und 929 Erwachsene.

Ein Vergleich mit den entsprechenden Zahlen des Vorjahres ergibt für das Jahr 1886 eine Verminderung der Sterblichkeit um 109 Personen, welche zu Zwei­drittheilen auf der um 71 Todesfälle verringerten Sterblichkeit der Kinder von 2 bis 15 Jahren beruht. Von Kindern des ersten Lebensjahres starben 6, von Erwachsenen 32 weniger.

Die geringste Sterblichkeit zeigte der Monat Juni mit 96 Todesfällen, dann kommen in dieser Reihenfolge weiter Juli mit 99, August und November mit je 111, September mit 119, December mit 123, Februar und October mit je 131, Mürz und April mit je 142, Mai mit 143 und zuletzt Januar mit 151 Sterbefällen.

Der Grund dieser gegen das Vorjahr wesentlich niedrigeren Sterblichkeit liegt offenbar in dem Zurücktrcten der Jnfectionskrankheiten und zwar hauptsächlich indem Erlöschen der 1885 weit verbreiteten, in dem vorigen Bericht ausführlicher beschriebenen Mairu-Epidemie, welcher damals 77 Kinder zum Opfer fielen, während in dem Be­richtsjahre nur ein einziges dieser Krankheit erlag.

Auch die übrigen Jnfectionskrankheiten zeigen meistentheils gegen das Vorjahr emc Verminderung in der Sterblichkeit, Scharlach von 12 Todesfällen auf 9, Typhus -von 7 auf 3, Kindbettfieber von 13 auf 4, Rose von 10 auf 4, Ruhr von 9 auf 1. Dem Keuchhusten erlagen 13 Kinder, zwei Kinder mehr als im vorhergehenden Jahre. Wenn aber die Sterblichkeit an Diphtherie gegen 1885 von 30 auf 50 Todesfälle an­gestiegen ist, so ist zu berücksichtigen, daß dieselbe bei Croup von 36 auf 19 gefallen ist- mithin die Summe der an beiden Krankheiten Gestorbenen sich ziemlich gleich geblieben ist. Da zwischen denselben keine scharfe Grenze besteht und diese von den venchledenen Aerzten verschieden gezogen wird, so darf oermuthet werden, daß die hier vorliegende Differenz in der an beiden Krankheiten in den letzten Jahren Gestorbenen mehr in der Art und Weise der Krankheitsbezeichnung, als wie in den tatsächlichen Verhältnissen begründet ist. Im Ganzen starben 1886 an Jnfectionskrankheiten 100 Personen, im Vorjahre 195.

_ , Scharlach und Diphtherie kamen theils in Verbindung mit einander, theils für sich allein m einzelnen, stellenweise sich oft wiederholenden Erkrankungsfällen in einer ziemlich großen Anzahl von Gemeinden vor. Eine große epidemische Ausbreitung er­langten sie nicht. Kleine Epidemien traten auf von Diphtherie und Croup in Staufen­berg imt oerhältmäßig starker Mortalität, von Scharlach in Bettenhausen, von Diphtherie tn Langsdorf, welche letztere bis jetzt noch nicht ganz erloschen ist. Im Ganzen zeigten die genannten Krankheiten einen sehr gutartigen Verlauf, wie sich aus den oben speciell ausgesudrten Sterblichkeitsangaben ergibt.

-^-;h^erobcn jür die Sterblichkeits-Statistik wichtigen Krankheiten ist

zunach,. die Lungenschwindsucht zu erwähnen, welcher in diesem Jahre 210 Personen 14 weniger als 1885, zum Opfer fielen. Die Todesfälle an akuten Erkrankungen der Akhmungsorgane betrugen 159, diejenigen an akuten Magen- und Darmkrankheiten 50 Personen gegen 145 beziehungsweise 34 des Vorjahres. Gehirnschlagfluß führte

??.?./ a^r Gelenkrheumatismus 4 Mal zum Tode. Außerdem wurden in andere bekannte Krankheiten als Todesursache angegeben, während dieselbe 187 Mal, da eine ärztliche Behandlung nicht ftattgefunden hatte, unbekannt blieb.

Dw Zahl der Todesfälle gewaltsamer Art, welche im Ganzen 52 beträgt, bat pcflcn 188d um 17 zugenommen. Diese Vermehrung ist hauptsächlich bedingt durch die größere Anzahl der oorgekommenen Selbstmorde, die von 10 im Vorjahre auf 24 rm Berichtsjahre gestiegen sind. Verunglückungen sind 24 zu verzeichnen, 11 durch

Schiffs-Bewegung

der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft.

Hungaria", 22. Februar von St. Thomas nach Hamburg;Wieland", 11. Februar von Newyork, 23. Februar in Hamburg angekommcn;Sueoia", 20. Februar von Hamburg nach Newyork, 23. Februar vonHavre weiter;Rbenania", 24. Januar von Hamburg nach Westindien, 23. Februar in Colon ongekommen; Marsala", 24. Februar von Hamburg nach Newyork;Borussia", 6. Februar von Hamburg nach Westindten, 24. Februar in St. Thomas angekommen;Allemannia". 21. Februar von Hamburg nach Westindien, 24. Februar von Havre weiter;Bohemia", 24. Februar von Newvork nach Hamburg;Saxonia", 5. Februar von St. Thomas, 26. Februar in Hamburg angekommen;Rugia", 18. Februar von Newyork nach Hamburg, 38. Februar Lizard paffirt;Francia", 11. Februar von St. Thomas nach Hamburg, 28. Februar Scilly passirt;Teutonia", 28. Februar von St. Thomas nach Hamburg;Gothra", 1. März von Newyork nach Stettin;Moravia", 1. März von Hamburg nach Newyork;Albinqia", 14. Februar von St. Thomas nach Hamburg, 1. März Scilly passirt;Holsatia", 4. Februar von Hamburg nach Mexiko, 1. Mürz in Vera Cruz angekommen;Bavaria", 24. Februar von Ham­burg, nach Westtndien, 2. März von Havre weiter.

Amalfi", ab Hamburg, 26. Februar in Newyork angekommen;Nhaetta" ab Hamburg, 1. März in Newyork angekommen.

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