Ausgabe 
9.1.1887 Zweites Blatt
 
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einige Verwegene gäbe, welche zur Störung des Friedens entschlossen seren , so kann dies nur als eine ernste Drohung an die Adresse dreser Friedensstörer aufgefaßt werden.

, . Die anfänglich officiöserseits bementirte Nachricht, daß zwischen Deutsch, m?» »^ankrelch, Belgien, Holland und Luxemburg ein internationales c r^S,en rof9en gemeinsamer Vorsichtsmaßregeln gegen Arbeiterunruhen abgeschlossen worden sei, bestätigt sich nun doch. Die bezüglichen Verband- tungen wurden in Luxemburg geführt und sollten allerdings geheim gehalten werden, aber in Folge einer bündigen Erklärung des luxemburgischen Justiz, "^rsters Eischen m der Kammer gelangte die Kunde von demselben in die Oeffentlichkert. Näheres über das Abkommen ist nicht bekannt, doch handelt es sich ledenfalls um einzelne Vorbeugungsmaßregeln, durch welche die Fort. Pflanzung von Arbeiterunruhen auf fremdes Gebiet verhindert werden soll und übeno^ung °Qr Um ^bgmseitige Verpflichtung zu einer strengen Grenz.

tx. ® V französische Parteiconjunctur wird durch die Annäherung znufchm den beiden Exministerpräsidenten de Freycinet und Ferrn beeinflußt. Freycmet ist das Haupt der gemäßigten Republikaner, Ferry dasjenige der Oppottumsten und beide Staatsmänner haben sich in einer jüngst bei Grevv stattgefundenen Zusammenkunft bereit erklärt, das Ihrige zu einer Einigung der liberalen Gruppen, also der Republikaner, beizutragen und hierdurch dem Cablnet Gablet eme sichere Basis zu gewähren. Gewiß wäre eine solche Annäherung zwischen den republikanischen Kammerfraktionen nur wünschens- wsrth, aber ob es zu einer dauernden Verständigung derselben kommen wird mochte dennoch zu bezweifeln sein-

3m Mittelpunkte der englischen Tagesangelegenheiten I stehen die Veränderungen im Cabinet Salisbury. Dieselben stellen sich folgendermaßen dar: An Stelle des zurückgetretenen Lord Churchill's hat Goschen von der unionistisch«liberalen Partei das Schatzkanzleramt über­nommen; für Lord Jddesleigh hat der Premier Salisbury das Staatssecre» tanat des Aeußern übernommen und an Stelle des Staatssecretärs für Indien, Croß, ist Lord Nortsbrook zum Staatssecretär für dieses Departe- ment ernannt worden. Endlich wurde von dem bisherigen Kriegsminister I Smith dieses Portefeuille abgegeben und übernahm Smith dafür die Führung der conservativen Partei und die Vertretung der Regierung im Unterhaus^ o "twrtefeullle des Krieges wurde dem Gouverneur von Callada, Marquis v. Landsdowne, angeboten, doch steht eine Antwort desselben noch aus. Die Folge« dieser schwerwiegenden Personalveränderungen werden sich in der Gesammtpolitik des englischen Cabinets sicher noch fühlbar machen.

. . Donnerstag sollte in London eine Conferenz zur Besprechung I

der irischen Frage stattfinden. Dem Vernehmen nach wurden als Theilnehmer I an derselben Chamberlain, Morley, Trevelyan, Harcourt und Lord Herchell erwartet; von dieser Conferenz hängt möglicherweise die künftige Gestaltung der inneren englischen Politik ab. 9 I

bcS "Echt trinken, auch darf er nachher nur wenig Getränk TriÄ^s enthalt«"' baf,d6c faßtn ®ifl- cr muß sich überhaupt möglichst des . _"T Eine lustige Geschichte, wie sie in ihrer Art wohl ciniia dastebcn dürite b.CIP blandcsamtsbczirk S. bei Dornum (Ostsrtesland) zu melden. Vor drei bfnbEn" h^mnra^bau be^rkOrti8n Standcsamte vier Paare gleichzeitig ' ehelich per- ck c - genügt und Jeder führte seine vermeintlich ihm angetraute

Zeit ledoch nachdem der betreffende Standesbeamte inzwischen kn r uk?'Ä ds- '-nsalion-ll- Entdeckung, daß beim Einträgen

V b § ErauungSregtfter eine arge Verwechselung vorgekommen sei u kb-n l°Übi-? 7.7 '7 a,nbcn. Damen, als mit denen sie in rechtmäßiger Ebe mit einem ^räulein R ^ngetragen stehen.^ So ließ sich ein Herr E. vermeintlich STO trayen/ wurde aber irrtümlicher Weise als mit einem Fräulein

Settaut eingetragen, und ein Herr M. glaubte mit Fräulein R. getraut ru sein steht aber tm Standesregrster mit Fräulein B., der damaligen Braut des Herrn (?' unb^iS* Ming es den übrigen Paaren. Um die Angelegenheit zu ordnen

und richtig zu stellen, blieb nichts weiter übrig, als die bamaliae ^rauuXüruiiamia wart bTpnnlXnCUeADOrÄne?men- Dieses ist denn am ^7 v Mts!7n G?gen^ geschehen und nunmehr erst konnten sämmtliche Herren als chSä?M brei 3«6rcn zusammen gelebt hatten"

$ei» 1886. 6 0 ©attmnen hermfuhren. - So geschehen im Jahre des mH in ^rlin.) In dem Hause Ackerstraße 5 wohnt der Arbeiter Abt

H1nnfCfpftrr^C rau oU??r6rbln ^inbcrn- Montag Morgen hat Abt, der seine Frau dak sie ^^ch.t behandelt, mit der Faust in das Gesicht geschlagen, so

Li hpnOqTrt^ Dre geängstigten Kinder liefen aus der Stube und suchten kte^rau tXdes Hauses. Als die Thür wieder geöffnet wurde, lag I hip Ut "verstromt, auf der Erde, daneben eine Axt, mit der Abt

I dle Unglückliche erschlagen. Der Mörder ist verhaftet worden. Der Streit entstand beLX,? Waschen beschäftigt war' Dem Lne wk der Frau wird kin^und de?^u-Bb!s gegeben nur scheinen beide äußerst streitlustig gewesen «dlich zum Morde Änrn*f t§ bann Dhätlichkeiten u°nb jetzt

I Wit Dampfs Aus Bologna wird geschrieben: Im Expreßzug

L^Pn 9^PtfpbCsanbek fld) die Herren Dr. Bargnoni und Advokat Pizzos

dn r $krkm nbn?n ^oIitr ru 'prechev, g-ri-th-n aber schon nach

Lnpnipitfl1 t 1 Ästigen Streit, der damit endigte, daß die Herren einander

I fettig ohrfeigten und dann die Karten überreichten. Als der Zug in Bologna

I ^bgen sie aus, begaben sich in eine nahegelegene Kaserne, baten vier ^fficiere

?rst uu. ihren Beistand und traten in bk Reitschule welche ibn« vom afk*tmenb^iäFtrC Cr berettuullig angewiesen wurde. Dort wurde das Duell aus- n Streit Ohrfeigen, Duell und - Amputation des rechten abgensicktttt D 8n°m' al1 bie8 $atte s'ch im Verlaufe von nicht ganz einer Stunde

Weihnachtsheiligabend kam in London aus einer nabe=

Station ein eleganter Korb an, dessen Frachtbrief die Worte zeigte: Heute noch abzullefern. Die Adresse lautete an einen hochangeschenen Herrn der seit Adresse' als man ibn hnrf nrfndurch einen Boten an seine man rh dort öffnete, fand man in demselben ein sorgsam in Watte und nirfitCiL0CmCfh ^odchen tm Alter von etwa drei Wochen, das durch die Kälte

nenitar Am?erklär7/"s a®" und ruhig schlummerte. Ein herbei- t ö Kmd, bevor man es in den Korb gelegt, einen t n Sfette?aISf bamBerrf,um r? 3ut,i8 verhalten. Auf dem Boden des Korbs tag km Zettel, auf welchem stand:Mein Vater hat einen hoben Rana hoch bun6"reb"riße§ ®emutb; meine Mutter schickt mich zu ihm, damit ich nicht ver­tu 2In^r?mäÄ Ia2atm Intermezzo ereignete sich kürzlich im Comrnunaltheater ju Angers wahrend der Vorstellung des Verdl'schenRigoletto" ^n der arnfepn mnXe ^br?ttenr3iftS' a?1§ ®'lda ihrem Vate" das verhängnißvolle Geständniß macht, zeichneten sich die Vertreter beider Parteien durch charakteristisches überaus naturwahres Sprel aus, so daß das Publikum seinen erklärten Lieblingen entzückt und ^tnmprl/mn 0cfc^ Rigoletto Chatte eben beide

uw das blonde Haupt seiner unglücklichen Tochter ge- nZnp£h r. ? bei stch unbemerkt ein Haken seines Wamsärmels in Gildas Locken fest- ?aLCmC Ldenn als er plötzlich im wilden Ausbruch seines Zornes mit iah em Rucke die Arme in die Hohe warf, da o Graus! flog die schöne blond hip°^"C ^^ucke, welche sich Gilda aufzusetzen für gut befunden hatte, mit empor und 6ein?6enfaMnrnnfiaJent rte f* aufgewickeltem, äußerst spärlichen Kopfhaare und sah, Augenblicke^ starr^ ' brock, Ä® °ll-r aus. Das Publikum war im ersten ^ugenvlMe starr, brach aber dann in einen unmäßigen, nicht mehr zu zähmenden waate e°?nlqq btef.^°fte?.unS efn vorzeitiges Ende fand, denn die arme Sängerin n *6rer ä-neu erwachsenen" jugendlichen Lockenfülle zu zeigen fckb®atearmil"rbete^k9en ber@tabt °°rsch«unden. Jh'renNamest °erjch?eig« cYrt1:r TZo/®8,»011 Prophezeiungen zu halten ist, hat sich in dem nun abgelaufenen 2»bre 1886 gezeigt. Bor Beginn desselben wurde folgende Wahrsagung mitgethei t Mstehen soll: bC§ Regierungsbezirkes Trier, inOberemmel, ^aus^einer Stein-

Wird einst uns Ostern Markus bringen, Antonius das Lob der Pfingsten fingen,

Johannes das Frohnleichnams-Rauchfaß schwingen, r^r. Welt von Wehgeschrei erklingen."

-r: a!e\n 1886 auf den Markustag (25. April), Pfingsten auf den Taa dps

Täuf^s?Äonius von Padua (13. Juni), Frohnleichnam auf den Tag Johannes des aber das ^ab? 1886 Unglucksjahr mit allgemeinemWehgeschrei" ist

Erfüllung^gegang^em n^t 0CIüe|en- ^ener Spruch ist also nicht in

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, Frankfurt a. M., 3. Januar. Am gestrigen Ausflug des Taunusclubs auf den Feldberg, der zur Erinnerung an die Gründung des Elubs jährlich am ersten Sonntag des Jahres stattfindet, betheiligte sich die stattliche Anzahl von 61 Mrsonen barUßt-cr !$er D.on Schmitten, Idstein und Arnoldshain. Der Aufstieg erfolgte von Komgstem über das Rothe Kreuz, bis wohin man Schlittenbahn vorfand. Von Feldberghaus war allerdings noch keine Bahn getreten, so daß man nur ?? Unt?vt^r^C 1 glücklich oben anlangte. Doch war von einer (Aefahr absolut

Ameren Ausflügler hatten die Freude, bei Sonnenschein eine so schädig? wurdm bprrfrhtp^Uheh' ba6 für die Strapatzen hinreichend ent-

hipf? a r ^ herrschte daher nur eine Stimme der Befriedigung über Se ungene Tour. Auch Mitglieder des befreundeten Kronberg- Elubs Fuchstanz.^n ^chen Ausflug, wählten jedoch den viel f^wUrtgeren S ben ~ , Hofgeismar, 2. Januar. Vor einiger Zeit wurde mitaetfieilt ha6 sich hpr mit biner Summe Geldes von dort angeblich fnpLn^P^nn/ UCbLnbeI'6c9et)en habe, seitdem aber verschwunden sei. Wie Pphfip Ppfcr bines Raubanfalles geworden. Seine

r.fnrt ^^s^onnbrstag fand vor der Strafkammer in Bern bürg eine Verhand-

statt, welche auf die Zuhörer einen erschütternden Eindruck machte. Tieiaebeuat führte ein Vater seinen jungen Sohn, einen Handlungsgehilfen, wegen Unterschlaouna angeklagt, vor die Schranken des Gerichts. Der Angeklagte lmtte noch V.nh Z45 JL unterschlagen. Als seine Untreue bei einer Kassenuntersuchung entdeckt wurde kam er auf den Gedanken, sich gewaltsam das Leben zu nehmen. Durch einen Scbuü Lteih^tC S r^0(^ k ne SXbfid^t nicht, wurde vielmehr wieder hergestellt. Er hat indeß bei dem ^lbstmordoersuch ein Auge verloren, auf dem zweiten ist die Sehkraft be- deutend geschwächt. Rach Vernehmung des Angeklagten, der seine ©cbulb reumfithtri eingestand, verzichtete die Staatsanwaltschaft auf d.e^^Vernehmung^^er^fldaLen ?euaeS hpn? nShini6 UIi£-Y ^u^l?i0ung mildernder Umstände und in Rücksicht darauf daß MT» r %u,ä ÄÄM&Ä 8 »§" 9 b'w86' b<»» »«»« i--'-i« .u»L «<>»:

sRaucht Kaiser WilhelmAuf diese gewiß weitere Kreise interefsirpnbp Ktoä X »Ä*

8eo8rapbie" gerietet worben ist. Durch Vermittelung bes gmanni n Vere ns b-r b w

g-ographie gerichteten Schreiben seinen verbinblichsten Dank ab Dann Beifet fs SrowW ÄftÄ Äftft ixte

, Gute eigentümliche Art bes Selbstmorbes wanbte ber Kunsiaärtn-^ 9ibnma

noä), von dem Manne aber war nichts als ein paar Knochen übrig geblieben. I

r^HniuS und die Entfettungskur.^ In den letzten Jabren itt hip Hprtpr.A» I aur Cntfettung (bei Tische und einige Zeit vorher, sowie nachher sich'jedes Getränkes I 4s! °pl P/?4en -un^ vielfach angewendet worden. Aber diese Kur I

/Ü nichts -^eues. Da findet sich eine Stelle in derHistoria Naturalis" XXIV 41 I P mius, in ,der es wörtlich heißt:Wer den Umfang seines Körpers vlrarößern wnbsich ein Bäuchlein anmasten" will, dem ziemt es, während des Essens zu trinken- I wer aber seinen Umfang vermindern und seinen Bauch sich nicht runden lassen will," *

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Derzeichniß

ber Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstänbe in ber Stabt Gießen

__vom Monat December 1886.

Je 50 Kilogramm kosten:

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