Ausgabe 
8.11.1887 Erstes Blatt
 
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Vom Rhein, 6. November. Seit gestern Nachmittag herrscht auf dem Rhein ein für die Jahreszeit ungewöhnliches Leben! Zu Berg und -u Thal ziehen ununterbrochen große Schleppzüge und in ganz geringen Entfernungen folgen sich die in Mannheim, Kastel, Kostheim und sonstigen mittelrheinischen Landungsplätzen seither festgenagelten" Flöße. Der Grund dieser außergewöhnlichen Erscheinung ist darin zu finden, daß seit gestern der Verkehr an demBinger Loch" wieder frei ist und die oberhalb und unterhalb der gefährlichen Stelle festgehaltenen Fahrzeuge sich beeilen mit ihrer Ladung weiter zu kommen. Ohne die Intervention der Firma H. A. Disch hier wäre schwerlich die Fahrstraße jetzt schon frei und ist es lediglich dem Eingreifen venannter Firma zu danken, daß Anordnungen getroffen worden sind, durch welche die Verkehrsheurmnisse Beseitigung gefunden.

Berlin, 1. November. sWeltausstellung Brüssel 1888.] In der heute hier stattgehabten Conftituirung der deutschen Commission für den großen internationalen Wettstreit der Industrie, Wissenschaft und Kunst zu Brüssel 1888 (Allgemeine Welt­ausstellung) wurden die Herren Freiherr v. Landsberg-Vehlen zu Stetnfurt, Mitglied des Herrenhauses und des Reichstags, zum Vorsitzenden, König!. Belg. Generalconsul Goldberger uno Geh. Commercienrath G. Dietrich, Vice-Präsident der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft, zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der Com­mission gehören folgende Herren an: Professor Dr. Albrecht, Hauptoorsteher des gewerblichen Centraloereins für Ostpreußen, Königsberg t. Pr., Geh. Hofiath Acker­mann, Mitglied des Reichstags, Dresden, Professor Carl Becker, Präsident der König!. Akademie der Künste, Berlin, Professor Reinhold Begas, Senatsmitglied der Akademie der Künste, Berlin, Köntgl. Belg. Generalconsul E. Behrens, Hamburg, Königl. Rumänischer Consul Gottlieb Benger, Mitglied der Handelskammer Stuttgart, Pro­fessor Dr. Bertram, Stadtschulrath, Berlin, Commercienrath Dr. Doerffel, Berlin, Geh. Commercienrath Heinr. Dom, Ratibor, Stadtrath E. Friedel, Director des Märk. Prov.-Museums, Berlin, Commercienrath Theodor Gilka, Berlin, Dr. Oscar v. Hase, Vorsitzender des Centralvereins für das gesammte Buchgewerbe, Leipzig, Rud. Heubach' Königl. Preuß. Staatsanwalt a. D., Präsident der Handelskammer Heidelberg, Com- merctenrath Hugo Hoesch, Hütten bet Königstein a. d. E., Graf von Hoenpeack-Rurial, Mitglied des Herrenhauses und des Reichstags, Rurich, Commercienrath Th. Haltzach, Präsident der Handels- und Gewerbekammer, Mitglied des Reichstags, Dresden, Dr. R. Iannasch, Vorsitzender des Centralvereins für Handelsgeographie, Berlins F. C. Joerger, Vorsitzender der Handelskammer Stadt und Bezirk Baden, Commercien- . rath Carl Jörger, Mannheim, v. Leoetzow, Landesdireclor der Provinz Brandenburg, Mitglied des Reichstags, Berlin, Frhr. v. Liliencron, Mitglied des preuß. Abgeordneten­hauses, Sproitg, Viceadmiral a. D. O. Ltvonius, Berlin, Commercienrath Leo Moli­nari, Präsident der Handelskammer Breslau, Albertus v. Ohlendorfs, Hamburg, Commercienrath H. Passavant, Vicepräsidcnt der Handelskammer Frankfurt a. M, Commercienrath Albert Pfaff, Berlin, Köntgl. Belg. Consul A. v. Reinach, Frank­furt a. M., Julius Rother, Fabrikbesitzer und Stadtratb, Liegnitz, Commercienrath H. Rich. Scheller, Königl. Portug. Generalconsul, Dresden, Max Schinkel, Director der Norddeutschen Bank in Hamburg, Richard v. Schmidt-Pauli, Königl. Nieder­ländischer Generalconsul, Hamburg, Commercienrath I. C. Weidert, Präsident der Handelskammer, München, Geh. Commercienrath Fedor Zschille, Dresden.

Mit der Geschäftsführung wurden betraut dw Herren Generalconsul Goldberger, Stadtrath Friedel und Dr. R. Jannasch und sind an den Letzteren in Berlin 8 W., Kochstraße Nr. 27, als an den Generalsecretär der Commission, alle bezüglichen An­fragen zu richten.

Hört Ihr Herren und laßt Euch sagen: Die Glock' hat Zehn geschlagen, Verlöscht das Feuer und das Licht, Auf daß der Stadt kein Unglück g'schicht!" So tutete ehemals allabendlich das melodische Horn des Nachtwächters, bevor dessen eigene Stunde geschlaaen hatte, d. h. bevor Horn und Nachtwächter derguten alten Zeit" hinabsanken in die Rumpelkammer der Vergänglichkeit! Heut' zu Tage sind nicht mehr dieHerren", sondern die Frauen die Hüterinnen von Feuer und Licht; -u ihren allereigensten Obliegenheiten gehört es sogar jetzt, Glanz und Wärme im Hause zu verbreiten und darüber auch zu wachen, daßkein Unglück g'schicht", wie es in dem altdeutschen Nachtwächterliede heißt. Anscheinend ist nun zwar diese Aufgabe, das häusliche Feuer zu behüten, leichter geworden als einst, leben wir doch im Zeitalter des allgemeinen Fortschritts, aber wir haben auch böse Geisterchen und Kobolde daber mit in den Kauf und in Sold nehmen müssen, z. B.: das Petroleum! doch:wehe, wenn es losgelassen!" Die Blüthezeit des Petroleums und somit auch leider der Petroleum-Unfälle, ist nun wieder da je mehr die Tage abnehmen und die häusliche Beleuchtung zunimmt, also:hört, Ihr Frau'n und laßt Euch sagen!" füllt 1) Eure Petroleumlampen immer hübsch bei Tageslicht und reinigt sie zugleich auf's Sauberste, auf daß ihre Luftlöcher nicht durch die obligaten Schmutz-, Docht- und Zundholzabfalle verstopft werden. Wer nicht täglich Zeit hat, eine Universal- Reinigungs-Procedur vorzunehmen, der thue es mindestens einmal regulativ per Woche, durch Aufdrehen des Brenners und Ausklopfen und Abputzen desselben, ohne indessen herauszuziehen; 2) sorge die sorgsame Schätzerin des Feuers und des Lichts sorglich dafür, daß der Docht der Lampe stets hinreichend breit sei, will sagen: ordentlich den Brenner oben ausfülle und gut schließe, respectioe bet Rundbrennern, kernen Raum zwischen den ^beiden Docktenden frei läßt; 3) aber soll das Verlöschen der Lampe am Besten und Sichersten durch Ausblasen von oben geschehen. Wer diese drei Hauptregeln befolgt, dessen Lohn wird helleres Licht sein und erhöhter Schutz "Erfahr beim Verlöschen vom Licht,auf daß dem Haus kein Unglück g schicht! wre das uralte Nachtwächtersprüchlein so weise warnt!

Literarische-.

, ,, Eine neue musikalische Zeitschrift, den -Mvfttattschen Hansfrerrnd« (erscheint zum vierteliahrlichen Abonnementspreise von 1 X in C. A. Koch's Verlag tn Leipzig), dürfen wir allen Verehrern einer gediegenen Salonmusik, sowie Musik­freunden überhaupt empfehlen. Die neue Zeitschrift, welche neben sehr ansprechenden Kompositionen begabter Componisten auch interessante Feuilletons bringt, ist ein wahrer musikalischer Hausschatz. Eine Clavier-Jntroductton von B. Grundmann, eine Gavotte Sänger und Geibel's LiedWohl springet aus dem Kiesel", componirt von ^lto Fuchs, lauter leichte und gesällige Comvositionen für das Clavier, bietet schon die erste Nummer des »Mufttalischen Hausfreundes"'.

S ch i ff-rr ach richte».

Bremen, 3. November. (Per transatlantischen Telearavbl ,

W-s-r, Capt. H. Bruns, vom Norddeutschen Ll°,d in Br-mm

October von Bremen abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags roo^Malta! in Baltimore angekommen. ö ¥ UCWten

Bremen, 5. November. sPer transatlantischen Telegravh.l Der

Ems, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen welcke^^ 26. October von Bremen und am 27. October von Southampton abacamam ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommeru 9 roaT'

Telegraphischer Schiffsbericht

derRed Star Line" Antwerpen.

Newyork, 3. November. Der PostdampferPennland" der Red Line" welcher am 22. October von Antwerpen abging, ist heute wohlbebalten^ angekommen. ^ ucn ^er

Handel und Verkehr.

_ Grünberg, 5.November. (Frachtpreise.) Weizens 16.90, Korn jl nin «erste X 13.60 Hafer X 11.10, Erbsen X 14 30, Linsen X 23.50, Lein x 24 oo Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00.00.

Verzeichnis^

der Mttelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat Oktober 1887.

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Je 50 Kilogramm kosten

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Je V, Kilogramm kostet:

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Repettoir der vereiulgten Stadttheater zu Jrantiurt a. W.

Opernhaus.

rr ^n 8. November: Gastspiel des Herrn Friedrich Haase. Narciß

Erhöhte EintrntSpreise. ö

Mittwoch den 9. November: Die Fledermaus. Große Preise

, n Donnerstag den 10 November: Gastspiel des Herrn Friedrich Haase. Neu einftudirt: Der Probepfeil. Erhöhte Eintrittspreise. Außer Abonnement

Freitag den 11. November: Die Räuber. Große Preise.

Samstag den 12. November: Vorletztes Gastspiel des Herrn Friedrich Laase Im Vorzrmmer Sr. Excellenz. Hierauf: Der 30. November Dann Kleine Gefälligkeiten. Zum Schluß: Eine Parthie Piquet Erhöhte Eintrlttspreise. Bei aufgehobenem Abonnement.

Sonntag den 13. November: Letztes Gastspiel des Herrn Friedrich Laase Zum ersten Male: Richelieu oder: Die Verschwörung.^ zugen von L. Bulwer. Erhöhte Eintrittspreise. Pur

Schauspielhaus.

Dienstag den 8. November: Der Wildschütz Gewöhnliche Preise

Mittwoch den 9. November: Zu Schiller's Geburtstag: Vorstellung bei er­mäßigten Preisen. Don Carlos. Außer Abonnement. 8

Donnerstag den 10. November: Cid. Gewöhnliche Preise

Freitag den 11. November geschlossen.

Samstag den 12. November: Jdemeneo. Gewöhnliche Preise

Sonntag den 13. November: Prolog. Lebendes Bild. Hierauf-'Don Juan. Gewöhnliche Preise.

Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde.

o .Heute Montag, Abend 8 Uhr Btbelstunde in der Kleinkinderschule, Markus flap. Jesus in Jerusalem; Fetgenbaum; Glauben an Gott.

Pfarrer Dr. Naumann.

Am Donnerstag, den 10. November, Abends 8 Uhr, Gottesdien st zur Feier des 404iShrigen Geburtstages Dr. Martin Luthers! Piarrer Dr. Naumann. *

Allgemeiner Anzeiger.

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Anker-Cichorien ist mild bitter Anker-Cichorien ist trocken

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Dommerich ck Co. in Buckau - Hagdebnrg.

Anker'Cichorieu ist rein

Gesellschastsverein.

bet Sttttuttn ^^ntlichen Generalverfamwlung, welche nach § 38

Mittwoch den 16. November d. I.,

Nachmittags 6 Uhr,

e f ö f t ö (o f a ( abgehalten werden soll, werden die ordentlichen Mitglieder hiermit eingeladen.

Gießen, den 6. November 1887.

Der erste Director:

8357 Gebhardt.

Sn den ersten Tagen geht ein Möbel­wagen leer zurück in der Richtung nach SwüJf*** günstige Gelegenheit ^aten zur Rückfracht nach dortiger Gegend-

Näheres bei 934Q

Müller, Möbeltransporteur.

Restauration r.Felrsch,ötzchcn" in der Nähe des neuen Schlachthauses zu verpachten. 1O Näheres in der Exped. d. Bl. 837t