Ausgabe 
6.11.1887 Zweites Blatt
 
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Gebr* Stamm

Gießen.

unbn(5fie?tUantUm entfpre4enb billiger. Die Mehle sind sämmtlich" trocken

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Großh. Amtsgericht. Müller.

Lehrer für die körperliche und geistige Entwickelung der Kinder nachtheilig wirkende ist. In den bei diesen Anlässen aufgestellten Verzeichnissen sanden sich nicht wenige Beispiele einer lOstündigen täglichen Arbeit, welche Kinder von nur 7 oder kaum 7 Jahren außer der Schulzeit zu verrichten hatten. In manchen Bezirken sind Zuwiderhandlungen hinsichtlich der Arbeitsdauer und der den jugendlichen Arbeitern zu gewahrenden Pausen, vornehmlich in der Textilindustrie, vorgekommen. In Spinnereien wurde häufiger ermittelt, daß jugendliche Arbeiter nicht nur im eigent­lichen Spinnereibetriebe, sondern auch in anderen Betrtebstheilen, namentlich in der Haspelei und Zwirnerei beschäftigt werden. In einzelnen Fällen erkannten die Gerichte im Verfolg des eingeleiteten Strafverfahrens auf Geldstrafen und subsidiarische Freiheitsstrafen von empfindlicher Höhe. In anderen waren die Strafen nach Ansicht der Beamten zu niedrig bemessen. Daß Vieles gebessert werden könnte, wenn die behördliche Aufsicht eine strengere wäre, hat ein Fabrtkinspector neulich auf dem Wiener Congreß mit besonderem Nachdruck hervorgehoben. Indessen wird doch wohl erst dann gründlich geholfen werden, wenn das von vielen Seiten erstrebte, im letzten Reichstage durchberathene und aus der Anregung der soctaldemokratischen Fractton hervorgegangene Arbeiterschutzgesetz in's Leben gerufen sein wird. Einstweilen hat der Bundesrath noch Bedenken getragen, demselben noch seine Zustimmung zu ertheilen. Dasselbe enthält u. a. ein vollständiges Verbot der Kinderarbeit.

Oeffentliche Auf­forderung.

Christoph Pfeifer von Mainz­lar, seit 1869 von da abwesend, wird behufs Regelung von Miteigenthums- verhältnissen an den Grundstücken ni/106, 116, 259, V/380, X/57 und sonstiger Angelegenheiten aufgefordert, binnen zwei Monaten vom Erscheinen dieses ab bei Großh. Amtsgericht Gießen seinen Aufenthalt anzugeben oder einen Vertreter zu bestellen, gegenfalls für ihn ein Kurator verpflichtet und nach dessen Anträgen verfahren würde.

Gießen, am 19. October 1887.

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Gundersheim, 31. October. Seit etwa 14 Tagen ist der Alterthumsoerein von Worms ohne Unterbrechung mit dem Aufdecken von fränkischen Gräbern be­schäftigt. Die Tobten sind auf einigen Aeckern in nächster Nähe unseres Bahnhofes sehr dicht gebettet; es kommt sogar nicht selten vsr, daß zwei Todte in einem Grabe liegen. Die gefundenen Objecte sind sehr verschiedener Art. Es wurde schon eine stattliche Anzahl Urnen, welche von verschiedenster Form sind, ausgegraben. Die aus­genommenen Schmuckgegcnstände sind aus Bronce hergestellt. Es bestehen dieselben aus Schnallen, Scheeren, Gehängen, Haken und anderen Verzierungen. Manche davon ftnb noch in gut erhaltenem Zustande; so wurde uns beispielsweise eine Bronceschnalle gezeigt, deren Zunge noch beweglich ist, obwohl die gefundenen Gegenstände aus dem 7. oder 8. Jahrhundert nach Christi stammen dürften. Ein Paar aus einer Grabstätte entnommene Ohrringe sind von ziemlich großem Umfange und aus Silber hergestellt. Ein Hauptschmuck der Franken scheinen die Perlen gewesen zu sein. Dieselben sind zum Theil sehr kunstvoll aus Thon, aus Bein oder Perlmutter verfertigt. Eine dritte Art Perlen ist aus rothem Bernstein gemacht. Sie kommt seltener vor und scheint nur Personen aus vornehmeren Familien mit in das Grab gegeben worden zu sein. Auch verschiedene Waffen sind gefunden worden; ein Sabel hat eine Länge von vier Fuß. Alle gefundenen Gegenstände werden, lt. W. Z., dem Paulusmufeum in Worms etnverleibt, welchem sie jedenfalls zur Zierde gereichen und wo sie später ein­gesehen werden können.

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Jntereffant ist es nun, zu sehen, wie der Kleine in dn Schul, geboren wun. ist den anderen Kindern nicht nur gleichstehend in deinen

konnte auch schon beim Eintritt in die Schule seinen Namen fArHh' u!?1nbctn Füßen, die er so behend zu gebrauchen weiß, »I,^einXre^ bt

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Laodwirthschaftlichr Nachrichten~

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. r. Die Erdbirne, Topinambur, ist bekanntlich eine sehr roertbnnrr, -r ..

da sie sich nicht allein durch große Genügsamkeit und Fruchtbarkeit aus^ch». ^frucht, auch durch ihre leichte bequeme Verwendbarkeit; ist doch alles an den i' Wnde m Stengel und Knollen als ein gern genommenes Futter zu oerwertben"^"'->EMlm-, deutschland wird sie deßhalb auch schon viel angebaut, während sie in 9?nrhh hJ? bedauerlicher Weise nur selten zu finden ist. Alles in Allem herrschen nm* 11 ^Iantl Vorurtheile über die Pflanzen, und selbst in den Gegenden, in denen sie nna?an$£rUd wachen die Landwirthe noch manche, leicht zu vermeidende Fehler in rIn b' sichtlich der Ernte. Es ist nämlich einer der Hauptvortheile der Tovinam^"^tch hir- nicht etngefahren zu werden brauchen und daß sie keinen Raum zu tbm 9?,.^' b?8 ne beanspruchen. Die Stengel, die zweckmäßig im Herbst vor Eintritt

abgeschnitten werden müssen, werden in Bündel zusammengenommen d e m?"' §roir«s aunkflt. Sie halten sich so besser, als wenn sie eingefahren ober bt® gestellt werden. Je noch Bedarf holt man diese Stengel vom Felde ab au b von allen Thieren gern genommen und selbst die gröbsten Tbeile ®crbrn mit »eeteb«. Dasselbe gilt von.den Köllen. Diese bleiben im«aTbefL®*^ tm Boden, bte Befürchtung, sie konnten erfrieren, ist ganz grundlos ru^äj

sie braucht, erntet man sie nach und nach ein, sie sind, roh verfüttert für Ä mfl f Pferde zuträglicher als die Kartoffeln. ' Rindvieh uni

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