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stimmt. Vorläufig scheint man es hier nur mit einer politischen Sommer- Phantafie irgend einesfindigen" Correspondenten zu thun zu haben!

Der ZersetzungSproceß in der französischen Patriotenliga macht weitere Fortschritte. Die Comitss der Patriotenliga in Bayonne und Bordeaux demisfionirten wegen der Haltung, welche die Liga in Folge der 8er* setzung Boulanger'S nach Clermont-Ferrand gegen die Regierung eingenommen hat; auch sonst laufen aus der Provinz zahlreiche Austrittserklärungen aus der Patriotenliga bei dem Prästdenten Sansboeus ein, vielleicht wird letzterer selber die patriotische Flinte in's Korn werfen. General Boulanger tritt das Commando des 13. Armee-Corps erst am 10. Juli an.

Die Unterzeichnung der egyptischen Convention durch den Sultan zieht fich immer mehr in die Länge. Jetzt hat die Psorte einen abermaligen Aufschub der Ratification bis über den 4. Juli hinaus verlangt und ganz gewiß find hierbei wieder franzöfisch - russische Umtriebe am Bosporus im Spiel.

Spanien.

Madrid, 4. Juli. Eingegangenen Nachrichten zufolge sanden in Va- ^ncia anläßlich der Erhöhung der Octroizölle auf Vieh Ruhestörungen statt. Fast alle Octrol-Erhebestellen wurden angezündet. Aehnliche Unordnungen wer­den aus Barcelona gemeldet.

r_ 3» der heutigen Sitzung der Cortes verlas Sagasta ein Dekret, welches die Sitzungen suspendirt.

Hesterreich.

Prag, 3. Juli Der Senat der böhmischen Universität beschloß, den czechischen Studenten, die eine Dankadresse an diejenigen Abgeordneten unter­zeichnet hatten, von welchen im Reichsrath die Abschaffung der Verordnung über die deutschen Prüfungen beantragt worden war, einen Verweis zu erthetlen und denselben in deren Abgangszergniß eintragen zu lassen.

Vor dem Hause, in welchem Alsred Meißner während seines Hierseins wohnte, wurde heute Vormittag die von dem deutschen SchriftstelleroereinCon­cordia" gestiftete Gedenktafel enthüllt.

Kossand.

Haag, 4. Juli. Der König hat in die Demission des Handelsministers Vandenbergh eingewilligt und den früheren Deputirten Baftert an dessen Stelle zum Minister der Waterstaat, des Handels und der Industrie ernannt.

Belgien.

Brüssel, 4. Juni. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die Regierung beabsichtige, bei Berathung des Gesetzentwurfs über den persönlichen Militärdienst in der Kammer die Vertrauensfrage zu stellen.

England.

London, 4. Juli. Heute fand im Southkenfington-Museum im Beisein der Königin, welche von Windsor herübergekommen war, die Grundsteinlegung des für eine permanente Ausstellung von Erzeugnissen Indiens, der englischen Kolonien und Großbritanniens bestimmten Gebäudes statt. Etwa 10,000 Zu­schauer waren zugegen, darunter fast alle noch in London weilenden Fürsten und Prinzen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Corresponderrz - Burearr.

Berlin, 4. Juli. Seine Majestät der Kaiser ist Abends 10V< Uhr nach Ems aogererst.

Wien, 4. Juli. Der König von Serbien wohnte heute einem ihm zu Ehren vom Erzherzog Albrecht gegebenen Diner in Weilburg bet Baden bei.

r. ~ . AAo Pascha, welcher heute Nachmittag nach Paris abreisen sollte, verlängerte leinen Ausenthalt um einen Tag.

w e ?arsm' 2n der heutigen Versammlung von Branntweinsabrikanten

L^o^^r Wunsch nach Erhöhung der Eingangszölle für Alkohol ausgesprochen, um ote nationale Landwirthschast und Industrie zu schützen.

Am heutigen Vormittag 9 Uhr begannen vor dem Reichs- und lAenos^n *1 tb^Inf.ß?nb.C!Dcrrat^prüCc6 ^gen die Angeklagten Klein

uno Genossen. Der Anklagebeschluß lautet:

.''3" ber Untersuchung wider 1. den Handelsagenten Tobias Klein, 2. den Fab- Straübur^»^ ben 2Blrt^ ^hann Friedrich Erhärt, zu 1 und 3 in

t2 X Schlltigheim wegen Landesoerraths hat der 1. Strafsenat des Erwogung, daß die Angeschuldigten Klein und Grebert hinreichend ^rdachtia erscheinen, in den letzten 8 Jahren von den Reichslanden aus Festungs- ^^binschaftltcher Ausführung, sowie Nachrichten, von denen sie mrA^eheimhaltung der französischen Regierung gegenüber für das Wohl suchen Reiches erforderlich war, dieser Regierung mttgetheilt zu haben, daß der Angeschuldtgte Erhärt hinreichend verdächtig erscheint, dem Angeschuldigten Klein xu tbetfp hprfpfhpti .N d eren Begehung, um chm die Vor" theile derselben Zu sichern oder ihn der Bestrafung zu entziehen, durch Vermittelung der gütlich Hilfe geleistet zu haben 92, 47, 49 257 des Stras-

l-A«1' b^ Hauptoerfahren vor dem veretnigten'2. und 3. Straf- lenat des Reichsgerichts zu eröffnen." '

Angeklagte Klein gesteht zu, nach dem deutsch-französischen Krieae an den 5brenbeU@^ aI§ Maurerpolier gearbeitet und sich davon ein-

dssn "Ä^afft zu haben. 1881 habe ihm der Grenzcommissar Fleureville

JUa b l ^nzosische Regierung Kundschafter über militärische ?£ln?c zu werden, besonders über die Plane der Festungen Strastbura und Mek imh ±i fQ,UnP ,nbcr miSärrito Neues zu berichten. Klein w7rdkan Httsch°u-r fia Parts £imeiLn«b DOn1;b.Ckmi9C9en 200 ** monatlich engagirt. Nunmehr ist Klein nach ^tmn3rfen9unhCnhi?farR b°rX nne Wohnung gemtethet, detaillirte Pläne und Zeichnungen 1885 ft er nnn Aleureville, theils an Hirschauer gesandu Anfangs

*** JT rDOn Schnäbele eingeladen worden, nach Pont b-Mousson >u kommennh diesem den Auftrag erhalten, wciterzuarbetten, seine Thätigkcit aber aus Strasi- ? e Verbindung Klein's mit Schnäbele hat bis zur Verhaftung

DOn S-raßburg weniger Material g-lt-s-rt zu haben als o°?*ain<?'t.ucnlkCTt gewußt, daß er französischer Spion sei, und sei ihm beim Zeichnen behilflich gewesen. Der Angeklagte Grebert behauptet seine Unschuld Klein's ihn belastende Aussage sei aus Rache erfolgt, da sie in Unfrieden °us-in°nde°aeaanä-n s«Len« ®et 2tngcfta8,e ®r6art 6at Geldbriefc von Schnäbele an Klein unter^seiner ?-rhatt gchab7h°7e'? b°6 Erhärt K-nntniß von dem Sach-

.. , 3m Fortgänge der Beweisaufnahme fielen namentlich drei Briefe des Grenz- polrzetcvmmissars Schnäbele an den Angeklagten Klein ins Gewicht. In d-rfielb-n 7fLn6^Cr6hUfBe7ba.Tt'(tUber »ulitärische Vorbereitungen und Rüstungen in der ®.t"|bur8 Auskunft zu geben und zwar in ähnlicher Weise wie er, Schnäbele sich angeblich durch Arbeiter in den Gren,orten Informationen über di-Verhältni s tn Metz verschafft habe. Zeuge Untersuchungsrichter Leoni sagt aus, daß Schnöbe e bet seiner Vernehmung über die Briefe zuerst die Auskunft verweigert, dann aber die

IX. Deutsches Bundes- und Jubilaumsschießen in Frankfurt a.»

(Von unserem Specialberichterstatter.)

, ^m gestrigen Tage der Festzug auf dem 9ef®^c,fargte^^gnöGr4übemh

unachst Herr Stadtrath Schmidt-Leipzig als Vertreter der letzten Feststadt die'BuN fahne her Stadt Frankfurt m treue Obhut und Pflege, in deren Namen sie Herr Ä^^ster Dr. Miquel rn Empfang nahm. Hierauf begann das Bankettin

I ön ^blchem ungefähr 4000 Personen theilnahmen. Trotz dieser immensen

Betherltgung gmg die Bedienung überaus flott von Statten und Küche und A" ließen Nichts zu wünschen übrig. w no lHcUer

I i Von Beifall begrüßt, bestieg Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel die Tribun? I nnrnpufHA h? S/E ?U bbH auszubringen. In begeisterter Rede, aus reicher namentlich d:e L-atze hervorgehoben zu werden verdienen, daß alle politischen Pa-leien nur die Einheit und das Wohl des Reiches erstrebten, daß es innerhalb ber t'anbeQ- I grenzen keine Relchsfemde gebe, riß er die Menge zu flammendem Enthusiasmus bin I maÄtl9x.cr!fcU Hoch auf den Kaiser, das noch einmal begeisterten Widerhall m ? ^dung eines Begrüßungs-Telegramms an den Kaiser beschlossen

I rourbc* ehe das Telegramni in der Relchshauptstadt eingetroffen sein konnte I ?a»Drrms^at bereits eme werthvolle Ehrengabe, ein kunstvoll gearbeitetes Trinkborn I darstellend, angelangt. Kaum hatte sich der Jubel, den diese Aufmerksamkeit des Kaisers I ^ervorgerufen, gelegt, als der Vorsitzende des deutschen Schützenbundes, Herr Landa- I Dlrector Sterzmg-Gotha, das Podium bestieg, um ein Hoch auf das deutsche Pater- wbwU§3Ubnn£eU* f ^le 6c^en Musikcorps mtonirten die Wacht am Rhein, die von

I der Menge in brausendem Ehor mitgesungen wurde.

c r Gruß aus Oesterreich überbrachte Dr. Waniczek aus Wien, der gleichzeitig I ^!r ^?TabtfS»rUt 14llr orf hb? .^esterreichern zu Theil gewordenen Empfang banfk, I 6-bu im Auslande galt das Hoch, welches sodann Herr Stadtrath Schmidtt-s-eipzig ausbrachte. Unter den zahlreich eingelaufenen Telegrammen gelangte Hvchruft'wutUn "r0 iUr StiCrIcfUn8' roorauf be,n stürmisch-

^och dem ofsiziellen Theil des Banketts, welchem u. a. als Ehrengäste ber Eber prafibeiit Dtnt Hessen-Nassau, Staatsminister von Eulenburg, der Regierunaspräsident von Wiesbaden, der Stadt-Eommandant, sowie der Polizeipräsident von Frankfurt a.M. beigewohnt hatten, wurde die Halle den übrigen Festtheilnehmern geöffnet und zu Zausenden strömte die Menge durch die weit geöffneten Portale in das Innere.

Auf dem Festplatze selbst herrschte ein Gewoge, von dem man sich einen Begriff machen kann, wenn man bedenkt, daß Hunderttausende zugegen waren.

schießen wurde bereits mit riesigem Eifer gefchossen.

Ä^^ng Schießens ging es in geradezu musterhafter Ordnung zum Gaben- ' ?on dessen Balkone aus Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel, mit flottem

Schutzenhut und kecker Hahnenfeder bekleidet, die zehn ersten Becher an die nach­folgenden Sieger vertheilte:

9-Ibie^/1)J?.aIe"tin Huppe-Offenbach in 16s/4 Minuten; 2) Mar Dall'

I s»^ms!'M»ncbIn m -lz 6io?^!!Luten Aydt-Suhl (Thüringen) in I8V4MM.; 4) Otto \ m Ä \9 /4 Mm.; 5) Jngobert Ritzl-Fügen (Tyrol) in 20 »Uten;

T ni 20^ Min.; 7) Martin Honnegger-Meran in 21 Mm.;

<yx ~ B- im Widner-Bruck (Tirol); 2) Paul Hoppe-Liegnitz;

(i^rrT19?r ul»? i!1 aC ^°bayu; f Körting-Hannover; 5) Franz Ritzel-Fügen

ft^lQ°rtL$rUsMer Jngob. Ritzl.); 6) ^riedr. Fuhr-Mainz; 7) Ehr. Hügel-Effenbach; 10)^Ednum^AkülUr-Wien^ 9) ®buarb ^oilIot:fia Chaux-de-sonds (Schweiz);

1tc .Bei Ueberreichung eines jeden einzelnen Bechers blies die Musik einen Tusch und dre Menge stimmte in mächtig erschallende Hochrufe ein. Bevor sich die oiel- tausendkopsige Menge wieder zerstreuen konnte, verlas Dr. Miquel das nachfolgende Antwort-Telegramm des Kaisers:

0- Deutschen Bundesschießen vereinigten Schützen haben durch ihren H-estgruß und ben Ausdruck treuer Anhänglichkeit mich herzlich erfreut. Anoem tcp Der Versammlung meinen wärmsten Dank ausspreche, weiß ich mit sto ^Ä^oiochen Gesinnung derselben mich innig verbunden in dem gemeinsamen Wunsche und Rufe: Heil dem Vaterlande! Wilhelm."

gellender Donner hallte über den weiten Platz hin das Hoch auf dm ^eldenkaiser, ber, rote Dr. Miquel richtig bemerkte, immer gegenwärtig ist, wo Deutsche )U uotlonalen Werken zusammenfinden, und mächtig ergreifend erklang in DieUaufenbftnnmtgem Chor die Nationalhymne.

Mu/cJnaE!? es während des ganzen Tages in den Schießständen, als ob eine ßrofje Schlacht geliefert werben sollte. Am Abend findet in der Festhalle ein Monstte- Loncert statt, und ber Frankfurter Journalisten- und Schriftstelleroerein veranstaltet r°efneHf1UienÖartenÖ 3U ($^ren ber onwefenden fremden Bericht-

8 v k a l e s.

q 17c. ^uli. Se. Majestät unser alloerehrter Kaiser traf heute Vormittag

o -INinuten aus hiesigem Bahnhofe ein unb setzte nach über einhalbstündigem Aufenthalt fe^e Reise nach Ems fort. Eine zahllose Menfchenn^nge begrüßte mit braufenbem ^ubel die Ankunft des wieder genesenen greisen Helden Bei der Absahrt wurden ihm die herzlichsten Wünsche zur vollen Genesung nachgesandt.

Gießen, 4. Juli. sKunstverein für bas Großherzogthum Heffen.j llnttr Bezugnahme aus die früheren öffentlichen Bekanntmachungen möchten wir die Kunst- freunbe unserer Stadt nochmals barauf aufmerksam machen, baß bie biesjährige ers größere Ausstellung von etwa 200 Gemälben am 3. Juli in bem großen ^aale de Realschule (Ludwrgstraße) begonnen hat, aber nur bis zum 12. Juli bauern wird. Es befinden sich darunter eine beträchtliche Zahl ausgezeichneter Werke neuerer Meister, non diesen erlauben wir uns nachstehend erwähnte hervorzuheben und einige erläuternde Bemerkungen anzuknupfen. Einige Kunstfreunde.

.. ^b7. Paul Wichmann in Köln. Studienkopf: Junge blonde T^me

mit Marguertten geschmückt, in Profil-Ansicht von seltener Schönheit und Lieblichkeit des Ausdrucks und brillanter Färbung, nur die Form und Lage des den Nacken um­schlingenden halb durchsichtigen Tuches ist unschön und störend.

Nr. 130. Ebenfalls von Paul Wichmann. Sommernacht. Junge Frau ?? der Treppe eines Hauses aufwärts in die Mondnacht blickend, ihr Kopf und ihre Arme sind herrlich vom Mondlicht beleuchtet, welches die duftige Landschaft in zarten Dammer HE und Allem eine poetische Stimmung verleiht.

r, Nr- 152 Max Rendel in Weimar (Amalienstraße 11). Derselbe Mefft , welcher die Kunstfreunde Gießens im verflossenen November durch seinaltes Mütterchen, den Faden einfädelnd", sehr entzückte. Diesmal gibt er uns einen rauchenven. Alten und

Nr. 151 einen Fischer Netze flickend, in glänzender Abendbeleuchtung.

Authenticität derselben zugegeben habe. In den Briefen b?hient PseudonymsPiccard". Die Angeklagten Grebert unb Erhart verbl^ib-??!!^^ des nl*'«« Ä

»ÄVäÄ&lWÄ fiVÄ des Prmzregenten erfolgen, jeboch nicht hier, fonbern zur Vermeiduna Geltens Uch-n anstrengmden Ovationen auf einem 'anderen baperischm Bahnhose fanntgebung erst in letzter Stunbe erfolgt. y 9 fC' dessen Be-

... Dresden, 4. Juli. Der hier tagende 15. deutsche Aerztetaa an 105 Delegirte als Vertreter von 146 Vereinen mit 8217 <BHmmeiAbei?nebtJLW Dom ©anitatöratb (©Iberfetb) heute eröffnet. Der Antrag des ürztÄn Vereins Dresden (Stadt) wegen einer Petition an ben Reichstag und Bund b^reffend Aenderung der Paragraphen 29, l^unb 147, 3 der deutschen Gewerbeordn7

2°""^ ^69 wurde mit 61 gegen 34 Stimmen abgelehnt, dagegen eine Resnlu^^ des Bezirksarztes Dr. Aub (München) und Genossen, roelcber eine moraü^e «j-°n Hortung der Dresdener Anträge involoirt, mit Majorität angenommen. ^e ur"