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noch härteren Strafen belegt worden aI3 Folter, Wasser und Holzstoß. Ein Wespen­nest im Herzen als Ahndung für nicht beantwortete Briefe man denke! Das fällt -enn doch ein bischen stark aus dem Rahmen unseres humanen Zeitalters. Nun, unser Dichter hat sich auch nur eine kleine Hyperbel gestattet, er hat die Strafe über­trieben, um das Vergehen als möglichst abscheulich hinzustellen. Und darin hat er zweifellos recht. Briefe unbeantwortet zu lassen oder die Antwort lange zu verschieben, das ist in der That eine der größten Ungezogenheiten, an denen viele unserer liebens­würdigen Mitmenschen kranken. Sie wird geradezu zum Frevel, wenn es sich um wichtige, für den ersten Briefschreibcr vielleicht entscheidende Dinge handelt, aber auch in anderen Fällen ist sie durchaus tadelnswerth. Freilich scheuen sich viele Leute, die Feder in die Hand zu nehmen, weil sie der thörichten Meinung sind, sie mußten recht lang und ausführlich schreiben. Das mag dem Empfänger zuweilen sehr angenehm sein; wo dies zutrifft, wird aber auch zwischen beiden Theilen ein Verhältniß voraus-> gesetzt werden dürfen, das jedem das Briefschreiben als eine liebe Beschäftigung erscheinen läßt Im Allgemeinen aber möchten wir bei unserer hastigen, schnelllebigen Zett für Briefe das Mottokurz und bündig", selbstverständlich in Höflichkeit und Freundlichkeit, empfehlen. Wird dieses Motto acceptirt, dann wird auch der jetzt schon so oft durchaus unredlich gebrauchte Vorwand des Mangels an Zeit ganz fortfaüen. Die Zeit, um einen Brief kurz und sachlich zu beantworten, ohne dabei der eigenen lieben Person schichtlich den Tribut der Eitelkeit zu zahlen, wie es so ost geschieht, kann sich auch der Meistbeschäftigte abmüßigen. Dringend nothwendig aber ist es, Briefe sogleich, d. h. noch am Tage ihres Einganges, zu beantworten, ober, wenn das nicht geht, doch unter allen Umständen sobald es sachlich möglich ist. Auf diese ,Weise wird man der Strafe des Wespennestes am Besten entgehen.

Schiff-nachrichten.

Bremen, 4. Mai. sPer trarrsatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Hermann, Eapt. A. Kohlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. April von Bremen abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 4. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer America, Capt. A. Heineke, vom Nordderrtschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. April von Bremen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Handel und Verkehr.

bimburg, 4. Mai. iliotijer Weizen X 15.60, weißer Weizen X 15.50,

-055, Gerste 8.50, Hafer x 5.08, Kartoffeln k 100 Pfund x 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 00.00.

rJranffurt, 4. Mai. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter Ufc 4.505.00, das Gescheit» 610 H, Eier das Hundert «X 4.606.50, das St- 58^, Butter im Großen JL 82.0085.00, im Detail das Pfund JL. 1.00 bis ^?0 Weißkraut per Stück 20-25 H, Rothkraut per Stück 25-30 H, Kohlrabi

00-00 H, Ochsenfleisch per Pfund 45-70 Kuh- u. Rindfleisch 45-70 4, 4060 Schweinefleisch 6575 H, Hammelfleisch 5070 1 Hahn

.< 0.801.80, 1 Huhn JL 1.002.50, 1 Ente JL 2.002.50, Gans Pfund 00-00 1 Taube 40-60 H, Welsche JL 12.0000.00.

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Temperatur in Gießen.

April 1887.

Niederste . - 3,5 «e.

Mittlere + 6,20 ,

Mittel früherer Jahre 4- 6,79

Höchste........+ 17,2

Niederschlag an 7 Tagen .... 0,47 Par. Zoll.

im Mittel früherer Jahre an 12 Tagen 1,39

Die Vegetationsentwickelung ist am Schlüsse des Monats im Vergleiche zum durchschnittlichen Verhalten um diese Zeit um etwa 12 Tage verspätet.

Gottrsdienst der israelitischen Religionggesetischsst.

Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 3 Uhr, Samstag Abend 8L Uhr.

' ObttheMe Sistllbahntn.

Am 1. d. M. ist ein neuer Gütertarif ElberfeldOberhessen in Kraft getreten.

Unsere sämmtlichen Güterexpeditionen -eben über den Inhalt desselben jede ge­wünschte Auskunft.

Gießen, den 2. Mai 1887.

3544 Grobherzogliche Tirection.

Ärbeitsversteigerung.

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Pflasterarbeit, 10068,60

Gießen, den 5. Mai 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

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