Heilen ganz verschieden von denjenigen im Turkestan sind und demnach nicht aus Asien kommen können. Durch die Thalsache, daß man in Schlesien Nephrit entdeckt, daß ferner eine Görlitzer Firma Nephrite oder Jadeite zu billigen Preisen in den Handel bringe und dieselben aus einem auf keiner Karte zu findenden Orte der Schweiz (Burgonovo ?) beziehe, werden aber die Behauptungen und Abhandlungen Fischer's über den Haufen geworfen und alle in diesem Sinne geschriebenen Bücher seien — ohne Werth. Den beiden Herren Vortragenden wurde schließlich vom Herrn Vorsitzenden der Dank der Anwesenden ausgesprochen.
X Sieben, 4 November. Die finanziellen Erfolge des hiesigen Fecktschul- oerbands (Verein zur Gründung deutscher Waisenhäuser) sind in dem am 1. October ds. Js. abgelaufenen Vereinsjahr gegenüber dem Vorjahre bedeutend besser. Es wurden vom 1. Januar ds. Js. ab vereinnahmt: Für Mitgliedskarten 258,77 Jt, für Fecht- zcitungen 22,46 JL, aus den Sammelbüchsen 134,20 JL, aus Abzeichen, Versteigerungen u. s. w. 62 53 aus Festlichkeiten 210,06 JL, zusammen 689,02 J4, incl. des Kassenstandes vom 1. Januar d.J. 814,07 JL Hiervon wurden 610 JL nach Lahr gesandt. Der Rest wurde verwandt wie folgt: Porti 21,95 JL, Vergnügungen, Inserate rc. 73,84 A Sammelbüchsen 24,85 JL, Trägerlohn 21,20 JL, Schreibmaterial 18,80 JL Kassabestand am 1. October 43,43 utt. Die vom Verein gesammelten Cigarrenabschnitte, -Bänder rc. wurden dem hiesigen Verein „Jugendfreund" abgeliefert. Bekanntlich wurde der hiesige Waisenknabe Traut in's 1. Reichswaisenhaus ausgenommen und am 16. October ds. Js. von Herrn Z. nach Lahr verbracht. Wir wünschen dem Verbände eine weitere gedeihliche Entwickelung; an den Sympathien unserer Mitbürger wird es ihm nicht fehlen.
Vermischtes.
nn. Darmstadt, 1. November. Mit dem 1. November ist unsere neue Bauordnung in Kraft getreten und werden unsere Geschäftsleute wohl am meisten durch diese betroffen, da in derselben bestimmt wird, daß alle in die Straße htneinragenden Firmenschilder entfernt werden müssen. Ebenso fallen derselben die Aushängekasten, sogen. Lamentierkaften, zum Opfer, indem alle, welche mehr als 20 Ctm. Vorsprung haben, ganz entfernt werden müssen.
nn. Nachdem wir vor nicht ganz 3 Wochen über zwei in unserer Stadt stattgefundene Häuseretnstürze berichteten, hat vorgestern abermals ein solcher stattgefunden. Ein von dem Maurermeister Schwarz bis zum 3. Stock fertiggestelltes Wohnhaus ist heute Morgen um 8 Uhr unter donnerartigem Getöse eingestürzt. Da Sonntag war, so sind zum Glücke keine Menschenleben zu beklagen. Demselben Maurermeister stürzte vor nicht langer Zeit der ganze Keller eines bereits fertiggestellten Neubaues ein, wobei ein Arbeiter schwer verletzt wurde. Wie nothwendig wäre in diesem Handwerk der Befähigungsnachweis.
nn. Die von der Firma Gebrüder Stollwerck hierselbst bei einer Anzahl Kaufleute aufgestellten sogenannten „Chokolade-Automateu" sind von der Polizei verboten worden, da die Kinder vielfach zu Diebstählen von Geld durch dieselben verleitet wurden.
△ Mainz, 3. November. Wir haben vor einigen Tagen mitgetheilt, daß eine hiesige iiraelitische Dame in das Irrenhaus verbracht werden sollte und daß in Folge des Widerstandes der angeblich Irrsinnigen diese Verbringung auf Intervention eines Rechtsanwalts und eines Rabbiners unterblieb. Die Sache ist jetzt den Gerichten unterbreitet worden und hat das Kretsamt vorläufig verfügt, daß die Dame nicht in das Irrenhaus verbracht werden dürfe. Wie Mainzer Blätter mittheilen, soll sich der Irrsinn der Dame dadurch gezeigt haben, daß die schon ziemlich ältliche Person die Absicht kund gegeben, sich nochmals zu verheirathen.
— Dem verdienten Obersecretär unserer Bürgermeisterei, Herrn Amend, ist die Stelle als Bürgermeister von St. Johann angetragen worden. Um denselben hier zu fesseln, hat der städtische Finanzausschuß auf Antrag der Bürgermeisterei beschlossen, Herrn Amend im Falle seines Verbleibens an seiner seitherigen Stelle eine nennenswerthe Gehaltszulage zu gewähren.
△ Vom Rhein, 3. November. Endlich tritt für die Schifffahrt eine Wandlung zum Besseren ein, indem der Rhein in den zwei letzten Tagen merklich gestiegen und zur Zeit noch immer steigt. An dem Mäusethurm ist durch das am Sonntag gesunkene Schiff leider der Verkehr noch gesperrt, so daß auf dieser Strecke die Schifffahrt von dem günstigeren Wasserstand vorerst wenig Nutzen hat.
Berlin. [Sin Bubenstreich an der Berliner SBörfe.J Zur Panik am 1. November lesen wir in der „B. B.-Ztg.: „Es circulirten beunrubigende Gerüchte über das Befinden des Kaisers und der Kaiserin, welch' Letztere von einem schweren Anfall ihres alten Leidens befallen worden sein soll, über die schnelle Rückkunft des Kronprinzen und des Reichskanzlers, und diesen Gerüchten wurde noch ein besonderer Nachdruck verliehen, als kurz vor 2 Uhr an eine Anzahl von Banken und Firmen Rohr- postbrtefe ausgetheilt wurden, welche die allerschlimmsten Meldungen brachten. Die betreffenden Briefe, dem Anschein nach von derselben Hand herrührend, trugen die Unterschrift Cohn, und obschon man schnell erkannte, daß es sich dabei um eine freventliche Mystifikation, um ein Bubenstück der schändlichsten Art bandelt, brachten sie doch die beabsichtigte Wirkung hervor und erzeugten für einige Minuten eine panikartige Bewegung. Von Seiten des Vorstandes der Börse wurden selbstverständlich sofort alle Maßnahmen getroffen, um den Urheber dieses Attentates auf die Börse, dieses herzlosen, abscheulichen Spiels mit den Empfindungen Tausender, denen die geheiligte Person des Kaisers so theuer ist, wie ihre eigene, zu ermitteln, man bemühte sich auch sofort, Beruhigung zu verbreiten, allein es dauerte doch längere Zeit, bevor die Erregung sich etwas gelegt hatte. Es ist dringend zu wünschen, daß es gelingen möge, den Autor der verhangnißoollen Rohrpostbriefe ausfindig zu machen und wir zweifeln nicht, daß die Staatsanwaltschaft zu diesem Zwecke ihre Bemühungen mit denen des Börsenvorstandes vereinigen wird."
Das Reichs-Postamt hat seinen Beamten die Höflichkeit gegen Frauen zur Pflicht gemacht. In der Verfügung über das „Verhalten der Postbeamten im Verkehr mit dem Publikum" heißt es wörtlich:
„Als selbstverständlich muß angesehen werden, daß gegen Damen vorzugsweise em höfliches und zuvorkommendes Benehmen zu beobachten ist. Man hört gerade von Frauen und Mädchen der gebildeten Stände nicht selten Klagen darüber, daß sie auf der Post, weil sie sich in die am Schalter angesammelie Menge nicht füglich mischen können, lange vergeblich auf Abfertigung warten müssen, daß ihnen der persönliche Verkehr am Postschalter unerwünscht ist und daß der eine oder der andere Postbeamte, der sie zwar sehr wohl bemerkt, sich ihrer nicht, wie die Artigkeit bot, rücksichtsvoll angenommen habe, während andererseits ein zuvorkommendes Verhalten der Beamten Damen gegenüber ganz besonders mit Dank anerkannt wird."
. — Im Schnellzug nach Mailand fuhr am 22. v. Mts. ein junges Ehepaar in
einfacher Gewandung. Die Passagiere, welche die übrigen Plätze des Coups's besetzt bleiten, unterhielten sich mit den jungen heiteren Leutchen ganz vortrefflich und eine italienische Gutsbesitzerin lud die Beiden sogar ein, sie in ihrer Villa zu besuchen. Wenige Stationen vor Mailand trat der Conducteur herein und übergab dem jungen Ehemanne mit einer tiefen Verbeugung ein Telegramm. Neugierig fragte die junge Frau ihren Gatten, was das Telegramm enthalte, und sie bekam die Antwort: „König Humbert und feine Gemahlin laden uns ein, einige Tage in Monza ihre Gäste zu sein." Nun mischte sich ein deutscher Passagier in's Gespräch und sagte: „Nur nicht aufschneiden, junger Herr, das glaube Ihnen ein Anderer." Aeußerst betroffen zog der junge Reisende seine Visitenkarte aus der Tasche und sagte: „Wir vergaßen uns vorzustellen: Prinz und Prinzessin Ludwig von Bayern." Die arme Gutsbesitzerin Wr „Gegen diese Concurrenz kann ich nickt aufkommen, nun werden die Herrschaften den Besuch bet mir gewiß ausfallen lassen." „Nicht doch", sagte Dona Paz, „aber Sie müssen uns auch eine gute Polenta oorsetzen."
Königsberg i. Pr. Gutem Vernehmen nack wird auch für Königsberg ein Lutherfestspiel geplant und zwar dürfte dies, da die Magdeburger Aufführung den Anstoß gegeben zu haben scheint, das Herrig'sche sein.
Gingesandt.
Gießen, 4. November.
_ t,. - 01 verschiedenen Anfragen zu begegnen, theilt man hierdurch mit, daß zu den Jubiläumsfestlichkeiten des Gesangvereins Liederkranz nur Mitglieder und eingeladene Gast? Zutritt haben und daß bei dem Concerte Kinder unter 12 Jahren unter allen ; umstanden ferngehalten werden müssen, wenn Störungen vermieden werden sollen.
*»> BcrFtN«.
®Äe^e,n! Auf dem heute und gestern abgehaltenen Vichmarkte
ftnnSn k.2,etl?ie?/n3tinbolc& und 1835 Schweine. Die Preise bei ersterem ®arfte während bei letzteren ein Rückgang bemerkbar war. Nächster Markt Dienstag den 22. und Mittwoch den 23. d. M.
»'/i °/° fürstlich Isenburg und Büdingen-Birstein'sches Anlehen.
Pr°lpect-Be'prechung lasten wir in Nachstehendem noch einige weitere Details über die obige Anleihe folgen: b
r. c verpfändeten Realitäten umfassen im Ganzen rund 8000 Hectar, hiervon T7nn0cs,r?en ^Preußen (Kreis Gelnhausen, Kreis Hanau, Kreis Wiesbaden) rund nJn°p°h,nP ?LbJn( (^rd§ Offenbach und Büdingen) 4300 Hectar. Der angegebene Werth dieser Obzecte, welcher sich auf rund 19 Millionen Mark beziffert ^eim^^^trage der Uebeimehmer der Anleihe von dem Königlich Preußischen Geheimen Regierungsrath Dr. Dunkelberg, Director der landwtrthschaftlichen Akademie ^",?>o^.l2dorf, ferner durch den Königlich Bayerischen Regierungs- und Forstrath Fürst, Dlrectorder Forstschule zu Aschaffenburg und durch den Königlich Preußischen SSEÄS*" «-
Erträgnisse aus Domänen (Oeconomien, Felder,
Wiesen und Gebäude)...... 136 293.88
2. Erträgnisse aus dem Weingut Hochheim . . 8 194 —
d* * ,, den Waldungen . . . 305 156.92 "
2*>76500b hie Verzinsung der Anleihe in «ften"10 Jahrm^ n^r*jährlich runb°299000Unl U"b Amortisation der Anleihe jährlich
uu? ^-000 ^ er orderlich sind. Ein kürzlich m Birstein eingerichtetes Dampfsäg^
in Wächtersbach gepachtetes Sägewerk stellen eine weitere Hebung der Ertragnisse aus den Fürstlichen Waldungen in Aussicht. Die Einkünfte aus den verpfändeten Objecten haben, nachdem die zu Gunsten des Gräflichen Hauses ^ibnburg und Büdingen-Philippseich vorberechtigte Paragiats-Rente von fl. 10 000 »t ist, )ur Verzinsung und Amortisation der Anleihe zu dienen, und hat Herr Domanenrath Engelbert König, welcher von seinen Dienstpflichten dem Fürsten gegen- uber entbunden worden ist, die eidesstattliche Versicherung abgegeben, daß er die Etn- Sur Leistung der dem Fürsten aus dem Anlehensvertrage obliegenden Derbtndltchketten verwenden werde. Außerdem hat der Graf Georg zu Ysenburg und Büdingen-Philippseich, welcher mit der Verwaltung der gesammten Güter des Fürsten betraut worden ist, eine gleiche eidliche Angelobung bei Gericht geleistet
A , D/e nn Prospect erwähnte Gulden-Anleihe ist am 10. October zur Heimzahlung gelangt sodaß nur noch die per 10. Januar 1888 gekündigte Anleihe vom Jahre 1881 voretngetragen steht. '
cm- toie ?ilgung dieser Anleihe bleiben die Gelder in Händen der Bergisch-
Anllik- V^nk zuruck und tritt die neue Anleihe nach Heimzahlung der 1881er
Anleihe sofort und von selbst aus den betreffenden Objecten zur ersten Stelle vor.
Alle Die Anleihe betreffenden Bekanntmachungen haben in dem Deut chen Reichs- ersch einen" CUler Rheinischen, einer Frankfurter und einer Stuttgarter Zeitung zu
Der Prospect gibt in allen Theilen ausführliche und befriedigende Details und u wir, daß sich bei dem Mangel an preiswürdigen, deutschen Papieren diese 3Vr«/o Anleihe zum Preise von 93% bei dem Anlage suchenden Publikum einer guten Ausnahme erfreuen durfte.
Kirchliche Anzeige« der Stadt Meße».
Svangelrschc Gemeinde.
Gottesdienst.
22* Sonntag nach Trinitatis, 6. November. Reformationsfest.
«r ijLx 91/2 uh,.. Pfarrer Dingeldey.
Beichte und heiliges Abendmahl im V0rmittagsgottesdienst.
„ , , Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Gustav-Adolfs-Sttftuna Kinderkircke, Vormittags 11V« Uhr, Pfarrer Schlosser.
, Montag, den 7. N.oember, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder- iSule, Markus Kap. 11, Jesus in Jerusalem, Feigenbaum, Glauben an Gott' Pfarrer Dr. Naumann. '
Am Donnerstag, Abends 8 Uhr, soll in der Kirche ein Festgottesdien st gehalten werden zur Feier des 404jährigen Geburtstages unseres großen Reformators Dr. Martin Luther; Pfarrer Dr. Naumann.
n xx r Am Sonntag, den 13* November findet Beichte und heiliges Abendmahl statt im Ab endgottesdienst.
ß, Dtt am Ernte-Dankfest für den Kirchbaufonds erhobene Kirchenkollekte betrug 00 v/u 11 zvfy.'
Die PfarrgeschSfte in der Woche vom 6. bis 12. November besorat Pfarrer Dingeldey. B
Katholische Gemeinde.
23. Sonntag nach Pfingsten.
Von 7 Uhr an Beichte.
Frühmesse und Austheilung der h. Communion.
„ %10 Uhr: Hochamt und Predigt.
„ 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
S°mst°"Abmd^uhr."^' ®°m§ta6 ™°rflen 830 Uhr. S-mst-g Mittag 3 Uhr
Coürsbericht der Frankfurter Börse.
Reichsbank-Disconto 3% 3. November 1887. Franks. Bank-Disconto 3o/c.
4% Preußische Consols
106.90
3%% Solms-Brauns. Oblia.
94.50
d7zu/o do. 100.70
4% Nassauer Oblig. 102.40
4% Bayerische Oblig. 105.50
4% Badische Oblig. 104.90
4% Hessische Oblig. 105.30
4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr.
alte 100.90, neue 102.20
3Vr°/o do. 97.30
41/z% Franks. Landwsch. Creditbk.-
Oblig. 103.00
4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.00 iW/o do. 97.40
5% Buderus Oblig. 103.90
4% Gießener Oblig. 103.90
4% Oesterr. Goldrente 91.30
4*/5% Oefterr. Silberrente 67 00
5% 1871/1873 Russen Oblig. 93 80
5% Portugiesen Oblig. 95 50
Darmft. Bank-Actien 138.10
Geldsorte«.
20 Francs-Stücke 16.12-16.15
do. in Vi 16.11-16.14
Engl. Souvereigns 20.29—20.34
Dollars in Gold 4.16—4.20
Telegraphischer Coursberich
Oefterr. Creditactien 227%
Oesterr. Staatsbabn-Actien 1793/»
1880 4% Russen Oblig. 80 00
4% unif. Egypter Oblig. 75%
t vom 4. November 1887.
Disconto-Com.-Antheile Lombarden-Actten 4% Ungar. Goldrente 3% Portugiesen Oblig.
196.10 69% 80.80 57.45
Tendenz: fest; Banken bevorzugt. Von Renten waren Ungar. Goldrente und Portugiesen gesucht und höher.


