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Arr. 152 Dienstag den 5. Juli 1887.
icherm Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
d""au- 7. Erscheint täglich mit Ausnahm- des Montags.
Amtlicher Hheil.
Betreffend: Die Regulirung der Gewerbsteuer. Gießen, am 1. IM 1887.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzogltchen Bürgermeistereien des Kreises.
Nach Art. 27 des Gesetzes vom 8. Juli 1884, die gleichmäßige Besteuerung der Gewerbe betreffend, geschieht die Regulirung der Gewerbsteuer durch eine krommlsflon, weiche aus dem Steusrcommiffär als Vorsitzenden und drei von der Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise dem Gemeinderatb einer pben Gemeinde auf drei Jahre gewählten Mitgliedern besteht.
Für den Fall, daß gewählte Mitglieder mit Tod abgehen oder nicht mehr die Bedingungen der Wählbarkeit besitzen, oder sonst dauernd außer Stand treten haben^ ^füllen, werden in jeder Gemeinde weiter zwei Ersatzmänner gewählt, die in solchen Fällen an die Stelle von ursprünglich Gewählten Zu Mitgliedern der Commission und zu Ersatzmännern können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind und r.elche die passive Wahlfähigkeit als Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise als Gemeinderathsmitglieder besitzen.
Sie wollen durch die Stadtverordnetenversammlung, beziehungsweise den Gemeinderath, die Wahl der 3 Mitglieder und 2 Ersatzmänner alsbald Mnehmen lasten und uns das Ergebniß derselben binnen 8 Tagen mittheilen.
Dr. Boekmann.
Betreffend: Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler. ^^ßen, am 1. Juli 1887.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die «rotzherzoglichen Bürgermeistereien des «reise».
ennn t $*eien^en Don 3h"en, welche noch im Rückstände sind, werden an Erledigung unserer Verfügung vom 20. Juni l. I. — Anzeiger Nr. 143 — ______________________________ Dr. Boekmann.
Deutschland.
Darmstadt, 30. Juni. Am 21. Juni wurden die Forstaccesststen Ww'.g Hämmerle zu Gießen und Reinhold Steinmetz zu Mainz zu Forstes Isefforen ernannt.
Am 27. Juni wurde der Mtlitäranwäcter Karl Diacont aus Neu- Menburg zum Bureaudiener bei der Station Eberstadt der Main-Reckar-Etsen- dachn ernannt.
Sttlin, 2. Juli. Se. Maj. der Kaiser empfing heute Vormittag den Militär-Bevollmächtigten in Petersburg, Oberstlieutenant v. Villaumes, hörte dvrauf den Vortrag des Chefs des Militär-Cabinets und machte Nachmittags einte Spaztecsahrt.
v , Freiburg i. B., 2. Juli. Heute Vormittag 11 Uhr fand die feier* E Ccöffnung Der Oberrheinischen Gewerbeauöstellung durch den Protector der- Ikuden, den Erdgroßherzog, statt, welcher mit seiner Gemahlin seit Donnerstag yi.er verweilt. Sowohl in der Begrüßungs-Ansprache des Präsidenten Ficke, Sk aü:7t der Antwort des Erbgroßherzogs wurde auf die Teilnahme des Mer-Elsaffes als ein Zeichen des guten nachbarlichen Verhältniffes hingewtefen. Mr Staatsminister Turban und die elsaß-lothringischen Unter-StaatSsecretäre L°ludt und Back nahmen an der Eröffnung Theil. Die Ausstellung ist von chva 1400 Ausstellern beschickt.
l . Straßburg, 2. Juli. Heute Nachmittag sand die feierliche Einweihung Formals für den König Ludwig 1. von Bayern statt. Die Festrede hielt asr Secretär des Universitäts-Senats Schricker. Der frühere Unterstaatssecretär c‘.r. MQ^r vergab das Denkmal, welches von den in Elsaß-Lothringen sich auf- ymenden Bayern gestiftet ist, der Stadt Straßburg. Der Beigeordnete Hoch- crpfel übernahm daffelbe Namens der Stadt.
Kesternich.
bt* ?' Dem „Fremdenblatt" zufolge wurde die Aushebung
s^oeaussuhr-Verbotes in dem gemeinsamen Ministerium berathen. Die 'uJrtcn dem Resultate, daß demnächst im auswärtigen Amte Commission aus Vertretern der betheiligten Centralstellen beider & ^"mmmentritt, welche über Erleichterungen bei der Handhabung Ausfuhrverbots berathen wird.
Meldung, daß der Kriegsminister die Verwendung des noch nicht ^-ausgabten Theiles des außerordentlichen Militär-Kredits angestrebt habe, üom ,/Fremdenblatt" als unrichtig bezeichnet.
Arankreich.
1. Juli. Die Comitös der Patriotenliga in Bordeaux und hÖJ ? we0en her Haltung, welche die Pariser Patriotenliga hinsichtlich Eanger s eingenommen hatte, ihr Amt ntedergelegt.
r^Qt ben Wunsch ausgesprochen, noch bis zum 10. Juli in p-r.s bleiben zu dürfen, bevor er sich nach Clermont-Ferrand begebe.
z 21 Der Ministerrath beschäftigte sich in seiner heutigen 8 $ j9 mit der durch das deutsche Branntweinsteuergesetz geschaffenen
itus-Jndustrie und wird auch in der nächsten Sitzung die Be- to8;u“Sn°rt,e6en- Der Mnisterrath soll geneigt sein, den Zoll aus
— Der „France" zufolge würde die Vorlage wegen versuchsweiser Mobi* ltsirung eines Armee-Corps vertagt, resp. für nächstes Jahr zurückgestellt werden.
England.
London, 2. Juli. Die Königin hielt heute Nachmittag vor dem Buckingham-Palast eine Revue über die Freiwilligen-Truppen ab, von denen etwa 30,000 Mann zusammengezogen waren. Der Prinz und die Prinzessin von Wales, sowie die übrigen Mitglieder der königl. Familie und andere hier anwesende Fürstlichkeiten wohnten dem militärischen Schauspiele bei. Die versammelte Volksmenge begrüßte die Königin mit enthusiastischen Kundgebungen.
Lokale-.
Gießen, 4. Juli. Am 1. Juli feierte unsere Hochschule ihr 280jähriges Stiftungsfest. Früh 11 Uhr fand in der großen Aula des Universitätsgebäudes Festaktus mit Preisvertheilung statt. Der Abend versammelte die gesammte Studentenschaft bei einem fröhlichen Festcommers, zu welchem, der Einladung der Studentenschaft folgend auch viele der Herren Professoren erschienen waren. Herr stuä. Im-. Kretschmar prästdirte den Commers und feierte in schönen Worten Universität, Rector und Professoren. Herr stud. phiL David sprach auf Kaiser und Großherzog, während Herr 8tuä. wsd. Heyder in schwungvoller, mit großer Begeisterung aufgenommener Rede Gießen und seiner Schönheiten gedachte. Die Feier nahm zu allgemeiner Zufriedenheit einen ungetrübten Verlauf.
r, X X Herr vr. Hermann Steinbrügge, außerordentlicher Professor an der Piefigen medicinischen Facultät, wird am Samstag den 9. Juli, Vormittags 12 Uhr, in der großen Aula seine akademische Antrittsrede „über secundäre Sirmes- empfindungen" halten.
§ Gießen, 4. Juli. ^Vorläufiger Bericht.) Das 1. Turnfest des Lahn-Wetter- Gaues fand am 2. und 3. Juli in Wieseck statt. Nachdem am Samstag Abend ein Gauturntag, von dessen Beschlüssen als von allgemeinerem Interesse derjenige erwähnt sei, nach welchem. Gi eßen als nächster Festort in Aussicht genommen, stattgefunden, wurde am Vormittage des 3. Juli ein Musterriegen-Turnen vorgenommen. Mittags V«2 Uhr Ausstellung und Abmarsch des Festzuges unter Vorantritt der Regimentsmusik und der Festjungfrauen, sowie des Preisgerichts, sodann folgend der Ortsvorstand, die einzelnen zum Gau gehörigen Vereine, der Turnverein Hungen, der Turnverein Krofdorf, der Kriegerverein, Casino, sowie einige Gesangvereine von Wieseck. Nach Ankunft auf dem Festplatze: Begrüßung der Gäste und Festrede durch den Turnwart Bier au-Wieseck. Hierauf kurze Rast und sodann Beginn der Freiübungen, welche vom Gauturnwart Stoffer-Gießen commandirt und gut ausgeführt wurden. Das hierauf stattgefundene Wettturnen verlangte in Anbetracht der geradezu erdrückenden Hitze große Anstrengung und Ausdauer der daran Theilnehmenden. Noch sei erwähnt, daß der Turnverein, sowie die Gemeinde Wieseck als Festort alles Mögliche durch Schmucken der Häuser mit Flaggen, Guirlanden, Transparenten ?c. gethan, um ihre Gaste würdig zu empfangen.
Gieße«, 4. Juli. Das für morgen Abend in Stein's Garten angekündigte Feuerwerk des Herrn Schwiegerling aus Breslau soll einen größeren Maßstab annehmen als uns bisher in pyrotechnischen Leistungen geboten wurde. Wir wollen noch besonders darauf aufmerksam machen, daß für musikalische Unterhaltung durch unsere Regimentsmusik gesorgt wird.
•X. Deutsches Bundes- und Iubiläumsschicßen in Frankfurt a. M.
(Von unserem Specialberichterstatter.)
O. K. Frankfurt a. M., 2. Juli.
Ein herrlicher Sommermorgen brach an. Er fand unsere Stadt in vollster Festtagstoilette, die sie über Nacht angelegt; ganz heimlich, als Alles schlief, hatten fleißige Hände die letzte Arbeit gethan. Ein wallendes Meer in dm Lüften. Wimpel


