A Mainz, 3. Mai. Aus der ganzen Umgegend laufen heute Nachrichten über die heftigen Gewitter, die von gestern Nachmittag bis heute zu Tagesanbruch ge- wüthet haben, ein. Die ersten Gewitter entluden sich in der Richtung nach Alzey, wo fte mit derartigem Regen und Hagel niedergingen, daß kurze Zeit der Bahnverkehr gehemmt war. Aehnltch war es in der Richtung von Worms zu, wo die Züge nach .Den pfälzischen Bahnen durch das Unwetter große Verspätungen erlitten. Am heftigsten wüthete das Gewitter in dem Ried auf dem Landstrich von oberhalb Gernsheim bis zu dem Main herüber, in welcher Gegend die hauptsächliche Entladung kurz nach Mitternacht stattfand. In Mainbischossheim wie auch in mehreren Riedorten hat man Hagelkörner von der Größe eines Taubeneies gesehen, lieber größere Schäden, die das Unwetter in nächster Umgebung von Mainz verursacht hat, verlautet nichts.
A Vom Rhein, 3. Mat. Der fiskalische Maifischfang, der jetzt mit Er- laubniß der Regierung auch Samstags betrieben wird, ist in diesem Jahre außerordentlich ergiebig. In Neuendorf wurden gestern in ganz kurzer Zeit 200 Stück gefangen. Ein Zug war so glücklich, daß man 78 Stück bekam. Auf den Nachmittagsund Abendsverstetgerungen der Fische ist noch immer bedeutendes Leben, wenngleich die Preise in Folge des reichen Fanges schon bedeutend zurückgehen.
Die mit Rücksicht auf die Correctionsarbeiten von der Regierung angeordneten Jnspectionsfabrten auf der Strecke von Rübesheim bis Coblenz nehmen die nächste Woche ihren Anfang.
In Folge der Gewitter in verflossener Nacht.ist der Rhein heute im Tage über merklich gestiegen.
A Mainz, 3. Mai. Von den inhaftirten Socialdemokraten sind heute wieder fünf aus den umliegenden Bezirksgeiängntssen entlassen worden und ist jetzt nur noch der in dem Pfeddersheimer Gefängniß internirte Schreiner Stoll in Haft. Die vielfach verbreitete Annahme, daß das behördliche Vorgehen zunächst auf eine Denun- ciation zurückzuführen sei, scheint nach den Angaben, die den Angeschuldigten bet den Verhören auf diesbezügliche Anfragen gemacht wurden, nicht richtig zu sein und dürfte vielmehr die hiesige Polizeibehörde alsbald nach dem Frankfurter Socialistenproceß von der Regierung beauftragt worden sein, den Socialdemokraten hier eine schärfere Beobachtung angedeihen zu lassen, in deren Folge das Material zu den nunmehrigen Maßnahmen gesammelt worden.
Würzburg, 3. Mai. Gestern Abend hat ein Unwetter, Wolkenbruch und -Hagelschlag, zwischen Dürrbach und Oberdürrbach enormen Schaden in den Weinbergen hier und in der ganzen Umgegend angerichtet. In Dürrbach stieg das Bachwasser halbhaushoch, in der Kirche bis zum Altar. Einiges Vieh ist ertrunken. (F. Z.)
— sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11. Armeecorps.j Kknigl. Eisenbahnbetriebsamt Altena (Dtrectionsbezirk Elberfeld), Weichensteller 1. Classe, 990 X Jahresgehalt und den tarifmäßigen Wohnungsgeldzuschuß. König!. Eisenbahnbetriebsamt Altena (Dtrectionsbezirk Elberfeld), 12 Bahnwärter, bezw. , Aspiranten, 660 X Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Bocken- heim, Postamt, 2 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß. Cassel, Postamt, Briefträger, 800 X Gehalt und 180 X Wohnungsgeldzuschuß. Darmstadt, Großb. Garnisonverwaltung, etatsmäßiger Casernenwärter, 840 X Gehalt jährlich nebst Deputaten an Feuerungs- und Beleuchtungsmaterial und freier Wohnung. Frankfurt (Main), Postamt, 3 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt (Main), Postamt, 2 Postpacketträger, je 700 X Gehalt und 240 X Wohnungsgelbzuschuß. Frankfurt (Main), Postamt, 3 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß. Gießen, Postamt, Postschaffner, 800 X Gehalt und 144 X Wohnungsgeldzuschuß. Heppenheim (Bergstraße), Postamt, Postassistent, 1350 Gehalt nebst Wohnungsgeldzuschuß. Heppenheim (Bergstraße), Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Höchst (Main), Postamt, 1 Stelle für Briefträger und Postschaffner, 800 X Gehalt und 72 X Wohnungsgeldzuschuß. Hofgeismar, Postamt, Briefträger, 800 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Hofgeismar, Postamt, Packetträger, 750 Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Marburg (Bez. Cassel), Postamt, Postschaffner, 800 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Bad-Nauheim, Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Treysa (Bez. Cassel), Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 72 X Wohnungsgeldzuschuß. Wanfried, Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 60 X Wohnungsgeldzuschuß. Wiesbaden, Postamt, 2 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 180 x Wohnungsgeldzuschuß. \
— Dem Inhaber eines Kleidermagazins in Altenburg ging neulich die Meldung zu, daß seine Nummer in der letzten Ziehung der sächsischen Lotterie mit einem Gewinne von 10,000 X gezogen sei. In den Besitz dieser Nummer war er auf die sonderbarste Weise gekommen. Im letzten Winter war nämlich in das Magazin eingebrochen und dem Manne der Inhalt seines Ladenpultes gestohlen worden. Als
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der Dieb in der Person eines in der Nachbarschaft wohnenden Geselle entdeckt würbe hatte derselbe noch einen Theil des Geldes unb aufcerbem^b hl^npn welche er für das gestohlene Geld erworben und mit bTr übria ae- bbebenen Summe wieder herausgeben mußte. Auf diese Weise kam der alüAA- Gewinner bei „Zehntausend" in den Besitz der betreffenden Nummer 8 - — Dre Raupen zu vertilgen ist nicht nur das Bestreben der gesammtdeutsck^
Qlun0 ^.sichtlich bes bayrischen Armeecontingentes gewesen. Dort aliickte bie ^Bestreben wie ber Leser wissen wird, so vollständig, daß seit dem 1 April die
Pickelhaube den bayrischen Raupenhelm erfolgreich verdrängt. Üru dieselbe Jahreszeit und auch letzt einige Wochen später aber gilt es einen Krieg aeaen die hSrnb' Cinr^Cnt^C§ Ww<J?r dm Garten- und speciell den Obst-
freund ist, als icner politische Raupenstreit. Wenn die Sonne wärmer und länaer aus die winterfeuchte Erde scheint, fängt es an, sich in dieser zu regen unb eine aame 2ßa[Ifabrt gefräßigsten Raupenpacks beginnt. An Spalieren, Stämmen und Mauern- S qVh! b°rt^in' wo die ersten zarten Blätter sich zeigen, geht der Zug unb es heißt p°rbeu0en, wenn man seine Baurn-, Strauch- und Pflanzenernte Jemandem anders als den Kohlweißlingen zu Liebe will verwendet wissen. Auf die Raupenjagd 2Ä‘er Gartenbesitzer, der Du hoffentlich schon viel früher die Raupenncher Ni t der Baumscheere decirnirtest, es gilt noch den starken Rest jenes Ungeziefers abzufassen, weil er zu vorsichtig in der Wahl feiner Eltern war. Diese Eltern haben an ©teilen geniflet, die Deine kühnste Phantasie nicht errieth und nun droht die Invasion der Kinder. Brette Theergürtel umschlingen die Bäume, vor Allem aber verscheuche Consorten"^ $clfer nid)t: bU Raupen lesenden Vögel, Staare, Kohlmeisen und
„Raupe, wie Du wenn Du erntest
Wünschen wirst, geraupt zu haben."
Gchiff-nach richten.
<xn,TVrt 3 Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postbamp'er
Werra, Capt. R. Buffuis, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. April von Bremen und am 24. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
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105
Allgemeiner Anzeiger
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3536 Ein Hnusbursche sofort gesucht. I
Eduard Noll. |
Für den Vorstand: Dingeldey, Pfarrer-
3528 Ein Wagnergesette gesucht. PH. Kröck, Kinzenbach.
Evangelische Kirchen-Ehorschule.
Die mit dem evavg. Kirchengesangverein in Verbindung stehende Chorschule, welche sich die Aufgabe stellt, Knaben im Alter von 8—14 Jahren im Lhoralgesang, sowie im mehrstimmigen Kirchengesang zu unterrichten und zur Mitwirkung im Gottesdienste heranzuziehen, beginnt demnächst einen neuen Kursus.
Die Cborschule wird künftig aus 2 Klassen bestehen. Neueintretende werden zunächst in die 2. Klaffe (Vorschule) ausgenommen. Nach Verlauf eines Jahres erhalten dieselben für jede besuchte Unterrichtsstunde eine Vergütung, die ihnen zur Zeit ihrer Konfirmation ausbezahlt werden wird.
Knaben, welche Lust und Liebe zum Gesang haben, wollen sich am nächsten Samstag den 7. Mai, Nachmittags 3 Uhr, rn dem Schulhause auf dem Berg in Oswaldsgarten zur Aufnahme anmelden.
Nähere Angaben über die verschie- lenen Preise (Harmonium, Violinen, ?lthar, Flöte eto.) 11. zu beobachtende Bedingung, enthält d.eben erschien. Nr. 7, welche d. a. Buch- n. Musikhdl.
Turnverein Gießen.
Die Gintheilung der Riegen für das Sommer-Halbjahr geschieht
Freitag den 6. d. Mt-., Abends 8V2 Uhr
Die dem Turnzwang unterworfenen Mitglieder (siehe § 2 I a u. III der Satzungen) werden auf § 14 der Satzungen aufmerksam gemacht.
Die Mitglieder der Männerriege, sowie Diejenigen, welche derselben beizutreten wünschen, sind ebenfalls gebeten, an genanntem Abend zu erscheinen. 3530 Der Turnwart.
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