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Auch die Behauptung, daß Rheinhessen einen Haupttheil an den Steuerlasten des Landes trage, ist nicht richtig. Es ist wohl richtig, daß Rheinhessen einen hohen Procentsatz in der Steuer-Einnahme bilde, aber auch Starkenburg und Oberhessen stehe hierbei nicht zurück.

Er bittet das Haus, nicht nur in die Specialberathung der einzelnen Artikel einzugehen, sondern auch eine im zustimmenden Sinne lautende Entschließung zu fassen.

Abg. Möhn spricht entschieden sich gegen die Gesetzes-Vorlage aus.

Von Seiten der Regierung sei ihm das Gesetz als ein Act der Gerechtigkeit gepriesen. Er sieht dasselbe als einen Act der größten Ungerechtigkeit an. Dieselbe sei berechnet den Weinbau treibenden Orten nur zu schaden, da der Ertrag der Steuer in keinem Verhältniß stehe zu dem aufzuwendenden Apparat. Sie werde durchaus nicht den Zweck erreichen, welcher beabsichtigt sei. Es werde zu einer Steuer-Erhöhung kommen müssen und diesen Druck doppelter Steuerlasten können unsere Weinbauern nicht tragen. Er appellire an das Herz derjenigen Abgeordneten, welche Landwtrthe seien und ersuche dieselben gegen das Gesetz zu stimmen, welches einen Theil der Lano- wirthschaft, den Stand der Winzer schwer bedrohe. Wie heute die Verhältnisse liegen, sei es nicht möglich, daß die kleinen Weinbauern, und für diese spreche er, in die Höhe kommen können, da sie schon viele Jahre hindurch Mißernten hatten.

Er ersucht das Haus die ganze Vorlage abzulehnen.

Abg. Arnold steht der Vorlage sympathisch gegenüber, nur kann er sich mit dem Modus der Besteuerung nicht einverstanden erklären. Er stellt den Antrag die Besteuerung des Weines in progressiver Weise hinsichtlich seines Werthes vorzu­nehmen.

Ich Falle Nichtannahme seines Antrages werde er gegen die Vorlage stimmen.

Abg. Pennrich wendet sich ebenfalls gegen das Gesetz, indem auch er es als eine Etappe zur Bezettelung des Weines betrachtet.

Auch die Durchführbarkeit bezweifelt er, da es nicht möglich sei, eine Conirole für den Eingang des Weines zu haben. Wenn das Gesetz angenommen werde, so stelle er den Antrag, daß auch der Obstwein besteuert werde.

Abg. Küchler erklärt, er sei ein Gegner des Gesetzes schon aus dem Grunde, weil ohne besonderen Stutzen und nur um die Einnahme von 3040 000 JL, ein zu großer Apparat in Bewegung gesetzt werde.

Abg. Jöst spricht sich ebenfalls mit Entschiedenheit gegen die Vorlage aus. Abgg. Wolfskehl und Grünewald sprechen sich für die Vorlage aus. Wegen vorgerückter Stunde werden die Verhandlungen abgebrochen.

Zur Generaldebatte haben sich noch 15 Redner einschreiben lassen. Morgen früh 9 Uhr Sitzung.

Berlin, 3. Mai. Die Budget-Commission der.Abgeordnetenhauses nahm den Nachtrags-Etat und den Vertrag mit Waldeck unverändert an.

Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Staatsregierung, im Interesse der Entwickelung der Hochseefischerei einen Fischereihafen bei Saßnitz, sowie einen Sicherheit^ und Schutzhafen auf Norderney nebst einem Hasen zur Uebersüh- rung der Fische aus die Bahn bei Norderney anzulegen. Die betr. Vorlagen dürsten dem Abgeordnetenhause in der nächsten Session zugehen.

Potsdam, 3. Mai. Se. Majestät der Kaiser traf heute Mittag um 11 Vs Uhr mittelst Extrazugs hier ein und begab sich vom Bahnhofe in zwei- spännigem Wagen alsbald nach dem Lustgarten, wo das erste Garde-Regiment zu Fuß zur Besichtigung ausgestellt war. Ihre Königl. Hoheiten, die Prinzen Wilhelm und Alexander mit der Generalität und den fremden Militär-Attaches hatten Se. Majestät an dem Schloßportal bei der Langenbrücke erwartet und folgten Allerhöchstdemselben bei der Besichtigung des in Bataillons-Front aufge- stellten Regiments, die gegen eine Stunde dauerte. An die Besichtigung des Regiments schloß sich die besondere Besichtigung der Leib«Compagnie und der Kriegsschüler an. Ihre Königl. Hoheit die Frau Prinzessin Wilhelm wohnte mit den ältesten drei Prinzen dem militärischen Schauspiel von den Fenstern der Sladtschloffer bei. Nach dem Schluffe der Beffchtigung, der gegen 1 Uhr «folgte, entsprach Se. Majestät der Kaiser einer Einladung der Osficier-Corvs der ersten Garde-Regiments zu Fuß znm Dejeuner im Regimentrhause.

Irankreich.

3 3Kai- ®ie Blätter dementtren die Nachricht, der Finanz­minister beabsichtige eine Besteuerung der Börsengeschäfts aus Zeil vorzuschlag-n Der Finanzminister wird morgen mit der Budget-Commisston confe- nren und constatiren, daß 12 Millionen Ersparniffe, nämlich 9 Millionen im Hriegrministerium und 3 im Finanzministerium gemacht seien.

England.

London, 3. Mai. Im Unterhaus erklärte Ferguffon, die Unterhand- inngen mit der Pforte, betr. Egypten, dauerten fort. Dar Parlament würde über deren Charakter und Resultat informirt, sobald da» Staaisintereffe er ge- statte. Lew!» beantragt, der gestrigeTime«"-Artikel, der Dillon de, Lügenr rm Unterhause anklage, sei eine Verletzung der Parlaments-Privilegien. Dillon unterstützt diesen Antrag und nennt den Herausgeber derTimer" einen feigen Siianer. Smitä beantragt Vertagung der Debatte, um dem Hause Zeit zu ruhiger Ueberlegung zu geben. Die Parnelliten, von Gladstone unterstützt, be- kämpfen die Vertagung. Nach dreistündiger lebhafter Debatte wird der Ver- tagungrantrag mit 213 gegen 174 Stimmen genehmigt.

Außland.

P?t«r-burg, 3. Mai. Heute wurde ein kaiserlicher Erlaß veröffent- hu m r< I $ b e Machtbefugnisse der Petersburger Stadthauptmannr, resp. der ^waltenoen Gehilfen der Ministers de« Innern zur Wahrung der öffeMchen Sicherheit in der Residenz, resp. in den Provinzen erweitert

~7 Wie die deutschePeterrburger Zeitung" erfährt, wird am Mittwoch ftblie^n6 nh hi"®0 <k,ai!?r*en ^ren,-Commission stattfinden, um darüber zu her heih.rtofi6 e ^.chandlungen noch weiter zu führen seien, da eine Annäherung bet beiderseitigen Standpunkte sich bisher nicht habe erreichen lassen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's tclcgr. (Korrespondenz. Bureau.

Werke ütaMS, ?ls Verfasser geologischer

gestern im Alter von 93 Jahren gestorben. ^Krischen geologischen Commission, ist Wagnerd^Lohengr^n"E'statt^ ÄrÄ ^Mrung von

heil etwa 150 Personen ein, welche tbeilsSnst ? ^"bruch der Dunkel- mit Lamoureux",Es lebe Frankreich" Äsen" mit Wagner",Nieder

Die Kundgebung war indessen ohne größere Bedeutuna

Menge trotz des Regens zuzunehmen Uhr schien die

selbst verlief ohne Zwischenfall. Lamoureux die Künstler'und 0^ nie Vorstellung haft applaudirt. Das Theater war sehr gut besucht . Kapelle wurden leb--

Rom, 3. Mai. Galimberti verschob seine Abreise auf morgen. In Forli -.heute um 33/< Uhr Morgens ein mehrere Sekunden andauernder Erdstoß mit wellenförmiger Bewegung beobachtet.

Morenz, 3. Mat. Die Leiche Rossini's ist hier eingetroffen und von den Regierungs-, den Gemeindebehörden, der französischen Colonie und Musik-Rotabilitäten empfangen worden. Sie wird heute feierlich in das Pantheon übergeführt.

m c ~ An der heute stattgehabten Ueberführung der Leiche Rossini's aus der am Bahnhofe errichteten Trauerkapelle zum Leichenwagen nahmen der Unterstaatssecretär Mariottt, die Spitzen der Behörden und zahlreiche Notabilitäten von Kunst und Wissenschaft Theil. Der Deputirte Torrigiani, der französische Consul, der Bürger­meister von Florenz und Andere hielten Reden. Der Zug wurde von etwa 100 Ver- emen, von Vertretern Italiens und des Auslandes geleitet. Die Straßen, welche der Zug passirte, waren mit Blumen und Flaggen geschmückt. Die Fenster waren mit Teppichen dekorrrt. Auf der Treppe der Kreuzkirche trug ein sechshundertstimmiger Chor das Gebet ausMoses" vor. Darauf wurde der blumengeschmückte Sarg bei­gesetzt. An der Feier nahm eine unaeheure Menschenmenge Theil.

Konstantinopel, 3. Mai. Nach aus Kreta im Laufe des heutigen Tages ein- getroftenen ofsiciellen Meldungen betrachtet man jetzt eine Gefahr der weiteren Aus­dehnungen der Unruhen als beseitigt.

Athen, 3. Mai. Nachrichten aus Kreta zufolge hat sich die Situation dort gedefferl; gestern Haden weder in Canea noch auf einem anderen Theile der IM Ruhestörungen stattgefunden.

Uuiverfitäts - EHrorrik.

ir i S.?r.6u?6' 2 Mai. Bis jetzt beträgt die Zahl der Studirenden an hiesiger Universität tm begonnenen Sommer-Semester gegen 900.

lf. Marburg, 2. Mai. Herr Universitäts-Musikdirector Otto Freiberg dahier Mrum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultat der Universität Gottmgen ernannt worden.

Licentiat Dr. Jülicher, Prediger am Berliner Waisenhause zu Rummelsburg, hat sich als Privatdocent an der Berliner Universität habilitirt.

Der Professor an der kgl. Hebammenschule, Privatdocent Dr. M. Stumpf tn Erlangen tft als Nachfolger des an die Universität Basel übergesiedelten Professors Dr. Fehling zum Professor der kgl. Hebammenschule und Director der Frauenklinik in k !ar *' -WMtbocent und Specialarzt für Chirurgie, Dr. W. Herzog, eben-- oatelDjt, jum ^berarjt an den königl. bayerischen Staatsbahnen berufen worden.

-^le aus dem badischen Oberlande geschrieben wird, hat Herr Kreisschulrath £orra.d,-.?eJ fid> l- 3- durch verschiedene philosophische Preis- Elften, welche das Verhaltmß des Darvinismus zum Christenthum behandeln, rührn- uch heroorgethan hat, dieser Tage einen Ruf als Professor der Philosophie an die Untöerfitat Leyden erhalten.

, Der bisherige außerordentliche Professor Berthold (Lehrer der Botanik) ür Gottmgen ist zum ordentlichen Prosessor in der philosophischen Fakultät zu Gottrngen ernannt. 0

x o T Professor Kirchhof in Halle wurde zum correspondirenden Ehrenmitgliede der Londoner geographlfchen Gesellschaft ernannt.

Lokale-.

4.

JL,

tungsb^fke7has>Lde?JnhL7 gelangte Nr. 5 der Verwal-

L ?onÄei«?7bUn0 beä Pr°vinzi°lt°gs der Provinz Oberhessen vom ou. xnarj loöi.

2 beä Pr°»mzlalausschusses der Provinz Oberhesien vom

v. -apru loö.

31 «"'^Äu^ Großh Verwaltungsgerichtshofes in Sachen betr. die Privat- X,? wS? 1lm£er, iu We-kesheim gegen den Großh. Bürgermeister

Htlger daselbst wegen Belerdlgung.

Das Eigenthum an den Kreisstraßen.

0"A^nt.s auf die Verwaltungsblätter nimmt die Expedition des

«mfe ÄCXr5oTp"o OnJtT fÜt biC "b°nn°nt°n letzteren Blattes zum

c Uc ®ie$en- In der Generalversammlung des land- wirthschaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen vom 30. October v. I. war unter H*cbtr<aufU?5nhH * I?e ör?-Vtnir allgemeinen Bauordnung mit Rück- knimerratb11* n 1UC iDer^anb5u und zur Begründung von Herrn cJv ? tn ^bach auf einzelne überraschende Beispiele für ein Miß- s9Cto e-rCJ? r?cIc?c§ ~ namentlich bei kleineren Bauwesen lichen^Baukosten?^^ bm ^oftcn ber Baupläne und der Revisionen und den eigent-

Iönnentilm ähnliche Beispiele ^ichHjsclns gesunden wS M

aefertiat d?e rm ^Zuvorhaben aufgegeben, der theure Situationsplan ist nicht S itr§6auauff 6erä Tnb9n i »7 ,rm m u,nn^t.!?eiJ1Iicben - Besichtigungskosten des wart desmeicken n Ä überhaupt keine Aenderung zu revidiren

ba^vamtspersomüs s" btc ~ «l-ichsalls unperanlatzten - Gebühren des Kreis- nickt f=nbVli»®hn6bha0t?Cbrad,tkCn ^w-ismateriales spricht jebenfalls der Umstand praktische^ Betiviel^ ml? l. un^b der Meinung des Erzählers wohl beste getragen Hatz fcinen hoben Gebühren sich in Wirklichkeit nie zu-

Staatsmüiun?i°n den 14 Candida,en, welche sich der großen juristischen

die übriaen ^»"hiahre unterzogen, trat einer im Verlaufe derselben zurück.

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Die Möglichkeit, in mehrfacher Beziehung Erleichterungen durch Gesetz oder ©rit7bnnher9imm^MCn v roar von allen Rednern zugegeben, von sachverständiger Seite aber immerhin davor gewarnt worden, solchen Beispielen ohne vorherige aenaue Prüfung eine weitergehende, typische Bedeutung beizulegen und etwa durch Beruanabme auf dleselben den landwirthschaftlichen Verein zu compromittiren- diese Warnung bat

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über einen Mntr ^xteu ber IL Kammer der Landstände (Beil. 339)

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"sCn.l01flCn^oS Ds?n ?em Antragsteller übergebene Beispiel beweist: Gesuch des Heinrich Jager von Londorf um baupolizeiliche Erlaubntß zum Einziehen einer Schwelle an fernem Hause, an Stelle der defeeten, alten Schwelle. Die in dem vorlieamden Gesuch erwähnst RMrrmurarbeit wird veranschlagt (folgt Speesiication). Summa 55®Jl * sich zu,?mm7n Erfolgst bCV b°up°l.»eil,che.r Genehmigung dagegen setzten

1. Situationsplan in duplo in

2. Bauplan

3. ^esichtigungskosten des Bezirksbauaufsehers zweimal ® 0 vfu

4. Desgl. des Kreisbauamtspersonals 5