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zu entscheiden geruht, daß in Betracht der völkerrechtlichen Motive Schnäbele trotz seiner Festnahme auf deutschem Gebiete und trotz der gegen ihn vorliegenden Schuldbeweise in Freiheit zu setzen sei."

Berlin, 1- Mai. Der 150jährigen Jubelfeier der evangelisch-lutherischen Ge­meinde in der festlich mit Blumen und Guirlanden geschmückten Bethlehemskirche (böhmische Gemeinde) wohnten der Cultusminister, der Consistorialpräsident Hegel, der Probst Brückner und mehrere Ministerialräthe und Gemeindebeamten bei.

Atakien.

Rom, 1. Mai. Nach Meldungen aus Massauah hat General Saletta heute über die Küste von Massauah den Blokadezustand verhängt.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz- Bureau.

Berlin, 2. Mai. Heber die Umwandelung der suboentionirten Dampferlinie Triest-Alexandrien in eine Linie Triest-Port-Said wird dem Reichstage noch in dieser Session eine Vorlage zugehen.

Der Gesetzentwurf über Rechtsverhältnisse der kaiserlichen Beamten in den Schutzgebieten bestimmt, daß die in Schutzgebieten zugebrachte Dienstzeit der Beamten bei mehr denn einjähriger Verwendung daselbst im Falle der Pensionirung doppelt angerechnet wird und daß die Gouverneure und kaiserlichen Commissare jederzeit mit gesetzlichem Wartegeld in einstweiligen Ruhestand versetzbar sind.

Berlin, 2. Mai. In der am 30. v. Mts. abgehaltenen Plenarsitzung ge­nehmigte der Bundesrath den Entwurf eines Gesetzes über die Besteuerung des Branntweins mit den von den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesen, für Handel und Verkehr, für Justizwesen und für Rechnungswesen vorgeschlagenen Abänderungen. Der Gesetzentwurf wegen Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsjahr 188788 wurden an den Ausschuß für Rechnungswesen zur Vor- berathung überwiesen. Mit der bereits erfolgten Heberweisung des Antrags Badens, betreffend die Aenderung der Statuten der badischen Bank, erklärte sich die Ver­sammlung einverstanden. Den Vorsitz führte in der Sitzung zunächst der Staats­minister, Staatssecretär des Innern, v. Bötticher, nach ehigetretener Behinderung desselben der königlich bayerische Bevollmächtigte zum Bundesrathe, Staatsminister Dr. v. Riedel.

Straßburg, 2. Mai. DieLandeszeitung" veröffentlicht eine kaiserliche Ver­ordnung, wonach die vierte Abthcilung des Ministeriums (Verwaltung der Landwirth- schaft) aufgehoben und mit der dritten Abtheilung (Finanzen und Domänen) verbunden wird. Ferner soll die Verwaltung der Gewerbe und der öffentlichen Arbeiten mit der ersten Abtheilung (Inneres) verbunden werden. DieLandeszeitung" bezeichnet zu­gleich die Nachricht über die beabsichtigte Verhängung des Kriegszustandes in den Reichslanden als völlig unbegründet.

Paris, 2. Mai. Schnäbele hat den Herausgeber derFranee" brieflich ersucht, von der angeregten Subseription für ein Ehrenlegionskreuz mit Brillanten Abstand zu nehmen, da er Geschenke dieser Art weder annehmen wolle noch könne.

Bei der gestrigen Nachwahl eines Deputirten im Departement Haute Garonne (Toulouse) wurde Calvinbac (radikal) mit 55,000 Stimmen gewählt. Ter Gegencandidat Duboul (cons.) erhielt 53,000.

Moskau, 2. Mai. Katkow ist gestern nach Petersburg abgereist.

Athen, 2. Mai. Nach dem Ministerium des Aeußeren zugegangenen Meldungen aus Kreta sollen bei den fortgesetzten Zusammenstößen zwischen Christen und Musel­manen in Eanea mehrere Personen auf beiden Seiten gelobtet worden sein. Die Con- suln sind mit Erfolg bemüht, einen Ausgleich herbeizuführen.

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Lokaler.

Gießen, 3. Mai. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzuna am Donnerstag den 5. Mai 1887, Nachmittags 4 Hhr. 9

1- ?te Eigentumsverhältnisse bei mehreren Grundstücken in den Wingerten.

2. Herstellung des Weges in den Wingerten.

3. Den Feldweg in der Lichtenau betr.

4. Verbesserung des Hammwegs.

5. Umbau des Bahnhofs Gießen.

6. Gesuch der Firma Andreas Euler um Bauerlaubniß.

7. Desgleichen des Uhrmachers Karl Mette.

8. Gesuch des Herz Walldorf wegen Bestehenlassens seiner Bude auf dem Oswald's Garten.

9- Gesuch des Christoph Rübsamen um Ueberlassung eines Kieslagerplatzes. 10. Kostendecreturen. J

11. Voranschlag des Realgymnasiums und der Realschule für die Finanz­periode 1888/91.

L Mai. Es ist eine auffallende Erscheinung, daß unter den Mit­gliedern des Volksbiidungsverctns in unserer Stadt nur eine sehr geringe Anzahl von Handwerksmeistern Vorkommen. Di- Ursache ist schwer zu finden. Sind doch gerade die Bestrebungen des Vereins wesentlich darauf gerichtet, Bildung und Kennt- msse in die Reihen der Arbeiter zu tragen. Die Lesebibliothek ist vorwiegend den M-ist-rn und Geselle^ die Leseabende im Winter den Gesellen und Lehrjungen ge­widmet. Die öffentlichen und unentgeltlichen Vorträge sind Allen zugänglich Und Unterstützung der sehr kostspieligen Bemühungen des Vereins. Es bedarf wohl nur dieser Anregung, um auch unter den zahlreichen wohlhabenden Handwerksmeistern unserer Stadt dem Verein beitragzahlendc Mitglieder zu gewinnen Nach S 5 der Statuten wird durch Anmeldung bei dem Vorstände die Mitgliedschaft erworben. Auch Frauen erwerben hierdurch alle Rechte eines ordentlichen Mitgliedes danach S-lbst-fnsch7tz°ung °"°d-r bei. Und nach S 6 erfolgt der jährlich- Bet-'

B t I K i f 4 t c 1

I^-U lrichste in, 1. Mai. Monats - Bericht der Arbeiter - Colonie pr, ta/8cfammt' 80. U * roaren in ber Kolonie arbeits-, resp. stellenlos

Hiervon waren Landw. Arbeiter rc. 16, Bäcker 1, Bergleute 2, Buchbinder 2 Ciaarren- <SaJtr Dachdecker 1, Fleischer 4, Gärtner 1, Gerber 1, Kaufleute 6 Kellner 4 duchdrilcker 2, Lithograph 1, Klempner 2, Lehrer 1, Maler 1, Maurer 1' Muller 1, Schlosser 4, Schmiede 3, Schneider 4, Schuhmacher 6 Scbirmmallier R Treiber 2 Weber 2, Zimmerleute 1? Gürtler 1, Sch--7ensckl-iftr I M^mor' schlerfer 1, Portefeuille-Arbeiter 2, Koch 1. ^enicyieifer i, utarmor-

cf, h . Derr Staaten nach kommen auf: Großherzogthum Hessen 20 Nassau 7 s?U£>tn0C-n 3' Alden 2, Bayern 3, Württemberg 1, Sachsen 3 Von Preußen ^*ur°ütn7Cn^ Brandenburg 3, Hannover 1, Hessen (Cassel) 9, Posen 2, Pommern 1 Schlesien 7, Sachsen 2, Rheinland 4, Westfalen 4, Elsaß 2, Hambura 2 Lübeck V Schwerz 1, Luxemburg 1, Oesterreich 1, TranSvaal-Rep. 1 9 ' V

^gegangen sind im Laufe des Monats April 35.

eigenes BemühL"f" 3°"' äBunf(6 25' burd> fcie Eolonie in Stellung 7, durch

V7rpfle7un^g?p?°'Apru L"° ausgenommen «U Kolonisten. bestcllu?g7n77gün"st/ger^Wstttrung^s?st"Nmdell" °"'^hrt, bk Frühjahrs-

Arbeiter wurden auf Rechnung der Colonie in die Umgegend zu land- rvirthschastlichen Arberten verlangt und abgegeben; im Ganzen 473 Tage.

( t. ^.^Enz, 29. April. Das 3. Artillerie-Regiment wird am Dienstag von Bier aU von ^O..Wochen nach Metz verlegt, um in der dortigen Garnison ein

M Schießübungen abruckendes anderes Regiment zu ersetzen Die Res^ünnl wichtigen Petzes soll durch diese Maßregeln voller Stärke er^lte^bleiben ,»*»«> S.ä K2 jgJ* ^teUung von Personen, die in den letzten Jahren wegen hoch- und landesverrätherischen

Handlungen in Deutschland ermittelt worden sind. Unter diesen Personen führte das römische Blatt auch den hier ansässigen und durch seine Wetterbeobachtungen weiterhin bekannten Journalisten und Schriftsteller Rudolph Röttger auf. Letzteres ist unrichtig; allerdings war der Genannte voriges Jahr bei dem Proceß Saurow mit in Untersuchung gezogen, wurde aber von dem Reichsgericht vollständig freigesprochen Da diese Freisprechung damals allgemein bekannt wurde, so setzt Herr Röttger voraus

.Bufammenbringen seines Namens mit notorischen Landesverräthern eine ibn Ja? a d ig en de A b sicht zu Grunde liegt, und hat dieserhalb eine Beleidigungsklage gegen oteKölnische Zeitung" angestrengt.

on ^^.^benundzwanzigste allgemeine deutsche Lehreroersammlung in Gotba 30. Mai bis 2. Juni.j Es sind bis jetzt für die Hauptversammlung folgende Vortrage angemeldet: 1 Dr. Saalfeld in Blankenburg: In welcher Weise hat die Schule die Bestrebungen desdeutschen Sprachvereins" zu fördern? 2. Rector Schmidt in Unna: Das Wesen der modernen Volksschule und ihr gegenwärtiger Zustand. 3 Real- schullehrer Kahl in Gießen: Sind die öffentlichen Prüfungen abzuschaffen ober bei- zubehalten? 4. Rector Reinhardt in ©räfentoma: Was kann die Schule an ihrem Theil zur Losung der socialen Frage beitragen? 5. Schuldirector Dr. Jakob in Gotha: lieber Knabenhorte. 6. Dr. Brüllow in Berlin: Heber die nölhige und mögliche Existenz tüchtiger Privatschulen. 7. Lehrer Weichsel in Würzburg- 2 wemg und zu viel." 8. Lehrer Krebs in Gotha: Die erziehliche Bedeutung "der Fortbildungsschule. 9. und 10.: Vorträge von Dr. Ditter in Wien und Seminar, lehrer Dr. Halben in Hamburg.

Alle Vögel sind schon da, alle die uns im Herbst verlassen hatten. Von dauw und Strauch tont uns ihr Zwitschern und Tiriliren entgegen, hoch oben in ben Vulten hören wir ihr Singen und Jauchzen unb ergötzen uns an den kleinen gefieberten ©angern und ihren anmuthigen Weifen. Doch nicht ihr Gesang allein ist es, der uns erfreu^, auch ihre Nützlichkeit muß von uns hoch geschätzt werden. Bald ist wieder die Bctt da, m der Raupen und schädliche Jnsecten an den Pflanzen und Obstbäumen btnauskriechen unb ihr unablässiges Zerstörungswerk beginnen. Da sind es dann die kleinen langer, welche dem Thun unb Treiben jener Einhalt gebieten und die Zer­störer vernichten. Wie mancher Gemüsegarten, wie mancher Obstbaum würde zu Grunde geben, wenn nicht die Vögel ihre naturgemäßen Beschützer wären! Doch deswegen seid auch denselben dankbar und schirmt und schützet sie, wo ihr nur könnt' 3n Kurzem beginnt die Brutzeit der Singvögel und da hütet und bewahrt ihre Nester vor den nichtsnutzigen Händen böser Buben. An Eltern und Lehrer geht die Bitte ihre Kinder und Schüler vor dem Nefterausnehmen zu warnen und, wo es doch geschieht, die Hebelthäter empfindlich zu bestrafen. Die kleinen Sänger werden euch auch die geringste Fürsorge für sie reichlich vergelten!

Landwirthschaftliches.

Qr $ranf 1r Mai. ^Deutsche Landwirthschaftliche Ausstellung.) Die

Anmeldungen sind bis jetzt so zahlreich eingegangen, daß irgend welche auch noch so Ut begrilnbete Gesuche um Zulassung kaum mehr berücksichtigt werden können. Tie Ins e S^te der Thierausstellung werden die 900 Nummern umfassenden Rinder welche hauptsächlich den Höhenschlägen angehören; die Schläge in einer solchen ^uschauung zu bringen, war wohl noch niemals gelungen, weßhalb Unß stresse aller Landwinhe erregen wird. Dieser

Reichhaltigkeit folgend ist die Schafausstellung, welche mit etwa 550 Sttlck besetzt sein wird. Die Schweineausftellung erreicht einen ihrer Bedeutung Hms 200 Stück und die Pferdeabth-ilung wird in ungefähr ^uzahl vertreten fein. Die Maschinenabtheilung, an der sich etwa 100 Alls- Ää Neuheiten vorführen. Die Generalversammlung der Deutschen Landwirthschafts - Gesellschaft wird am 10. und 11. Juni in unserer Stadt 9HaC nin? ^glleber t)er Gesellschaft beträgt zur Zeit 3876.

Als neue Patronatsmitglieder sind der Ge ellschaft beigetreten: Der König von Württemberg, der Großherzog von Hessen und der Großherzog von Baden.

HaAdsL rmtz

9?ai bem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund R5, n Ü5ne% pcr Enteneier St. 50^, Käse vr. St. 4-7^,

70ä US pr. Liter Linsen 22 Tauben per Paar 50 bis

&.SÜLnCi ryn r 1,30ri;50' Hahnen pr. Stück JL 1.50-2.00, Enten

64 J pF Mund 00-00 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis

62 X SrfhÄ Snb®,f$ Schweinefleisch 54-60^, Hammelfleisch 50 bis

^o^^flersch 4450 Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.005.U0, Milch per Liter

Zwiebeln per Gentner JL 4.00-4.50.

U 18 §)-1R Mbtrewe-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer

^mder JL 18,25-20,50, Roggen eff. hres. Jt 14,00-14,25, fremder Gerste effectio hiesige und Wetterauer Ji. 15,0017,50, fremde 00,0000,00, Hafer eff. hres. JC 12,2512,75, fremder 00,0000,00.

r a n Nkai. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Anae-

Di/Vreisp ?Äia. Nullen, ca. 381 Kühe und Rinder, ca. 261 KÄber.

i ^Fen 1. Qual. JL 5556, 2. Qual. JL 5052, Kühe und

2- 'M 4446 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Eer 1. Qual. 54-56 2. Qual. 45-50 per 1 Pfund Schlachtgewicht

©erfte^i U20ri'Jr° Weizen JL 18.30, Korn 14.30,

®erjre vH* 14.ZU, Hafer vH* 11.10, Erbsen vH* 14.70. Linsen jH 00 00 u nnnn Samen M 00.00, Kartoffeln M. 4.50, Mck-n lllo. ' U°*U0' £efn ** 00-l)0-

Wiichentliche Neberficht der Todesfälle in der Ztadt Gieken." 17. Woche. Vsm 24. April bis 30. April 1887.

Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 30,1 o/o^

(53 starben an: Zusammen: Erwachsene: im ü£)m

Lungenentzündung 2 2 L ^«-sjahr: 2.-15. J-hr-

Organischer Herzkrankheit 1 1 _

Tuberkulöser Gehirnentzündung 2 (1) i m ,

Gehirnerweichung 1 f

Altersschwäche 3 3

Krämpfen 2 9

Summa: 11 8 2-----------s----

in der Sefefeten Ziffern geben an, wie viele der

tn der betrcttenden Krankheit auf von Auswärts na» Gießen gebrachte Kranke kommen.

Repertorr der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M.

OperrrhauH»

in Gr7nad°? Das Nachtlager

Donnerstag den 5. Mai: Der Prophet. Mittelpreise.

Ermäßigte'Preise!^ $ ^a: Vorstellung bet ermäßigten Preisen. Der Hofnarr. Lo h-n^r?m^^^Aramund^ He^Hc^inc.)^ Dllttclprcff?^ Stad.theater in C°,n. Mittelp?e°se^ Gastspiel des Herrn Heine. Teil. (Tcll: Herr Heine.)

Gchaufpielha«-.

Mlttwoch den 4. Mai: Die beiden Klingsberg. Vorher' ^um ersten

Male wiederholt: Die Zaubergeige. Große Preise 9 ä 1

Donnerstag den 5. Mai geschlossen.

Freitag den 6. Mai: Cyprienne. Hierauf: Mein neuer Hut.

Stuttam?^^?b^rn ^ftfptel fce§ §errn Schönfeld vom Hostheater in

Stuttgart. Fedora. (Jpanow: Herr Schonfeld.) Große Preise

Nickta des Herrn Schönfeld. Viel Lärm um

2cichts. (Benedlkt. Herr Schönfeld.) Große Preise.