Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Coerespondenr ■ Bureau.
Berlin, 1. November. Se. Majestät der Kaiser hatte eine ziemlich gute Nacht, tie Schmerzen sind gering.
Berlin, 1. November. Seine Majestät der Kaiser horte heute den Vortrag Albedyll's. t , r
— An der heutigen Börse gingen mehreren Mitgliedern Rohrpostmittheilungen über den Gesundheitszustand des Kaisers und der Kaiserin zu, um Beunruhigung hervorzurufen. Es sind bereits Maßnahmen getroffen, um die Verbreiter der Mtttheilungen zu ermitteln und ihre Bestrafung zu veranlassen.
— In der heutigen Constituirung der deutschen Eommission für die Brüsseler Welt-Ausstellung wurde Freiherr Landsberg-Vehlen zu «Lteinfurt zum Vorsitzenden, Generalconsul Goldberger, Geheimrath Dietrich zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Mit der Geschäftsführung wurden betraut die Herren Goldberger, Stadtrath Friedel und Dr. Jannasch. Die Eommission besteht aus 36 Mitgliedern, darunter befinden sich Akademie-Präsident Becker, Reinhold Begas (Berlin), Professor Albrecht (Königsberg), Hoirath Ackermann (Dresden), Generalconsul Behrens (Hamburg), Kammerrath Weidert (München), Landesdirector Leoetzow, Director Marius, Handelskammerpräsident Molinary (Breslau), Comme,cienräthe Passaoant (Frankfurt a. M.), Jörger (Mannheim), Consul Beuger (Stuttgart) und Albertus von Ohlendorf (Hamburg).
Paris, 1. November. In der gestrigen Sitzung der Akademie der Wissenschaften theilte Lesseps mit, der Panama-Canal würde am 3. Februar 1890 eröffnet werden. Die Arbeiten würden noch nicht ganz beendigt sein, doch würden täglich 20 Schiffe passiren können.
— Dem „Journal des Debats" zufolge, beabsichtigt der französische Botschafter in London, Waddington, seinen Poften aufzugeben. Als sein Nachfolger werde der Graf Cbaudordy genannt.
London, 1. November. Heute herrschte in ganz England ein heftiger Sturm, wodurcv ein bedeutender Schaden angerichtet worden ist. Verschiedene Schiffbrüche und Verluste an Menschenleben werden gemeldet, namentlich ist Liverpool stark heimgesucht worden. An verschiedenen Orten wurde die telegraphische Verbindung gestört.
Belgrad, 1. November. Der König ernannte die Krondeputirten derart, daß die oerbünbeten Parteien auf die gleiche Anzahl Mitglieder kommen. Hierdurch ist das bestehende Bündniß zwischen den Liberalen und Radicalen noch mehr befestigt worden. Die Skupschtina wird demnächst in Belgrad zusammentreten.
Newyork, 1. November. Nachrichten aus Panama zufolge ließ sich der frühere Vicepräsidenl Castinad zum Dictator Guatemalas ausrufen und stellte sich, unterstützt von den ersten Familien des Landes, an die Spitze einer Revolution gegen den Präsidenten Barillas. Die Negierung unterdrückte jedoch die Revolution und nahm die Häupter derselben gefangen, welche am Sonntag mit vier anderen erschossen wurden.
Lokale-.
Gießen, 2. November. (Theaters Ueber das R ud olph'sche Ensemble schreiben Marburger Blätter:
Die vorige Woche brachte unseren Kunstfreunden drei höchst gediegene Lustspiel- Aufführungen, welche wiederum ein glänzendes Zeugniß ablegten von dem Fleiß und der Vielseitigkeit der Rudolph'schen Künstlerschaar. In den Herren Ho o fak er und Heinrich, sowie in den Damen Frl. Margarethe Bauer, Frl. Lina Heig.l und Frau Butsson besitzen wir ganz exquisite Kräfte für das feinere Lustspiel. Das überaus schwierige Lustspiel „Der geheime Agent" wurde speciell mit einer Feinheit und Noblesse zur Aufführung gebracht, welche unsere vollste Hochachtung herausforderte. Das ist eben der glänzende Vorzug der Rudolph'schen Gesellschaft, daß sämmtliche Stücke mit der peinlichsten Sorgfalt und größten Ausdauer einstudirt werden. Unser Publikum erkennt aber auch diese echt künstlerischen Bestrebungen an und schenkt dem Theater seine vollste Aufmerksamkeit. Zumal die besseren Plätze sind immer recht gut besetzt. Der Sonntag Abend ist wiederum der Fröhlichkeit gewidmet und alle Freunde der letchtgeschürzten Muse, welche sich einmal an dem lustigen Kobold, dem sanges- freudigcn kleinen „Waldteufel", welcher allen Leuten die Köpfe verdreht, ergötzen wollen, können nichts Besseres thun, als wie am Sonntag Abend sich diesen kleinen Spaßvogel anzusehen.
X X Freitag der 4. November ist der Tag, an dem sich diesmal unsere Rekruten gestellen müssen. Für viele dieser jungen Leute beginnt damit ein Dasein, das ihnen von vornherein nicht Gefallen erwecken mag. Sie sind durch ein Zwangsengagement aus der Hetmath, von liebgewordenen Stätten, aus häuslicher Ordnung und Bequemlichkeit geführt zu einem anderen Leben, das mit einem Schlage ihren Gewohnheiten und Liebhabereien ein Ende macht und sie an strenge Regeln bindet. Ein jäher und großer Wechsel! Sie haben vielleicht manches gelesen von Soldatenabenteuern im Frieden wie im Kriege; Hackländer und Winterfeld haben ihnen das Soldatenleben in rosigem Lichte gezeigt — und nun kommt die ganz anders geartete Wirklichkeit, die so kalt und finster erscheint und in der nur Pflicht und Gehorsam herrschen. Da zuckt es wohl zuweilen recht bitter um die Mundwinkel und mancher Ausruf des Unbehagens wird laut, wenn er sich ohne Gefahr vernehmen lassen darf. Doch auch das geht vorüber! Entschlossenheit, Kaltblütigkeit und Selbstvertrauen können nicht anders erkauft werden als durch manchen schmerzvollen Verzicht. Später werden auch die jungen Soldaten, die jetzt eingekleidet werden, jene Zeit segnen, die zuerst durch trübe Stunden sie zur Selbstbeherrschung, zur Entsagung zwang und so den Grund legte zur Entwickelung eines kräftigen männlichen Charakters. Ist doch unser Heer für einen großen Theil unseres Volkes die hohe Schule der Bildung!
Gießen, 2. November. Uriel Acosta, ein Trauerspiel von Carl Gutzkow, soll am Mittwoch den 9. d. M. den Schluß der diesjährigen dramatischen Vorträge des Herrn Oscar Zack bilden. Wir machen hiermit ganz besonders darauf aufmerksam, indem uns ein Werk vorgeführt wird, welches nicht nur seiner edlen Sprache, sondern auch seiner Handlung wegen volles Interesse in Anspruch nehmen muß. Uriel Acosta entstand im Herbste 1833 als Erzählung unter dem Titel „Der Sadducäer von Amsterdam" und wurde erst 13 Jahre später von seinem Verfasser in ein Drama umgewandelt, um in Deutschland ein Witterungsbarometer für die öffentlichen Zustände zu werden. Nahm die kirchliche Reaction zu, so erfolgte auf der Bühne ein Verbot, fand ein Systemwechsel statt, so ließ man „Uriel Acosta" fret. Für Oesterreich war characteriftisch, daß sich die Zulassung dauernd nur in den Provinzen erhielt, am Burgtheater stand lange das Concordat im Wege.
, Gutzkow kämpfte mit allen nur erdenklichen Schwierigkeiten und die Julian Schmldi'iche Kritik, die seit dem Anfang der 50 er Jahre alles herabsetzte, was mildem Namen des Verfassers in Beziehung stand, wurde mit folgender Selbstrechtfeniguna beantwortet: „Uriel Acosta ist kein schwankender und characterloser Held, sondern das absolute Gegentheil. Würde er sich das Leben nehmen, wenn er nicht, trotz scheinbarer Irritation der Consequenz, die Consequenz selbst wäre? Nur die tiefste, die sittlich berechtigte Mitleidenschaft des Gemüths für die gemeinsame Sache der Ahasoerus- fohne trdtirt seine Consequenz und dieser Gegendruck seiner Ueberzeugungen wiegt denn doch in seiner geschichtlichen Bedeutung centnerschwer, centnerschwer in einem Gemuth, dessen Organisation noch keinem Juden unverständlich geblieben ist foweit sich ihm das Wort erprobte: Das Wesen unseres Volkes ist die Familie! Es ist Verleumdung, wenn man die Motive zu Acofta's Widerruf in seiner „Characterschwäche" findet. 1
,, für heute nicht mehr verrathen, da die ergreifenden Momente,
welche sich m der Dichtung abspielen, hier nicht wiedergegeben werden können, sondern in vollendeter Form gehört werden müssen und wir glauben, daß bei Herrn Hack die Vorführung des eigenartigen Werkes in den besten Händen liegt.
B t i » I f ♦ t H.
A Mainz, 1. November. Nachdem der Militärfiscus erst vor wenigen Tagen das große Gelände der ehemaligen Löwenhofscaserne zu Bauplätzen an einen Bauunternehmer verkauft hat, ist heute von dem Kriegsministertum in Berlin auch die Genehmigung zum Verkauf der militärischen Waschanstalt hier eingetroffen Letztere Anstalt umfaßt ein Terrain von annähernd der gleichen Größe wie die Lowenbofi Laserne und ist unfern des Centralbahnhofes, inmitten eines Quadrats von Pracht-
ELugesandt.
Gießen, 2. November.
.. k3u her heranrückenden Weihnachtszeit mit ihren tausendfachen Dorbereitungen, möge die Aufmerksamkeit aller opferwilligen Menschen auf den Verein Jugendfreuno gelenkt werden Derselbe hat sich die Ausgabe gestellt, arme Kinder ju tlciben. 'um- dem 7jährigen Bestehen dieses Vereins wurden 95 Kinder von Kops bis ZU Fuß "eu- erngekleidet, wofür die Summe von 2196 61 3, aufgiwendet werden konnte. -
Summe wurde zusammengebracht durch Verkauf von Cigarrenspitzen, Cigarrenbano^ l"ren Cigarrenkistchen und Flaschenkapseln (528 JL 29 ^), foroie bürg।
Beitrage und Gelder, welche sich in den in Wirthschasten aufgestellten Sammelkastew vorfanden.
Damit das Werk der Mchstenliebe auch in diesem Jahre wieder-zur Ausführung kommen kann, werden alle edeldenkenden Menschen gebeten, den Verein Zug nvfreu durch Gaben an Geld, Cigarrenspitzen, Cigarrenbändern, leeren Crgarrenklstcyen u Flaschenkapseln unterstützen zu wollen.
bauten gelegen, so daß der Verkauf und die Entfernung der unschönen .
ästhetischen Gründen allseits begrüßt wird. Käufer ist ein Bauconsortium an Ln”* Spitze der Erbauer des großen Eisenbahntunnels hier, Herr Leo Amoldi steb» neue militärische Waschanstalt wird nunmehr birect an den Rhein gebaut unh auf das an dem Neuthor gelegene Terrain des alten Bahnhofs. ia)ar
London, 1. November. Furchtbare Stürme herrschen an den Küü,., Großbritannien und Irland; bei Cardiff sind 7 Schiffe gescheitert. Bei stieß die Barke „Ningdove" mit dem deutschen Schiffe „Shakespeare" zusammen- Schiffe sind beschädigt. tx n \
Brüssel, 30. October. In vergangener Nacht bis in die späten Morgenstunde wüthete über ganz Belgien ein furchtbarer Orkan, der überall große Verbeer,,!.^" anrichtete. Hier in Brüssel stürzte der Wind mehrere Schornsteine und Baugerüste n" Durch herabfallende Ziegelsteine ober Balken wurden auf der Straße ein Wann Ltxs, * und ein 12jähriges Mädchen töbtlich verwundet. Auf der Schelde scheuer., r♦ Morgen das wallonische Schiff „ESporance". Die Mannschaft konnte etrStt werden. Stundenlang waren die telegraphischen und Telephon-Verbindungen nn» brachen. mcr:
London, 31. October. Ein furchtbarer Sturm, von starkem Regen bealeitet wüthete in der Nacht vom Samstag zum Sonntag im englischen Canal, der namentlich auf der Insel Wight, wie an der Südküste großen Schaden zu Wasser und » Lande anrichtete. Viele Schiffe und Boote verunglückten, in einzelnen M U knüpft mit Verlust an Menschenleben. Bei Shanklin zerschellte das Dealer Pnnti.T boot „The Pride of tbe Sea" an den Felsen und die Mannschaft ertrank Roiquaire Bai (Guernsey) scheiterte die norwegische Barke „Von Peter", mit Baubol" nach Cherbourg unterwegs, wobei ein Mann der Besatzung umkam. Auf der von Portland kenterte eine Fischrryacbl mit 12 Insassen, von denen zebn ertranken Aus dem flachen Lande wurden allenthalben Häuser cntdacht, Baume, Mauern und Schornsteine umgeweht. In Saget, Jersey, beschädigte ein umgestürzter Schornstein das Dach eines Hauses und die Trümmer fielen auf ein Bett, in welchem zwei ftrau n und ein Mädchen schliefen, welch' letzteres sofort getödtet wurde, während erstere schL „ Verletzungen baoontrugen. 1 c
Gobesberg , 30. October. (D^e eiserne Hand.^j Eine eigenthümliche Berükmt- heit besitzt unser Ort, nämlich einen Schlosser, ber die sehlenbe linke Hand durch eine eiserne ersetzt hat. Dieser Ritter mit ber eisernen Hanb machte in unliebsamer Weile von sich reben, da er häufig mit seiner eisernen Faust dreinschlug und, wo er traf schwere Verletzungen anrichtete. Nachdem verschiedentliche Bestrafungen nichts gefiuchte! haben, ist er nunmehr wegen schwerer Mißhandlung in der letzten Strafkammersitzuna zu Bonn zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt worden; auch wurde die Einziehung seiner eisernen Hand angeordnet. *
— ^Verein der Soldaten-Liebchen.j Die in Halle erscheinende „Saale-8ta * enthält in Nr. 240 folgendes Scherz-Inserat: „Alle ehemaligen Soldaten-Liebchen werden gebeten, sich heute Abend ^vischen 8 und 9 Uhr an den Hausthüren einzufinden um ein Rundschreiben, welches die näheren Beftinunnngen über einen zu bildenden Verein enthält, entgegenzunehmen. Jette, Male und Rieke." Dort soll nämlich eine förmliche Wuth, Vereine zu gründen, ausgebrochen sein.
— (Der Kampf mit dem Adlers Aus Preußisch-Schlesien wird berichtet: Als dieser Tage ein Hirt in Krieblowitz seine Schafe hütete, stürzte sich ein mächtiger Adler auf ein großes ausgewachsenes Thier, um es zu entführen. Jrn Augenblick, da er sich mit seiner Beuie wieder erheben wollte, fuhr der Hirt mit wuchtigen Schlagen dazwischen, worauf der Adler von seinem Opfer abließ und sich auf seinen Angreifer stürzte. Diesem gelang es erst nach heftigem Kampfe, wobei er schwere Kratzwundm davontrug, den Vogel zu erlegen, der eine Flügelspannung von 2 Meter 45 Centi- meter hatte.
— Der im Berliner Lokal-Anzeiger erscheinende Roman „Pistole und Feder" ist als wundersames „Kleister-Drama" in diesen Tagen im Berliner Ostend-Theater aufgeführt worden. Das „Berl. Volksbl." bringt hierzu die folgenden interessanten „Enthüllungen":
„Wir wollen alle weiteren Bemerkungen über das Stück unterdrücken, das in jeder Hinsicht die Stufe nicht erreicht, bei ber eine Kritik erst möglich wird. Wir würden sie gänzlich unterlassen haben, hätten wir nicht von dem Bearbeiter, der sich züchtig unter dem Verstecknamen Frank Heinrich verbirgt, folgenden Brief erhalten: „SW., den 14. October 1887. Werther Herr College! Wie Ihnen vielleicht schon bekannt ist, habe ich wieder einmal ein Verbrechen gegen alle gute Sitte begangen, indem ich den bei uns erscheinenden Roman „Pistole und Feder" zu dnem, wie mein Geldbeutel hofft, wirkungsvollen Schauspiel verarbeitete.^ Die Premiöre desselben geht am Samstag im Ostend-Theater in Scene und würden Sie mich und meine Gläubiger zu Dank verpflichten, wenn Sie sich zum Besuche derselben eine möglichst menschenfreundliche und versöhnliche Stimmung mitbrächten oder wenn Sie selbst sich den Schmerz dieses Besuches ersparen wollen, Ihren Herrn Collegen zu diesem Samariterwert deeinflutzten. Haben Sie im Voraus schon den Dank eines bis zu beiden Ohren vorläufig im Zuge unserer materiellen Zeit steckenden Menschen und seien Sie herzlich gegrüßt von ihrem ergebenen Rich. Thiede, Redacteur des Berliner Lokal-Anzeiger." Der Brief des Herrn Thiede ist nach dem Volksblatt mit hektographischer Tinte geschrieben, scheint also an verschiedene Zeitungen versandt worden zu sein."
— Die Jünger des heiligen Hubertus feiern am 3. November das Fest ihres Schutzpatrons, dessen Namenstag gewöhnlich auch den Schluß der hohen Jagd bedeutet. St. Hubertus, einst selbst ein großer Jäger vor dem Herrn, war der Sohn Bertrams, Herzog von Guienne, und die Legende erzählt, er sei am Christtag im Ardennenwalde beim Jagen durch einen Hirsch bekehrt worden, welcher am Geweih ein umstrahltes Erucifix trug; darauf wurde er Geistlicher, 708 Bischof zu Lüttich und starb 727. — Dieser Schutzheilige der Jäger wird sonderbarer Weise auch als Helfer gegen die Waffcrscheu betrachtet und in Folge dessen mancher fromme Brauch an seinen Tag, den 3. November, geknüpft. So kommt es am Rheine vor, daß am St. Hubertustage kleine Riemchen von weißgegerbtem Leder, bespritzt mit rother Farbe, als Schutzmittel gegen den Biß toller Hunde und anderer wüthender Thiere im Knopfloche getragen werden, und in Vlämisch-Belgien backt man besonders schwarze Brödchen, „sint Huib- rechtsbroodje“, St. Hubertusbrödchen, genannt, zur Feier dieses Tages, und verziert sie, dem heiligen Hubertus zu Ehren, mit einem Jagdhorn. Man läßt sie in der Kirche weihen — ober sonst ein anberes Brob — um für jebes Mitglied des Hauses aus dem Menschen- und Thierreich ein Stück zum Essen davon abzusckneiden, zur Sicherung gegen Hungerswuth für das ganze Jahr — auch die „Hubertusschlüssel, eiserne Schlüssel im Benediktinerklofter zu St. Hubert geweiht, gelten als ein Schutzmittel gegen die Wasserscheu. — Nicht weniger als drei Orden wurden bereits gestiftet, die des Heiligen Namen führen oder führten, denn zwei davon sind bereits erloschm, nämlich der einst 1416 in's Leben gerufene französische Ritterorden und der 17^ gegründete Jagdorden zu Böhmen, während der älteste und vornehmste der bapenltoen Orden, der Hubertusorden, entstanden 1444, erneuert 1808, noch existirt; - war » doch die malerische Ordenstracht eines St. Hubertus-Ritters, in welcher der ungiucr- liche König Ludwig II. von Bayern auf dem Paradebett aufgebahrt wurde.
Auch ein Jagdschloß im Kreise Leipzig fuhrt St. Hubertus Namen und besitzt historüche Berühmtheit, denn zu Hubertusburg schloß Friedrich der Große den berühmten Fneoeu nach dem 7jährigen Kriege.
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