habe. „Und daS wäre?" fragte der andere, Wilhelm Schmidt. „Wir stopfen einfach Iw Pferde Stroh unter den Bauchgurt und zünden es an." — „Los, das thun Tiir, die Bestie muß ziehen." Dieser Plan wurde in der That ausgeführt. Das Thier dimmte sich in Todesangst auf und mit furchtbarer Kraftanstrengung zog es an. Die Peitschenhiebe fehlten dabet auch nicht. Die Rohheit glückte. Die Knechte fuhren ver- ßnbgt nach Hause. Das Pferd rührte aber von der Stunde kein Futter mehr an unb nach einigen Tagen lag es tobt im Stalle. Der Besitzer stellte nun Strafantrag ivügen Sachbeschädigung und die beiden rohen Patrone wurden jetzt zu 4 Monaten Arfängniß verurtheilt.
Köln, 1. Auaust. Wiederum ein entsetzliches Petroleumunglück.) Gestern Schmit tag hatte in der Schildergasse in der Küche eines Hinterbaues die 31jährige (Matrub Faßbinder trotz aller Warnungen wiederum beim Anzünden eines Ofens Moleum gebraucht. Hierbei muß die Petroleumkanne Feuer gefangen haben unö eBodirt sein. Das brennende Petroleum ergoß sich über die Kleider der Unglück- Wen, welche sofort in hellen Flammen stand. Ehe Hilfe herbetgeetlt war, brannte die Ärmste lichterloh. Die schnell benachrichtigte Feuerwehr fand die Unglückliche, über Lid über mit Brandwunden bedeckt, im Zimmer liegen. Man brachte die Schwer- onletzle nach dem Bürgerhospttal, wo sie nach wenigen Stunden ihrem Leiden er- le?|cn ist.
- (Streich eines Pfarrers.) Dem in Mailand erscheinenden „Secolo" meldet mtnn aus Palermo: „In Canciatti rief dieser Tage der Pfarrer einen furchtbaren Sthrecken hervor, welcher von entsetzlichen Folgen begleitet war. Nach einer Predigt, ii welcher der Pfarrer seinen Pfarrkindern alle Entsetzlichkeiten der Hölle ausgemalt, li$ er plötzlich eine schwarze mit Hörnern und Schweif versehene Gestalt unter einem Feuerscheine erscheinen. Die Weiber und Kinder kreischten entsetzlich auf, viele stürzten ddt Schreck ohnmächtig zusammen, eine Frau wurde wahnsinnig. Zwei Kinder wurden m den Fluchtenden zertreten. Die Burschen wollten den Pfarrer, der sich flüchten Mißte, lynchen. Das Mailänder Blatt steht für die Richtigkeit seiner Meldung ein.
^0"^n, 25. Juli. (Entschädigung einer verlassenen Frau.) Der Heraus- Mr der „Pall - Mall - Gazette" hat einen großen Erfolg betreffs der unglücklichen
I. errungen, deren er sich gegen ihren schurkischen Gatten angenommen hatte. Mer hatte sie in London als alleinstehende Waise kennen gelernt, während sie eine Elzieherinnenstelle inne hatte, ihr einen Hetrathsantrag gemacht und sie bewogen, zur Wjiefjunß der tn England angeblich auf Hindernisse stoßenden Eheschließung mit ihm inet den Canal zu fahren. Die erst in Frankreich in Scene gesetzte Vorspiegelung rner Trauung wurde als eine zu plumpe Täuschung selbst von dem unerfahrenen Mdchen durchschaut und es hat alsdann, in Belgien zwar, aber durch einen wirklichen ev-lischen Geistlichen die Trauung stattgefunden. Da in Belgien die Ciotlehe gilt, so klonen allerdings über die Rechtsgiltigkeit der erwähnten Eheschließung starke Zweifel erchehen. Die so Angetraute folgte nun ihrem Gatten über das Weltmeer nach Süd- -rmcka, wo derselbe (in Argentinien) große Besitzungen hat. In Buenos-Ayres an- gLommen, erklärt ihr der liebenswürdige Gatte trocken, daß er ihrer überdrüssig sei daß sie, da sie überdem gar nicht rechtsgiltig mit ihm verheirathet sei, sich wieder M England zuruckbegeben möge. Der unglücklichen Frau blieb nichts anderes übrig, rohen Ansinnen Folge zu leisten. In England, wo sie einige Zett nach VL mrfrc6r einem Kinde das Leben gab, stand sie allein und hilflos da, bis sich die ,^ll-Mall Gazette" des Falles annahm. Im Umsehen waren die 1500 Lst., welche lu.' Ergreifung der erforderlichen processualischen Maßnahmen nöthig waren (der LVritmter welcher dort drüben schwer zu fassen sein dürfte, besitzt nämlich auch in Li gland bedeutendes Vermögen, welches er, um es der drohenden Beschlagnahme zu kw,j,ehen, aus den Namen einer Verwandten hatte stellen lassen) von dem Blatte ge- lamelt und letzt ist der Richterspruch erfolgt, welcher der Frau I. eine Entschlädia- UNMumne von 40,000 Lst. (also über 800,000 JL) zuspricht! Das dürfte woh eine ot teuersten Reisen über den Ocean geworden sein, welche der saubere Mr. I ae- ®Mi)t bat. /ß. g )
.^ln, 29. Juli. Die „Kölnische Volkszeitung" bringt die überraschende Kunde, km» Freilegung des Domes im Süden (also nicht nach der Kaiserstraße «resten) durch Erlag des Cultusministers, welcher auf einer Königlichen Cabinets- mre beruht, angeordnet sei. Zunächst werden sofort aus Mitteln des Dombau- •^ । «9° 000 Häuser niedergelegt. Demnächst werden das neue Dom-Hotel
Lid ein anstoyendes Haus, etwa eine Million Werth, wieder abgebrochen.
Laudwirlhfchaftlich« Nachricht««.
H-ck-n ein SaumftM n3?$“nb Doti0£" Jahrhundert die Zucht von
sieht man fest nur W?' bilbclc und zu hoher Vervollkommnung gelangte,
verschnittene Hecken sondern in der Mehrzahl nur arg
Hecken. Dieselben * ?on ^agKen noch heute viele gut gezogene
dadurch fie nidü Jn Deutschland üblichen am meisten
SÄ* ä «.£« ä-
getonittenen.eiL $ ‘ a9daubun8 fol*cr $e£fen ist eine weit reich«? als die der flach ■«w« LWäM ' «ä in Hausgärten, denen kein kundiger Gärtner seine Pflege widmet
U.genug übersehen wird, die an den stärkeren Heften auswachsenden Triebe so7m @ra^betoh«nUmen ”kl S“f‘ unb b°8
Eingesandt.
bc8 Hochstädter'schen Ladens in der^N^ustadt^1st"^ein Oel- ^aIcr5 Herrn W Jett von hier zur Ausstellung gebracht, auf welches alle Kunstfreunde angelegentlichst aufmerksam gemacht werden. $
außerorientllcherbNotur7reu^aÜ7gM ‘ft "" Bhöi* WU“'m 5Iei6= und ^rr Jett zeigt sich hier wieder als Meister in seinem Fache und kann urchei^ stlbst M C Ue vorzügliche Leistung betrachtet werden. Man^ sehe und
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u 4 n^fin HrÄ Luf dem heuttgen Markt kostete: Butter per Pfund 1.00 1.10, Hühnereier 2 St. 11—0^, Enteneier St. 0—0 Käse vr. St 5—7,3 pr-Liter 20 Linsen 32 Tauben per Paar 50 M n^r orLii^^m^r0-85-le00, Hahnen pr. Stück J4 0.50—0.80, Enten
ßA ? pcr Mund 00—00 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis
62 A Matsch 54-56^, Schweinefleifch 54—60^, Hammelfleisch 50 dis
19 46 Ai, Kartoffeln per 100 Kilo JL 600-10.00, Milch per Liter
12-18 ö, Zwiebeln per Gentner M 8.00-9.50, Kirschen ver Pfund 15-20 ö>.
Wöchmtliche Nrberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.
30. Woche. Vom 24. Juli bis 30. Juli 1887.
Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 13,7*/«. , Kinder
ftarben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
Lungenschwindsucht 1 1 "^j°hr- 2,-15. Jahr:
Perforirendes Magengeschwür 1 (1) 1 (1) _
Diarrhöe 2 — 2 —
Lebensschwäche 1 — i
Summa: 5 ~2 3 ZZ
. Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Wärmegrade der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 2. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 19 Grad, Luft im Schalten 19 Grad.
L. Ehr. Rübsamen.
Versteigerung.
Nächsten Donnerstag den »„August, Nachm. 3 Uhr, & dem Nachlaß der »ttfVsbr,r Möhl Wwe. W'-d.n« Möbel und
En der Bramm'- i'thfchaft in der gegen haare Aah- »4en°ff‘tttU<b ""seigert
Samstag den 6. August,
Vormittags 11 Uhr, biesigem Ortsgericht die den ^'ndN: d'ant's Erben gehörigen | Hir IX Nr. 47: 1712 Meter Acker auf ,v der großen Weide,
48: 725 Mtr. Acker daselbst : S.lun(b(ID!rb dem letzten Gebot °^uichlag sofort ertheilt.
^eßen, Juli 1887.
Großh. Ortsgericht.
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Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Die Forst- und Feldstrafen der III. Periode 1887 werden vom 1. bis 2o. l. Mts. bei uns erhoben-
Gießen, den 1. August 1887.
Großh. Districts-Einnehmerei Gießen I.
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