§ 6.
Der von der Hebeflelle zu berechnende Betrag der Nachsteuer ist den Betheiligten unverweilt schriftlich bekannt zu geben, welche, sofern nicht Stundung eintritt, den festgestellten Steuerbetrag innerhalb 8 Tagen nach der Bekanntgabe bei der Steuerhebestelle gegen Quittung einzuzahlen haben.
Die Vereinnahmung der Nachsteuer wird seitens der Hebestelle in einem zu führenden Nachsteuer-Heberegister für Branntwein gebucht.
Dieses Register ist mit dem Anmeldungs-Register und allen Belegen bis zum 20. Februar 1888 an das vorgesetzte Haupt-Amt einzusenden, welches demnächst die gesammelten Nachsteuer - Register nebst Belegen bis spätestens den 1. April 1888 der Direktivbehorde zur Revision einzureichen hat.
§ 7.
Auf Antrag der Zahlungspflichtigen können Nachsteuerbeträge:
a. falls nicht Gründe vorliegen, welche den Eingang gefährdet erscheinen lassen ohne Sicherheitsbestellung für eine Frist bis zu drei Monaten,
b. gegen Sicherheitsbestellung für einen Zeitraum bis gx- Monaten 5 ’ec95
gestundet werden.
r - Es finden hierauf > für die Stundung der Verbrauchsabgabe erlaßenen Bestimmungen entsprechende Anwendung. ° lr'
§ 8-
Hinterziehungen der Nachsteuer und sonstige Verletzungen der toen,„ Erhebung derselben gegebenen Vorschriften werden nach Maßgabe der bin sichtlich der Verbrauchsabgabe getroffenen Strafbestimmungen geahndet. Gin Hinterziehung der Nachsteuer liegt auch dann vor, wenn die Menae b7e Branntweines oder der Liqueure u. s. ro., oder der Stärkegrad des Brann? meines absichtlich zu gering angegeben wird. nn ‘
Liegt eine solche Absicht nicht vor, so können Differenzen bis rn ino/ außer Betracht bleiben. 3 !™o
Bekanntmachung.
Werner zu Gießen hat die Concesston als Dienstmann mit der Dienstnummer 11 erhalten.
Greß en, am 30. September 1887. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.
__________________________________________Fresenius. _______________
\ Taschmmch^l Uhrkette, 1 Taschentuch 1 Armband, 1 Lesebuch, an Geld 1 JL. unb 3 H, mehrere Schlüssel und Hundeblechmärken'
G,eßen, am 1. October 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ‘«nwqjmarten.
___________Fresenius.
Aeutschland.
Berlin, 28. September. Der deutsche Kronprinz ist heule Mittag mit Gefolge in Venedig eingetroffen und im „Hütel de l'Europe" abgestiegen, lieber dar Befinden der Kronprinzen bringt dar „Dtsch. Tagbl." folgende hocherfreu, liche Nachricht t Herr Professor Leyden, welcher von St. Moritz kam und in Toblach Station machte, hatte die Ehre, von dem Kronprinzen empfangen zu werden. In einer befreundeten Familie hat der Arzt nun seiner großen Freude über das frische, gesunde Aussehen des hohen Herrn Ausdruck gegeben, welchem man eine überstandene Krankheit absolut nicht mehr anmerke. Herr Pros. L. berichtete, daß für denjenigen, welcher von dem Kehlkopfleiden der Kronprinzen nicht« weiß, eine Heiserkeit nicht wahrnehmbar ist. Der hohe Herr ließ den Wunsch durchblicken, daß seine lieben Berliner von seiner völligen Genesung Kunde erhalten sollten.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Corresponscnz»Bureau.
Baden-Baden, 30. September. Die Kaiserin nahm anläßlich ihres Geburlstager zuerst die Glückwünsche des Kaiser« entgegen, sodann die de« kai- semchen Hosstaater, der Großh. Familie, des Prinzen Heinrich von Preußen de« Großherzogs von Weimar, der Fürsten von Hohenzollern, der Herzogin von Hamilton und der König« von Belgien. Die Kaiserin erhielt vom Kaiser reiche Geschenke, darunter zwei kostbare Vasen und ein Renaissance-Schrein. Der König von Belgien überreichte ein Riesenbouquet. Sämmtliche fürstliche Gäste waren bet der Kaiserin zum Diner geladen. Zugleich war große Marschall«, täfel für den Hofstaat. Die Stavt ist geflaggt.
nn„ ~ dem Diner bei Ihrer Mas. der Kaiserin nahmen auch der Kaiser m semen Familienangehörigen, sowie der Großherzog und die Prinzessin Irene von Hessen Theil. Letztere trafen Nachmittags 4 Uhr hier m?n6UhnbsH?hre£ ’m! f?r‘ fiötnigL dem Prinzen Heinrich und von den Großh^Bad. Herrschaften auf dem Bahnhofe empfangen worden.
!0, 6nDtbr' 3" Folge eine« an den Kaiser gerichteten Gnaden- ä 20e®x,,c9e,flet(ncöeturt6el[lm Schnäbele ging heute Abend der telegr.
' J(?näbete i°f°rt '» Freiheit zu setzen. Schnäbele ist Abend« um
September. Die „Post" sagt in einer Besprechung der ? xÄ dreßangrtffe aus die von Italien vollzogene Annäherung an die Centralmächte: „Wenn Deutschland Einfluß aus seine Freunde übt, übt es tbn “ “ Sinne der Erhaltung de« Frieden». Nur dahin zielen alle seine Rach" StoHtif eb™ " Ö" Ö?C Versicherung, daß der amtlichen russischen
lr* Wenfalls die Bewahrung des Friedens am Herzen liegt und daß fic aus ^en Stelen zu gelangen bestrebt ist. Wenn dies stch so verhält, sehen wir nicht ein, welchen Anlaß die russtsche Politik baden eine ^Eerung Italiens an Deutschland mit scheelen Blicken zu verfolgen. ' »ns l * 30e September. In Podwoloczyska wurde die gegen Einfuhr wieder "aufgehoben^ ^obucten angeordnete Grenzsperre
^0- September. Oberst Ridgeway, früher Mitglied der asghanischen Grenzreguirung«.Commission, ist an Stelle von Sir Redoer« Buller zum Unterstaat-secretär für Irland ernannt worden.
UniverfitfltS-Chronik.
der UnterrichISminister’'habc^m Antrag''d!-?phllo?ophis^en Fakuttäst9°10 9cmcIi,et- träge über Anatomie und Physiologie an Vor-
ttehmtgt. Die Vortrage über Anatomie sollen sofort beahinm* flc:
'rage über Physiologie sei ein in Vorschlag gebrachtes Stipendium vön i An ^°r- zwecks Ausbildung einer Lehrkraft bewilligt worden. Der^ aenetoiate ®ulbckn SS r $OrIäUfCr ber Ernch'ung einer medizinischen Ntät "in Lmberg
Schröder M SÄt^ W 2(mUtfan.n’Orbm U"b 4“‘ be" 9tuf an9enommen- Er ttitt zu Ostern^sein hiesiges
Handel und BerkeH
M 1.1^0.00 nr »“(LJt’S Markt kostete: Butter per Pfund
per Swck" ToK.toX?-n W VÄufen'p?^®«
6^und'Rindfleisches M Jfun'b^O^O O^stnflüschOper Pfund 62^618 62 4 Kalbfleisch 40-45$ Schweinefleisch 54-60 Hammelfleisch 50 bis
12-^8 Zwiebeln per 40C^7'00' ”er &ttt
Schiffs nachrichten
Vermischte «.
„ , ®tic!en- October. In Nr. 228, Beilage des Anzeigers, ist von dem Gesangfcst in Beuern die Rede, das als ein wohlgelungenes bezeichnet wich, hn^ veranlaßl uns, auch des Misstonsfestes in Garbenteich zu gedenken, dessen Mer als Dekanatsmisstonssest am namtichen Sonntag schon lange festgesetzt war. Man Wrchte.e °°rber, die Feste wurden einander schaden. Wirklich wurden in Garbentüch die Misstonsfreunde aus dem Busecker Thal und der Nähe, wo deren manche °° banden sind, oermißl; doch hatten sich p°n anderer Seite so viele e.ngesunden, daß man ba^ erkannte, die Kirche werde unmöglich für die Festbesucher Platz bieten. Man (ab rotz der kälteren Temperatur genöthigt, den Gottesdienst im Freien zu halten wö chon Vorbereitungen hierzu getroffen waren, lieber 2 Stunden hielten die Anwesenden n° tx ? aUv untl horten den beiden Predigern, Herrn Pfarrer Friedmann ?as lnf(d)s6$etJn FiJ?Onar Thumm aus Frankfurt andächtig zu Man .3. babbcrde Redner die Zuhörer zu fesseln verstanden. Vorher ging eine aus suhrltche Liturgie wobei der Kinderchor von Garbenleich respondirtc. Auch die Gesana- verelne von Lechgestern und Holzheim trugen zur Erhebung der Feststimmuna btt sowie auch einige Mädchen aus der Rettungsanstalt zu Arnsburg den Beweis lieferten daß in derselben der religiöse Gesang gepflegt wurde. Zum Schluß dankte Pfarrer ^holph von Watzenborn den Predigern und Gesangvereinen, sowie allen Personen
®roltnsen^bcJ8 H'?aeni®ePc3 beigetragen hatten und sprach den Wunsch' aus, daß der Eindruck ein bleibender sein möge. Die Collecle betrug über 55 je $ ~ . △ Mainz, 30. September. In aller Stille fand gestern ein über ein halbes Jahrhunbert zwischen der Militär- und Civilverwaltung hier schwebender Constict seinen friedlichen Abschluß, nämlich die llebergabe der Jesuitenkaserne, des kurfürstlichen Universitatsgebaudes, an die Stadt. Lange, lange sträubte sich der Militärfiscus die mA?1'«, 6 ? M’rk'?“ ° ^beil des der Stadt aus kurfürstlichem Besitz überkommenen Eigenthums bildet, zu raumen, und alle Versuche, die die Stadt, um zu ihrem Eiaen- nnrmnirf1tfo^n»lcn'i u?b in J>armftabt machte, blieben erfolglos, bis endlich
vor nicht allzu langer Zeit ein beiderseits befriedigender Vergleich zu Stande kam D e Uebergabe erfolgte von dem Militärfiscus durch den Garnisonsdirector• SuS ta j ®uter- ber die Schlüssel der Kaserne unter Aufnahme eines Actes an Reaierunas- rath - Zangen übergab. Letzterer übermittelte alsdann die Schlüssel ber Ä= meisterer mit ber Erklärung, daß die Kaserne nunmehr wieber Besitz der Stabt fei?
... △ Ma inj, M. September. Mil Rücksicht barauf, baß bas bürgerliche Jn- valibenhaus hier, nach seiner Strstung unb ber gegenwärtigen Organisation bei, Israeliten mH* fffc S°wahrl, beschäftigt man sich eben in ber israelitischen Religionsgemeinbe A^a-cken, eine Versorgungsanstalt für altersschwache' gebrechliche und unselbstständige Personen ,n's Leben zu rufen. Die Id e hat Mgeme^n Anklang verwirklichm^zu^können""' durch Zufluß von M8en Brägen Lgs? „ . , △,,auä Rheinhessen, 30. September. Anläßlich des Ausschreibens der der ° M°bA ""d/rän"dak ben oerftorbenen Freiherrn von Wambold erinnert
bet „Ui. 31. baran, baß Rhelnheffen für die Wahl nur 4 Wahlberechtigte austuweisen
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Brvdprcisc
vom 2. bis 16. Oktober 1887.
1
2
1
2
1
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der Bäcker
54
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Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .
« (1 Pfd.) Weißbrod . 04
w Schwarzbrod 1. (Borte 24
" >9 $ N Zchwarzbrod 1. Sorte 48
" Zchwarzbrod 2. Sorte 21
" $ ZZwarzbrod 2. Sorte 42
Psd.) Schwarzbrod 2 Sortk-
bel L Keil, K. Haas, I. Lein, F. W.
Hartmann . . . . . . . . gz
Gießen, den 1. Oktober 1887.
der Brodverkäufer H
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27
7 „ (4 „ ) „ .....54
1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24
2 w (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48
3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte —
1 « (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21
2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42
3 * (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 63
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.


