Ausgabe 
2.10.1887 Drittes Blatt
 
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fuhren. Geringwertige Branntweine, Fusel u. s. w. zu halten bezw. auszufchänken, ist strengstens untersagt. Die Reisenden sollen durch große, in die Augen fallende Anzeige aus diese Anordnung hingewtesen werden.

Im Wartezimmer eines Arztes.

Mit welch bangen Gefühlen man im Wartezimmer eines Arztes sitzt, haben wohl schon die meisten der geehrten Leser erfahren, aber wie mußte mir gar zu Muthe werden, als ich neulich bet einer solchen Gelegenheit im Nebenzimmer deutlich von Tödter und tobten" reden hörte. Kurz nachher erschien der mir wohlbekannte Arzt und forderte mich mit liebenswürdigem Lächeln zum Eintritt auf. Ich gestehe, daß in der Situation nichts Furchtbares war, aber der Schreck hatte mich einmal ergriffen, mit Zittern und Zagen trat ich ein, so daß es dem Arzte auffiel und ihn zu einer Frage darüber veranlaßte. Ich gestand ihm offen Den Grund, woraus er in ein Herz, ltches Gelächter ausbrach.Ach, lieber X., da kann ich Sie beruhigen," meinte er,ich habe vorhin nur meinen Patienten die herrliche neue Erfindung des Zugtödters erklärt, welche den scharfen ungesunden Zug am Fenster vollständig tobtet. Sehen Sie hier", fuhr er fort, und führte mich an's Fenster,zwischen dem Doppelfenster den eleganten schmalen Apparat und sagen Sie mir, ob Sie etwas von Zug spüren, trotzdem ja die Fenster schlecht schließen?" Ich mußte es lebhaft verneinen, denn es strömte mir im Gegentheil eine behagliche Wärme entgegen.Ja, aber was soll es mit diesem zier­lichen Kasten," rief ich erstaunt aus,Sie wollen doch nicht sagen, daß er dieses Wunder bewirkt?"Eben dieser," betheuerte er lächelnd.Es ist eine Erfindung des praktischen Arztes Dr. A. Krüche und von der Carbon-Natron-Heiz-Eie. A. Nieske, Dresden ausgesührt, ich stelle ihn ohne jede besondere Vorrichtung in's Fenster und um wenige Pfennige thut er den ganzen Tag seine Schuldigkeit."Aber wo kommt denn die Wärme her, ich sehe ja weder Flammen noch Rauch," warf ich verblüfft ein. Ist auch nicht nöthig", meinte der über mein Staunen amüsirte Arzt,der präparirte Brennstoff Carbon glüht nur, er entwickelt weder Rauch noch Dunst und ist ganz gefahrlos, nicht einmal der Fenstecstrtch zieht sich. Durch Ventile kann ich je nach der Außentemperatur die Wärme mäßigen und erhöhen, und sehen Sie nur, welchen guten Einfluß die Tretbhaustemperatur auf meine zarten Pflanzen Hal", wobei er aus die wirklich üppige Flora zwischen dem Doppelfenster wies.Der früher stets gemiedene Fenstersitz ist mir jetzt das liebste, molligste Plätzchen", fuhr der joviale Herr noch fort,übrigens ist die Einrichtung ein ausgezeichneter Ventilator, denn fortwährend strömt die schlechte Luft aus dem Zimmer und wird durch gute von außen ersetzt."

Ich verabschiedete mich mit dem Bewußtsein, etwas wirklich Nützliches gesehen zu haben, und kaum zu Hause, beeilte ich mich, von der Carbon-Natton-Heiz-Eie. A. Nieske, Dresden, zwecks Anschaffung Prospekt zu erbitten.

Literarische-.

- Der .Landkaleyder für das Großherzogthum ift mu wohnter Pünktlichkeit berertSAr das kommende Zahr lö8d ersehenen und das stattliche Aller des 178. Jahrgangs elngelreten. Der neue Jahrgana -eiSVj gegen seine Vorgänger nicht hur durch seine Reichhaltigkeit, sondern aucv äufcLrS durch bessere Ausstattung, die sich in Verwendung guten Papiers, in geidimnrf^n^ typographischer Anordnung, Anbringung neuer und charakteristischer Kopf- und Vignetten rc. kundgibt, oortheilhafr aus; unterhaltende und belehrende artifri /ka : und Ernst, Wissenschaftliches und Gemeinnütziges wechseln in manniafdtiaftA- mit einander ab. Das Ganze aber ist von dem schlichten, sittlichen Ton attrnLn V * nach der Väter Sitte besonders in den Wohnstätten unserer Landleute fein fS u und so wohlthuend absticht von dem skeptischen, oft frivolen Inhalte fo Kalender, die heute alljährlich den literarischen Markt überschwemmen. Die Tiurf desLandkalenders" ist mit dem Bildniß Sr. Kgl. Hoheit des Großherzoas Ludmia geschmückt, während sich im Kalender selbst noch die Bildnisse des hohen Brautn^/I' Z. G. H. der Prinzessin Irene und Sr. K. H. des Prinzen Heinrich, ferner unseres alloerehrlen Kaisers, des Fürsten Bismarck und des Grafen Moltke Als inhaltlich neu finden wir zwei, sicherlich Vielen willkommene Rubriken- « n begebenbeiten", die in klarer und Übelsichtlicher Weise die wichtigsten ©efdiebnni 1 = letzten Jahre an dem geistigen Auge vorüberführen, und:Allerlei Nützlich-« für aJ1? und Feld." Trotz dieser Reichhaltigkeit ist der Preis für den (im Verlage her Jnvalidenanstalt erscheinenden)Landkalender" ein außerordentlich billiger Ains a schossen 20 Pfg , mit Schreibpapier durchschossen 25 Pfg.), so daß er mit Recht bestens empfohlen werden kann. $cn

An unsere geehrten Abonnenten.

Wiederholte Beschwerden, welche in den letzten Tagen uns kund wurden veranlassen uns, die geehrten Abonnenten unseres Blattes zu bitten febe Unregelmäßigkeit der Austräger uns mit kurzer Notiz gefl. bittet ui melden. Nur dadurch sind wir in Stand gesetzt, Abhilfe zu schaffen. Die Austräger sind angewiesen, den Anzeiger in bte Wohnung der Abonnenten zu bringen und nicht, wie vielfach zu geschehen scheint, auf Treppen und Muren abzulegen.

Die Exped. des Gießener Anzeiger.

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Die Lieferung von 600 cbm Lahnkies soll tm Submissionswege vergeben wer­den und können die Bedingungen im hie­sigen Verwaltungsgebäudezimmer Nr. 4 von heute ab eingesehen werden. Offerten sind ebendaselbst bis zum Eröffnungs­termin Mittwoch den 5. October, Vor­mittags 10 Uhr, abzugeben.

Gießen, den 29. September 1887. Der Eisenbahnbaumeister.

7301_______________Roth._________

Vergebung von Wegbau-Arbeiten

im Domanialwald der Obersörsterei Schiffen berg.

Donnerstag den 6. Gctobrr d. Z. werden innerhalb der Forstwartei Baumgarten nachstehende Weg- arberten versteigert:

1. Planiren von 7,000 lfde. Meter

Weg,

2. Anfuhr von 240 Cbm. Steinen, 3. Aussetzen

Nähere Auskunft ertheilt Großh. Forstwart Schlag zu Baum garten. Zusammenkunft Morgens 8V2 Uhr auf der Kreisstraße GießenHausen an der Sandkauten-Schneise.

Gießen, den 29. September 1887. Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

____________Heyer.________7298

Birkenbesenreiser- Versteigerung.

Donnerstag den 20. Oktober werden die Birkenbesenreiser aus ver­schiedenen Distrikten aus dem Stocke, sowie zerstreut liegende sonstige Reiser loosweise versteigert. Bezüglich der Loose 2c ertheilen die Großh. Forst- I warte Schlag zu Baumgarten und Menges zu Großenlinden I nähere Auskunft. Die Reiser werden I bei der Versteigerung nicht vorgezeigt, dieselbe findet auf unterzeichneter Obersörsterei (Marburger-Straße 9) statt und beginnt Morgens 11 Uhr.

Gießen, den 1. Oktober 1887. I Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

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