Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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vur-raur Schulstraße 7.
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Das Ministerium hat beschlossen, dem Könige seine die Geschäfte jedoch inzwiichen fortzusühren und da»
Rom, 29. Juli. Stradella gestorben.
Rom, 30. Juli. Demisston zu überreichen,
des Unterrichts-Ministeriums recht hämische Ausfälle gegen Deutschland, die daran gipfeln, daß „Narodny Listy" meinen, die ganze innere Politik Oesterreichs müffe abgeändert, die czechtfchs Nation, diese natürliche Vertheidigerin Oesterreichs gegen das übermütige hohenzollern'fche Deutschland unterstützt werden. Und das wagt ein österreichische« Blatt angestchts der wieder vor der Thür sichenden Zusammenkunft Kaiser Franz Josefs und Kaiser Wilhelm» zu sagen!
Italien.
Der Ministerpräsident Depretis ist heute Abend in
Politische Uebersicht.
Bietzen, 1. August.
Der dem Bundesrathe zugegangene Gesetzentwurf, betr. die Mstützung von Familien zur Fahne einberufener Mannschaften, ergänzt in dwksar bester Weise die bis jetzt hierüber bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. Sirrin besonderer Mangel der letzteren wurde es bislang immer empfunden, dch'derjenige Verband, welcher im einzelnen Falle zur Unterstützung verpflichtet iÜ, midjt genau bezeichnet war. Diese Lücke wird nun durch die neue Vorlage «lhorechend ausgesüllt, indem dieselbe in Uebereinstimmung mit schon früher Mfsenen behörolichen Entscheidungen sestsetzt, daß der Aufenthalt des Unter- MMgr'Bedürstigen als maßgebend zu betrachten ist. Eine vorläufige Hastbar- maAung dieses Verbandes wurde — woraus auch der Gesetzentwurs in seiner Gründung hinweist — unter allen Umständen erforderlich sein, um dem llulEßungs-Bedürsttgen den rechtzeitigen Eintritt in den Genuß der Wohl- Ijaü’n de« Gesetze- zu sichern. Das Regreßrecht des Verbandes gegen einen mton Verband, etwa denjenigen des rechtlichen oder des Unterstützungs- Mnfitzes würde sich nur dann aufstellen lasten, wenn gleichzeitig entweder Ml'licirte Vorschriften über die Geltendmachung des Regresses ertasten würd.n e!>er aber eine Anlehnung an die betr. Bestimmungen des Unterstützungs- Lolmfitz-Gefetzes stattjände. Letzterensalls würde die Unterstützung in die Bahnen der Mrmeeverpflegung gelenkt werden, was durchaus vermieden werden muffe. !>ie Voraussetzungen für das Vorhandensein des „rechtlichen Wohnsitzes" wichen ddDies in den verschiedenen Theilen des Reiches so wesentlich von einander ab, dahrreue Zweifel und Streitigkeiten erweckt würden, wenn auf diesen Rechts- dkHrsif eine Regreßpflicht gegründet werden sollte. Auch könne es, selbst abge- fe. von der Ausgleichung entstehender Mehrbelastungen durch die Entschädigung curiReichsmltteln, bei der vorliegenden Regelung, welche die Erfüllung einer Britischen Pflicht auf Grund der für vas ganze Reich gemeinsamen Voraussagen zum Gegenstand hat, nur darauf ankommen, wo der Bedürftige selbst öci zweckmäßigsten zu unterstützen sei, und dies sei an dem gewöhnlichen Ausenl- jaltiaorte desselben der Fall.
Don russisch-ossiciöser Seite ist nun durch da« „Journal de 6t. Pöterrbourg" -zum ersten Male eine „Abwehr" der von deutschen Blättern ^gegangenen Angriffe aus die russischen Fonds versucht worden. Das Mimte Blatt findet für diese Angriffe keine Erklärung, um so weniger, als
Aeutschland.
Darmstadt, 30. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 25. Juli den Gerichtsschreiber bei dem Oberlandesgericht, Justizrath Karl v. Kreß, zum Landgerichtsrath bei dem Landgericht der Provinz Ober- beffen, den Gerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, Justizrath August Scharmann, zum Gerichtsfchreiber bei dem Oberlandesgericht, sowie dentGerichtsaffeffor Dr. Max Mayer aus Gießen zum Gerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, mit dem Titel „Land- gerichts-Secretär", zu ernennen.
dieiLonverfion der russischen Bodencredit-Pfandbriefe allenthalben eine ausge- [wNete Ausnahme gesunden habe. Das ^Journal de St. Pötersbourg" be* — tot bann, daß in den maßgebenden Petersburger Kreisen die Umwandlung drr iGold-Obligationen in Papier-Obligationen erwogen werde und widerspricht der Nachricht, daß seitens der Finanzverwaltung russische Fonds in Deutsch- aufgekauft würden. Weiter wird die Behauptung, der Ausländer-Ukas iilüt! nur ba« Vorspiel zu Angriffen der russischen Finanzverwaltung auf deutsche ZHtMffen. al« unbegründet bezeichnet und al« Beweis, daß die russische Regie- keine finanziellen Gegenmaßregeln zu ergreifen gedenke, die Thatsache an-
Mrt, baß die Kursk-Charkower, sowie die Azow- und Lozom-Sebastopol- kiMbahn bei ihren Obligationen einen 5procentigen Abzug hätten machen wollen, f M Staate jedoch daran verhindert worden seien. Schließlich hebt das Journal
'ch hervor, daß sirr verschiedene auswärtige Anleihen die russische Regierung W-ch ferner die Zahlung in Gold, anstatt in Silber, leiste, obwohl sie hierzu verpflichtet sei und sich die Differenz als nicht unerheblich darstelle. — jmiPi- Auslastungen des Petersburger Regierungsblattes können allerdings mit pverzeichnet werden, im Uebrigen lasten sie aber erkennen, daß der
Ä)e Preßfeldzug gegen die russischen Valuta in Petersburg doch Eindruck : ;!Mt hat.
Leichenbegänglsiß Depretis auf Staatskosten zu veranstalten.
Wutzlaud.
Petersburg, 31. Juli. Der Commandeur des 5. Armee-Corps, Mussin Puschkin, ist zum Gehülfen des Gouverneurs von Warschau und des Weichsel- GouoernementL, General« Gurko, ernannt. , Der Commandeur der Garde- Infanterie-Division, Dandeville, ist zum Commandeur des 5. (Warschauer) Armee-Corps und der Commandeur der 2. Infanterie-Division, Bielekopztow, ist zum Commandeur des Lubliner Armee-Corps ernannt worden.
— Nach aus Nikolajew hier eingegangenen Nachrichten hat gestern die Eröffnung des Otchakow-Kanals stattgefunoen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz - Burea«.
Gastein, 31. Juli. Der Kaiser nahm heute Morgen ein Bad und begab sich um 11 Uhr nach der evangelischen Kirche, um dem Gottesdienste beizuwohnen. Zum Diner ist der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, geladen, der gestern Abend mit seiner Gemahlin hier eingetroffen ist. An dem gestrigen Diner nahmen Kammerherr v. Watdow - Reitzenstein, der Statthalter Graf Thun und der Graf Szechenyi Theil. Die Abend-Ausfahrt unterblieb des eingetretenen Regens wegen. Der Kaiser wohnte Abends der bei der Gräfin Lehndorff stattfindenden Theatervorstellung bei, wo auch der Thee eingenommen wurde.
Berlin, 31. Juli. Im großen Ehrensaale des Landes-Ausstellungs-Palastes fand heute Mittag 12 Uhr die feierliche Eröffnung der großen akademischen Kunstausstellung statt. Nach einem einleitenden Berichte des Secretärs der Akademie, Geh. Regierungsraths Zöllner, erklärte Eultusminister v. Goßler nach einer kurzen Ansprache die Ausstellung für eröffnet. Der Präsident der Akademie, Professor Becker, brachte darauf ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Von den 1383 zur Ausstellung eingesandten Kunstwerken sind 950 Oelgemälde, 39 graphische Werke, 132 Aquarelle und 147 Bildwerke. Unter den 787 Ausstellern sind 73 Deutsche.
— Die englische Poft von gestern früh ist ausgeblieben, weil das Schiff in Folge ungünstigen Windes in Ostende verspätet eingetroffen ist.
Paris, 31. Juli. Wie die Morgenblätter wissen wollen, hätte Ferry in dem Ehrenhandel mit Boulanger den Deputirten Raynal und Easimtr Perier als seine Zeugen bezeichnet. Das Duell werde wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen stattfinden. Das Journal „Evenement" behauptet, Delasosse habe Laur wegen der Beschuldigung, er habe Boulanger einen Staatsstreich vorgeschlagen, seine Zeugen geschickt.
— In einer gestern Abend im Winter-Circus unter dem Vorsitze Lockroy's stattgehabten, von etwa 6000 Personen besuchten Versammlung kam es, als der Führer der Liga gegen die Stellenvermittelungsbureaus, Soudey, das Wort nehmen wollte, zu heftigen Unterbrechungen durch revolutionäre Redner und schließlich, da die Bemühungen Lockroy's, die Ruhe herzustellen, vergeblich blieben, zu einer allgemeinen Schlägerei. Die gemäßigteren Elemente der Versammlung flüchteten aus dem Saal, in welchem die Revolutionäre die Oberhand behielten.
Paris, 31. Juli. Der Deputirte Delasosse bementirt in einem von den Journalen veröffentlichten Schreiben formell, daß er irgend welcher Delegation angebört habe, die dem General Boulanger einen Staatsstreich habe vorschlagen sollen. — Im Departement der Gironde ist heute Lavertujon zum Senator gewählt worden.
Petersburg, 31. Juli. Durch einen kaiserlichen Ukas an den Finanzminister ist, um den Geldverkehr zu erleichtern, angeordnet worden, zur Tilgung der Schuld der Reichsbank für die provisorisch emittirten Creditbillete im Betrage von 330 Mill, dem Umwechslungsfonds 40 Millionen Gold aus der Betriebskasse der Bank zu überweisen und die fernere Tilgung der Schuld durch Einzahlung von Goldom Umwechslungssonds oder durch Vernichtung von Creditbillets ohne Störung des (z>elo- verkehrs zu bewirken. . .
Rom, 31. Juli. Der Tod des Ministerpräsidenten Depretis erregt in ganz Italien tiefe Trauer, zum äußeren Zeichen derselben sind auf den öffentlichen Gebauven Trauerflaggen ausgehängt. Hier und in Neapel waren gestern die BoNen, m ^r n waren alle größeren Geschäfte, in Messina waren die Theater geschlvsseru ^>as tctcgen- begängniß findet am 4. August Vormittags in Stradella statt.
- Der König hat dem Ministerrathe angezeigt, daß er demnächst in Rom ein- treffen werde.
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Das österreichische Unterrichts-Ministerium hat drei Preise - lausend Gulden ausgeschrieben, für drei Jugendschristen, welche sich zur 'lllp.ahme in die Schuler-Bibliotheken der Volksschulen eignen und für Kinder J2 bis 14 Jahren berechnet sind. Die eine dieser Jugendschristen hat ihren au« der österreichischen Geschichte zu schöpfen, die zweite soll Reisen in Ä ^^ vreich, Ungarn beschreiben und die dritte Erzählungen enthalten. — In «iig auf Jugendschristen speciell des historischen Genres besteht in Oesterreich rin gewisser Mangel und das Vorgehen des österreichischen Unterrichts-Ministe- da vollkommen gerechtfertigt. Nur nimmt sich die Begründung des ' ^ausschreibens, wenigstens vom „reichsdeutschen" Standpunkte betrachtet, i etwas seltsam aus, als behauptet wird, daß die Jugendliteratur Deutsch- gerade nach der historischen Seite hin einen zu scharf ausgeprägten wnatioimlen Charakter trüge, von dem sich Oesterreich „emancipiren" müffe. «m sollte meinen, daß das Donau-Kaiserreich es jetzt mehr denn je nöthig '■MM) einen deutsch-nationalen Zug zu wahren, indeflen scheinen hierüber in Wiener leitenden Kreisen ganz besondere Anschauungen zu existiren! Charak- Msch für die in Oesterreich herrschenden Zustände ist es nun, daß die ^i'che Preffe gegen das Preisausschreiben des Herrn v. Gautsch Feuer und Kimmen speit — und warum? Weil die Concurrenz-Schreiben in deutscher Me abgesaßt sein müffen. Herr v. Gautsch, aus den man in czechischen Kreisen .Minen Jnspectionstour durch die böhm. Gymnasien eine besondere „Pique" zu w scheint, bekommt da von „Politik", „Narodny Listy" rc. nette Dinge zu hören ist noch dar Wenigste, daß diese Blätter in der erwähnten Bestimmung eine ^Verletzung der nichtdeutschen Nationalitäten Oesterreichs erblicken. Speciell ^lttngczechischtz Hetzblatt „Narodny Listy" knüpft an da» Preisausschreiben


