Juni: 18 Kerzen.
Buchner.
London, 30. Juni. Dr. Mackenzie nahm gestern eine erfolgreiche Operation bei dem deutschen Kronprinzen vor. Die Wucherung wurde so wett beseitigt, daß für eine weitere Operation kaum Anlaß ist. Nach der Operation ging sofort ein Extrabote nach Berlin mit dem von Dr. Mackenzie aus dem Kehlkopf entfernten Stücke, welches Prof. Virchow mikroskopisch untersuchen wird. Der Kronprinz zog sich seit seiner Ankunft in England eine unbedeutende Erkältung zu, welche eine geringe Congestion der Kehle veranlaßte; übrigens ist das Befinden des Kronprinzen ausgezeichnet. Die Aerzte des Kronprinzen wohnten der Operation bei, welche in der Wohnung Mackenzie's stattfand
Telegraphische Depeschen.
Wolff's telegr. Corresporrderrz-Brrrearr*
zu r i. derlirr, 30. Juni. Der Bundesrath stimmte in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwürfen, betreffend die Zuckerbesteuerung und die Unfallversicherung der See- ^ute, mit den vom Reichstage beschlossenen Änderungen zu und überwies die vom bet Berathung des Branntweinsteuergesetzes beschlossenen Resolutionen an den Reichskanzler.
Bonn, 30.Juni. Prinz Wilhelm traf hier heute Nachmittag aus London ein- er wird morgen dem 60jahngen Stiftungsfeste des Corps „Borussia" beiwohnen. Seme Gemahlin reiste mit dem ältesten Prinzen nach Coblenz weiter, um die Kaiserin zu besuchen.
, London, 30. Juni. In der heutigen Sitzung des Unterhauses theilt Smith mit, da« weder Frankreich noch Rußland eine Mittheilung betreffs der englisch-türkischen Conventton an die Regierung richteten. Die Königin habe die Convention raliftcirt. Der Sultan hatte Zelt verlangt, dieselbe zu erwägen, sei jedoch keine Verpflichtung ein- aegangen dre Convention innerhalb einer bestimmten Frist zu ratificiren. Er hoffe daß dre Ratification bald stattfinden werde. Wilfried-Lawson beantragte die Vertagung des Hauses, um die englisch-türkische Convention zu diskutiren. Smith verweigerte die Drskufsion über eine Frage, worüber die Unterhandlungen noch nicht abgeschlossen seien. Mstone erklärte daß er zwar die Ungeduld des Hauses verstehe, er empfehle aber doch die Zurücknahme des Antrags, da die Erörterung der Frage inopportun sei. Der Antrag Lawson wurde darauf mit 276 gegen 115 Stimmen avgelehnt. Smith brachte alsdann den bereits angekundigten Antrag ein, wonach der Debattenschluß über den Berrcht der irischen Zwangsbill bis Montag Abend 7 Uhr erfolgen soll, falls die Dis- kustron brs dahm noch nicht beendet sei. Nach zweistündiger Debatte wurde der An- trag Smtty mit 220 gegen 120 Stimmen angenommen. Die Parnelliten und die ^hrzahl der Gladftonianer verließen hierauf den Sitzungssaal. Der Bericht über die firnes würbe alsdann ohne Debatte und Abstimmung angenommen. Die ?ufrnÄ brüte Lesung der Bill wurde
r6' m°' 3?ni* Nach einem Telegramm der „Nordischen £elegrapl)en= aufgehoben werden^ nach das Verbot der Pferdeausfuhr in diesen Tagen
Universttäts-Chronik.
~der Universität Kopenhagen studiren jetzt junge Damen nn* v ^lein 3ianna Ärffi
in 0,1” ^ie ber 3nftitutionenoorlefun8 des Geheimrath Prof. vr. Windiänü, ^.^ipz-g wurden am Sonnabend Vormittag' Theilnehmereiner unerm»?.^ schlechten aber unvergeßlichen Feier. Am Schlüsse der Vorlesung eröffnete nnm'*? Vortragende, daß ein hoher Gast in Mitle der Hörer weite, derberühmte Re-btttedm tonfbtOf„r1DhII"?6es n8s, "Sctne§ Freundes" unsterbliche Verdienste um d ^Mtztn- schäft kurz berührend, forderte der Vortragende die Anwesenden a,ff thrpr ,
M“4,un« »egenüber dem großen Gelehrten"durch lÄÄ stieg^d r 6crübmÄ Beifall nachgekommen wurde. Da
satt lwä*
leinen geistvollen und für Anfänger doch so klaren Vortrag und schloß unter
Cber--2Bibber§be{tn; zwischen Meister nnb Geselle bestand ein haltniß, denn beide besuchten am 13. September v V cordrales Ver-
w-ih-, .kneivteu den Nachmittag miteinanderun?^le^st ten sich beim°'k°I^ Kirchl gegenseitig die nolhige Hilfe beim Vorwärtskommen Aus dem Aochhaunw--.
und S-ip einen in der Näh- dttsts OrteiÄS 7?
Ob-rh-sstchen Eisenbahn und bei dieser Gelegenheit fing Möbusmtt der
Bahnwärter Kaiser Streit an. Die Sache kam nickt br?rt Po-tirteir
al§ Möbus und Seip nach Hause zurückkehren wollten, gerieth Möbu/mi?2 2ibcnb-* Wortwechfel, in dessen Verlauf der erstere dem letzteren mit einem Äatfer br le^ung beibrachte. Ein gegen Möbus eingeleitetes Strafverfahren braAt?^ Ctne $er- Schöffengericht zu Nidda, welches ihn wegen der dem Kaiser zugefüatenQ?r?n D?r w einer ^angnißstrafe von 2 Monaten verurtheilte. Der heutige Anaeklaat^^ung damals, nicht gesehen zu haben, daß Möbus den Kaiser geschlagen babfnh f6-LCU0,e weiter vernommenen Zeugen ganz andere Beobachtungen gemacht hatten peuche, m welche sich der Angeklagte den anderen Z?ugen gegenüber verm^l??^ führten ihn heute auf die Anklagebank und die Sache enb?ate bamit bat,f-
be§ fahrlässigen Falscheibes für schuldig ewchtete?,.»!
Bericht beßhalb auf eine neunmonatliche Gefängnißstrafe erkannte.^ unb das
Gießen, l.Juli. Der Kunftoerein für das Großberra^t^,,». - .
DeranftaUct ooin kommenden Sonntag den 3. bis incl. 12. Juli hn a?ofecn Realschule m der Ludwigsstraße seine erste diesiäbriae 9Inaffpnwnn 0 n m00 f btr Di- Mitglieder des «erekus nebst'Frauen'und Kinde?' h°b?n'L Mitgliedskarten freien Zutritt. Nichtmitglieder zahlen 50 Eintrittsgeld bn in Metzen, 1. Juli. Für die Besucher des Deutschen Schützenfestes am = . . • 2fili wird je em Sonderzug mit erster, zweiter unb hrittw & u{*b m Casfel früh 4 Uhr nach Frankfurt abgelassen. Hierfür werden m^gknklasse mn 5tagiger Gtltigkeitsdauer zum Preise für einfache Fahrt ausgegeben
iur J^.u?Iabrt *n Personenzügen berechtigen. Diese Extrazüge werd«?
Strecke Friedberg-Frankfurt nicht anhalten. £ 3 0C rocrben QW der
frankfurter Festtage.
(Von unserem Specialbertchterstatter.)
ÄVh?em wohlthucnden Regenguß, der ^»m^in'srüherMorgenstunde'nieder- ging, lacht heute wieder blauer, wolkenloser Himmel über der Fcststadt — das richtiae imhU9rhn CJtn,(ettsr .Das lockt denn auch allabendlich nach Schluß der Geschäfte Tausende «ui den ^cstplatz und diese Ankömmlinge ^Iden mit den r Menschenkindern, die schon tagsüber dort flaniren können, ein lausend- kopstges, lärmendes, unentwirrbares G-woge, füllen Festhalle und Bierrcstaurants bis auf den letzten Platz, bedecken die Wege und Tauzboi^n schieben und Lm sich st- ^uBudenreihen des Jahrmarkts, alias „Juxplatz",- was soll das werden wmn aus sCr das Dampfroß neue Tausende hinzuführt — Diese
Frage muß sich dem stillen Beobachter des Treibens auf dem Festplatz mit der Be- fürchtun0 all der Konsequenzen etwa unzureichender Räumlichkeiten \mb Verpfleguna fick) heute schon nicht mehr leugnen: Es sind die am Vlake bestndlichen Restaurationslokalitäten nicht im Entferntesten in der Lage den Strom der Durstigen in stch aufzunehmen und die Durstigen zu befriedigen. Hoffen wir daß wan dles an maßgebender Stelle noch im letzten Augenblicke etnsehen und - wenn bie? nicbt ^ann ~ durch Gewährung ermäßigter Pacht und Abaabe
noch ^bhrere Restaurateure veranlassen wird, sich auf dem Feftplatz^
ttirtr r*1 c5; nu-r frankfurter Publikum, welches den Platz besucht und doch
nhAf ^ ^rn eine^fo unglaublich große Menschenmenge dort anwesend wie sie fein n E °0 a“f5U“’elfen datte. Die vielen Tausende, die bann
£cT;nfenr T Jn ben Bierlokalen mehr finden konnten, halfen den tollen Jubel auf hem H me$™n- Drangen, Ausrufen, dumpfe Töne des Muschelhoriis dazu das Zucken der .Drehorgeln, das Läuten und Pfeifen der zahlreichen Carouffels^ Disharmonien einzelner vor den Buden „concertirender" Musikbanden In diesem Höllen-
W°d U^b 0,0(11 b'e buntgemischte Menschenmaffe. Alte' Männer Kindes arbdt8I&®amCn m W'n Sommerkleidern ungenirt zwischen Blousen und ^benb geworden unb ans den bunten Bogenfenstern her
Eoneert zusammengefunden, welches unter der Leituna des Zrn m K' r Ö ; SVWWMWMZ Kopf, ton Apfel kann zur Erde fallen Und nun brausen ans Kopf an
Gesänge, es tritt allmälig Ruhe ein unter den^Tausenden^Die bewahrte sich gut; die Vorträge fanden theilweise stürmifcken der Halle
Freund componirte Schützenfeslmarsch mußte wiederhott w^rde^ So Herrn „drangvoll fürchterlicher Enge" horchte Ihr Corresvonhent h«»» ra c » eingekeilt rn
Die Decoration der Stadt macht täglich Fortschritte cvphf r
Dächern und Balkons Fahnen in allen Größen und Farben FhLÄ wehen von | geschlagen, Triumphbogen umkleidet mit Fichtmguirlanden' Wavven^unh^^^"^ |
Von den Alpen ihr, und den blauen Seen Wo die Gletscher glüh'n unb in Flammen steh'n, rcfar (dr und vom grünen Rhein, ?? gesegnet mit Lied und Wein, ao-ff, e etb Göhlich an's Herz gepreßt, Willkommen zum Schützen- und Jubelfest! Gluck auf! Und sagt Euch mit Zuversicht: Nein! Unter zwölf Centrums thun wir's nicht' h-im-r Thurm errichto w-rÄ/" ein dritter am Eschen-
Lokale». —
««-»-S$Ätt:*3*a g?»;;
. WermifchreS.
luden. Zu nicht geringer Freude der Mitglieder des hiesigen WM- Seite hin aünftiaften fCnr\ ?^nnta.0 stattgehabte Fahnenweihe den nach jeder gleistet haben. Verlauf, obgleich unserer Einladung nicht alle Vereine Folge .r Begünstigt vom herrlichsten Glanze der Sonne fanden stck aea-n 2000 ^fft- n ffl^e,nCllL 2* % selbst, -in Meisterstück -ns der Fabrik von I C Schafze Eindruck^ Sie^wurde'in °s.U' bic Anwesenden einen wirkangs°cllen
und der Trkue geschildert. ^--h-rede als das Symbol der Einigkeit, des Ftt-d-ns bei um^ein?m"stlck/n ®^an8§Dotkäge der hiesigen Sänger trugen nicht wenig baäu n Ausdruck der Freud- und der Gttliülhlichkeit
_ . (7-.,; * e Anordnung des Feftplatzes war recht geeignet die Eimiebenden in datz der trtbeinft,n baden wir auch die Uederzeugung erlangt,
bemüht bat die Göst^i/Ä»^ gescheut, um d.e Festhalle würdig zu erbauen und sich genehmen Hoffnimo^bf!^ ??ehung zufrieden zu stellen und geben uns bei an- WÄÄ "Soll" und „Haben" wohl -in-
zu wissen hnti^trnh3^11111* ?u”r-0ut lnformirter Seite behauptet, das „M. Anz." Main Grai^n^ Sk-bttün^^^uthellrger Behauptungen der Gouverneur der Festung n r.' ippenbadj in Kurzem seinen Abschied nehmen werbe. Graf
kur^ ÄbttrÄr Äff 3dLber Schweiz und werde ooraussiMch nur fteielung getroffen.3 f 6 ! b 6 5am,Ile ^abc bereits alle Vorbereitungen zur M
in Frankfurt ist den Bewohnern von M-üiz und d - ^ttma gegeben, per Wasser zu der Feststadt zu gelangen, indem
SftWSÄ 2“
als ttei/^DIe'»^" "l b.in ueum Mainzer Hafengebäuden erweisen sich >-b°" atta^werdm s 8 .£tnec wetteren Getreideballe mußte berciis tn's Singe
wend - aeworden^ ^1^- ” bedeutende Vergrößerung der Kellerräume noch- Spttttuosm derart finb f‘‘» die Lagerung von Wem un
Don ncein >nh Snir,?. i * fd)on 6,6 »°rhand-n-n Oelkcller für Unterbringung
Mtt RücknL 5"'"ruch genommen werden mußten.
£)rdieikrmifnti^,rd l' h dem Ausbruch eines Brandes im diesigen Th--i"
Snae bct Gefahr ausgesetzt sind, daß die Aus- mch Zu-
die Stadl°ero^r?tei> "Ur Mrnrc"ß »nb unpraktisch angebracht worden, W
1 Lestern ctne vollständige Umänderung der ^rchesterioume be- Ä $«tofbearneLbter^ d->"°s Orchester, ähnlich wtt in BE-uch, oi-l'L «unHnne ß mivb-, Aus diese Art ist möglich, eine Reche u.-ittrirdisch-r
UniBruna errnrh^t etn£ schnelle Entleerung des Orchesters gestatten. Dre Umänderung erwidert einen Kostenaufwand von 6000
Bundes urd^obtt^ ?8.Junt. sSchützensest.s Für die Dauer des 9. T-nts-b-n «a*mütMSbf>ä 6- 'iAu6lfe6tn§ l" Frankfurt (Main) und zwar vom 2. Juli 2 Uhr mit ?erenrn8«Ä,n6 nf^ e6!1* 10' 3uli tritt auf dem Festplatze eine Zweigvostanstal V k^brsansÄt Unu .c,ne.. °^>tjt'chc Fernsprechstelle in Wirksamkeit. Die nev- rrif h»r 9r»a n*' m uud-lchränktertt Slnnabmebefugnissen ausgestattet und besaßt sich «-wohnlichen Briessendungen unb von Telegrammen, sowie m»
P°slwerthzeichen. Dieselbe ist an Wochentagen von 7 M- V°r- n r und an Sonntagen von 7-9 Uhr Vormittags und von
whS W lus 8 Uhr Abends für den Verkehr mit dem Publikum geostn-t. ° uud Telegramme, welche bei der bezeichneten P-rkehrsaustalt in llmywn« versehen sein foUen' urnsscn mit der Bezeichnung „Frankfurt (Main) tod,ieftpla8
Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases.


