1887.
jjlr. Samstag dM 2. Juli
Gießener Anzeig
Amts- und Anzcigcblatt für den Kreis Gießen.
— ' , a , . _ __ . Ä Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Bureau r S ch u l st r a ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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" Amtlicher Hheik.
Betreffend: Die Wahlen znm XXVI. Landtag. Gießen, am 30. Juni 1887.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
a0 d,'« Großb. Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Alten-Buseck, Annerod, Bellersheim, Bettenhaufen, Birklar, vaubringen, Dorf-Gill, Oberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Großen Bufeck, Großen-Linden, Grüningen, Hattenrod, Kausen. Heuchelheim, Hungen, Inheiden, «lein-Linden, Langd. Lang-Gön«, Langsdorf, Leihgestern, Lich, Lollar, Mainzlar, Münster, Muschenheim, Rieder-Besfing-n, Ronnenroth, Obbornhofen, Ober- Besfingen, Ober-Horgero, Oppenrod, Rabertshausen, Rodheim, Rödgen mit Trohe, RöthgeS, RüddingShausen, Ruttershausen, Staufenberg, Steinheim, TraiS-Horloff, Trohe, Utphe, Villingenl Watzenborn, WeiterShain und Wiefeck
Unter der Voraussetzung, daß in Gemäßheit unserer Verfügungen vom 11. Mai und 31. Mai l. I. (Anzeigeblatt Nr. 126) die angeordneten Vorbereitungen zur Vornahme der Wahl beendet sind, beauftragen wir Sie hierdurch, die Listen der Urwähler unv Wählbaren von
Montag den 4. Juli I. I.
in drei Tage lang offen zu legen. Die vorgeschriebene Bekanntmachung (Formular F) ist in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen. Die stattgefundene Offen- l-ollng der Listen ist nach Ablauf der Offenlegungsfrist von der Wahlcommission unter den Listen zu bescheinigen (§§ 20 und 21 der Anleitung).
Wir machen Sie hierbei auf die Bestimmung des $ 22 der Anleitung aufmerksam, wonach die Liste der Stimmberechtigten nach stattgehabter Offenlegung der betreffenden Großh. Districtseinnehmerei und dem Gememde-Einnehmer mit dem Ersuchen mitzutheilen ist, die Namen derjenigen darin auf- «führten Personen, welche mit der Entrichtung ihrer Staatssteuer oder falls sie zu einer solchen nicht herangezogen sind, ihrer Communalsteuer, länger al» »ei Monate sich im Rückstände befinden, in der Spalte „Bemerkungen" mit „8t. R." bezw. „C. R." (Restant) mit rother Tinte zu bezeichnen und Ihnen ife Liste sodann möglichst beschleunigt zurückzugeben. Seitens des Gemeinde-Einnehmers dürfen nur solche communalsteuerpflichtige Personen als Restanten bezeichnet werden, welche eine Staatssteuer überhaupt nicht entrichten. , , ,
Di« Wahlen der Wahlmänner, zu deren Vornahme eine weitere Weisung nicht mehr ergeht, haben
Mittwoch den 20. Juli l I.
tulll,»finden. Damit dieser Termin eingehalten werden kann, sind alle Vorarbeiten der Wahlcommission thunlichst zu beschleunigen.
Wir erwarten die genaueste Beobachtung der in der Anleitung zur Wahl der Wahlmänner vom 8. November 1872 und 30. April 1887 gegebenen Vorschriften.
Durch Verfügung Großh. Staatsministeriums vom 25. Juui L I. sind zu Wahlcommiffären ernannt worden
in der Provinz Oberhefsen:
im IV. Wahlbezirk Hungen, Lich Provinzialdirector Dr. Boekmann in Gießen,
V. Lang-Göns, Lollar . ^mtmann Nover in Gießen,
'' VII. " Homberg a- d. O., Nieder-Gemünden . Kreisrath Hoffmann in Alsfeld, XII. Ortenberg, Nidda Amtmann Melior in Büdingen.
Wir weifen Sie hierdurch an, nach vollzogener Wahl der Wahlmänner die Protocoüe nebsi fämmtlichen Beilagen fofort an den Wahlcommistäv ü>es betreffenden Wahlbezirks abzusenden.
Dr. Boekmann. _
Bekanntmachung.
68 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Comitö der Lotterie zur Gründung eines Unterstützungssondr für deutsche Militär-Musiker in Berlin die Erlaubniß ertheilt hat, die Loose einer zu diesem Zweck zu veranstaltenden Aerloosung von Musikinstrumenten und anderen Gegenständen innerhalb des Grohherzogthum» zu vertreiben. wirf«.
Zugleich bemerken wir, daß nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verloosungsplan 12000 Loose i 1 Mark ausgegeben werden dürfen.
Gießen, den 28. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann. _
Betreffend: Das Ober-Ersatz-Geschäft pro 1887. Siegen, am 1. Juli 1887.
Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien deS «reife».
Mit nächster Post werden Ihnen die Ausmusterungs- und Ersatz-Reserve-Scheine II zur Zustellung an die betreffenden Militärpflichtigen zugehen. Sie wollen von den Letzteren dagegen die Loosungs-Scheine erheben und solche k.^H. hierher einsenden.
Bekanntmachung.
Wir brinnpti hiprmif mr hfWMtnt Kenntniß daß in Folge Ablebens des Steuerboten Jockel zu Hungen, die Stelle eines Mahnboten bei der Districts-Einnehmerei Hungen zu besetzen ist. Etwaige Bewerber wollen ihre Gesuche, unter Anschluß von Zeugniffen, bei unterzeichneter Behörde innerhalb 6 Wochen einreichen.
Bingenheim, den 28. Juni 1887. Großherzogliches Rentamt Nidda.
Rübe. ______
Deutschland.
Berlin, 30. Juni. Der Kaiser empfing Nachmittags in Gegenwart des Staatssecretärs Grasen Bismarck den griechischen Gesandten Rangab6 in AbschiedS'Audienz.
— Der Kaiser empfing Vormittags den Oberhofmarschall v. Perponcher, den Kriegsminister, sowie den General v. Albedyll und machte Mittags eine Spazierfahrt. Nachmittags um 4 Uhr hak, Staatssecretär Graf Bismarck 'Vortrag.
Frankreich.
Pari-, 30. Juni. Deputirtenkammer. Deltffe, Abgeordneter des Departements du Nord, bringt einen Antrag ein, wonach der Eingangszoll auf Attohol >mf 60 Frcs. pro Hectoliter erhöht werden soll, um einer übermäßigen Einfuhr -des deutschen Alkohol» vorzubeugen, da in Deutschland gegenwärtig eine Erhöhung der Aussuhrprämie auf Alkohol beabsichtigt werde. Deliffe stellt den : Dringlichkeits-Antrag. Der Antrag wird der Zoll-Commission überwiesen.
Pari-, 30. Juni. Der ehemalige französische Ministerresident Lemaire in Huö ist an Stelle von Constans, welcher gewünscht hat, nach Frankreich zu- rückzukehren, zum französischen Gesandten in Peking ernannt worden.
— In der Sitzung des Ministerrathes verlas Barbe einen Bericht über die durch das neue deutsche Branntweinsteuergesetz in der Alkohol-Industrie geschaffene Lage. Der Ministerrath beschloß, die verschiedenen durch den Bericht angeregten Fragen durch eine aus hohen Beamten der Ministerien der Finanzen, des Ackerbaues, des Handels und des Auswärtigen zusammengesetzte Commission prüfen zu lasten. Die Commission wird beauftragt werden, zu untersuchen, ob es den internationalen Verträgen nicht zuwiderlaufe, Producte, welche in ihrem Ursprungslands eine Prämie erhalten, bei der Einführung in Frankreich mit einer Zuschlagtaxe zu belegen, welche jener Prämie gleich wäre.
England.
London, 30. Juni. Im Krystall-Palast s°nd heute ein großer von dem Prinzen von Wales veranstaltetes Fest statt, welchem beinahe fämmuiche noch anwesende fürstlichen Gäste beiwohnten.


