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ZtaNerr.

Rom, 29. Januar. Der Municipalrath beschloß auf einen vom Bürgermeister und den Municipalräthen Castellant und Tommassini unterstützten Antrag des Archäo­logen de Rossi, dem deutschen archäologischen Institute anläßlich des Todes des Pro­fessors Henzen officicll sein Beileid auszudrücken und die Büste des Verstorbenen im Saale der konsularischen Fasten aufzustellen.

Rußland.

Petersburg, 29. Januar. DasJournal de St. Petersburg" bemerkt be­züglich der Rede Salisbury's, man hätte von Salisbury eine gesundere und billigere Beurtheilung bezüglich Rußlands nicht erwarten können, als diejenige war, wozu er sich herbeigelassen. Die angeblich unveränderlich friedliche Tragweite seiner Politik anlangend, könne man dieselbe nach Churchill's Enthüllungen ausreichend würdigen Zu den bulgarischen Angelegenheiten übergehend, wiederholt das Journal, von Ver­handlungen mit den gegenwärtigen Regenten und den bulgarischen Delegirten könne keine Rede sein; indessen biete die Anwesenheit Zankow's und der bulgarischen Dele- airten in Konstantinopel Gelegenheit zu Erörterungen, welche, wenn sie von den Rath­schlägen der Mächte und der Pforte unterstützt würden, zu einem Arrangement auf Grund des russischen Porgramms und zur Bildung einer Negierung führen könnten, deren Anerkennung möglich wäre und über die somit sich verhandeln ließe. Auf alle Fälle könnten die Unterhandlungen nützlich fein, wäre es auch nur, um Rußland zu entlasten, welche eine Verlängerung der gegenwärtigen Anarchie haben könnte. Das Journal dementirt schließlich kategorisch das Gerücht von einer schiedsrichterlichen Ent­scheidung des Papstes.

ZZulgarien.

Sofia, 29. Januar. Die Regierung hat den französischen Consul, der die Ver­tretung der russischen Unterthanen in Ostrumelien führt, davon Kenntniß gegeben, daß der russische Unterthan Nabokoff, Urbeber der aufständischen Bewegung in Burgas, zum Tode verurtheilt ist; der Consul wird ersucht, diese Nachricht an die russische Regierung zu übermitteln.

,fc £ a e r V i n et in Lausanne, der Vertreter kirchlicher Unabbänaiakeit rfinmn Sr? ^hua,,tat' ber »egrünber ber freien Kirche des Mainlandes 'be'r bamit ähnlichen -öeroegungin in Frankreich unb Schottland ben Anlaß gegeben bat ffa S hnrfvlb,reL®r,e,lf' & l'» heute unserem Blick barbietet, als bao Gms Ealvin's 'd üod) . der Geist, aus dem die großartigen Bestrebungen der Barmherzigkeit und ernÄ Slttenerneuerung, tn denen Genf in unserem Jahrhundert dte führende Stell, geboren sind, ist im Grunde der Geist Calvins, der Geist des Evangeliums "das dort gepflanzt. Und es ist eine unbewußte Huldigung, welche die Stationen (Siimne btefem Seifte bargebracht, indem sie in Genf di-Fahne des ro hen ÄH* SE"- bereitet unter den Schrecken des Kriegs ' 'n'

«Stetzen, 31. Januar. Morgen, Dienstag Abend, feiert die Reiseaesellfch^ nt*r^25* ^lkungsfest. Sie ist unseres Wissens eine der ältesten dies bezüglichen Gesellschafter. Von 24 Mitgliedern, welche im Jahre 1862 zusammentraten nnnrhCfrrLnCmm7l4at bcr Wartburg zu machen, leben allerdings nur

hfArnon T?er ^ellschaft noch treu angehören. Die übrigen haben alle die große Reffe angetreten. Die Gesellschaft pflegt neben Förderung von Dumm ^Utrnht,?PnrCin^0Cn ^ren Mitgliedern eine größere oder kleinere Reise nach intereffanten Städten und Gegenden zu ermöglichen. Für diesen Sommer ist eine Reise nack Bremen, Hamburg rc. geplant. Möge die Gesellschaft sich noch recht lange ihres Hwecke^ Reiseonkels!^ M 8(nWauunß Lebensbildung aneignen. Dies de? Wunsch eines » 31\ Januar. In einer Wirtschaft in den Neuenbäuen schoß

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T- §^en Heldenlärm verursachte heute Morgen ein Frauenzimmei vor dem [Cl^n Gegner, welcher in einem Alimentationsprocesse obgesieqt d?s °NEvie^b1L ®d,impfcn ccrfol8te- ®ne Jnjurienklag/wird jeb-Ds

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Corrcspondenz-Burean.

Berlin, 30. Januar. Der Kaiser empfing heute Vormittag den Prinzen Wil­helm und hierauf den Kronprinzen, nahm später militärische Meldungen entgegen und arbeitete alsdann mit dem Militärcabinet.

Anläßlich der Geburt des vierten Sohnes des Prinzen Wilhelm hatte sich Vormittags um IOV2 Uhr eine nach Tausenden zählende Menschenmenge vor dem Palais des Kaisers angesammelt. Als die Artillerie vom Lustgarten, woselbst sie die Geburt des Prinzen mit 72 Kanonenschüssen begrüßt hatte, unter den Klängen der Wacht am Rhein" am Kaiserlichen Palais vorüberzog, trat der Kaiser an das Fenster Die draußen stehende Menge empfing den Kaiser mit stürmischen Jubelrufen und stimmte die Nationalhymne an. Der Kaiser verweilte während des Gesanges, auf's Tiefste bewegt, am Fenster und dankte darauf, nach allen Seiten lebhaft grüßend während Hurrah- und Hochrufe sich immer wieder erneuten.

Braunschweig, 30. Januar. Die Canoidaturen für die Reichstagswahlen im Herzogthum Braunschweig sind wie folgt festgesetzt worden: 1. braunschweigischer Wahlkreis Braunschweig - Blankenburg: Compromißkandidat der Deutsch-Freisinnigen und Nationalliberalen Stadtrath Retemeyer; Candidat der Socialdemokraten der bis­herige Abg. Blos. 2. braunschweigischer Wahlkreis Wolfenbüttel-Helmstedt: Der bis­herige nationalliberale Abg. Senator Dr. Römer; Zählkandidatur der Socialdemokraten' Abg. Blos. 3. braunschweigischer Wahlkreis Holzminden-Gandersheim: Der bisherige deutschfreisinnige Abg. Baumgarten, Candidat der Nationalliberalen und Conseroativen Amtsrichter Kulemann.

Paris, 30. Januar. Gestern fand bei dem Minister des Auswärtigen, Flou- rens, ein Diner statt, zu welchem alle Botschafter und Gesandten Einladungen erhalten hatten; auch der deutsche Botschafter Graf Münster, der aus Cannes zurückgekehrt ist nahm daran Theil; an das Diner schloß sich ein glänzender Empfang.

Der Präsident Grevy empfing gestern die madagassischen Abgesandten.

Lokales.

^Gietzerr, 31. Januar. sEisverein.j Der 30. Januar 1887 wird in der Geschichte unseres Eisvereins unzweifelhaft einen Markstein bilden. Am Morgen dieses Tages constitmrte sich auf Anregung und mit Unterstützung des Eisvereinsvorstandes im Vereinshause ein Kunstläufer-Club, welcher einmal den Zweck verfolgt, kunstvolles Laufen unter den Mitgliedern zu fördern, und welchem weiter auch das Arrangement von Festlichkeiten, wie Preislaufen und Eisfeste, obliegt. Der Club oder die Ab- theilung für Kunstlauf, welche schon bei der Constituirung 18 Mitglieder zählte erhält für die Hebungen eine kleine Bahn reservirt eine Einrichtung, welche schon am Sonntag in Kraft trat. b' w

An diesem Tage nun weilte als Gast des Vereins auch ein Kunstläufer par excellence, Herr Bürgermeister Brink von Offenbach auf der Eisbahn und entrückte alle Anwesenden durch sein prächtiges, in jeder Beziehung kunstvolles Laufen. Die Kraft und zugleich Grazie seiner Bewegungen war in der That staunenswerth. Dabei spielte die ganze Capelle umeres Regiments, welche, theilweise durch die Munificenr seines Commandeurs, dem Eisverein schon so manchen frohen Nachmittag bereite! bat Hoffen wir, daß die Anregung, welche Herr Bürgermeister Brink durch sein unver- LleichlicheS Laufen gegeben hat bei unserem jungen Kunstläufer-Club auf einen recht fruchtbaren Boden gefallen ist!

« 3an;.££ ^orträge zum Besten des evang-l. Kirchbaufonds.j Di-

Reihe dieser Vorträge eröffnete Freitag Abend Herr Oberconsistvrialrath Dr. gell in glanzender Weise. Vor einer gespannt lauschenden Hörerschaft, die den Raum der großen Aula der Universität gedrängt erfüllte, entwickelte er in s/,stündiger freier Rede sein Thema:Ter Genfersee in der Religionsgeschichte." Es ist nicht möglich ' den überaus geistvollen Vortrag mit seinen vielen Ausblicken in alle Gebiete des Eultnr lebens und den Schlaglichtern, die er in feiner Weise aus Natur unb Kunst herein- sall-n lies, in kurzem Auszug wieder,ugeben. Ausgehend von der Bedeutung die den Genfersee für die neuere Naturwissenschaft gewonnen habe, nicht nur durch die An­regung der geologischen Forschungen, sondern vor allem durch das Erwachen des modernen Naturgefuhls, aus dem dann die Naturforschung erwachsen sei reichnete er em lebendiges farbenreiches Bild der mächtigen Enti^ckelung d-s religiosm Lebens durch die Genf und der Genfersee von der Zeit der Reformation an ein Mittelpunkt protestantischen Geisteslebens geworden sei. Nacheinander führte er oor unserem geistigen Auge vorüber zene schöpferischen Persönlichkeiten, di- Genf den St mvA rhres Geistes ausgeprägt, und von da ausgehend zunächst die gesammte roman sch reformirte W-lt und ,m weiteren Verfolg unser ganzes modernes Leben mit neuen Ideen befruchtet haben Im 16. Jahrhundert die gewaltige Persönlichkeit eines Calvin der m,l staunenswerther Energie und unerbittlicher Streng- feinen großartige» G?' banten etneä ®otteäftaate§, eines streng nach Gottes Gesehen regierten Staats« sm« durchfuhrte, der ein Lehrmeister wurde für die gesammte reformirte Welt und Genf di- Bedeutung einesreformtrten Rom" verlieh. Sein Werk, von Ibenhnr VnJ Sega in milderem Sinne fortgeführt, überdauerte ihn. Im 17. Jahrhundert wird Genf ber Zufluchtsort der um ihres Glaubens willen Verfolgten, vor allem auch b-r aus ihren piemontestschen Thalern verfolgten Walbenser, und dainit die Retterin h,s Evangeliums für Italien, in bas die später wieber heimgekehrten Walbenser d Prediat des Evangeliums hineingetragen haben, hernachmals auch der durch die $Iufbeburm d-s Ebicts v°n Nantes aus Frankreich vertriebenen Hugenotten. Von G-ff unb Lausanne geht die Wieberbelebung ber zu Boben geschlagenen reformirten Kirch-in Frankreich aus. Das 18. Jahrhundert wirb bezeichnet durch die Namen Rouss und Voltaire tener em Burger Genfs dieser in seinen späteren Lebenstag n am Genfersee angesiedelt. Rousseau's Freiheitsgebanken, h-rnachmals im Feuer ber Revolution eine Welt in Brand entzündend, Voltaire'S Toleranzideen, es sind Funken die vom Genfersee in die Welt geflogen sind. In unserem Jahrhundert endlich

m t Handel und Verkehr.

's 1

MMMkLSvLDSK« n!r &nral-i Rothkraut per Stück 2030 Kohlrabi

Kalbll- sch J/Tfi-Ä lfUn-rb?5r705l' u. Rindfleisch 45-60 Jf,

1 0 80^1 65-75 4, Hammelfleisch 50-70 5,. 1 Halm

ffi 40-70 I'Welsche ^2.M-(.' ^^50, Gans Pfund 50-70*

Gingesandt.

q- tm Leib'schen Saale abgehaltene Tmizkränichen des

Turn-Club" war durch Arrangement des dabei zur Schau eeft^ntrn

Kabmets wohl eines der gelungensten- Es würde wobl 111 nter6

wenn Einsender dieses ausführliche Mittheilung über bieWte^na

Dem Arrangeur Herrn I Möhl sowie Herrn 9?o I of un» b n^fSn S- ffä ÄfeSSt; s

Vermischte-.

(ö,«fiaf।t* a rm t' »?0- Januar. Die schon mehrerwähnte Aufführung des

Sophoklei tchenPhiloktetes' durch Primaner des hiesigen Ludwig - Georas- Gymnasiums fand gestern Nachmittag 5 Uhr statt und nahm einen in jeder Beziehung E ?lnstudirung des trefflichen Werkes, das nach aller tragischen ^rsohnenden Schlußeindruck hinterläßt, war nach ber Wendischen mtöfmcincr Sorgfalt geschehen, sodaß die dilettirenden Darsteller tellenweise emen Erfolg errangen, wie er Schauspielern von Fach hätte hochwillkommen dkatürUch mußte man bezüglich der künstlerischen Durchbildung des Dialogs manches nachsehen. Außerordentliches leistete der Darsteller der Titelrolle «1--Cm ^economensohn aus der Nähe. Von vorzüglicher Wirkung erwiesen Ilc? Chore, obwohl sie nicht gesungen werden konnten, sondern nur melodramatisch behandelt wurden. Die zugehörige Musik war von einem Karlsruher und einem hiesigen durchaus zweckentsprechend componirt worden, ein hiesiger emeritirter Hofmusiker hatte sich deren contrapunktische Durchsicht angelegen sein lassen 3uni an des Chores spielte das ebenfalls aus Gymnasiasten bestehende Strich!

-i1! von Händel. Einer besonderen Erwähnung bedarf noch die unÄn K r? neuesten Forschungen Albert Müllers und Dr. Dörp elds die herkömmliche Art und Weise vollständig verlassen hatte. So^wies

(^e Zrchne einen dreifachen Standort für die Aairenden auf' 11 die am ftntfp für hip pirtpritf t/Kor» -t.11 - mittlere Bühne, die ^Actions-

hie rmit brr S r ? Schauspiele, 3) die Orchestra d. h. der Standort des Chores, *te. J1? der Schauspielerbuhne durch mehrere natürliche Felsstufen verbunden war Unter dem Standortes Chores saß das jugendliche Orchester, für die meisten Zu­schauer unsichtbar. Wie schon angedeutet, war die Wirkung eine solche wie man sie aber die beiüalich b?r tcpnirxinn einer a kx konnte, die neuen Gesichtspunkte murbph der Jnscemrung einer griechischen Tragödie Überhaupt gegeben

wurde, wirkte nach vielen Seiten anregend und befruchtend Das Vublikum nahm b-nn auch fo lebhaften Antheil an ber Aufführung, baß bas Hofth-at-r pollständ^ ausoertauft mar; hunberi- von Elnlaßbegehr-nb-n mußten zu?ückaewief-n w-iben ko^LK w^a^^^ S°f fammt B-such, dem Prisen Heinrich von hte7abreifen5,CintlC5 !Prcu6en ®ttb im 2auc d-s h-utig-n Nachmittags wi-ber r .. r 3an' Der Ausschuß der demokratischen Partei hat sich jetzt

bezüglich der bevorstehenden Neichstagswahl auch schlüssig gemacht und zwar dahin tZmH nnK ^"^dat int Wahlkreis Mamz-Oppenheim aufzustellen sei und den Par-

Tl)rc Stimmen dem Kandidaten zu geben, welcher sich ver­pflichtet, gegen das Militarseptennat zu stimmen. Durch Verfügung des Ministeriiuus war Provinzialdirektor Kuchler zum Wahlcommissär für den Wahlkreis Mainz-Ovven- ^o^dbu- Mit Rücksicht darauf, daß Hr. Küchler selbst in dem Wahlkreis

Dr. Marquar s-n vor einer zahlreichen Versammlung. Der (Sanbibat ber nat onab liberalen Partei sur Bingen-Alzey Hr Max v. H-yl stellt sich in Alzey dm Wählern »or unb in Atebersaulheim sprach Ludwig Bamberger. Jltorgen Montag findet in Wählern spreche^wirb"^ welcher Dr. Marquartsm do? feinen

. n'n30- Auuuar. An ber Nonnenau auf dem sogenannten

ftS'*" brach gestern Nachmittag beim Schlittschuhlausen ein junger Mann Don 18 Jahren ein und ertrank. Von bent Ufer aus machte man all- Anstrcngunaen ~m Unglücklichen zu retten; da aber bie dünne Eisdecke nur ein sehr langsames Fortschr-nen ermöglich,. f0 kam die Hülfe zu spät. Wohl 10 Minuten suchte sich der lunge IRann über Wasser zu halten, bis er schließlich untersank. J Weiler forderte di- Dyphteritts' unter ben Ätnbern noch täglich neue Opfer äloraeftrrn finh r,n Tag-3 Kinder gestorben. - Auf der Strerfe^ üll" inJ-®lngen' Ä K6dn faß .«m C*S UV ®lai.n bringt feit zwei Tagen wieder ziemlich Eis. Eine Wittnau oon aibig welche bei einem Rentier in Auerbach die Stelle als Haushälterin per al? hat sich dorten aus unbekannter Ursache erhängt. '