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Nr. 2G. Dienstag den I. Februar ISS?

Cifießcner Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Bureaur Schulftraße 7. ' Erschein täglich mit Abnahme deS MputagS. 2Mark20 Pf.mit Bringerlobn.

.......................... Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher H h e i l.

fq>r ARQ7x , . , . . Nr. 4 des ReichS'Gesetzblatts, ausgegeben den 27. d. M-, enthält:

Be ann machung, betreffend die Einfuhr »on Pflanzen und sonstigen Gegenständen des Gartenbaues- 1698.) Bekanntmachung, betreffend dre Aichung von Gasmessern. Vom 21. Januar 1887

Gießen, den 29. Zanuar 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

__ _______ Dr. Bookman».

Vom 21. Januar 1887.

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Die Mitglieder des bezeichneten Schiedsgerichts sind:

1) Koch, Bürgermeister zu Kusel, erster Beisitzer,

a. Gangloff, Nicolaus, zu Hangweiler, erster Stellvertreter desselben,

b. Barthold, Wilhelm, zu Kaiserslautern, zweiter Stellvertreter desselben;

2) Marre-Mojer, Friedrich, zu Pfalzburg, zweiter Beisitzer,

s. Freytag, zu Neustadt a. H., erster Stellvertreter desselben,

d. Schuhmacher, Ludwig, zu Landstuhl, zweiter Stellvertreter oeffelben;

3) Mohr, Theodor, Steinbrecher in Biebrich-Mosbach, dritter Beisitzer,

2. Böhm, Johann, Steinhauer in Hochspeyer, erster Stellvertreter desselben,

d. Klee, Karl, Steinbrecher in Dotzheim bei Wiesbaden, zweiter Stellvertreter desselben;

4) Karbe, Johann, Steinbrecher in Großblittersdorf, vierter Beisitzer,

2. Huber, Adam, Steinbrecher in Großblittersdorf, erster Stellvertreter desselben,

d. Bundesthal, Daniel, Steinhauer in Weidenthal bei Kaiserslautern, zweiter Stellvertreter desselben.

3. Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Bestätigung von Stiftungen Vermächtnissen betreffend.

England.

London, 29. Januar. Im Unterhause wurde gestern die Adreß-Debatte fort­gesetzt. Htcks-Beach oerthetdigte die Regierung und erklärte, um den Feldzugsplav der Parnelliten zu bekämpfen, seien weitere Vollmachten erforderlich. Die Debatte wurde schließlich vertagt. Die Bill, betreffend die Abänderung der Gerichtsbarkeit in Irland, wurde in erster Lesung angenommen.

Deutschland.

Darmstadt, 29. Januar. Se. Königl. Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 22. Januar den Secretär bet der Centralstelle der Landesstatistik -Gustav Fertsch unter Belassung in seiner Stelle als Secretär, zugleich zum .Mitglied und Rath bet gedachter Centralstelle, zu ernennen.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 26. d. Mts. den Forstmeister der Forstes Friedberg Karl Herpel zu Friedberg auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner me! r als 50 Jahre »reu geleisteten ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. Februar d. Js. an, >u den Ruhestand zu versetzen, sowie den Oberförster der Oberförsterei Ernst- Hosen Karl Schntttspahn zum Forstmeister des Forstes Friedberg, mit Wir­rung vom gleichen Tage an, zu ernennen.

Darmstadt, 29. Januar. Das Großh. Regierungsblatt (Bellage Nr. 2) enthält:

1_, Bekanntmachung Großh. Staatsministeriums, die Bestellung der Wahl* ^ommiffäre für die Wahlen der Abgeordneten zum deutschen Reichstage betr.

Zur Leitung der am 21. Februar l. Js. stattfindenden Wahlen der Abge­ordneten zum deutschen Reichstage sind folgende Wahl-Commtssäre bestellt wor* om: für den 1. Wahlkreis der Großh. Provinzialdirector Dr. Boekmann in Wreßen, für den 2. der Großh. Kretsrcth Dr. Braden in Friedberg, für den 3. der Großh. Kreisrath Schönfeld in Lauterdach, für den 4. der Großh. Wrovinzialdrreclor v. Marquard in Darmstadt, für den 5. der Großh. Kreesrath Haas in Offenbach, für den 6. der Großh. Kreisrath Dr. Usinger in Bensheim, für een 7. her Großh. Kreisrath Freiherr v. Gagern in Worms, für den 8. »er Großh. KceiSrath Spamer in Birgen, für den 9. der Provinzialdirector I Schelmerath Küchler in Mainz.

2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Organisation der Unfallversicherung betreffend.

Mil Bezug aus die Bekanntmachung vom 10. Juli 1886 wird zur öffent- kchen Kenntniß gebracht, daß der Sitz des Schiedsgerichts für den Bezirk der Scction III der SteinbruchS'Berufsgenoffenfchast vom 1. Januar 1887 ab von

«en "NH Mainz verlegt wird, und daß zum Vorsitzenden desselben der I Großh. RegierungSrath v. Zangen zu Mainz und zu dessen Stellvertreter der Meßh. Amtmann Fey daselbst ernannt worden ist.

» unsere Kriegstuchtigkeit darunter leidet. In dieser Hinsicht ist die Laae also fast ebenso, wie bei den beiden letzten Pserdeausfuhrverboten seit dem letzten Kriege, die 1875 und 1877 erlassen worden sind. Das erstere das am 4. März 1875 veröffentlicht und erst am 3. Februar 1876 wieder aufgehoben wurde, hatte seinen Grund zunächst in dem Ankauf von naheiu 10,000 deutschen Pferden für sranzöstsche Rechnung, dann in der gewaltiaen Heeresverstärkung, die damals in Frankreich geplant und vurch dar Cadre«. gesetz vom 12. März (Vermehrung der Heeres um 144 Bataillone und der sranzüstschen Kriegrstärke um 144,000 Mann), sowie durch das Mobil, machungsgesetz vom 26. März 1875 durchgeführt wurde. Das weite Pferdeaurfuhrverbot wurde am 7. Juli 1877 erlassen und erst am 22 luli 1878 wieder aufgehoben. Damals wurden in unmittelbarer Räbe der deutschen Grenze große französische Kavalleriemaffen, zusammen 12 Reai. meuter in Kriegsstärke, mit den entsprechenden Batterien vereinigt, während gleichzeitig seit Beginn des Jahres in Deutschland für französische ReS. uung große Pferdekäufe (in der Provinz Posen allein 1500) auraefübrt worden waren. Auch damals handelte es sich, wie heute, lediglich um bett Schutz der deutschen Krtegrlüchtigkeit, und wie damals diese Maßreael tu keiner Friedensstörung gesührt hat, so wird man auch heute an der Hoff, nung festhallen können, daß es auch jetzt der zweifellosen Friedensliebe der deutschen Regierung gelingen wird, die Gewitterwolken im Westen ,u ter. streuen. Freilich, gegen die Thatsache, daß solche Gewitterwolken vorhan- den sind, kann man bei der starken chauvinistischen Strömung in Frankreich die sich in großen und kleinen Dingen zeigt, die Augen nicht verschließen Wie umfangreich der Bedarf der französischen Armeeverwaltung an Brettern ist und wie sehr den Bestellern an schneller Lieferung liegt, folgt daraus daß Elsaß Lothringen den B-dars nicht mehr befriedigen kann. So wirb uns nun aus Frankfurt a. M. geschrieben, daß dort ganz bedeutende Liese, rungen zur Absendung nach Doul vergeben worden sind, und ebenso wirb uns aus Gernsbach in Baden verbürgt, daß eine dortige Holzhandluna eine bedeutende, bis spätestens innerhalb dreier Wochen Milte Februar - auszuführende Brelterlieferung für die französische Militärverwaltuna übernommen bat. Die Dringlichkeit der Bestellung folgt auch daraus daß wegen der Güte der Maare keine Vorbehalte gemacht sind; es genügt' daß die Hölzer als Bretter verwandt werden können. Wir können in diesen schlechten Zeiten unfern deutschen Holzhandlungen den Verdienst, der bei d-r anscheinenden Dringlichkeit hoffentlich reichlich ausfallen wird, von Herzen gönnen, zumal wir noch immer an der Überzeugung festhalten, daß die Franzosen nicht sich von der lhörigten kriegerischen Strömung einer Min­derheit fortreißen lassen werden?

DieKöln. Ztg." bestätigt die Nachricht von denMünchener Neue­sten Nachrichten", daß schon alsbald nach Auflösung des Reichstages, wenn nicht schon kurz vor derselben ein brieflicher Meinungsaustausch zwischen dem Papst und einem hochgestellten Centrumsmitgliede staltgesunden hat, wonach der Papst persönlich aufs Entschiedenste die Haltung de« Centrums unter Windthorst gegenüber der Heeresvorlage mißbilligt." Von dieser Kundgebung hatte der Papst die Wirkung erwartet, daß sie den Widerstand Windthorst'« gegen die Vorlage zu brechen im Stande sei, und darum war eine weitere Veröffent­lichung nicht gewünscht worden. Möglich, daß diese Veröffentlichung nunmehr erfolgt. Jedenfalls mißbilligt der Papst die Haltung des Centrums gegenüber dem Scptennat durchaus.

Berlin, 29. Januar. Für den Anfang April sind sämmtliche bei der Nekrutengestellung im Herbst vongen Jahres wegen hoher Loosnummer nicht eingestellten Mllltarpsllchtigen einberufen worden. Es handelt sich dabei um nichts anders als die Durchführung der neuen Militärvorlage, deren Annahme bis zum 1. April die Re­gierung also bestimmt vorauszusetzen scheint. Die Einberufungen von Reservisten der Infanterie zur Ausbildung mit dem neuen Gewehr beginnt am 7. Februar Die Uebung dauert wie immer, nur zwölf Tage. Sämmtliche Zeitungen weisen nochmals darauf hin, daß diese Einziehung sich vollständig innerhalb des Rahmens der regel­mäßigen, im Etat vorgesehenen Uebungen hält.

Potsdam, 29. Januar. Die Prinzessin Wilhelm wurde heute Nacht 1 Uhr von einem Prinzen entbunden.

Breme«, 29. Januar. Die Rettungsstation Prerow telegraphirt: Am 29. Januar von dem deutschen DampferFranziska", Capitän Kruetzfcldt, gestrandet bei Darsser-Ort, 9 Personen gerettet durch das RettungsbootGraf Behr-Negendank" der Station Prerow. Sturm W.-S.-W.

4. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Worms, die Umlagen der Israeli* * Wen Religionegemeinde zu Heppenheim a. W. für 1886/87 betreffend.

5. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Heppenheim, die Vergütung der 5 Nnandschäden zu Ober-Abstemach betreffend.

(Fortsetzung folgt.)

Berlin, 28. Januar. Ueber die Bedeutung des Pserdeausfuhrverbots - Mud der französischen Bretterankäuse in Deutschland berichtet dieKöln. Zta." Mklärend Folgendes:

Das Pferdeaussuhrverbot hat vorderhand nur den Charakter einer Schutzmaßregel. Es will nur sorgen, daß die massenhaften Pserdeankäuse, welche in letzter Zeit, und ganz besonders in Schleswig-Holstein, Hamburg und in den beiden altpreußischen Provinzen hauptsächlich für Reitpferd: abgeschlossen sind, nicht unfern heimischen Pferdebestand derart angreifen,