unb Schmierer überhaupt nicht beunruhigt, verdanke ieme Entstehung nur dem Eigennutz einiger Grotzproducenten und nütze ausschließlich Frankreich, dem der deutsche Wem- handel, wenn ihm das Verschneiden nicht mehr gestattet wurde, keine Concurrenz mehr bieten f,°™e-@atoriug (Muhrbach bei Neustadt), der aus den jüngsten von dem „Wein- bauverein" in Neustadt gefaßten Beschluß zu reden kommt und diesen Beschluß einer eigenartigen Zusammensetzung des genannten Vereins zuschreibt, ist rm Großen und Ganzen mit der Petition einverstanden, doch wünscht er, unter der Verwahrung, daß der Weinbauoerein dem Weinhändlerverband feindlich gegenuberstehe, darauf hingewirkt zu sehen, daß die durch einige Preßstimmen hervorgerufene Kluft zwischen den in der Pfalz durch den Weinbauoerein vertretenen Producenten und dem Weinhandlerverband vermieden werde. Zur besseren Wirkung der Petition will Herr Satorms solche auch an ^"^^^^gbgbo^neter GrohS (Hambach) erblickt in der Petition zu viel allgemeine Redensarten und beantragt, daß man den gesetzgebenden Faktoren, die den Ansichten und Wünschen des Verbandes nicht feindlich gegenuberstanden, mit greifbaren ^o^^Aehnlich äußerlichRächstagsabgeordneter M eenz er (Neckargemünd), der Enquete in der Sache für nothwendig hält. „ ~ ....
Schließlich wird der Antrag des Herrn Satorius auf Abänderung der Petition an das Reichsamt des Innern abgelehnt, dagegen aber der Antrag, eine gleichlautende Petition an den Reichstag zu richten, angenommen. . .
* Der nächste Punkt der Tagesordnung, Berathung des Antrags auf Wiedereinführung des Zollrabatts, wird ausgesetzt und sodann zur Wahl des großen Vorstandes geschritten. Als solcher werden gewählt: Rutter (Rostock), Beckrath (Rudes- heim). Ehlers (Kaiserslautern), Coblentz (Bingen), Roth (Mtzingen), Huergen (Traben), Grohs (Hambach), Frederich (Lüneburg), Frisch (Glogau), Janeke (Danzig), Fr. T. Jrenzburg (Ahrweiler), Bühne (Leipzig), Laiblin (Stuttgart), Engelsmann (Kreuznach), Meenzer (Neckargemünd), Müller (Eltville) Poths-Wegner (W^baden), Richter (Mühlheim), Rittweger (Braunschweig), Sohnlem (Schierstein), Dr. Moll (Wiesbaden), Cornel (Stade). . .. . ». .
Als nächstjähriger Versammlungsort wurde Berlin bestimmt
Dem bis gegen Uhr währenden geschäftlichen Theile der Generalversammlung schloß sich um 5 Uhr ein gemeinschaftliches Mahl an, bei welchem die schon durch em solennes Gabelfrühstück in angeregteste Stimmung gebrachten Verbandstheilnehmer bis zum späten Abend verweilten.
Universität- - Chronik.
— Am 25. d. Mts. beging die Grazer Hochschule die Feier ihres 300jährigen Bestehens schlicht und geräuschlos.
Vermischte-.
Reiskirchen, 27. November. Heute ist die von ihrem 27jährigen Adoptivsöhne welcher sich dem Trünke ergeben und öfter gerichtlich bestraft wurde, durch Fußtritte und Schläge in brutalster Weise mißhandelte alte Frau unter furchtbaren Schmerzen ihren Verwundungen erlegen. Nachdem heute Morgen die gerichtlich^ Section vorgenommen, findet Nachmittags die Bestattung der Leiche statt. Hoffentlich erhält der unmenschliche Tbäter die schärfste im Gesetzbuch enthaltene Strafe.
Büdingen, 23. Nov. Heute ist wieder eine Parthie Auswanderer, 3 Familren mit 15 Köpfen aus dem Vogelsberge hier zur Bahn gekommen, um nach Antwerpen und von dort mit einem König!. Postdampfer der Red Star Linie nach Amerika zu reisen. Den Leuten ist aus Amerika die Red Star Linie in Antwerpen, was Schnelligkeit und Sicherheit der Dampfer, gute Kost, Behandlung 2c. anbelangt, besonders empfohlen worden. r m
0. K. Frankfurt a. M., 28. November. Ein bestialisches Verbrechen, dessen grauenhafte Details sich nur andeutungsweise wiedergeben lassen, setzte die Bewohner unserer Nachbarstadt Bockenheim vor einigen Tagen in nicht geringe Aufregung. Die Thatsachen sind kurz folgende: Am 24. d. M., Abends, begab sich eine bei ihrem Schwiegersohn an der Rödelheimerlandstraße in Bockenheim wohnenoe L 1jährige aber noch rüstige Greisin nach Frankfurt, um einen kleinen Geldbetrag einzukassiren. Als sie sich auf den Rückweg machte, war es bereits dunkel geworden und das Mütterchen beging die große Unvorsichtigkeit, anstatt den Weg durch die Stadt der Trambahnlinie entlang zu nehmen, den allerdings kürzeren dem Damm der Mam- Weser-Bahn entlang führenden einzuschlagen. In der Nähe des ersten Bahnwärterhäuschens gesellte sich ein Kerl zu ihr und ließ sich in ein Gespräch mit der Greisin ein, welche, froh, auf dem langen, einsamen Weg einen Begleiter gefunden zu haben, bereitwillig auf eine Unterhaltung einging. So näherten sich die Beiden dem Bieg- rv ald, einem knapp hinter Bockenheim gelegenen, im Sommer als beliebter Ausflugsort von unserer Einwohnerschaft lebhaft frequentirten, jetzt aber einsamen Wäldchen, in dem sich nur die Wohnung eines Försters befindet. Jetzt schien dem Begleiter der Matrone der richtige Zeitpunkt zur Ausführung seines todeswürdigen Verbrechens gekommen. Er packte die Greisin, schleppte die Aermste vom Wege ab in em Gebüsch, vergewaltigte sie und nachdem er sie noch ihrer geringen Baarschaft beraubt und sie durch Schläge mit einem Stiefel, den er in der Hand getragen, betäubt hatte, ließ er sie in einer Steinkaute für todt liegen. Anderthalb Tage lang lag dort die Greisin in tiefer Ohnmacht und erst ein zufällig Vorüberkommender fand sie in ihrem beklagenswerthen Zustande auf. — Hoffen wir, daß es unserer rührigen Polizei recht bald gelingen möge, jene Bestie in Menschengestalt, die vor dem ehrfurchtgebietenden Alter ihres Opfers nicht davor zurückschreckte, em Verbrechen zu begehen, welches mit Fug und Recht die Gesetze mit dem Tode durch Nachrichters Hand ahnden, dingfest zu machen. Es ist bereits eine Verhaftung vorgenommen worden, doch der Jnhaftirte wurde alsbald wieder auf freien Fuß gesetzt, weil sich seine Schuldlosigkeit überzeugend herausstellte.
Literarisches.
— Zum Jahreswechsel machen wir unsere Leser auf den im Verlage von Ernst Keil's Nachfolger in Leipzig erschienenen »Gartenlaube-Kalender für das Jahr 1887* aufmerksam. Die große Beliebtheit, deren sich die „Gartenlaube" erfreut, ist auch auf den „Gartenlaube-Kalender" übergegangen, so daß er in kurzer Zeit der „Lieblings-Kalender des deutschen Volkes" geworden ist. Schon im vorigen Jahre, als der „Gartenlaube-Kalender" zum ersten Male erschien, wurden wir von der freudigen Wahrnehmung überrascht, daß sich die deutsche Kalender-Literatur durch ein in echt volksthümlichem Geiste gehaltenes Buch bereichert hat. Kein Wunder also, daß schon der erste Jahrgang sich viele Freunde erwarb und das Unternehmen in überraschend kurzer Zeit festen Boden gewann. Dieser Erfolg ermöglicht es der Verlagshandlung, den Preis für den Jahrgang 1887 in elegantem Letnwandband mit Schwarz- und Golddruck auf nur 1 X festzusetzen, obwohl der neue Kalender seinen Vorgänger in
der geschmackvollen Ausstattung und in der Reichhaltigkeit des Inhalts beinahe zu übertreffen scheint. — Alle die lieben und bekannten Mitarbeiter der „Gartenlaube — Heimburg, Peschkau, Justinus, Schanz, Hesekiel, Schmidt-Weißenfels, Gottschall, Ruß, Fürst — sie alle haben sich eingestellt, um den „Gartenlaube Kalender" mit den Blüthen ihrer Dichtkunst und ihres Geistes zu schmücken. Gemüthvolle Erzählungen wechseln mit prikelndeu Humoresken ab, „Blätter und Blüthen" geben Heiteres unb Ernstes, allgemein verständliche wissenschaftliche Artikel belehren in unterhaltender Form und eine Menge haus-, land- und forstwirthschaftlicher Rathschläge steckt in den zahlreichen kurzen interessanten Notizen, welche das Kalendarium durchziehen, und in der reich illustrirten Polytechnischen Umschau. Die großen Tobten des letzten Jahres, Ranke, Scheffel, der unglückliche König Ludwig II. von Bayern, werden m besonderen mit Portraits geschmückten Nachrufen geehrt, eine nach dem Alphabet geordnete tagesgeschichtliche Rückschau gibt einen bequemen Ueberblick über die Zeitgeschichte des verflossenen Jahres — kurz, der „Gartenlaube-Kalender" erfüllt alle Ansprüche, die man an ein echtes unb rechtes Jahrbuch für Familie und Haus stellen kann. Der /^rtei^ laube-Kalender" kann als ein kleines Prachtwerk bezeichnet werden und empfiehlt sich namentlich auch als ein billiges, aber schönes Weihnachts-Geschenk.
— Bei unserer fröhlichen Jugend Lust und Liebe und Verständniß für die edle Tonkunst zu erwecken und zu pflegen, das ist die Aufgabe, die sich die „Musikalische Jugendpost" (Verlag von P. I. Songer, Köln) gestellt hat und die zu losen sie auf dem richtigsten Wege ist. Die neueste stummer (21) ist wiederum ein Beleg hierfür. Einem der tüchtigsten musikpädagogischen Schriftsteller verdanken wir da zunächst einen prächtigen, dem Verständniß der Jugend angepaßten Artikel über die Militar- musik, welcher durch die in der Gratisbeilage enthaltenen „Marsch der französischen Garden (17. Jahrhundert). „Mollwitzer Marsch" (18. Jahrhundert) für Klavier bearbeitet, historisch illustrirt wird. Dieselbe Musikbeilage enthält noch em hübsches leicht ausführbares „Andalusisches Ständchen" für Violine und Klavier. Aus dem ferneren Inhalte der Nummer weisen wir ferner auf folgende interessante Artikel:. „Guido von Arezzo", der Erfinder des Notensystems, von K. Löwe. — „Franz Liszt und der Besen des Boulevards", ein heiteres Stückchen aus des Meisters Jugendjahren von C. Haaß. — „Die Drehorgel", eine Geschichte zum Nachdenken für unsere Kleinen von M. Hüffer, mit zwei Illustrationen. — „Ein musikalischer Wettstreit", aus Joh. Seb. Bach's Leben, von Hermine Louran. — Räthsel. — Literatur. — Briefkasten. — Wir hoffen, daß die „Musikalische Jugendpost" recht viele Weihnachtstische zur Hellen Freude unserer lieben Jugend zieren wirb
Gchiffsnachrichteu.
Bremen, 27. November. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Aller, Capt. F. Hamelmann) vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. November von Bremen unb am 18. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Adenbs wohlbehalten in Newyork angekommen-t
Handel und Verkehr.
Grün berg, 27. November. (Fruchtpresse.) Weizen X 16.70, Korn X 13.70, Gerste X 13.00, Hafer X 11.00, Erbsen X 13.50, Linsen X 22.00, Lein X 24.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 13.00.
Frankfurt, 27. November. Aus dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter X 4.00—5.00, das Gescheid 8-10 Eier das Hundert X 5-00—7.00, das Stück 7—10 H, Butter im Großen X 95.00—100.00, im Detail das Pfund X 1.20 bis 1.40, Weißkraut per Stück 8-15 H, Nothkraut per Stück 15—20 H, Kohlrabi per Stück 3-4 H, Ochsenfleisch per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45-60 F, Kalbfleisch 40-65 H, Schweinefleisch 65-75 H, Hammelfleisch 50-70 H, 1 Habn X 0.70—1.80, 1 Huhn X 1.00—2.50, 1 Ente X 2.00—3.00, 1 Gans X 4-00—8.00 1 Taube 40—70 H, Welsche X 5.00—12.00.
IN den besten Gesellschafts-Kreisen wird heute Widtfeldt's beliebter Magenbehagen den renommirteften Ligueuren entschieden vorgezogen. Niederlage u. A. bei Emil Fischbach. 8556
Vogelsberger Höhen - Kräuter - Magenbitter von Jos. Halberstadt in Dauernheim behagt dem Magen und erwärmt den menschlichen Organismus wohl- thuender als süße Liqueure, Rum, Cognac u. s. w. [8569
Repertoir der vereinigten Stadttheater zn Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 30. November: Linda von Chamounix. Wiener Walzer. Große Preise.
Mittwoch den 1. December: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Zum ersten Male: Prinzessin Jrmia. Märchen in 5 Akten von E. Böcker. Musik von G. v. Rößler. Außer Abonnement.
Donnerstag den 2. December: Walküre. Große Preise.
Freitag den 3. December geschlossen.
Samstag den 4. December: Undine. Mittelpreise.
Sonntag den 5. December, Nachmittags 3V2 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Zum ersten Male wiederholt: Prinzessin Jrmia. Außer Abonnement. Abends 7 Uhr: Die Hugenotten. Große Preise.
Schauspielhaus.
Dienstag den 30. November: Zum ersten Male wiederholt: Hanni weint- Hansi lacht. Vorher: Das Recht der Frau. Große Preise.
Mittwoch den 1. December: Das Nachtlager in Granada. Vorher: Er experimentirt. Große Preise.
Donnerstag den 2. December geschlossen.
Freitag den 3. December: Alfred. Große Preise.
Samstag den 4. December: Neu einstudirt: Der Richter von Zalamea. Große Preise.
Sonntag den 5. December: Drei Paar Schuhe. Anfang 7 Uhr. Große Preise.
Montag den 6. December: Der schwarze Schleier. Große Preise.
Kirchliche Anzeigen der cvsngel. Gemeinde.
Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibel stunde in der Kleinkinderschule, Markus Kap. 2, von Vers 23 an, Pfarrer Dr. Naumann.
Donnerstag den 2. Dezember, Abends 8 Ubr, in der Kirche, 1. Advents- Abend gottesdienst; der Advent des Herrn in der Fülle der Zeit, Pfarrer Dr. Naumann-
Allgemeiner Anzeiger.
Beste Gelegenheit zur Anschaffung billiger und praktischer
des Herrn M. Weiner.
8573] Schlachterei für Privatleute | 8571 Es wird ein HauSknecht ge-
ird angenommen Grünbergerstraße 29. 1 sucht bei F. W. Hartmann, Neustadt.
rvird
„ eihnachtsgefchenke
bietet mein Ausverkauf wegen Umzug nach der Marktstraße in das Haus
8583
W. KANN,
Lindenplatz.
Eine Parthie
rein wollener Unterröcke
(von Mark 1.50 an),
und große Shawl's
zu enorm billigem Preise bei
Carl Stieber,
8572 Marktstraße 18.


