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1886

Dienstag den 30. November

Nr. 279

nzerger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtnyrtole Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark bO Pf.

Erscheint täglich mit Ausnahme de» Montag».

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ulbof, Gießen.

Belgien.

«eiiffeL 27. November. Nach derStoffe beige" waren die aus @rprt6ume au« Dfienbe geraubten 22 Pastb-ut°k mit Werthsendungen Deutschland, Rußland, Oesterreich und den Orient bestimmt.

Rußland.

9öeter8buttt, 27. November. Der neue französische Botschafter boulaye überreichte gestern dem Kaiser seine Accrebikivr.

Türkei.

Rumänien.

Bukarest, 27. November. Di- bei Eröffnung der Kamm-r verlesene Thronrede b-rcichnel die «Ziehungen zu ollen flstöchten als ausgezeichnete ; die Po11tif*cn.e*ietg_ firfj nn bat Grenzen abgespielt haben, bildeten wohl einen Moment ttnen Gegenstand der Besorgnlß, berührten gleichwohl das Land nicht. Di- ununterbrochene Sorge, womit Rumänien den friedlichen Fortschritt verfolgt, sowie d-ss-n ruhige m>d würdige Haltung wiesen dem Staate einen noch boberen Platz ols früher an. Die im Laufe des Jahres erloschenen Handelsverträge hofft der König buTtti btc Nerbandlunaen tu gutem Resultate zu führen. Die Regierung legt bemnachft behufs befriedigender Regelung der Handelsbeziehungen neue Conventionen vor. Die Thron­rede läblt die Arbeiten und Verbesserungen im Laufe des Ftnanziahres auf, kündigt Gesetzentwürfe in Betreff einer Reform des Handelsgesetzbuchs und Errichtung eines an und betont die Opfer für die Armee welche in schwierigen Tagen ein Wall für die Ehre und Sicherheit des Königreichs sein wird. m-kfcteten

Der Kammereroffnung wohnten auf einer neben dem Throne errichteten Tribüne bei Fürst Leopold und Prinz Ferdinand von Hohenzollern. Senat und Kammer begaben sich in corpore in den Konigspalast, um dem König für den Eintritt des Prinzen von Hohenzollern in die rumänische Armee zu danken.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenr - Bureau.

Paris. 28. November. Die Zeitungen äußern sich beifälligi über die von dem Ministerpl äsidenten Freycinet in der Kammer dargelegte Politik der Regierung bezüglich der °u^artigen ^S^vember. DerJndepLndance belge" zufolge hat die gestern Marged^Veroier beraubt getroffene Briefpost namentlich MPackete mit.Diamanten, m-sche in Newvork aufgegeben worden waren, enthalten. Man schätzt den Schaden, welcher^dem für bk g-stobl-n-n W-rthsach-n verantwortlichen belgischen Staate aus

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feSXÄ ÄT.ÄÄ fÄÄtfi S ~»» Behörden getroffenen Maßnahmen in Kraft.

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Konstantinopel, 27. Novbr. Heute Vormittag wurden in Smyrna, Tscherme und Chior heftige Erdstöße wahrgenommen.

Deutschland.

Darmstadt, 27. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller9amß239 November der am 11. d. Mls. durch die Stadtverordneten zu Gießen ersolqten Wahl der Kreis' und Provinzial.Ingenieur« Feodor Gnauty ,u Gießen zum Bürgermeifterei.Beigeordneten der genannten Provinztal-Haupt-

w- k.

pfingen heute den Obersten Michaeli«, Commanbeur de« 3. Großh. Jn,anterie. Regiment- (Leib. Regiment«) Nr. 117, die Premier. Lteu enanl« Rteck» unb Chalon«, den Seconbtieutenant am Ende von demselben Regiment, den Obersten Johanne«, Commanbeur de« 4. Großh. Infanterie. Regiment« (Prinz Karl Nr. 118, den Hauptmann Sampel, den Premierlieutenant Gutbrer, bie Seconb lieutenant« Ritter °. Breithaupt unb Kattrein von demselben R-S'meni, n Premieriieulenant Hoffmann vom Jnfankene-R-gimenk Nr. 69 den G-heimen Oberrechnungrrath Lorbacher, den Hüttenbesitzer Buderus °u» Lollar.den Hof baurath Melior aus Bübingen, den Schulrath Büchner aus Gießen, den Stet« vekerinärarzk Schmidt von R-ichelrheim i. O-, die Bankbirectoren $arcue unb Hebderich; zum Vortrag ben Ministerial.Prästbenten Weber, den Geheim-rath Dr. der Großherzog begeben Sich morgen Vormittag

11 Uhr 30 Mm. ju einem Besuch Sr. Durch!, de« Fllrstenvon Schwär,burg'^ Rudolstadt nach Frontenhausen am kyffhäufer. Da Se. Kömgl Hoheit vor aursichtlich erst am Donnerstag hierher zurückkehren werden, so findet am Mitt tD°dj, ^^^^28^Nommder. Der Kaiser empfing gestern Nachmittag den Besuch be« Kronprinzen unb der Kronprinzessin unb wohnte Abenbr der Vor^ ßettuna im Schauspielhause bei. Heute Vormittag empfing er den Oberhosmar schall Grasen Perponcher, ben Regierungs-Vicepräfidenten e*le4®9 buch, ben Generaliieutenant v. Dittsurth, den Feldmarschall Grasen Moltke, sowie den Oderst Thaysen vom Generalstabe, unb nahm darauf ben ®orttag be« Wirklichen Geheimen Regierungrrathe» v. Wilmowiki entgegen. Der Kron- tim heaiebt sich heute Abend nach Wernigerode zur Jagb.

V Berlin, 27. November. Der Kaiser nahm Vormittags den Vortrag entaeaen unb machte Nachmittags eine Spaziersahrt.

AlbebA s «itgegm uno^m G Kaiser hat nach Maßgabe des Ge>

s-des vom 17 Mür, 1878 mit bet Stellvertretung des Reichskanzlers m den Nnanzanqelegenhkiten be« Reichs, insoweit sie sich in beffen ausschließlicher Verwaltung befinden, den Staatrsecretör des Reichsschatzamts, Jacobi, beauftragt.

Oesterreich.

Destk, 27 November. In der ungarischen Delegation interpellitte Ra!( dm Minister des Auswüriigen, ob c« wahr sei, daß er fajon ror uw 2t August wußte, daß Rußland den Prinzen von Battenberg vom bulgarischen Thron zu entfernen beabsichtige, und daß diesbezüglich eine Vereinbarung tn Kissinaen getroffen wurde. Der Sections-Chef Szögyeny antwortet unter Hin- weis auf die feiner Zeit gegebene Erklärung Tisza'«, daß Kalnoky von der Vertreibung be« Fürsten von Bulgarien keine Kenntniß hatte und daß bierbe- Mlich kein Uebereinkommen erfolgt fei. Szögyeny kann demnach kurz und ent- schieden antworten, daß die diesbezüglichen Enthüllungen unwahr feten. Die Ank- wort wird einstimmig zur Kenntniß genommen.

Frankreich.

WariS. 27. November. Die Comrnilsion der Deputirtenkammrr für hl, Sttne beschloß die Alkohol-Zölle von 30 auf 40 Franc» zu erhöhen.

Pa-iS, 28. November. Eine Versammlung der rabikal-progrefschrfchen Comitös des Seine-Departement«, welche heute Nachmittag unter dem Vorsitze Sn« in dkm Tivoli Saale stattfinden sollte, wurde durch Anarchrsten ve . ritclt, welche auf die Estrade zu dringen suchten. Es entstandern ^0^8^ sammenstoß, bei welchem mehrere Personen verwundet wurden. 12 Personen wurden verhaftet, die Polizei ließ den Saal räumen.

England.

Dublin, 27. November. Der oberste Gerichtshof lud den Deputrrten Dillon auf nächsten Dienstag vor unter der Anfchuldrgung, in zwei ®famm< lunaen vor den Pächtern Reden gehalten zu haben zum Zwecke der Emfchüch- terung und Aufreizung zum Widerstände gegen die Gesetze.

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Metzen, 29. Nov. sTheaier.sDie schöne Ungariu»sch-int sich der aam besonderen Gunst unseres Publikums zu erfreuen, denn bei der gestrigen Sonntags- Auffuhrung mar das Theater geradezu übervoll und viele!Besucher konnteni ul^rhauvt keinen Eintritt mehr erlangen. Es ist dieses ein -rkreulicher Beweis für ben Ibeatcr- finn unseres Publikums. Igeute Abend findet eine Ausführung von Schonthan s drolligem LustspielDi- goldene Spinne" statt. Das Stuck ist reich an komischen Pointen und wird auf allen hervorragenden Bühnen mit andauerndem Erfolg gegeben.

Gießen, 29. November. Die diamantene Hochzeit feierten am 24. November fserr Benjamin Stern und Frau, geb. Rothschild, m Bellersheim Ihre Ehe war mit 12 Kindern gesegnet, von welchen 8 und ca. 50 Enkel und Urenkel noch am Leben sind. Das Fest wurde von dem noch rüstigen Jubelpaare im Kreffe der Familie und vieler Bekannten recht fröhlich begangen.

Erste ordentliche CcnerabUerfammlung des Verbandes deutscher Wcinhändler.

Wiesbaden, 28. November.

In dem Gartensaale des Hotel zumAdler" fand heute die erste ordentliche Generalversammlung des Verbandes der deutschen ^^"h^^br ^tatt. Vertreten waren etwa 60 Firmen, größtentheils von Wiesbaden, Norddeutschland und der Pfalz; Mainz unb 5Xu eÄTbe" &?'uoTÄatb leitete der zweite Vorsitz-nd- d-s vrovii'orischen Eomitös Herr Otto Frederick von Luneburg die Versammltmg. P Bezüglich des ersten Punktes der Tagesordnung, Bericht des Vorsitzenden über die Thätigkeit des Verbandes während des Provisormms, ist zu bemerken, daß der Versuch den Weinhändlerverband von Berlin dem deutschen Verband emzuschlteßen, mit Rücksicht auf den Widerstand des Berliner Verbands, mcht durchgefuhrt worden. Die Berliner Genossenschaft bat indeß durch ein Schreiben dem allgememen deutschen Weinhändlerverband seine volle Sympathie zu erkennen gegeben und erstrebt zu geeigneter 2eit eine Vereinigung aller Fachinteressenten an. . .c,

5 Sei d-m zweiten Punkt der Tagesordnung, N-chnungsablag- des S»atzrn-ist-rs wird eine Kasseneinnahme von Mitglied-rb-itrag-n nn Betrage von 6480 und em

Ausgabeposten von 4160 confiatirt, so daß sich ein^Kassenbestand üon 2320 jl ergibt. Als Kassenrevisoren werden die Herren Stuhm (Rudesheim) und Satorius (Mosb^) gewählt. der Tagesordnung betraf die Berathung beziehungs-

weise dst^G-n-hmigung "einer von dem /orstand in Betreff d-r gesetzlichen Regelung der Weinfrage" an das Reichsamt des Innern zu richtenden Petition.

der '^r?8e<Barutt V-rbandsmitgli-d-rn zugestellte P-irtion bezeichnet als be­deutendste Lück- in d-m Nahrungsmirt-lg-s-tz, daß sich der Mangel einer gesetzlichen B-griffsb-gr-nzung des WortesWein" h-rausg-st-llt, ba butd) brefe

tualeid) die Merkmale des Thatbestandes des mit Strafe bedrohten WeinfalschenS und Nachmachens gegeben werden. Grade in dem Punkte, welcher für den Großhandel von ausschlaggebender Bedeutung fei, habe man einer Auffasfung Raum gegeben, die a[§ dringend wünscheuswerth erscheinen lasse, endgültig den Begriff des Wemes durch Gesek in einer W^e zu regeln, welche den berechtigten Forderungen des Handels und somit auch denen der Production und des verbrauchenden hn??n*

Den Hauptfehler in dem sogenannten Nahrungsmittelgesetz erblickt die Petition darin,

ÄLun^L^ in

SBeWWal wirken, baß d-m G-setz -in- Form g-geb-n w-rd- durch' fcId>i othS-2SeanTr n^Aaffen was in der Weinproduction erlaubt oder nicht. Herr rpolys-^vegner

auf ÄÄÄWu Das unh-llvoll- G-s-tz, durch w-lch°s d-r Falscher

besortzf mit unb ohne : Garantie hi büiißfter _________________421 bett «öthitzm Bor­chener sunger Mann ;gtm Antritt in ein zrschäft in die Lehre

te Offerten sind bei der ureichen. Ur iternde rsachen des SW» reffen naturgemäße die Krankheiten der >e Heilung von SprE Singen a. Rh.

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