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Verzeichnis; der zur Wahl von 8 Mitgliedern des Kreistags berufenen 50 Höchstbestenerten -es Kreises,

traueret Gießen. 14. Heichelheim, Moritz Wittwe, Gießen. 30. Möser, Heinrich I., Gießen. Schwan, Karl Heinrich, Gi

ftrani Wittwe Gießen. 15. Heichelheim, Sigismund, Gießen. 31. Müller, Karl, Leihgestern. 42. Solms-Braunfels, Fürst z

15. Heichelheim, Sigismund, Gießen-

16. Hessen-Rhein. Bergbauverein, Gießen.

Schwan, Karl Heinrich, Gießen.

Solms-Braunfels, Fürst zu, Braun­fels.

Solms-Hohen-Solms-Lich, Fürst zu, Lich.

Solms-Laubach, Graf Friedrich zu, Lau­bach.

Textor, Friedrich, Gießen.

Walderdorf, Graf, Wiesbaden.

Wasserfchleben, Erich, Gießen.

Will, Dr. Heinrich, Professor, Gießen»

17. Heß, August, Gießen

18. Heyligenstädt, L. und Comp., Gießen.

19. Holzapfel, Hermann, Geh. Baurath, Gießen.

20. Homberger, Gebr. und Söhne, Gießen.

21. Jhring, Joh. Heinr., Bierbrauer, Lich.

22. Kaltenbach, Dr. Rudolf, Prof., Gießen.

23. Kempf, Ludwig Otto, Gießen-

24. Klingspor, Karl, Fabrikant, Gießen.

25. Koch, Konrad VI., Gießen.

26. Krausgrill, Johann Georg, Gießen.

27. Kretschmar, Dr. Gust., Prof-, Gießen-

28. Main-Weser-Bahn, Gießen.

29. Mettenheimer, Dr. Georg Ludwig Adolf, Gießen.

ArankreiH.

Paris, 27. Octbr. Nach einer Mittheilung der Paris-Lyoner Eisen- lahn-Gesellschaft sind durch Überschwemmungen in den Departements Ain und Vaucluse einige Localbahn-Stcecken unterbrochen. Von großen Linien sind keine unterbrochen, nicht einmal bedpoht. Nach Berichten aus Avignon verursachte das Hochwasser der Rhone und der Durance Ueberschwemmungen, die in der Umgebung Avignons großen Schaden anrichteten. Die Eisenbahnen sind an verseht' denen Punkten durchbrochen, Deiche vielfach stark beschädigt.

1. Actieubrauerei Gießen.

2. Block, Franz Wittwe, Gießen. , 3. Briel. Wilh-, Rechtsanwalt, Gieren.

4. Buderus'sche Eisenwerke, Lollar und

Politische Uebersicht.

Gießen, 28. October.

Der Empfang des neuen französischen Botschafters in Berlin, Herrn Herbette's, durch den Kaiser am vergangenen Samstag gestaltete sich weniger durch seine Aeußerltchketten, als durch die zwischen dem erlauchten Oberhaupte des Reiches und dem neuen Vertreter der französischen Republik ge­wechselten Reden zu einem bedeutsamen Momente. Herr Herbette wies in seiner Ansprache aus die zahlreichen, Deutschland und Frankreich gemeinsamen In* leresien hin und verlieh der Hoffnung Ausdruck, daß beide Länder in diesen Jntereffen mehr und mehr den Boden zu einer Verständigung finden würden. Der Botschafter betonte seinen guten Willen, zur Erreichung dieses ihm vorge- zeichneten Zieles mit beizutragen und versicherte, daß die französische Nation wie die Politik der französischen Negierung von den Ideen des Friedens, der Arbeit und Stabilität beherrscht würden. Der Kaiser hob in seiner Erwide­rung hervor, daß er sich mit dem Botschafter in dem Gedanken einer Verstän- wgung zwischen beiden Nationen aus Grund ihrer gemeinsamen Jntereffen be gegne und sprach im Weiteren die Erwartung aus, daß cs der großen Geschäfts- Ersahrung des neuen Botschafters beschieden sein werde, an der Aufrechterhaltung der beiderseitigen guten Beziehungen mit zu arbeiten. Schließlich gab der Monarch seine lebhafte Befriedigung über die Wahl des Herrn Herbette zu erkennen und versicherte denselben seiner steten vollen Mitwirkung zur Erreichung des angedeuteten versöhnlichen und friedlichen Zieles. Die Aeußerungen unseres Kaisers und des neuen Botschafters der französisch.n Republik sind als ein neuer Beweis auszufaffen, wie man sowohl in den leitenden Berliner als auch Pariser Kreisen aufrichtig bestrebt ist, den Weg zu einer gegenseitigen Vcr- stönoigung zu finden. Aber die letztere wird so lange unmöglich sein, so lange jenseits der Vogesen die öffentliche Meinung durch das wüste Revanchegeschrei der Patrioten'Liga beherrscht wird und es ist augenscheinlich, daß die französische Regierung dem Treiben der Revanche-Narren nicht so steuern kann, als sie woll möchte. Das Pariser Cabinet wird daher wohl oder übel genöthigt sein, di >er Stimmung in seinen officiellm Beziehungen zu Deutschland auch, fernerhin Rechnung zu tragen und um so mehr dürfte man in den frantzösiM-r Aegie- rungskreifen die wohlwollenden Worte zu schätzen wissen, mit denen Kaiser"Wil- helm die Ansprache des Herrn Herbette's beantwortete; sie laffen erkennen, daß man in Berlin Alles thun wird, dem neuen Vertreter Frankreichs die schwierige Stellung, zu der er berufen, thunlichst zu erleichtern. Jedenfalls darf Herbette mit der Aufnahme, die er beim Kaiser gesunden, sehr zusne'den sein. Ob er sich demnächst nach Varzin begeben wird, um den teilenden Staatsmann zu be­grüßen, wie eine Berliner Meldung wissen wollte, steht noch sehr dahin, da es bekannt ist, daß der Kanzler amtlichen Urlaub hat und sich einer gesetzlich gere­gelten Stellvertretung erfreut, daher diplomatische Besuche wie alle anderen g'schästlicher Natur nur auf Einladung des Kanzlers selbst ihm gemacht werden önnen-

Die Wiederbesetzung des durch den Rücktritt Burchard's erledigten Posten des Reichs - Schatzsecretärs durch den Unter-Staatsfecretär Herfnrth gilt als unmittelbar bevorstehend und sieht man der Veröffent­lichung der Ernennung durch denReichs-Anzeiger" im Laufe dieser Tage entgegen.

Der Sieg des deutschen Candidaten bei der im Reichstags- Wahlkreise Graudenz-Straßburg stattgefundenen Ersatzwahl, Hobrecht, über den Polen v. Rybinski ist deutscherseits mit berechtigter Genugthuung begrüßt worden, denn dem einmütigen Zusammengehen der deutschen Parteien ist es zu verdanken, daß der Wahlkreis jetzt den Polen, die ihn seit 1881 in Besitz ge- gehabt, wieder entrißen wurde. Die Zahl der abgegebenen deutschen Stimmen weist im Vergleiche zu der Wahl im Jahre 1884 eine Zunahme um etwa 1500 auf, die der polnischen um etwa 500. Noch nicht ganz aufgeklärt erscheint die Stellungnahme der deutschen Katholiken, doch kann man aus verschiedenen Um­ständen schließen, daß ein Theil derselben, wenn nicht für den deutschen Candi­daten gestimmt, so sich doch wenigstens der Wahl enthalten und hiermit indirect zum Siege desselben beigetragen hat. DieGermania" hatte es bekanntlich den deutschen Katholiken des Wahlkreises Straßburg - Graudenz zur Pflicht ge­macht, für den polnischen Candidaten einzutreten; der Ausgang der Wahl beweist, daß zum Mindesten ein Theil der deutschen katholischen Wählerschaft der Parole des Berliner CentrumS'Organes keine Folge geleistet hat.

Die Verschiebung der Eröffnung der großen bulgarischen Nationalversammlung vom Mittwoch auf kommenden Sonntag ist ein erstes positives Zugeständniß des Cabinets von Sofia an Rußland. Ob sich hieraus die Auflösung der Sobranje entwickeln wird, bleibt abzuwarten; vorerst beutet das Eintreffen verschiedener Mitglieder der bulgarischen Regierung in Tirnowa daraus hin, daß die Sobranje doch noch zusammentreten wird, wenn­gleich deren Zusammentritt nach Lage der ganzen Sache vollkommen zwecklos erscheint. Sonst dauert aber die gereizte Stimmung zwischen Rußland und Bulgarien noch an; als ein neuerliches Symptom derselben ist die beschlossene Entsendung zweier russischer Kriegsschiffe nach Varna zum Schutze der dortigen russischen Untertanen zu betrachten, die auf die Bitte des dortigen russischen Consuls hin erfolgt. Sollte hierin gar der erste Schritt zu der Occupation Bulgariens Seitens Rußlands zu erblicken sein? Die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen zwischen Bulgarien und Serbien ist nunmehr zur Thaljache geworden, indem der zum Vertreter Bulgariens bei der serbischen Re­gierung designirte Dr. Stransky am Montag in Risch eingetroffen ist.

Deutschland.

Berlin, 27. October. Zur morgigen Plenarsitzung des Bundesraths fegt auch ein Gesetzentwurf vor über Unfallversicherung der Seeleute, ein an­derer über die bei der Schifffahrt betheiligten Personen.

Der aus Gumbinnen gemeldete Regierungs-Erlaß hebt nur die größe­ren Beschränkungen bezüglich der Vieheinsuhr aus Rußland, welche in bisheri­gen Einfuhr-Verboten enthalten waren, auf. Außer dem Schweineeinsuhr-Verbot ücibt auch das Einfuhr-Verbot laut polizeilicher Anordnung vom 13. März 1882 in Kraft.

Wreslau, 27. Octoder. Der commanbirenbe General Wichmann ist heute Abend gestorben.

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Wilson, Peter, Gießen.

50. Zimmer, Georg Karl, Winnerod.

Die Cholera in Deutschland?

B. C. Mainz, 27. October.

Während die Choleranachrichten aus dem Süden in den Zeitungen kaum mehr Beachtung finden, durchjagen seit zwei Tagen Mittheilungen unsere Stadt, daß dieser gefährliche Gaft in unserer nächsten Nähe, in den großen Gemüse- und Pflanzendörfern Finthen und Gonsenheim eingekehrt sei. Obwohl die Mittheilungen, aus angeblich guten Quellen verbreitet, sofort ihren Weg in die Presse gesunden, glaubte Ihr Corre- spondent doch von dem Gerüchte vorerst keine Notiz nehmen zu sollen, bis zunächst sich die berufenen Factoren über die Sache geäußert.

Gestern Abend trat nun der Ortsgesundheitsrath von hier zusammen und wurde zunächst Folgendes festgestellt:

Wie alljährig um diese Jahreszeit sind innerhalb des laufenden Monats in Gonsenheim und Finthen eine größere Anzahl Erkrankungsfälle an Brechdurchfall vor­gekommen, wovon in Gonsenheim 5 ur^ in Finthen 6 den Tod bei Erwachsenen zur Folge hatten. Wie uns von Mitglied cm des Ortsgesundheitsraths mitgetheilt wird, war bei der diesjährigen Krankheitserscheinung das sehr auffallend, daß nieistens Er­wachsene davon betroffen wurden ein Factum, das sehr zu Bedenken Anlaß giebt! Während nun in den letzten 14 Tagen in Gonsenheim kein Krankheitsfall mehr vorkam, sind inzwischen beute und gestern in Finthen zwei Personen unter choleraartigen Er­scheinungen gestorben, eine 60jährige Frau und deren Krankenpflegerin. In Folge 1 hiervon begab sich heute Vormittag der Kreisarzt Dr. Hellwig nach Finthen, wo er

Gießen. _

5. Bücking, Ludwig, Rentier, Gießen.

6. Burk, Ferdinand Gießen- ,

7. Clemm, Friedr. Ludwig, Kanzleuath,

8.^-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, Gießen. ,

9. Emmelius, Louis und Heinrich, Firma Karl Emmelius, Gießen.

10. Ferme, E. W-, Gießen.

11. Gail, Wilhelm, Gießen.

12 Georgi, Ludwig, Fabrikant. Gießen.

13* Großherzogliches Haus- und Fanntten- eigenthum, Gießen.

32. von Nordeck zur Rabenau, Freiherr Adolf Reinhard, Appenbörner Linie, Friedelhausen.

33. von Nordeck zur Rabenau, Freiherr Adalbert, Friedelhausen.

34. von Nordeck zur Rabenau, BaronkCarl, Londorf.

35. von Nordeck zur Rabenau, FreiherrfFer- dinand Carl, jOberstlieutenant und Kammerherr, Darmstadt.

36. v. Nordeck z. Rabenau, Gesammtfamilie.

37. Noll, Adolf Karl Theodor, Commerzien- rath, Gießen.

38. Nicker, Anton Franz, Gießen.

39. Schirmer, GeorgHeinr. Ludw., Gießen-

40. Schlenke, Karl, Gießen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr» Corresp-n-enr-Bureau«

Mainz, 27. October. Durch Untersuchungen an Ort und Stelle und durch Section der unter choleraähnlichen Symptomen verstorbenen Personen ist amtlich fest­gestellt, daß weder in Finthen noch in Gonsenheim Todesfälle in Folge von cholera asiatica vorgekommcn sind. (Wir verweisen auch auf den heutigen Bericht unseres Mainzer Correspondenten an anderer Stelle. Red.)

Berlin, 27. October. Der Kaiser empfing Vormittags den Vortrag Wil- mowski's und irahm eine Reihe militärischer Meldungen entgegen. Nachmittags 4 Uhr hat der Staatsfecretär Bismarck Vortrag, iji 5 Uhr findet ein größeres Diner ftfltt, wozu Prinz Heinrich, alle hier anwesendE,Minister, Bankpräsident Dechend und Mehrere Generale geladen sind.

Die allgemeine Conferenz der H^ernattonalen Gradmessung wurde heute Nachmittag 2 Uhr im Beisein der Minister Bötticher, Lucius, Scholz und Friedberg vom Cultusminister mit einer Begrüßungsrede-eröffnet, welche auf die hohe Bedeutung der Conferenz hinwies und des verstorbenen Generals Bayer wärmstens gedachte. Der bisherige Präsident der permanenten Commission, General Ibanez (Madrid) ant­wortete dankend. Zum Präsidenten der Conferenz wurde Förster-Berlin, zu Vice­präsidenten wurden Struve-Pulkowa (Rußland) und Faye-Paris, zum Schriftführer Hirsch-Neufchatel gewählt. Vertreten sind die deutschen Staaten, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Oesterreich, die Niederlande, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweden, Norwegen, die Schweiz und Spanien.

Professor Förster gab einen historischen Bericht. Dr. Struve (Rußland) brachte dem Kaiser Wilhelm Huldigungsworte dar, worauf eine Pause eintrat. Nach derselben berichtete Hirsch-Neufchatel über die seit der letzten allgemeinen Conferenz eingetretenen Ereignisse und gedachte der seitdem verstorbenen Mitglieder, namentlich des Generals Bayer. Professor Helmert erstattete den Bericht des Centralbureaus und geodätischm Instituts, wobei er mittheilte, daß die Erbauung eines geodätischen Instituts auf dem Potsdamer Telegraphenberge neben der Sonnenwarte sich der Verwirklichung nähere. Die nächste Sitzung findet morgen statt. Heute Abend ist die Conferenz beim Kultus­minister, morgen IVa Uhr empfängt der Kaiser das Präsidium der Conferenz.

Wien, 27. October. Cholerabulletin. Es erkrankten, resp. starben in Triest 4/2, Pesth 10/13 Personen.

Petersburg, 27. October. DerRegierungsanzeiger" sagt, durch die allent­halben in Bulgarien existirende Anarchie seien die russischen Consulate der Möglich­keit beraubt, die gesetzlichen Interessen der in diesem Lande weilenden russischen Unter­tanen zu schützen. Nach der Abreise des Generals Kaulbars aus Varna seien Fällt von Verhaftung russischer Untertanen unter den ungesetzlichsten Vorwänden vorgekommen. Angesichts einer solchen Sachlage seien dieser Tage nach Varna die KlipperZabjaka^ undPamät Merkuri" entsandt.

Rustschuk, 27. Octsber. Eine Note des Generals Kaulbars an die russischen Consuln in Bulgarien betont, Rußland könne die Beschlüsse der Sobranje nicht berück­sichtigen, selbst wenn sie die Wahl eines Rußland genehmen Fürsten beträfen oder sich auf die Entsendung einer Deputation an den russischen Kaiser erstreckten. Wie es heißt, wird die Sobranje trotzdem sofort nach ihrer Csnsiituirung eine Deputation an den russischen Kaiser entsenden; diesbezügliche Schritte seien bereits bei dem Metropoliten Clement geschehen, der sich an die Spitze der Deputation stellen solle.