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Beilage zu Nr. 226 desGießener Anzeiger".

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23. ©eptemher. Abends eingetroffene Depeschen aus Törökbecse melden, daß die Stadt in Flammen stehe. 120 Häuser sind abgebrannt, viele Per- sonen, insbesondere Kinder, sind umgekommen. Abgeordneter Rohonczy, der an der Rettungsarbert therlnahm, wurde verwundet. Ein Orkan bedrohte die Stadt mit völliger Vernichtung. In der reichen deutschen Banater Ortschaft Deutschczernya ßj v ' Zufolge, bei furchtbarem Sturmwinde 164 Häuser niedergebrannt.

Viele Menschenleben gingen verloren.

, ...Hemberg, 24 September. Der Brand in Kalusz hat, wie dieN. Fr. Pr."

lan' t0rt. erre Ausdehnung genommen, als anfänglich vermuthet wurde. Sämmt- liche Wohnhäuser auf dem Rtngplatze und in der Salinengasse, nahezu vierhundert an Zahh und ebenso viele Wirthschaftsgebäude und andere Baulichkeiten wurden ein- geaschert. Mehr als dreitausend Personen sind brod- und untcrstandslos. Nur der geringste Therl der Abgebrannten war bei Assekuranz - Gesellschaften versichert. Der Schaden wird auf anderthalb Millionen Gulden beziffert. Ob Menschenleben zu ®nbe gegangen, konnte bisher noch nicht erhoben werden. Es hat sich bereits ein Hllsscomito m Kalusz organisirt. Da sämmtltche Bäckereien und Lebensmittel-Nieder­lagen ein Raub der Flammen wurden, herrscht großer Brod- und Nahrunas- mtttelmangel. °

6rößer?]Sie, unser Concertmeister, der geigt Ihnen jedes Solo vom Blatte weg, wenn er^s auch nie ftüher gesehen hat!"Das ist gar nichts, unser Contrabassist, der trmkt Ihnen jede Flasche aus, wenn er auch den Wein früher nie gekostet hat." ' v

~ ß?u§oDr; ^^dthorst's Jugend.] DerFranks. Ztg." wurde unlängst mit- getheilt. Dre Zeit der Herbstcensuren-Vertheilung naht heran und manche Eltern, welche zu Ostern auf dieselben die größten Hoffnungen hegten, werden zu ihrem Leid- wesen nrcht wenig enttäuscht werden. Zum Tröste wollen wir denselben mittheilen daß dre kleme Excellenz gar kein hervorragender Schüler seines heimathlichen Gymnasiums war; als Herr Windthorst die Mittelklassen besuchte, machte sein Ordinarius seinem Vater einen Besuch, um ihm Vorstellungen zu machen, seinen Sohn doch vom Gymnasium herunterzunehmen, derselbe eigene sich für das Studium ganz und gar mcht. Der Vater war schon halb und halb Willens, seinen Sohn bei einem Uhrmacher in die Lehre zu thun, entschied sich schließlich aber für einen nochmaligen Versuch. ö

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Frankfurt a. M., 21. September. Vergangene Nacht machte ein Familien­vater, der am 1. October größere Verbindlichkeiten hat und denselben mcht Nach­kommen kann, dm Versuch, sich zu erhängen. Er beging den Fehler, sich dicht an der Thürezu hängen, welche sein Schlafzimmer von dem semeSi erwachsenen^Sohnes trennte. Durch das bei der Selbstexecution entstandene Geräusch wurde letzterer, der noch wach war und las, aufmerksam. Er horchte auf und da er in dem Zhnmer des Vaters ein sehr verdächtiges Geräusch zu vernehmen glaubte, so versuchte erdie Ve^ bindungsthür zu öffnen, was jedoch nicht ging. Er klopfte und rttf, erhrelt ledoch keine Antwort. Ohne lange zu zögern, setzte der junge, sehr kräftige Mann seine ganze Kraft ein und drückte nach einigem Bemühen die Thur derart auf, daß sie zusammen­brach und mit ihr der am Pfosten baumelnde Vater zu Boden stürzte. Rasch loste der Sohn dem Vater den Strick vom Hals, trug ihn auf sein Lager und war erfreut, nach etwa fünf Minuten, die dem Sohne, der mit dem Vater allein war, eine Ewig­keit schienen, den Vater die Augen aufschlagen zu sehen. Ohne viel Lärm zu machen, weckte der junge Mann Nachbarsleute, die einen Arzt herbeiholten. Derselbe con- statirte, daß weiter keine Gefahr mehr vorhanden sei. doch war der schon betagte Mann durch die Auflegung derart erschlafft, daß er bas Lager vorläufig nicht ver­lassen kann. ,

Die bisherigen Berichte über die entsetzlichen Folgen des Erdbebens, von welchem Griechenland am 27. August, Nachts </,12 Uhr, heimgesucht worden ist, .werden durch einen vom griechischen Gesandten in Berlin an die Redaction der ..Deutschen Revue" gerichteten Brief, der Ihrem Correspondenten zur Veröffentlichung überlassen worden ist, nur zu sehr bestätigt. Der Inhalt des vom 17. September datirten Briefes gestaltet sich zu einem Hilferuf, der hoffentlich nicht ungehört verhallen wird.Blühende Städte, zahlreiche Flecken und Dörfer" schreibt Herr Rangabl verschwanden in einem Augenblick, Hunderte von Unglücklichen unter ihren Trümmern begrabend und Alles zerstörend, was Fleiß und Intelligenz der Bewohner seit einem halben Jahrhundert geschaffen hatte. Angesichts dieser schweren Prüfung beeilte sich die griechische Regierung, nein, das ganze Land, den heimgesuchten Pro­vinzen Hilfe zu bringen, aber die Folgen der Katastrophe sind so furchtbare, daß dre bis jetzt geleistete Hilfe, wenn auch noch so werthvoll, doch ganz ungenügend ist. Wir Alle, Reiche und Arme, müssen ein Jeder nach seinen Mitteln den Unglücklichen beistehen. Von dem Umfange der Katastrophe werden folgende Einzelheiten einen Begriff geben: In der Gemeinde Philtatra wurden eine Stadt und zwei Dörfer zer­stört, 1350 Häuser in Trümmern gelegt, 150 Personen getödtet, 350 verwundet und wird der Schaden auf 20 Millionen Francs veranschlagt. In der Gemeinde Kolo- nides sind vier Dörfer verwüstet, 270 Häuser eingestürzt, 15 Todte, 65 Verwundete und em Eigenthumswerth von 2Vi Mill, verloren. In der Gemeinde Vouphrados gingen 15 Dörfer unter, liegen 650 Häuser in Trümmern, wurden 50 Todte und 120 Verwundete gezählt und beträgt der Schaden 4*/a Mill. Der Gemeinde Megalu- yolis verursachte das Erdbeben die Zerstörung von 5 Dörfern, bezw. 80 Häusern; 8 Menschen fanden ihren Tod, 49 wurden verwundet und an Eigenthum ging ein Werth von 500,000 Frcs. zu Grunde. In der Gemeinde Pylos beträgt die Zahl der zerstörten Ortschaften 12, die der zu Ruinen gewordenen Häuser 512, die der Todten 23, die der Verwundeten 100 und der materielle Schaden 4 Millionen. In der Oechalia wurden 9 Dörfer zerstört, 500 Häuser verwüstet, 25 Personen getödtet und 160 verwundet und ein Eigenthumswerth von 3 Mill, vernichtet. Die Gemeinde Korane sah 12 Dörfer, bezw. 925 Häuser der Zerstörung anheimfallen, hatte 37 Todte und zahlreiche Verwundete und erlitt einen Schaden von 10 Mill. In der Gemeinde Ligudista zählte man 400 zerstörte Häuser, 14 Todte, 94 Verwundete und schätzt man den materiellen Verlust auf 3 Millionen. Die Gemeinde Avia zählt ein zerstörtes Dorf, 72 in Trümmern liegende Häufer, 2 Todte und 35 Verwundete; die Gemeinde Phygalia ein zerstörtes Dorf, 65 eingestürzte Häufer und 12 Verwundete; die Ge­meinde Zaharo zwei verwüstete Dörfer, 242 zerstörte Häuser, 4 Getödtete und 50 Ver­wundete; die Gemeinde Andritzaina 4 zerstörte Dörfer, bezw. 88 Häuser und 9 Todte; die Gemeinde Skyllunte 4 untergegangene Dörfer, 185 zu Ruinen gewordene Häuser und 17 Verwundete. In ähnlicher Weise haben alle anderen Gemeinden des Pelo­ponnes gelitten! Tausende von Familien sind obdachlos geworden und eine große Zahl von Verwundeten wartet auf die erste Hülfe. Die meisten dieser Unglücklichen wurden unter den Trümmern hervorgezogen, wo sie lebendig begraben worden waren. Herzzerreißende ©eenen folgten der entsetzlichen Katastrophe. In der Dunkelheit suchten menschliche Wesen, halbnackt und unter Leichen umherirrend, sich zu erkennen; hier erfüllen die Verzweiflungsrufe eines Vaters die Luft, der mit seinen Händen in dm Trümmern seines Hauses wühlt, um seinen verschütteten Lieben Rettung zu bringen; dort irrt eine Mutter, ihr kleines Kind an ihre Brust drückend, wie eine Rasende umher, um ihren Gatten aufzufinden, und dort wieder beweint eine ganze Familie den Verlust ihres gesammten Hab und Guts. Der Reiche war plötzlich arm geworden, der Glücklichste elend kurz, der Jammer war und ist noch grenzenlos.

Verden, 22. September. Die Veruntreuungen des ehemaligen hiesigen Spar- kassendirectors Voß, welcher als geistesgestört der Prooinzial-Heilanstalt zu Hildesheim

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Fürs Haus". Dresden, Verlag der GeschäftsstelleFürs Haus". Der vierte Jahrgang dieses praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen liegt hoch­elegant gebunden vor uns. Diesem schönen Kleide entspricht der reiche und gediegene Inhalt.

Fürs Haus" ist unablässig bemüht, jedem seiner Leser er stehe auf den Höhen des Lebens oder im bescheidenen Tbal mit mütterlichem Rath zur Hand zu gehen. Der rege Meinungsaustausch hat die Abonnenten unter sich so eng verbunden, daß bereits viele Freundschaften, namentlich zwischen jungen Mädchen, durch das Blatt geknüpft wurden.

Es giebt keine andere Zeitschrift, in welcher ein so reger Meinungsaustausch stattfindet wie m dieser. Der Leserkreis der WochenschriftFürs Haus" gleicht einer großen Gesellschaft, deren Glieder aus den verschiedensten Gegenden unseres Vaterlandes und weit über dasselbe hinaus gastlich zusammenströmten. Während aber die Unter­haltung einer Festtafel zum bunten Geschwirr von Stimmen wird, kommt inFürs Haus" jede Stimme, Allen vernehmlich, zu Worte. Hier (Hebt es kein Oben und Unten; ein Jeder ist gleich berechtigt, sobald er etwas für das allgemeine Wohl Er­sprießliches zu sagen hat. Vorzüglich dürfen aber in der Zeitschrift die Bekümmerten und Unerfahrenen den Rath der großen Familie einholen, welche die Abonnenten dieses Blattes unter sich bilden.

Fürs Haus" bringt alle zweckmäßigen Neuerungen auf dem Gebiete des Haus­wesens zur Kenntniß der Leserinnen und erstrebt vernünftige Ersparnisse im Haus­halte. Küche und Keller, das Schlaf- und Kinder-,- und Wohnzimmer, der Wasch- und Bodenraum, Hof und Garten, sowie die künstlerische Ausstattung des Hauses fesseln die Aufmerksamkeit der Redaction im gleichen Grade. Auch der Sorge für den Gatten, der leiblichen und geistigen Pflege der Kinder, deren Arbeiten und Erholungen weiht sich liebevoll die Zeitschrift. Sie will die Töchter fürs Haus erziehen helfen und sie zu seiner Verschönerung anleiten. Nicht minder wird auch der großen Zahl von Mädchen mit Rath beigeftanden, denen ein eigener Herd nicht vergönnt ist. Die Er­forschung neuer Berufszweige für unverheirathete Damen und die Förderung und Erweiterung der älteren ist daher eine Hauptaufgabe des Blattes, welches übrigens den deutschen Frauen vor Allem die Weiblichkeit bewahrt wissen will.

Das Blatt hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits eine notariell be­glaubigte Auflage von 100 000 Exemplaren erreicht, der beste Beweis für die Vor­züglichkeit seines Inhaltes. Allerdings hat hierzu auch der auffällig billige Abonnements- I preis beigetragen, welcher vierteljährlich nur 1 Mark beträgt!

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