wir hinsichtlich ihrer gesetzlichen und thalsächlichen Dauer den uns benachbarten Großstaaten nachstehen, so zwingt bi1, numerische Ueberlegenheit, gegen welche Deutschland voraussichtlich in einem künftigen Kriege zu kämpfen haben wird, des weiteren dazu die fehlende Zahl möglichst durch die Güte der Ausbildung zu ersetzen. Hiernach stellt sich eine Verkürzung der Dienstzeit um so mehr als unmöglich heraus, als bet der Schnelligkeit, mit welcher Kriegserklärung und erste Waffenentschetdung aufeinander folgen werden, die Gelegenheit, Lücken der Ausbildung nachzuholen, nicht ge- geben ist._____________
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— sDie neue Wasserleitung von Newyork.) Die Stadt Newyork bezieht, wie die „D. Bd." mittheilt, ihr Brauchwasser aus dem ungefähr 50 Km. von der Stadtmitte entfernten Crotonflusse mittelst eines gemauerten Kanales, in welchem das Wasser größtentheils ohne Ueberdruck mit sehr schwachem Gefälle bis zum Vertheilungs- reservoir im Centralpark geführt wird. Am Einlauf des Kanals ist der Crotonfluß durch einen Damm, den Crotondamm, zu einer Art See künstlich gestaut und es werden durch diesen See die Schwankungen im Wasserzulauf ausgeglichen. Mit der beständigen Zunahme der Bevölkerung der amerikanischen Metropole wuchs auch das Wasserbedürfniß und es erwies sich der Lettungskanal mehr und mehr als ungenügend, obschon man ihm ein! bedeutend großes Quantum Wasser abführen ließ, als er nach dem ursprünglichen Project hätte aufnehmen sollen. Es stellte sich somit die dringende Nothwendigkeit heraus, ihn durch ein neues Bauwerk zu ersetzen.
— sDie Entführung der Köchin.) Als Kläger präsentirt sich vor dem Gericht in Rom der sechzigjährige Rentier Orlandini, der alle Paragraphen der italienischen
Gesetzbücher gegen den 25jährigen Specereiwaarenhändler Spontini angewendet wissen will. Vor Wuth zitternd, erzählt er seinen Fall: „Vor 13 Jahren machte ich einen Haupttreffer in der Lotterie, beschloß ein gutes Werk zu thun und ließ mich zum Vormund eines Waisenmädchens, Namens Maria Morosini ernennen, das ich auf meine eigenen Kosten zur Köchin ausbilden ließ. Maria war ein Kochgenie ersten Ranges. Mit zwanzig Jahren war ihre kulinarische Erziehung beendet. Nun begann für mich eine glänzende Zeit; ich speiste wie Lucullus. Da geschah das Unerhörte. Die Undankbare lernte Spontini kennen, und da ich natürlich meine Einwilligung zur Hetrath nicht gab, entführte er sie. Ich klage nun gegen ihn wegen Ent- und Verführung einer Minderjährigen. Der Verführer meint gleichmüthig: „Wir lieben uns einander und haben heute von der Ober-Vormundschaft die Bewilligung zur Ehe trhalten. In acht Tagen ist Hochzeit; wenn der Herr Vormund will, kann er bei dieser Gelegenheit mit uns speisen!" Völlig gedemüthigt sinkt der Vormund auf einen Stuhl und meint, als der Richter ein freisprechendes Urtheil verkündet, kläglich zu dem siegreichen Specereiwaarenhändler: „Nehmen Sie mich in die Kost, ich zahle Ihnen, was Sie wollen!"
— Einem Spitzbuben im Dorfe R. bei Seehausen i. A. erging es sehr übel. Er hatte 16 Brode aus dem im Garten eines Besitzers stehenden Backofen geworfen und wollte nun selbst aus dem Ofen heraussteigen, als die schwere eiserne Thür in Folge eines Windstoßes dröhnend zuschlug und einklinkte. Wohl oder Übel mußte der Langfinger mörderisch um Hilfe rufen, wenn er nicht in dem noch ziemlich warmen Raume geröstet werden wollte. Erst in der Frühdämmerung eilten Leute herbei, die den Burschen tüchtig durchbläuten und dann laufen ließen.
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