an rr £) Jfarni nur im Interesse der Stadt liegen, ihren Bewohnern den Bezug des Wassers so viel als nur irgend möglich zu erleichtern, denn nur durch diese Erleichterung durfte der Stadt eine größere Anzahl von Consumenten zugeführt werden;
- . x Würden bet freier Zuleitung die ganzen Kosten, welche das Wasserwerk bis letzt erforderte, nicht wesentlich erhöht.
„ würden, wenn bis April 1887 200 Anschlüsse angemeldet wären und der Selbstkostenpreis pr. Anschluß mit 50 JL berechnet würde, der Kostenpunkt 10 000 JL betragen, eine Summe, welche im Vergleich zum Anlagekapital von ca. 200000 Jü gewiß nicht erheblich wäre. — Daß später 25 JL für den Anschluß bezahlt'werden sollen, ist eme Maßregel, die gleichfalls im Interesse der Stadt jetzt schon bewirken soll, daß möglichst viel Consumenten von Anfang an an der Wasserentnahme parttcipiren.
kos. II. Wenn das Wasser einen so hohen Preis hat, wird die Stadt eine erhebliche Einnahme aus der Anlage nicht erzielen, denn nur dann, wenn das Wasser billig abgegeben wird, werden sich Interessenten genügend finden, welche auf den Anschluß reflectiren. Nur durch vielen Wasserbezug, überhaupt nur durch Massengeschäft kann die Stadt eine bedeutende Einnahme machen, es ist deshalb der hohe Preis für die Stadt sowohl als auch für den Interessenten ein großer Nachtheil. Der beste Beweis dafür ist der, daß trotz der vor 4 Wochen schon erfolgten Aufforderung bis letzt dre Betheiligung eine äußerst geringe ist. Es wird beim Alten bleiben und das Publikum holt das Wasser vor wie nach aus den öffentlichen Brunnen der Wasserleitung umsonst.
Nur wohlhabende, reiche Leute können sich bei dem hohen Preis den Luxus einer Hauswasserleitung gestatten, was doch gewiß nicht im Interesse und Willen der Stadtvertretung liegen kann, da das Wasserwerk doch eine Wohlthat für die Allgemeinheit fein soll. Auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus betrachtet, muß auch wenig bemittelten Leuten der Anschluß möglich gemacht werden.
Nach obiger Begründung sind die Minimalsätze selbstredend zu hoch und müssen auf lo vH pro Haushaltung ermäßigt werden; würde z. B. eine Familie in einem kleinen Hause 30 zahlen müssen, so hätte dieselbe bei einem Preise von 20 H .pr. Cbm. das Recht, 410 Liter (40 Eimer) täglich zu beziehen, ein Quantum, welches bei hiesigen Verhältnissen nicht erreicht wird; bei einem Minimalsatz von 15 ^dagegen konnte dieselbe bei einem Preise von 20 H pr. Cbm. ein Quantum von nur 205 Liter bezahltcn nd?nien' bcn Verhältnissen eher entspricht, ein Mehr wird ja so wie so
Der Minimalpreis ist deshalb per Haushaltung zu berechnen, da es auch vor- kommen wird daß in einem Hause, in welchem 3 Familien wohnen, nur eine Familie den Wasseranschluß verlangt.
Im Allgemeinen sind bei der Normirung des Preises die Kosten einer Anlage Zu Grunde zu legen, indem doch nur zuvörderst die Verzinsung des Anlagekapitals, die Amortisation, Verwaltungskosten, Reparaturen rc. den Preis bestimmen helfen- daß ° c ? «nÄAAAßn Überschuß erzielen muß, ist selbstverständlich. Das Anlagekapital von In™ 200,000 wurde durch Verzinsung 8000 JL, Verwaltung und Reparaturen 5000 JL und Amortisation 6000 JL, zusammen 19,000 JL absorbiren. (Die Ansätze smd reichlich gegriffen.) Bei einem Verkauf von 400 Cbm. täglich (530 sind vorhanden) wurde em Ueberschuß von mindestens 10,000 für die Stadt erzielt.
Dieser Ueberschuß steigert sich, wenn dura- viele Privatleitungen die öffentlichen Brunnen nicht mehr so stark frequentirt werden, also ein größeres Quantum zum Verkauf bereit steht. ö
zu wiederholt werden, daß die Wasserleitung nur dann ein lucratives
bie Stadt ergeben wird, wenn in praktischer Weise das Wasser billig und = ÜÄ0 .abgegeben wird; das Publikum darf nicht mit einer gewissen Aengft- lrchkeit das Wasser entnehmen.
_n „ Sollte die Stadtocrtretung di- Befürchtung haben, daß bei einem Preis von ■ V?,.pr".. m Quantum von 530 Cbm. nicht ausreichen würde, so ist die e wohl
nicht begründet. Vorerst wird das Wasser genügen, sollte sich dann ein Mangel ein- stellen, so wäre für weitere Quellenanschlüsse zu sorgen, und ist dabei namentlich auf Gewerbe und Industrie mit ihrem Massenverbrauch Rücksicht zu nehmen, um auch diesen den Wasserbezug zu ermöglichen. Die Rentabilität des Wasserwerks würde durch diesen bedeutenden Consum außerordentlich gehoben.
Gelegenheit zur Erwerbung neuer reichlich fließender Quellen in unserer wasser- rei? ™-9^enb giebt gewiß nicht zu Bedenken Anlaß. Tie in letzter Zeit von Staat und Militär erworbenen Quellen liefern hierzu den Beweis.
oaa Hl- Die Wassermessermiethe von 12 vH jährlich würde einem Kapital von ^00 ^entsprechen. „Da nun der wirkliche Preis eines Wassermessers incl. Aufstellung 40 JL betragt, so wäre die Verzinsung des Kapitals mit 1,60 einzustellen. Hierzu kommen nun noch Amortisation und Reparaturkosten ca. 6 vH jährlich, so daß mit dem vorgeschlagenen Preis von 8 vH für Iahresmiethe, Reparatur und Amortisation die Kosten vollständig gedeckt wurden.
Wasserpreis
e
anderer Städte.
Preise
pr. Cbm.
Anlagekapital auf den Kopf
Altona
0,21
der Bevölkerung
V 28 vH
Augsburg
0,08
unbekannt
Berlin
0,15-0,30
27 uH
Breslau
0,15
10 „
Darrnstabt
0,22
unbekannt
Dresden
0,12
40 vH
Düsseldorf
0,12
unbekannt
Freiburg
0,16
do.
Halle
0,08
bo.
Leipzig
0,11
26 vH
Marburg
0,20
30 „
Offenbach
0,27
33 „
Straßburg
0,12
33 „
Wesel
0,15
unbekannt
Wien
0,10—0,35
Wiesbaden
0,25
unbekannt
Witten
0,06
bo.
Gießen
0,40
10 vH
Jährlicher Mie Darmstadt
thpreis für
20 Mm. weite Wassermesser.
Friedberg
4,50 «4L
Marburg Offenbach
8- „ 6,— „
> einschließlich Reparaturkosten
Stuttgart
7,20 „
Gießen
12- „
ausschließlich Reparaturkosten.
c von Herrn Otto Luft im Löwen eingeführte bayr. Ex vor tbi er aus dem ehemaligen Markgräflichen Hofbräuhaus zu Ansbach ist vor De?°Könia'l Äll-rmettttr Wnmädig beste Bier Bayerns erklärt worden.
Kellermelstet hat bei dem kürzlichen Besuche des Prinz-Regenten von .^stellt" hfl? pFÄrrn’m0- er atI"nr:lnbercn vorgezogen und für die Hoftafel . ^ot es allgemein so vorzüglich geschmeckt, daß sogar der Prinz-Regent felblt wiederholt lobend darauf zu sprechen kam Die fierrpn nnm n f mArt a, Arr ft,-, r»
-s nicht nur für dos Ute, welkes ker &Ä- Aurzburg bekommen haben, sondern auch daß seit Jahren in München sammt dem Komgl. Hoibräuhaus, kein so gutes Bier zu finden M. ” ' ,ammt7°7e™
Univ-rfität- - Shroxrik.
22. October. Gestern hatte, wie die „Nat.-^tg." meldet die biesioe ^^versitat durch den Tod eines ihres ältesten Docenten wiederum einen Verlust er- Ä t?“1©8 seines Lebens starb der außerordentliche Professor der Phil!- Ä?Heinrich Alt Haus. Derselbe hat der Universität seit dem 4 ^sunae^n^sOcent angehort und in früheren Jahren durch seine philosophischen Vor- lang gesunden; namentlich war seine Vorlesung über Goethe's Faust" zu s/inem^Rpdn besucht. Zunehmende Altersschwäche nöthigte ihn vor einigen Jahren Zu feinem Bedauern, seine amtliche Thätigkeit einzuftellen, doch hat er bis in seine
, Schiffs Bewegung
der Post-Dampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschast.
Pctbr*a®!^ Hamburg-New-Yorker Postdampfschiff „Suevia", Capitan Ludwig, welches am 10. October von hier und am 13. October von Havre abgegangen, ist am 25. October, 6 Uhr Morgens, wohlbehalten in Ncw^York angekommen.
i Hanu°m^am7. JanÜarlgQK. jRe9famfeit 9e*ti9t D-r V-rstorb-n- war g-b°r-n In
Vermischte-.
Mainz, 26. October. Seit heute Morgen circuliren in unserer Stadt beun- ^hrgende Gerüchte über verdächtige choleraähnliche Erkrankungen, die in dem benach- $aVennPf!lbcn vorgekommen sein sollen. Es heißt sogar, daß bereits 5 Personen unter Erscheinungen gestorben sind, wie sie bei der Cholera beobachtet werden Was bc,r Sache Wahres ist, ob man es hier mit der wirklichen Cholera zu thun hat, ob mit der einheimischen oder, ob die vermeintlichen Cholerafälle gewöhnliche Er- krankungen smd, wie fie im ^patherbste berm Eintreten der rauhen Witterung vielfach ftpnt? m his setzt Nicht sicher in Erfahrung bringen. Sicher ist, daß heute Nachmittag der Ortsgesundheitsrath hier Zusammentritt, um die in Finthen trefft au besprechen und eventuelle Vorsichtsmaßregeln zu
w.n. derlin, 22. October. Da wiederholt Fälle vorgekommen, daß Einjährtg-Frei- S tüVs “11 ihres Dienstsahres weiterkapitulirt, in die Unterofsicierscarriäre Civiloersorgungsschern schon nach zehn Jahren erhalten mirh f ?? den Unterosficieren erst nach zwölfjähriger Dienstzeit ertheilt
t ?mUbc.F entstanden, ob die Einjährig-Freiwilligen in solchen
tbVen gestattete Vergünstigung des einjährigen Dienstes „als für drei Jahre 0är rb wST ÄCnm ?Men‘ . .^us Grund Allerhöchster Cabinetsordre ist. wie die
— sAus den Memoiren der Henkerfamilie Samsons Das nächtliche Trink- ®”berUnb bl- iun?cn gnädigen Herren, die daran theilgenmnmen, liefen aus die Straße hmab, um irgend einem ehrsamen Bürger der Stadt Paris noch um d se spate Stunde emen Streich zu spielen, es war lange vor der Revolution und die jungen gnnbigen Herren dursten sich damals viel herausnehmen. Da ihnen kein Ibbuteuer aufstieß, polterten ste in der Straße weiter, bis sie in der engen einsamen Rue St. Jean von den gesetzten Tonen eines alten Contretanzes angenehm überrascht ^uten auf und sahen die Fenster des dritten Stockes glänzend er- leuchtet. „Da oben, riefen sie, „da oben tanzt man, hinauf, wir tanzen mit." Sie eilten hinauf und zogen die Glocke. Ein Mann von gutem Aussehen öffnete Mein unnfr.rFG^pe k™ ^b.m, derselbe Herr v. Selli), der sich später durch sein
unglückliches Commando in Indien eine so traurige Berühmtheit erwarb, .beruhigen Sie sich wir smd keine Diebe. Wir, sind prächtige Kerls, die das Vergnügen und den r-ebcn‘ Per äufQÖ fuhrt uns in Ihr Quartier. Wir hörten die Munk, konnten tQW roftbcr&^ßn unb bitten Sie um die Erlaubniß, bei Ihnen mitzutanzen.
Bitte nicht zurück! Ich stehe für das Benehmen meiner Kameraden, Ptcr versichert, daß wir Ihnen keinen Anlaß zu Klagen geben werden " — "Mit vielem Vergnügen, meine Herren, aber vor Allem werden Sie doch wissen wollen bei wem Sie sind — „Was liegt daran? In Ihrer Art zu sprechen, erkennt man den Mann von guter Erziehung. Wir glauben, bei Ihnen am rechten Ort zu ' .."?vaimals, meine Herren, ich muß Ihnen sagen, mit wem Sie sprechen." < „26er sind,i2ie denn? — „Ich bin der Scharfrichter; meine Tochter hat den Sohn eines meiner Collegen geheirathet und wir feiern die Hochzeit unter uns." — whffÄTT besannen sich einen Augenblick, aber ihre Aufgeregtheit gewann i£?n-ble Oberhand. „Mein Herr, riefen sie, „es soll uns freuen, hier Ihre Bekannt- pvu, Ihr Benehmen versöhnt uns zum voraus mit Ihnen obwohl wir Ihrem Geschäft etwas Angenehmes nicht nachsagen können. Erlauben Sie uns, die einzige Gelegenheit, die wir wohl je haben werden, mit Ihnen zusammen- ^treffen, bestens zu benutzen." Sie wurden eingefübrt. Als feine Leute entidmlbigtm pnnllAC?r+1)C0Kf Storung, fie ließen sich den Neuvermählten vorstellen,
engagirten dte schönsten Frauen und tanzten mit ihnen; allein Herr v. Selln tanzte und traurig geworden, ohne zu wissen warum. Mit urrverhehltem
Interesse fragte er bann ben Hausherrn: „Sie vollziehen doch nicht selbst die Exe- ?^^?uen, mein Herr? — ^Gewöhnlich nicht, ich habe meine Gehilfen; jedoch muß
s * j. 3 e.'h ' . rwÄ,vß^r Herr wäre, wie Sie, so würde ich rmr eine Ehre daraus machen, es für meine Pflicht halten, ihn selbst hinzurichten." ^^Sell.N laLelte gezwungen. „Was mich anbetrifft," sagte er, „so werde ich sorgen. Ihnen diese Muhe zu ersparen . Dustere Ahnung ergriff ihn, vergebens fragten feine freunde nach der Ursache seiner Traurigkeit,»vergebens suchten sie ihn erheitern Bald darauf verließ er die Gesellschaft. 9iad) einiger Zeit nahm Herr v. Selly Dienste C§ Ahnungen? Fünfzehn Jahre nach dieser Begebenheit wurde der General Selly Gouverneur der französischen Besitzungen in Indien, gebunden auf den Gaveplatz geführt, und derselbe Scharfrichter, den er in jener Nacht gesprochen — schlug ihm jetzt^das Haupt ab. ü 1 y
Das Vorkommen von Viehseuchen im Grokhenoothum Neffen
während des Monats August 1886. "
a Krankheit. In Osthofen, im Kreise Worms, wurde die über einen Be- b.M-rd-n und -uicni Es-l wegen Verdachts der Ansteckung verhängte poli= wieder aufgehoben. In einem anderen Gehöfte steht noch ein Pferd als der Seuche verdachiig unter Stallfperre und vier als der Anst ckung ve" dachtige unter polizeilicher Beobachtung. H
, Ju Wolf, im Kreise Büdingen, wurde die über ein Pferd wegen Verdachts der Ansteckung verhängte polizeiliche Beobachtung wieder aufgehoben. ° $
t Eppertshausen, im Kreise Dieburg, steht ein Pferd als der Seuchp npr-
b5^tlg Stallsperre. Als der Ansteckung verdächtig sind unter polizeiliche Be- unÄ” Verb in Offmbach°^ " ®r°6 ’ Un'ftabt Unb Sen9feIb- im «reise Dieburg, p°liz-il?ch- ZobachÄg mied" ^-hkben"^^' Derbän9,c
snfprh ein al5 ber Seuche verdächtig unter Sperre und ein
Merd als oer ^Inftecfung verdächtig unter polizeilicher Beobachtung. uuUCp^iJZe/ÄÄß5rieWCr8' 3 bEV 21nftCcfun9 P"bach«9- M°rd° -in wuihv-rdächtig-r^Hund ^etödtet.^^^' Kreise Oppenheim, wurde am 17. August
Milzbrand wurde festgestellt in Rodheim, im Kreise Friedberg, am 6 August crepirttt» Rmd, in Offenheim, in demselben Kreise, am 24. August bei einem geschlachteten Ochsen, in Himbach, im Kreise Büdingen, am 24., unb inSteinboch im Kreise Erbach, am 22. August, bei je einem frepirten Rinbviehstücke '
er . ^Sun£eJUeu?e-. Laufe bes Monats August würbe in Renbel, im Kreise ^riebberg, bie Seuche in 9 Gehöften festgestellt und zwar am 7. August in 4 am 16. m 3 ani 23 und 27. August in je einem Gehöfte. Als seuchekrank wurde^i im Laufe des Monats zu Rendel 10 Stuck Rindvieh getödlet. Eines ist frepirt. Als btr nJftTÄS schlachten ausgeführt 38 Stück Rindvieh, einschließ-
r § br!rn?n 3 ^el-often befindlichen Bestände, unter welchen die Seuche am 28 Juli ststg-st-llt worden war. Am Schluß des Monats August standen noch 15 S.ück suh"r von Rindvich gesperrt." 8"nie Drt 5ienbet wurde gegen di- Aus-
. ,®CJ Vtäsch en ausschlag in Reiskirchen und Staufenberg, im Kreise Gießen Krcst/Schotten" ist"erlofchen.' "" K-eise Friedberg, sowie in Ober-Schmitten, im
Die Seuche besteht noch fort in Heuchelheim, im Kreise Büdingen.
Ki-pisp u gKt noch als vorhanden unter den Schafen in Kirtorf, im Kreise Alsfeld, in ^ars-Horloff und Langd, im Kreise Gießen, in Echzell, im Kreise Büdingen, unb m Ilbeshausen, im Kreise Lauterbach.


