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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Amtlicher Hheit.

Betreffend: Kreis-Lehrerconferenz. Gießen, am 25. Mai 1886.

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Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Die diesjährige Kreis Lehrereouferenz soll Mittwoch den 2. Juni, Vormittags 10 Uhr, in Stein's Garten dahier abgehalten: werden. Sie wollen die Lehrer Ihrer Gemeinde hiervon mit dem Anfügen in Kenntniß setzen, daß wir dringend wünschen müssen, daß ohne triftigen Grund kein Lehrer fehle. Ihre geistlichen Mitglieder werden zur Beiwohnung freundlichst eingeladen.

Zur Verhandlung kommen folgende Gegenstände:

1) Die zweckmäßige Einrichtung der Schulräume in Bezug auf Hdizung, Ventilation und Schulbänke. Referenten: Großh. Baurath Walter und Kreisingenieur Gnauth

2) Unter welchen Bedingungen kann der naturkundliche Unterricht in der Volksschule allein fruchtbringend wirken? Referent: Lehrer Wagner von Lich.

3) Ist es nöthig oder zweckmäßig, den Kindern Hausarbeiten auszugeben? Referent: Schulverwalter Hofmann von Lich.

4) Empfiehlt es sich, auch in der Volksschule Censuren auszutheilen? Referent: Lehrer Hasselbaum von Eberstadt.

Dr. Boekmann.

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kosten abgelebnt. Der Geländeerwerb sei ferner noch nicht abgeschlossen. Eine Ver­anschlagung der Hochbauten habe noch gar nicht stattgefunden.

Bezüglich des Antrags des Abg. v. Wedekind, betr. die Anlage einer Winter­haltestelle (Winterhafen) für Neckarfahrzeuge bei Neckar-Steinach, hatte die Großh. Regierung 2 Projecte in Aussicht gestellt. 1. Project: Höhe der Dammkrone 4- 3 m bzw. 4- 2 m, Kosten 27000 X, 2. Project: Höhe der Dammkrone 4- 4m bzw. 4- 3 m, Kosten 30 800 X Nach Abzug des vom Schifferverein zu Neckar-Steinach laut Ver­trag zugesicherten Beitrags von 6000 X, sowie der zu gewährenden Leistmrgen des Peter Mahn zu Neckar-Steinach von 1650 X betragen die Kosten 19 350 X für das erste, 23 150 X für das zweite Project. Ministerial-Präsident Weber theilt mit, daß er hoffe, noch heute die nöthigen Propositionen an hohe Kammer gelangen lassen zu können und wird hierauf der Ausschußantrag einsttmmig angenommen: Großh. Kammer um thunlichste Beschleunigung der Vorlage zu ersuchen und den Wunsch auszusprechen, die Anlage^ möge in einer Weise projectirt werden, daß sie den Fahrzeugen größt­möglichen Schutz gewähre.

Der Antrag der Abgg. Wasserburg, Frank, Pennrich und Wolz, das Branntweinmonopol betr., wird, wie neulich schon im Bericht des Ausschusses ange­zeigt, für erledigt erklärt, da das Branntweinmonopol im Reichstag abgelehnt wurde.

Das Ansinnen Großh. Ministeriums der Finanzen, Aufhebung der Verwilligung von 20 000 X (6666Va X jährlich) zu Kapitel 122 des Hauptvoranschlags für 1885/88 Territorial-Fluß- und Dammbau", Titel 3Errichtung eines Schutzdammes gegen Mainüberschwemmungen in der Gemarkung Klein-Auheim" beigefügten Beschränkung bett., wird einstimmig angenommen.

Der Vorstellung des Georg Presser von Gau-Algesheim w egen eines ihm an einer Brandentschädigungssumme von 1700 X seitens der Großh. Brandoersicherungs­commission gemachten Abzugs von Vs, wird laut Ausschußantrag keine Folge gegeben.

Bezüglich eines vom Abg. Schröder übergebenen Gesuchs des Bauunternehmers Franz Becker von Ludwigshöhe, Kreis Oppenheim, um Verwilligung eines Ersatzes für bedeutende und unvorhergesehene Verluste, welche er bei Ausführung der übernommenen Arbeiten und der Materiallieferung am Bergrutsch zu Dienheim erlitten hat, wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen, dahin gehend:Die Kammer wolle be­schließen, Großh. Regierung zu ersuchen, eine auf die Bewilligung einer Entschädigung, welche jedoch die Höhe von 3000 X nicht überschreitet, gerichtete Vorlage an die Stände gelangen zu lassen.

Betreffs der Vorlage der Ministerien, einen weiteren Beittag an die Gemeinde Heidesheim zu den Kosten der Herstellung eines Fluthgrabens zu verwilligen, wird ebenfalls der Ausschußantrag einstimmig angenommen, mithin ein Beitrag von 1278,37 X verwilligt, der in der Finanzperiode 1882/85 zu Lasten der Ueberschüsse in Ausgabe verrechnet wird.

Das Gesuch des Gustav Scharmann zu Fahrenbach um Erlaß seiner Ein­kommensteuer wird auf Antrag des Abg. Osann nach längerer Debatte an den Aus­schuß zurückoerwiesen.

Abg. Osann weist in der Debatte die Unrichtigkeit verschiedener Ermittlungen der Einschätzungscommission in Bezug auf die Höhe des Arbeitsverdienstes des ge­nannten Scharmann und den Werth des von der Gemeinde Fahrenbach bezogenen Holzes nach. Er empfiehlt namentlich Verhörung der beteiligten Personen zur Fest­stellung des thatsächlichen Materials.

Ministerial-Präsident Weber hält dies für bedenklich.

Für die Zurückverweisung sprachen die Abgg. Wolfskehl, Schröder, Heinzerling, List und Wasserburg. Letzterer wünschte namentlich Aufklärung über folgende Worte der Petition Scharmann: Ich kann deshalb meine Einschätzung mit 500 X Einkommen nur als eine Chikane von Seiten der Einschätzungscommission ansehen, und daß es eine Chikane ist, das beweist, daß man jede Gelegenheit benutzt, um uns Protestanten zu chikaniren und an unserem Eigenthurn zu schädigen, selbst mit Hint.enansetzung aller übernommenen Pflichten und aller be­stehenden Gesetze.

Bezüglich der Vorlage des Großh. Ministeriums der Finanzen, den Neubau einer Forstwartmohmmg zu Auerbach betr., wird der Ausschußantrag angenommen: Die Kammer wolle zu dem Neubau einer Forstwartwohnung der Forstwartei Auer­bach mit Scheuer und Stallung den Betrag von 10 000 X aus den Ueberschüssen der laufenden Finanzperiode, sowie die Verwendung des Erlöses aus den alten Materialien mit dem Anfügen verwilligen, daß Ersparnisse, welche bei der Vergebung der Arbeiten durch Abgebote an den Voranschlägen erzielt werden, nur insoweit zur Verwendung kommen dürfen, als sie zur Deckung der Aufgebote über die Voranschläge und zu Fundamentirungskosten oder zur Erwerbung eines geeigneten Bauplatzes nothwendig sind,"

Das Gesuch des Distriktseinnehmers, Rendanten Peter Walther zu Gießen, seine Vordienstzeit betr., wird abschlägig beschieden.

Zur Necommunication I. Kammer, über das Gesuch der Angestellten der Ober- hessischen Eisenbahnen, Gleichstellung mit den Angestellten der Main-Neckar-Bahn betr., beantragt eine Mehrheit des Ausschusses (Osann, Schroder, Wolff-ckelst):Beitritt zu dem das früher beschlossene Ersuchen ablehnenden Beschlüsse I. Kammer; eiüe.

vom Lande wird gesucht. Näheres Löberstraße 3.

refp. bie 'aber wirb bifltnt unter C E. 99

Deutschland.

Darmstadt, 26. Mai. sZweite Kammer der Landstände.j Die Berathung über die Petition der akademisch gebildeten Lehrer an den höheren Lehranstalten des Großherzogthums um anderweitige Regelung der Gehaltsverhältnisse wird in der heutigen " Aus einer längeren Discussion, an der sich dieAbgg. Wolfskehl, Haustein, Geh. Staatsrath v. Knorr, Metz (Darmstadt), Heinzerling, Vogt, Franck Letheiligen, geht hervor, daß die Redner im Princip den Wünschen der Petenten -sympathisch gegenüberstehen, wohl aber zu bedenken geben, daß sämmtliche Staats- deamten zu denselben Wünschen berechtigt wären und daß man eine Kategorie der Beamten nicht vor der anderen bevorzugen dürfe. m a

Nach längeren, in ähnlichem Sinne gemachten Ausführungen des Berichterstatters -EU en berg er schreitet man zur Abstimmung und werden sämmtliche gestern aus­führlich mitgetheilten Ausschußanträge angenommen.

Sodann gelangen einige Interpellationen zur Beantwortung.

Die Interpellation des Abg. Arnold, betteffend Maßregeln zur Verhütung und Einschränkung von Epidemien hat folgenden Wortlaut: 1) Aus welchen Gründen stützt das Kreisamt sein Recht zur Erlassung der fraglichen Verordnung, die die Interessen des ganzen Landes berührt, auf die Art. 78 und 48, V, 1 der Kreisordnung; 2) wurde diese Verordnung nur für den Kreis Darmstadt erlassen oder wurden die gleichen Vor­schriften für alle Kreise des Landes erlassen, verneinenden Falls aus welchen Gründen; 3) gingen dem Erlaß dieser Verordnung, insbesondere des § 6, Erhebungen namentlich auch in Betreff des Scharlachs und der Diphtherie voraus, die solche Bestimmungen rechtfertigen, oder wurde sie nicht vielmehr erlassen auf Grund von Behauptungen, deren Richtigkeit von den besten Theoretikern und Praktikern der Medicin nicht an- -erkannt wird? , . , r . .

Abg. Arnold erklärt, für die Besprechung nicht vorbereitet zu fern, da er von dem in der Antwort der Großh. Staatsregierung angezogenen umfangreichen Vortrag der Gesundheitsbehörde keine Kenntniß habe, und beantragt Vertagung der Be­sprechung.

Im Einoerständniß mit der Regierung wird dieselbe beschlossen.

Die Interpellation der Abgg. Haustein und Metz (Gießen), betreffend die Herstellung eines Uebergangs über die Oberhessischen Eisenbahnen an der Frankfurter Straße in Gießen, wird von Ministerial-Präsident Weber dahin beantwortet, daß der Regierung der wenig befriedigende Zustand wohl bekannt sei. Die Regierung sei bestrebt, Mittel und Wege zur Abhülfe zu finden, doch könne ein ausgearbeitetes Project' mit Voranschlag erst vorgelegt werden, wenn die nöthigen Erhebungen gemacht seien.

Abg. Metz bedauert, daß die Regierung sich ablehnend verhalte, während früher immer eine Besserung in Aussicht gestellt worden sei. Er bittet um Beschleunigung der Angelegenheit. , .

Abg. Haustein weist nochmals auf die mißlichen Zustande hm und erinnert namentlich an den Vertrag, der zwischen Großh. Regierung, vertreten durch den damaligen Kreisbaumeister Holzapfel, und der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft im April 1869 geschlossen wurde und in dem letztere die förmliche Verpflichtung über­nommen hatte, den Uebergang über die Oberhessischen Bahnen nicht zum Rangiren zu benutzen, vielmehr denselben stets offen zu halten, soweit eine Sperrung durch Ein- imb Ausfahren der fahrplanmäßigen Züge nicht geboten sei.

Ministerial-Präsident Weber: Es sei ein Mißverständniß, wenn man glaube, Lie Regierung verkenne die schlechten Zustände und verhalte sich ablehnend. Es sei nur fraglich, wie man abhelfen solle. Es liege ein Project vor für einen Steg für Fußgänger, dasselbe sei sehr kostspielig und beteilige immer aber noch nicht den früheren Mißstand für die Fuhrwerke. Auch habe man daran gedacht, den Rangierdienst an eine andere Stelle zu verlegen. Sei dies nicht möglich, so würde eine Unterführung (Tunnel) an der betr. Stelle nothwendig werden. Ucber die Positionen, die Herr Haustein angezogen habe, herrsche Unklarheit vom juristischen Standpunkt aus und Insofern sei es gut, wenn ein anhängig gemachter Proceß die nöthige Klarheit darüber bringe. Uebrigens existirteu ähnliche, noch schlimmere Verhältnisse in Darmstadt, am Uebergang der Main-Neckarbahn über die Rheinstraße. Wenn man in Gießen dem Uebelstcmd abhelfe, so müsse man dies auch hier und in anderen Städten thun. Die Projecte hierzu seien auch schon in Arbeit. Er bitte, einstweilen Geduld zu haben, Abhülfe würde geschaffen werden, vorausgesetzt daß die Kammer die nöthigen Mittel genehmige.

Die Interpellation des Abg. Sturmseis, betr. die Erbauung der Nebenbahn von Nidda nach Schotten, mit dem Wortlaut: 1) Woran liegt es, daß mit dem Bau dieser Bahn noch kein Anfang genracht wird? 2) Warum sind nur £0 000 X zur Erbauung von Stationsgebäuden und Nebengebäuden in Aussicht genommen? rvird von Ministerial-Präsident Weber dahin beantwortet, daß die , nöthigen Vor­arbeiten beständig mit äußerster Beschleunigung betrieben worden seien. Die Ver­zögerung liege an der Neclamation einzelner Gemeinden, die eine Verlegung der Bahn rvimschten. Das Ministerium habe eine solche jedoch wegen der bedeutenden Mehr­

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