Sonntag den 28. März
Zweites Blatt
L88«
Erscheint LLgttch mit »«snrhme de« Montag».
V«rea«r Schulstraße 7.
eg
BMI
2219
Nofft
Abschluß.
Rubrik-^Nr.
Einnahme.
1
29160,13
Reservisten
9. Zurückempsangene Beihülfen von
rc.
Summe der Ausgabe
dessen
M?-
gen
überraschen.
22.
23.
12.
19.
20.
89800,-
1064,04
4704,34
4.
6.
7.
8.
Besoldungen
Diäten und Gebühren
Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen
Gebühren
Strafen
Capitalzinsen
Ersetzte Kreisunterstützungen Proceßkosten
. 156486,55 . 127326,42
ist bis jetzt noch nichts gemeldet worden.
Aus d-en parlamentarischen Vorgängen in Oesterreich hebt
24. Botenlohn und' Verkündigungskosten .
25. Bureaubedürfnisse und Gerätschaften
26. Kreisunterstützungen . . .
28. Erbauung und Unterhaltung von Kreisstraßen
29. Für den Lesezirkel der Lehrerconserenzen -
31. Zuschuß in andere Kaffen
34. Remunerationen
35. Uneinbringliche Posten und Nachlässe
36. Proceßkosten......
Die zwischen.Preußen und Braunschweig abgeschlossene Militär« Convention ist am Mittwoch vom braunschweigischen Landtage debattelos und einstimmig genehmigt worden.
Die Session des bayerischen Landtages hat eine abermalige Verlängerung bis zum 30. April erfahren, da namentlich die Arbeiten der Abgeordnetenkammer durchaus nicht vom Fleck wollen.
Aus verschiedenen Gegenden des Reiches lausen Berichte über das drohende Anschwellen der Wasserläufe ein, das durch die Regensälle in den ersten Tagen dieser Woche und das hierdurch, wie überhaupt in Folge der eingetretenen wärmeren Witterung, beschleunigte Schmelzen der Schneemassen bewirkt worden ist. Heber größere, durch das Hochwasser angerichtete Verwüstun-
Reservisten rc.:
a. baar
b. liquidirte Ausstände .
sich das ab.
und dieser besteht:
a. in baarem Vorrath b. in liquidirten Ausständen
Verglichen, bleibt Rest
Wochen - Ueberfkcht.
Gießen. 27. März.
An der Spitze der Wochenbegebenheiten stand diesmal jenes festliche Ereigniß, dessen alljährliche Wiederkehr in den Herzen aller patriotischen Deutschen stets ein frohes Echo findet — der Geburtstag unjers Kaisers. Auch heuer ist die Feier dieses Tages in allen Gauen unser» Vaterlandes in der Inner Bedeutung entsprechenden würdigen Weise begangen worden und die all. gemeine Teilnahme an der Feier hat wiederum gezeigt, wie die Liebe und 23er* ehrung, mit der die deutsche Nation zu dem nun in sein neunzigstes Lebensjahr eingetretenen greisen Schirmherrn des Reiches aufblickt, der gemeinsame Boden ist, auf dem sich alle politischen Parteien immer wieder zusammenfinden. Auch außerhalb Deutschlands Grenzen ist Kaisers Geburtstag überall, wo Reichsangehörige in größerer Anzahl beisammen wohnen, freudig gefeiert worden und auch die hervorragenderen Organe der ausländischen Presse bezeugten in zum Theil sehr sympathischen Auslassungen ihre Achtung vor dem erhabenen Herrscher aus Deutschlands Kaiserthron. Ein warmempfundener Erlaß Kaiser Wilhelms an den Reichskanzler drückt daher die dankbare Freuoe des Monarchen i?er die erhebenden patriotischen Kundgebungen aus, die ihm bei der Feier seines 89. Geburtstages dargebracht wurden. Aus demselben schöpft der Kaiser — wie es in dem Erlasse weiter heißt — erneut die Kraft und das Vertrauen, trotz seines Alters für des Volkes Wohlfahrt in ernstem Bemühen auch ferner, so lange es Gottes Wille ist, zu wirken. Er spricht den innigsten Dank aus Allen, die dazu beigetragen haben, seinen Geburtstag zu einem weihevollen Festtag zu gestalten.
Der Reichstag, welcher sich fortgesetzt äußerst schwach besucht erweist, hielt am Dienstag und Mittwoch ziemlich interesselose Sitzungen ab, aus denen höchstens die Debatte vom Dienstag über die Rechtspflege in den deutschen Schutzgebieten hervorzuheben ist. Der betr. Entwurf wurde schließlich in der Gommissions-Faffung, wonach lediglich dem Kaiser die Ausübung der Hoheitsrechte in den deutschen Kolonial-Gebieten Namens des Reiches zusteht, in zweiter Lesung angenommen, definitiv genehmigte außerdem das Haus an dem genannten Tage die Vorlage über die Communal-Besteuerung der Officiere. In der Mittwochssitzung berieth der Reichstag zunächst den Antrag Auer auf Einführung von Arbeiter-Schiedsgerichten und nahm nach längerer, durchaus sachlicher, Debatte die von der Commission vorgeschlagene Resolution an, welche darauf hinausläust, den Reichskanzler zur baldthunlichsten Vorlegung eines Gesetz- Entwurfes über die obligatorische Einsührung von Gewerbe-Schiedsgerichten zu ersuchen. Am Donnerstag sand wegen der katholischen Feiertags (Mariä Verkündigung) keine Sitzung statt; am Freitag trat der Reichstag in die zweite Berathung der Monopol-Vorlage ein.
. 27153,16
: 2006,97
die am Dienstag im Abgeordnetenhause anläßlich der Generaldebatte über Budget abgegebene Erklärung des Finanzministers v. DunajewSki bedeutsam In derselben bekundet das Ministerium Taaffe seinen festen Entschluß, die Geschäfte trotz aller Schmierigkeiten unerschütterlich sortzusühren und spricht zugleich die Ueberzeugung aus, daß im Falle seines Rücktrittes die deutschliberale Minorität doch nicht an's Ruder gelangen würde. Aus den Worten des Herrn v. Dunajewski kann man deutlich die Verlegenheit Heraussühlen, in welche das Cabinet Taaffe, Dank seiner fortwährenden Nachgiebigkeit gegenüber Den Wünschen und Forderungen der österreichischen Slaven, allmälig gerathen ist und daß Gras Taaffe mit seiner Versöhnungs-Politik eine Lage geschaffen hat, die ihm jetzt wahrscheinlich selber unhaltbar erscheint. Er hat eben den Bismarck Oesterreichs spielen wollen, nur leider, ohne den genialen Weitblick des deutschen Reichskanzlers zu besitzen, und so ist denn durch das Taaffe'sche Regime heute ein Wirrwarr in Oesterreich entstanden, der in dem leitenden Staatsmanne Cis- leithaniens nunmehr zum ersten Male ernstlich den Gedanken an einen Rücktritt heroorgerufen zu haben scheint. Da sich indessen gegenwärtig schwerlich der geeignete Mann zur Uebernahme der politischen Erbschaft des Grafen Taaffe finden dürste, so wird derselbe nach seiner eigenthümlichen Methode die Völker Oesterreichs einstweilen noch weiter zu versöhnen haben. — Am Mittwoch trat das Abgeordnetenhaus in die Specialberathung des Budgets ein und genehmigte den Dispositions-Fonds, nachdem Ministerpräsident Graf Taaffe wiederholt die Haltung der Regierungspreffe gerechtfertigt hatte.
Aus der Schweiz wird ein Sieg der klerikalen Parier gemeldet. Im Kanton Tessin ist bei der Volksabstimmung das neue Kirchengesetz, welche» den Ansprüchen der Kurie in weitgehendstem Maße genügt, mit einer Mehrheit von 1000 Stimmen angenommen worden. Da in diesem Kantone die genannte Partei da« Heft in Händen hat, so kann ihr Sieg in der Kirchensrage nicht
Gesammtsumme der Einnahme „ „ Ausgabe
Dreis vierteljährlich 2 Marr 20 Pf. mit omgeriflie Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 56 Pf.
Auszug
aus der von Großh. Mer-Rkchnungsksmmkr sdgeschlostenen Rechnung der Kreiskasse des Kreises Gießen für 1883|84.
len.
fMNM mii k. K iich. ree 30 Pf.
Steffi"^ A.t
JL 290,18 184,80 474,98
Zusammen wie oben . - 29160,13
Gießen, am 24. März 1885.
Der Rechner der Kreiskaffe Gießen.
Grüneberg.
Revidirt, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß eine Aenderung ergeben hat.
Darmstadt, den 11. März 18S6.
Großherzogliche Ober-Rechnungskammer.
Hahn. Grimm.
11. Zuschuß aus anderen Caffen
Aus Gras und anderen Naturalien .
iltrt Elock mtintsN einjährige., der -aserne ein frnc- । orrinielbtn.
erfaßt
Ausstände aus vorhergehenden Jahren
Kaffevorrath aus „ „
Summe der Einnahme
Ausgabe.
11980,-
9336,94
138,29
1176,93
7336,15
60197,63
239,54
36621,88
200,60
16,07
22,39
127326,42
Zusammen wie oben . 29160,13
Davon gehören an:
I. der Kreiskasse: Jt
a. baar .... 26862,98 b. liquidirte Ausstände 1822,17 28685,15
II. dem Fond zur Gewährung von Beihulsen an
s frrr« j- keilst, fce 28.
< »hr. « ll« firß* in von WV*
N '***'$*
SU Ȁ*
Gemäßheit des Art. 43 der Kreisordnung wird der vorstehende Auszug zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, am 23. März 1886.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes d-s Kreises Gießen.
Dr. Boekmann.
1081,68
83,15
427,66
474,98 . 35102,26 6,05
64,40 . 23677,99
. . 156486,55


