Einzelbild herunterladen

[23ranbunglü(f.] Von zwei verheerenden Bränden an einem Tage ist das 4m Sauerlande gelegene westfälische Grenzstäbtchcn Brilon abermals heimgesucht worden, nachdem cs im Laufe dieses Jahres bereits vier- oder fünfmal von schweren Brand- 'üen betroffen wurde. Bet den beiden letzten im Frühjahr ausgebrochenen Bränden wurden jedesmal 15 bis 16 Gebäude eingeäschert. Wie in den früheren Fällen so enfftand auch diesmal auf unerklärliche Weise Feuer in einem Hause in der Nähe der evangelischen Kirche, wo leider größtentheils noch mit Stroh gedeckte Häuser stehen. Durch diesen Umstand und den herrschenden Wind griff das entfesselte Element mit rasender Schnelligkeit um sich und die Feuerwehren vermochten nur wenig zu thun. Erst nachdem 14 Häuser mit Nebengebäuden abgebrannt waren, gelang es, das Feuer .einzudämmen. Alles athmete erleichtert auf, man glaubte die Gefahr für diesmal beseitigt und gebannt, als plötzlich in der Nacht um 3 Uhr zum größte» Entsetzen der Bürger abermals Feuer in jener Gegend ausbrach und allen Löschungsoersuchen rum Trotz noch weitere 8 Häuser und Stallungen abbrannten. Der Schaden ist be- oeutend und die Noth sehr groß, denn fast keiner der Abgebrannten, die in dürftigen Verhältnissen leben, hat versichert. Sie stehen am Grabe ihrer Habe. Man vermuthet, daß hier Brandstiftung vorliegt.

sZoll aufBleameln".j Vor kurzer Zeit kam eine Bauersfrau aus Bayern nach Salzburg, um sich künstliche Blumen primitivster Art bunte Seidenpapier­blätter mit Draht zusammengebunden zur Decorirung ihres Haushaltes zu kaufen. Als sie nun zum Zweck der Heimfahrt den Bahnhofsperron in Salzburg betrat, wurde sie vom Conducteur auf die Zollpflicht aufmerksam gemacht und sie begab sich in das Zollbureau, wo ihr der Zollbeamte, nachdem er die Blumen besichtigt, die Schachtel gewogen und in seinen Tarif geschaut, erklärte:Das macht 14 Mark 70 Pfg. Zoll." Die Bäuerin, ganz verdutzt, erwiedert:Ja, die ganzen Bleameln hab'n grab 1 Gulben 20 Kreuzer kost', da laß ich doch glei lieber die ganz' Schachtel da." Sprach's, verlieb mit Zurücklassung der Schachtel das Local und fuhr ohne Bleameln mach Hause.

Ein bischen Alexander steckt in jedem Berliner. Können sie auch noch keine Staats-Eisenbahn um den Aequator ziehen, so berechnen sie einstweilen, was die Berliner Trambahnen allein fertig brächten, wenn die sämmtlichen Wagen sammt Pferden über den Aequator vertheilt wären. Wie weit fährt täglich die Berliner Pferdebahn? Die Frage wurde neulich, wie dieKreuz-Ztg." zu berichten weiß, auf einem Pferdebahnwagen-Perron aufgeworfen. Die Antwort:Einmal um die Erde und noch tausend Meilen weiter," erregte allgemeinen Unglauben, der sich aber in Staunen verwandelte, als man den Beweis vernahm: Allein dieGroße Berliner Pferdebahn-Gesellschaft" habe rund 450 Wagen in Betrieb; das mache auf die etwa 30 jetzt im Betrieb stehenden Linien dieser Gesellschaft durchschnittlich je 15 Wagen. Jeder Wagen durchfahre bei jeder Tour durchschnittlich 3/4 Meilen, das ergebe bei etwa sechszehnstündiger Fahrbauer und zwanzig täglichen Touren für jeden Wagen eine

zurückgelegte Strecke von täglich rund 15 Meilen. Es sollen aber nur 14 Meilen sein 14 >< 450== 6100 Meilen, welche die Wagen derGroßen Berliner Pferdebahn^ ungefähr täglich zurücklegen. Der Aequator mißt nur 5400 geogr. Meilen. Folglich werden die Berliner Pferdebahnwagen täglich eine den Erdumfang bei Weitem über- fteigenbe Strecke zurücklegen.

Haube! rurb Verkehr.

Es kursiven zur Zeit folgende falsche Münzsorten: Falsche 2O-Markstücke. Dieselben tragen die Jahreszahl 1879 und das Münzzeichen D. Sie fühlen sich fettig an und sind schlecht gerändert. Auf dem Avers im Kopfe des Reichsadlers ist ein Sprung ausgeprägt. Falsche lO-Markstücke. Dieselben bestehen aus einer Legirung von Silber und Kupfer und sind auf galvanischem Wege vergoldet. Sie sind so täuschend nachgemacht , daß nur der dünnere Klang und das leichtere Gewicht die Fälschung erkennen lassen. Falsche goldene 5-Markstücke. Dieselben tragen badisches Gepräge mit. der Jahreszahl 1878. Die Masse ist so weich, daß sich in derselben leicht Nägeleindrücke machen lassen. Falsche 2-Markstücke sind in letzter Zeit angehalten worden. Dieselben tragen theils das Bildniß des Königs von Sackten mit der Jahres­zahl 1876, theils das Hamburger Wappen, die Jahreszahl 1876 und das Münz- zeicken I. Falscke 2O-Pfennigstücke: 1. Aus Neusilber, Münzzeichen A, Jahreszahl 1874; 2. Jahreszahl 1876, Münzzeichen A, die Prägung ist gut, der Rand schlecht; 3. aus Messing, etwas größer als die echten Stücke, galvanisch versilbert, nach kurzem Ge­brauche aber gelb werdend. Die Prägung der Schriftseite ist scharf, der Adler jedoch unklar, Jahreszahl 1875, Münzzeichen A. Falsche 10-Pfennigstücke sind ebenfalls an- gehalten worden.

Limburg, 25. August. Rother Weizen, JL. 1470, weißer Weizen JL 00.00, Korn X 10 20, Gerste JL 0.00, Hafer Ju 6.50, Kartoffeln ä 100 Pfund 0.00, Erbsen ä 100 Pfund 00.00.

Frankfurt, 25. August. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter JL 4.005.00, Eier das Hundert 5 005.50, Butter per Pfund JL 0.90 bis 1.05, Weißkraut per Stück 1620 H, Rothkraut per Stück 2030 H, Kohlrabi per Stück 34 Ochsenfleisch per Pfund 4570 H, Kuh- u. Rindfleisch 4560 Kalbfleisch 4060 H, Schweinefleisch 6570 H, Hammelfleisch 5070 H, 1 Hahn JL 0.70-1.80, 1 Huhn X 1.002.50, 1 Ente 2.003.00, 1 Gans JL 3.007.00 1 Taube 4070 H, Welsche JL 0.0000.00.

Temperatur der Lahn.

Am 26. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17°, Lust 21« R. im Schatter.

L. Ehr. Rubsamen.

Freitag den 3. September,

Vormittags 10 Uhr, findet auf dem Hofe der Zeughaus» Kaserne der Verkauf von alten aus- rangirten Utensilien, altem Eifen ic. -gegen Meistgebot und Baarzahlung statt, wozu Kaufliebhaber eingeladen Werden. 6065

Gießen, den 26. August 1886.

Großh. Garnissn-Verwaltung.

Grummetgras- Verfteigerungeu -er Fürstlich Solmsischrn Rentei Lich.

Das Grummetgras von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert:

Freitag den 3. September, Vormittags präcis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich, oberhalb der Stadt, zusammen 115 Morgen- Zusammenkunft an der Sau­brücke, nächst der Peinmühle.

An demselben Tage, Nachmittags präcis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich, sowie Thurm und Bleichgarten und von der großen Teichwiese, Gemarkung Hof Albach zunächst der Staatsstraße Lich- Gießen, zusammen ca. 20 Morgen. Zu­sammenkunft im Schloßgarten an der Eisenbahnbrücke.

Montag den 8. September, Vormittags präcis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Ge­markungen Mühlsachsen, Ober- und Niederbesstngen, im Ganzen 130 Morgen. Zusammenkunft in Mühlsachsen.

Dienstag den 7. September, Vormittags präcis 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauch­waldwiese, GemarkungBurkhardsselden, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese.

Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von 1 bis 2 Morgen.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini b- I. gestattet.

Lich, am 23. August 1886.

Fürstlich Solmsische Nentei.

Kreiling. 6013

Zu jeder Tageszeit wird verabreicht: Warmer Sauerbraten ä Portion 20 H, warme Mschwurfl

S Pfund 40 x warme Rnobtauchs- würstchen, ä Stück 10 H. M. Kessler, Pferdemetzger, 5922 Neuenweg 33.

Allgemeiner Anzeiger. Ausverkauf zurückgejetzter MidMofle, per Meter von 30 Pfennig an, bei

4674 Seltersweg 9.

Garantie f« ndrakeit und

blau & weiss

6 ar Feit, Säurebest giftfreier Emaille

Für Ausstattungen

empfehle ich

1 Parthie Dawen-Hemden mit Spitze per Stck. JL 1-40,

1 Parthie Damerr-Jacken mit Stickerei 1.20,

12/4 Betttuch Leinen per Meter «/& 1.30,

Halb-Leinen und feine Cretonnes für Kiffen per Meter von 40 und 50 H, Hausmacher Tischtücher und <Aaudtücher unter Preis, Taschentücher, eine Parthie Herren-Ober- Hemden per Stck. 2.50.

Fh. Ellmger, Seltersweg 71.

Mehrere Erdarbeiter

finden auf einige Zeit Beschäftigung.

Näheres in der Expeb- b- Bl-

Sortirerinnen

gesucht von 6054

August Schlesstuger.

Versteigerung.

Montag den 30. August, von Vormittags 9 Uhr ab, lasse ich sämmtliche Oeeono- mie - Geräthe, WirthschaftS- Geräthe, bestehend in großen Tischen und Bänken, verschiedene Haus- geräthe, Sopha's, gut erhaltene Gesindebetten und anderes Bettzeug, mehrere Kommoden, ein Schreibtisch mit Kommode und Schrankaufsatz (in alter Facon), ein noch sehr gutes Tafelklavier, Kleiderschrank, Stühle, Sessel, zwei Uhren, Tische und noch vieles andere; in Kupfer: gut erhal­tene größere und kleinere Kochge­schirre, sowie Blechgeschirre, bestehend in Eimer, ganz neuem Milch- fländer mit Seiher u. s. w, Kuchen­tisch und Schränkchen, sowie einiges gutes Porzellan;

zwei kräftige Bäumchen in eichenen Kübeln, 1,75 Mtr. hoch, für Oran­gerie passend, sowie verschiedene pere- nirende Teppichbeetpflanzen;

sämmtliche Bäckerei - Ge­räthe: zwei große neue Backtröge, 10 Backbretter, Teigwaage, 4 Back­körbe, 6 Kuchenbleche u. s. w.;

Kartoffeln, Dickwurz und Gras, so­wie Bohnen, Gurken, einige Bäume Aepfel und Reineclauden, Stroh rc. gegen gleich baare Zahlung versteigern.

Kloster Arnsburg bei Lich.

6011 F Jutzi

Aeilgeöoienes.

Eine große Parthie zurückgesetzter Damenkragen, schwarze und farbige

Schürzen, Tricoliaissen,

Rüschen

gebe zu jedem annehmbaren Preise ab.

Fr. Teipel,

6059 _______Markt 16.________

lacanial-Kteaai bester Qualität billigst bei 5449 Fr Seibel.